| hier finden Sie meine Vorstösse zum Passivrauchschutz,
die vom Bernischen Grossen Rat gutgeheissen wurden:
- Gastgewerbe
(13.9.06)
- öffentlich
zugängliche Innenräume (21.6.05)
Voraussichtlich im Verlaufe des Jahres 2009 wird das entsprechende kantonale
Gesetz endlich in Kraft treten.
Hier finden
Sie die neusten Medienberichte zu
den Debatten über meine Passivrauch-Vorstösse.
Hier finden Sie Medienberichte
zu früheren Debatten über meine Passivrauch-Vorstösse (ab
2006).
Hier finden Sie Medienberichte
zu früheren Debatten über meine Passivrauch-Vorstösse (ab
Mai 2004).
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Bund 01.07.09
«Bald spricht niemand mehr davon»
Heute tritt im Kanton Bern das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
in Kraft. Fünf Jahre lang hat der EVP-Grossrat Ruedi Löffel
als treibende Kraft für dieses Rauchverbot in Restaurants gekämpt.
Nun geniesst er das «gute Gefühl», fast am Ziel zu sein.
(Link)
Dölf Barben

Die Kioskaushänger in seinem Büro beim Blauen Kreuz in Bern
zeigen, wofür
Präventionsfachmann Ruedi Löffel einsteht. (Adrian Moser)
«Bund»: Herr Löffel, schaut
man sich in Ihrem Büro um, gewinnt man den Eindruck, das Rauchverbot
sei das Wichtigste in Ihrem Berufsleben.
Ruedi Löffel: Ja, ich arbeite seit 16 Jahren in der Suchtprävention.
Das Blaue Kreuz ist vor allem im Alkoholbereich tätig, wenn wir aber
mit jungen Leuten arbeiten, sind alle Suchtformen ein Thema. Suchtprävention
ist mein tägliches Brot.
Ab heute gilt im Kanton Bern in öffentlich
zugänglichen Räumen und in Restaurants ein Rauchverbot. Wie
fühlen Sie sich dabei?
Fünf Jahre habe ich mich dafür engagiert. Es ist ein gutes Gefühl,
darf ich sagen. Und ich freue mich.
Und sind Sie da, wo Sie hinwollten?
Praktisch.
Praktisch? Was passt Ihnen nicht?
Bedienung in den Fumoirs dürfte nicht sein. Es ist eine Gemeinheit
den Angestellten gegenüber.
Was bringt das Rauchverbot?
Die Forderung nach Schutz vor Passivrauchen war ja die Fortsetzung früherer
Vorstösse, mit denen ich Werbe- und Abgabeeinschränkungen erreichte.
Wenn das Rauchen aus dem öffentlichen Raum verbannt wird, wenn es
nicht mehr die Mitte des gesellschaftl. Lebens darstellt, bleibt das nicht
ohne positiven Einfluss auf Jugendliche.
Und die Umsetzung?
Im Ausland hat sie erstaunlich gut geklappt – selbst in Irland,
wo es zuerst hiess, rauchfreie Pubs seien unvorstellbar. Auch im Kanton
Bern wird es funktionieren. Ein paar Wirte werden versuchen, die Grenzen
auszuloten. Aber sonst? In ein paar Monaten spricht niemand mehr davon.
Aber viele Wirte scheinen nicht zufrieden zu
sein.
Der grösste Teil der Gastrounternehmer – ich habe in den letzten
Jahren mit vielen gesprochen –will vor allem klare und einheitl.
Regeln. Die meisten Wirte werden kein Problem mit dem Verbot haben. Es
sind aber nicht die lautesten.
Welches sind denn die Lautesten? Wer sich schwierig aufführt, das
sind die Gastro-Verbände.
Also Gastro Bern. Warum?
Ich weiss es nicht. Aber ich habe schon lange den Eindruck, dass die Verbände
gar nicht mehr ihre Basis vertreten, sondern eine Minderheit, die nicht
akzeptieren kann, dass nun klare Regeln eingeführt werden.
Und was wird aus der Beschwerde, die Gastro
Bern beim Bundesgericht gegen das Rauchverbot führt?
Diese richtet sich ja hauptsächlich gegen das Ausschankverbot in
den Fumoirs. Ich wäre sehr überrascht und sehr enttäuscht,
wenn das Bundesgericht hier dem Kanton Bern in den Vollzug hineinreden
würde. Das Ausschankverbot ist ja so etwas wie ein Kompromiss.
Inwiefern?
Der Grosse Rat ist den Wirten entgegengekommen, indem er in den Fumoirs
überhaupt Bedienung erlaubte. Dafür sollen sich die Angestellten
nicht in den Fumoirs aufhalten müssen. Ich kann mir nicht vorstellen,
dass das Bundesgericht diesen minimalen Schutz der Arbeitnehmenden rückgängig
machen wird. Aber ich bin nicht Jurist.
Sie sagen, die meisten Wirte werden keine Probleme haben. Sehen Sie
aber auch Verlierer?
Ich habe schon im Grossen Rat gesagt, es werde einzelne Wirte geben, die
wegen der neuen Regeln Probleme bekommen könnten.
An welche Betriebe denken Sie?
An eher kleine Lokale, die eine sehr spezielle Kundschaft haben. Allerdings:
Der schweizerische Gastroverband spricht selber von einem bedeutenden
Überangebot in der Gastronomie. Somit werden sich nicht alle Schwierigkeiten,
die künftig entstehen werden, auf das Rauchverbot zurückführen
lassen.
Und was wird mit der speziellen Kundschaft passieren,
wie Sie sie nennen? Mit Leuten, für die die Gaststube so etwas wie
ein Daheim ist? Werden diese Leute in die Einsamkeit getrieben?
Die Frage ist, was diese Leute suchen. Dass sie nur deswegen nicht mehr
kommen, weil sie in der Gaststube nicht mehr rauchen dürfen, glaube
ich nicht. Was wollen sie denn stattdessen tun? Den ganzen Tag daheim
sitzen? Wenn das Zusammensein in der Gaststube für sie tatsächlich
eine solch grosse Bedeutung hat – was ich keineswegs abstreite –,
dann kommen sie nach ein paar Wochen wieder. Wenn sie auf das Rauchen
nicht verzichten können, müssen sie ja bloss für drei Minuten
hinaus. Das ist die einzige Konsequenz. Es ist vergleichbar mit dem Gang
auf die Toilette.
Aber wenn der Wirt selber Raucher ist, wäre
es doch fast das Gleiche, wie wenn die Gäste bei ihm zu Hause rauchen
würden?
In den meisten Betrieben hat es Angestellte. Und ob die selber rauchen
oder nicht, das ist für mich nicht die Frage. Die Frage ist, ob es
richtig ist, wenn sie zwölf Stunden im Rauch arbeiten müssen.
Am Ende leben also alle gesünder?
Es geht mir nicht darum. Ich will niemandem das Rauchen abgewöhnen
oder verbieten. Es soll aber niemand andere damit belästigen und
beeinträchtigen.
Man könnte aber doch den Eindruck gewinnen,
Ihnen gehe es darum, übers Passivrauchen die aktiven Raucher zu bekämpfen.
Man kann das sehen, wie man will. Aus Sicht der Prävention ist
man sich einig: Wenn man das Rauchen aus öffentlichen Räumen
verbannt und damit dafür sorgt, dass es nicht mehr eine solch zentrale
Stellung einnimmt wie bisher, dann beginnen weniger Kinder und Jugendliche
mit Rauchen. Das ist meine Motivation.
Aber dass es auch darum geht, die Leute etwas
vor sich selbst zu schützen: Das schwingt halt doch mit.
Wenn durch ein Rauchverbot ein paar Leute mit Rauchen aufhören, ist
das ein Nebeneffekt, gegen den bestimmt niemand etwas einzuwenden hat
und den ich gern in Kauf nehme. Man weiss ja, dass mindestens die Hälfte
der Raucherinnen und Raucher mit Rauchen aufhören möchte. Als
in Italien das Rauchverbot in Kraft trat, haben im ersten Jahr eine halbe
Million Italiener aufgehört zu rauchen.
Hinter Ihnen hängen auch Bibelsprüche
an der Wand. Welche Rolle spielt die Religion in Ihrem Kampf gegen die
Sucht? Religion gilt da und dort ja auch als Ersatzdroge.
Ich bin geprägt vom christlichen Glauben. Und das ist sicher einer
der Gründe, warum ich beim Blauen Kreuz arbeite. Es ist die Organisation,
die sich nach der Industrialisierung um die Alkoholiker kümmerte,
die mit der Schnapsflasche auf der Strasse herumhingen. Daraus erwuchs
die Prävention: Man hat zunehmend versucht, zu verhindern, dass es
überhaupt so weit kommt. Meine Triebfeder ist in dem Sinn nicht der
Glaube direkt, sondern eher die Arbeit hier, mit der ich mich sehr stark
identifiziere.
Angesichts der heutigen Welt mit all ihren Schwierigkeiten
und übermächtigen Problemen: Verstehen Sie, dass Leute manchmal
das Bedürfnis haben, sich zu berauschen?
Ja natürlich, denn eine rauschfreie oder gar suchtfreie Gesellschaft
ist eine Illusion. Eine suchtfreie Gesellschaft zu erreichen, ist weder
das Ziel des Blauen Kreuzes noch mein persönliches. Wir versuchen
aber, die Gefahren und Probleme aufzuzeigen und zu vermindern, die mit
missbräuchlichem Konsum zusammenhängen.
Aber haben Sie Verständnis für Leute,
die den Rausch suchen? Sie selber rauchen nicht, Sie trinken keinen Alkohol
und nehmen auch sonst keine berauschenden Substanzen zu sich.
Moment, Moment. Zu Beginn meiner Arbeit beim Blauen Kreuz habe ich neun
Jahre abstinent gelebt. Diese Zeit hat mich sehr geprägt. Heute verlangen
wir von neuen Mitarbeitenden, dass sie eine bestimmte Zeit abstinent leben.
Einfach damit sie erfahren, wie rasch die Stimmung am Gefrierpunkt ankommen
kann, nur weil jemand sagt, er trinke keinen Alk. Früher war ich
Gelegenheitsraucher, und heute trinke ich durchaus gerne mal ein Glas
Cognac.
Aber damit sind Sie noch weit von einem Rausch
entfernt.
Der ist ja nicht zwingend nötig. Irgendeinen Ausgleich brauchen wohl
zwischendurch alle Menschen. Ein Rausch ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten.
Vom «Sich-etwas-Zurücklehnen» bis zum Verdrängen
und zum Fluchtversuch ist es kein weiter Weg – der Grat zwischen
diesen Positionen ist ganz schmal.
Zur Person: Ruedi Löffel hat entscheidenden Anteil
daran, dass ab heute im Kanton Bern in öffentlich zugänglichen
Gebäuden ein Rauchverbot gilt. Im November 2004 reichte er im Kantonsparlament
eine Motion ein, die «saubere Luft im Gastgewerbe» forderte.
Sie wurde im Juni 2005 per Stichentscheid des SP-Grossratspräsidenten
Thomas Koch abgelehnt. In der gleichen Session wurde sein Vorstoss überwiesen,
der «saubere Luft in öffentlich zugänglichen Innenräumen»
verlangte. Bei den Restaurants liess er nicht locker. Mit der Motion «Schluss
jetzt mit unerwünschtem Rauch im Gastgewerbe!» doppelte er
nach – und hatte im September 2006 Erfolg: Der Vorstoss wurde mit
82 zu 57 Stimmen überwiesen. Löffel sitzt seit 2002 für
die EVP im Grossen Rat. Der 47-Jährige lebt in Münchenbuchsee,
ist verheiratet und Vater von vier Töchtern. Er arbeitete drei Jahre
als Primarlehrer und war sieben Jahre im Bundesamt für Informatik
tätig. Seit 1993 ist er beim Blauen Kreuz angestellt, wo er heute
die Fachstelle für Suchtprävention leitet.
Bund 13.9.06 Front + Bern
Beizen werden rauchfrei
Der Grosse Rat des Kantons Bern sagt deutlich Ja zu einem Rauchverbot
in Restaurants. (...).
Vor gut einem Jahr hatte Grossratspräsident Thomas Koch
(sp) mit seinem Stichentscheid das Rauchverbot noch zu Fall gebracht.
Gestern war die Sache nun eindeutig: Mit 83 zu 58 Stimmen sagte der Grosse
Rat Ja zu einem generellen Rauchverbot in Gastgewerbebetrieben. Ausgenommen
werden sollen lediglich separate «Fumoirs» mit eigener Lüftung.
Eingebracht hatten die Forderung EVP-Grossrat Ruedi Löffel und drei
Mitunterzeichner.
«Ich habe nichts gegen Raucher», sagte Löffel, «es
darf aber nicht sein, dass Nichtraucher mitrauchen müssen.»
Die Freiheit des Einzelnen höre dort auf, wo
die Gesundheit der anderen beeinträchtigt werde. Dass Passivrauchen
schädlich sei, werde heute nicht mehr bestritten. (...).

EVP-Grossrat Ruedi Löffel hat gut lachen: Mit Hartnäckigkeit
und
Unterstützung von links hat er sein Ziel erreicht. Adrian Moser
ZUR SACHE
«Ein kleiner Eingriff»
Ruedi Löffel ist EVP-Grossrat und Projektleiter auf der Fachstelle
für Suchtprävention des Blauen Kreuzes Bern.
«Bund»: Im zweiten Versuch haben
Sie das Rauchverbot in Restaurants durchgebracht. Sind Sie glücklich?
Ruedi Löffel: Ja. Die richtigen Argumente haben überzeugt.
Basiert Ihr Glück nicht auf der Ausgrenzung
einer Minderheit?
Bisher war mit den Nichtrauchern eine Mehrheit ausgegrenzt. Nun müssen
Rauchende Rücksicht nehmen. Wenn ein Raucher fünf Minuten vor
die Türe muss für seine Zigarette, ist dies ein kleiner Eingriff.
Eine Ausgrenzung aber nicht.
Warum soll die Wahl für rauchfreie, gemischte
oder Rauchlokale nicht möglich sein?
Eine Viertelmillion Serviceangestellte wird eingenebelt. Auf diese wird
nun Rücksicht genommen. Zudem: Wenn das Rauchen aus den Beizen verbannt
ist, schreckt dies Jugendliche ab, sie finden Rauchen uncool und verzichten
darauf.
Wenn die Gesetzesrevision im Rat beraten wird,
könnten ja Ausnahmen für Beizen gemacht werden, die sich als
Rauchbeiz deklarieren.
Davon halte ich nichts. Mit dem Verbot haben wir eine einheitliche, saubere
Lösung. Sonst kämen wir vom Hundertsten ins Tausendste.
Sind Nichtrauchende die besseren Menschen?
Nein. Ich will nicht missionieren. Ich will, dass andere Leute nicht mehr
unfreiwillig vom Rauch belästigt werden.
Sie engagieren sich stark im gesundheitspolitischen
Bereich. Welche weiteren Vorstösse von Ihnen sind zur Verbesserung
der Volksgesundheit geplant?
Die Möglichkeiten des Parlaments zur Eindämmung von Rauchen
und Alkoholkonsum sind mit Werbeeinschränkungen, Preiserhöhungen
und Verboten weitgehend ausgeschöpft. Sorgen bereiten mir aber die
sexistische Werbung und die Sexualisierung der Medien. Hier ist Handlungsbedarf
angesagt. Aber ich selber werde dazu keine Vorstösse einreichen.
(Marcello Odermatt)
Bund 11.9.06
Löffels zweiter Versuch
Mit Stichentscheid durch Grossratspräsident Thomas Koch (sp) wurde
im Juni des letzten Jahres ein Rauchverbot in bernischen Restaurants abgelehnt.
Der entsprechende Vorstoss stammte von EVP-Grossrat Ruedi Löffel.
Diese Woche versucht er es im verkleinerten, neu zusammengesetzten Rat
erneut. Via Revision des kantonalen Gastgewerbegesetzes sollen öffentlich
zugängliche Innenräume von Gastwirtschaften rauchfrei werden.
Ausgenommen seien Fumoirs, abgetrennte und mit eigener Lüftung versehene
Räume.
Löffels zweiter Versuch wird gemäss einer «Bund»-Umfrage
eine Mehrheit finden: Grüne, allenfalls mit Enthaltungen, unterstützen
das Verbot mehrheitlich, die EVP einstimmig; und während die SP 2005
grössere Vorbehalte hatte, stimmt sie nun fast einhellig zu. (...)
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