| hier finden Sie meine Vorstösse zum Passivrauchschutz,
die vom Bernischen Grossen Rat gutgeheissen wurden:
- Gastgewerbe
(13.9.06)
- öffentlich
zugängliche Innenräume (21.6.05)
Voraussichtlich im Verlaufe des Jahres 2009 wird das entsprechende kantonale
Gesetz endlich in Kraft treten.
Hier finden
Sie die aktuellsten Medienberichte
zur Passivrauch-Debatte (ab 2010).
Hier finden Sie die neuere Medienberichte
zu den Debatten über meine Passivrauch-Vorstösse (bis Ende 2009).
Hier finden Sie Medienberichte
zu den Passivrauch-Debatten aus den Jahren 2006 bis 2009.
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Bund 14.3.06, Seite 2
Neuer Anlauf folgt
Das klare Ja der Tessinerinnen und Tessiner zum Rauchverbot in Gaststätten
sei «sensationell», freut sich Ruedi Löffel, Präventionsexperte
und EVP-Grossrat aus Münchenbuchsee. «Ich bin rundum zufrieden.»
Und doch ärgert ihn der Volksentscheid auch ein wenig. «Der
Kanton Bern hätte zusammen mit dem Tessin eine Vorreiterrolle übernehmen
können – doch wir haben es versiebt.» Zur Erinnerung:
Im Juni hatte der Grosse Rat Löffels Motion für rauchfreie Gaststätten
mit Stichentscheid des Ratspräsidenten Thomas Koch (sp, Laupen) knapp
bachab geschickt. Das Resultat der Abstimmung im Tessin, so Löffel,
«zeigt, dass dieser Entscheid falsch war».
Der Volksentscheid vom Sonntag werde seinem Anliegen im Kanton Bern aber
neuen Auftrieb geben, sagt er. Schon in der ersten Session der neuen Legislatur
werde im Rat ein Vorstoss zum Thema rauchfreie Gaststätten eingereicht.
Sollte er selber die Wiederwahl im April nicht schaffen, werde sich jemand
anderes der Sache annehmen. Noch besser wäre es seiner Meinung nach
aber, wenn das Rauchverbot im kantonalen Gastgewerbegesetz festgeschrieben
würde, das Ende 2006 oder Anfang 2007 sowieso revidiert werden soll.
«Das wäre der direkteste Weg» – die Umsetzung eines
überwiesenen Vorstosses dagegen könne in den Mühlen der
Politik jahrelang hinausgezögert werden. So oder so ist Löffel
sicher, dass bald auch die Berner Beizen rauchfrei werden.
Tatsächlich hat der Grosse Rat in der Vergangenheit schon etliche
Beschlüsse in dieser Richtung gefasst. 2003 beschloss er ein Werbeverbot
für Tabak und Alkohol, letztes Jahr ein Verkaufsverbot für Zigaretten
an Minderjährige. Im Juni schliesslich hiess er eine andere Motion
Löffels gut. Darin hatte er verlangt, dass alle öffentlich zugänglichen
Innenräume (Gastrobetriebe ausgenommen) im Kanton Bern rauchfrei
werden. (bwb)
Bund 10.3.06, Schweiz
Für Raucher wird die Luft dünn
Am Wochenende entscheiden die Tessiner über ein generelles
Rauchverbot in Gastrobetrieben. Nach dem Vorbild Italiens gilt die Annahme
des Verbots als gesetzt. Das Tessin wird somit zum Vorreiter fürs
ganze Land. Gerhard Lob (...)
Extra: RAUCHVERBOTE (...)
Bern Fast alle Kantonsparlamente haben sich in irgendeiner
Form mit dem Thema beschäftigt, wobei strikte Rauchverbote in Gaststätten
bisher einen schweren Stand hatten. Im Kanton Bern wurde das Rauchverbot
in Gaststätten mit Stichentscheid des Grossratspräsidenten Thomas
Koch im Juni 2005 ganz knapp abgelehnt. Der Grosse Rat befürwortete
aber eine Forderung von Ruedi Löffel (evp), wonach in Schulen, Sportanlagen,
Verwaltungsgebäuden, Versammlungslokalen, Kinos, Spitälern und
Theatern nicht mehr geraucht werden soll. (...)
BZ + Bieler Tagblatt 4.3.06 Inland
Tessiner setzen ein Rauchzeichen
Die Tessiner fällen einen wegweisenden Entscheid: In einer
Woche stimmen sie über ein Rauchverbot für Gaststätten
ab. Kaum jemand zweifelt daran, dass das Verbot angenommen - und der Kanton
dadurch zum Pionier wird. Francesco Welti
In Italien, Irland, Spanien und Belgien gilt das Rauchverbot schon, in
England kommt es bald. Auch in den Schweizer Zügen darf nicht mehr
gequalmt werden. Und nun steht die Bevölkerung des Ferienkantons
Tessin unmittelbar davor, den Rauch aus den Beizen zu verbannen. Gelten
wird das Verbot für alle Gastrobetriebe, also nicht nur für
Speiselokale, wie das anderswo diskutiert wird. Der Volksentscheid hat
Signalwirkung für ähnliche Bestimmungen auf nationaler Ebene.
So arbeitet die nationalrätliche Kommission für soziale Sicherheit
und Gesundheit an ähnlichen Massnahmen gegen das Passivrauchen: Die
zuständige Subkommission wird sich demnächst auf einen Entwurf
festlegen. (...)
Kleinere Schritte im Espace
Anders als im Tessin gibt es in Bern, Freiburg und Solothurn noch kein
flächendeckendes Rauchverbot in Restaurants. Im Kanton Bern hatte
gerade mal der Stichentscheid von Grossratspräsident Thomas Koch
(SP) dafür gesorgt, dass ein Rauchverbot in Berner Gaststätten
nicht gesetzlich verankert werden sollte - vorläufig. Das war am
21. Juni des vergangenen Jahres. Seither hat die Haltung der Wirte Oberhand,
wonach sie selber entscheiden sollen, ob und wie sie rauchfreie Zonen
in ihren Gaststätten einrichten.
Immerhin hiess der Grosse Rat eine Forderung von Ruedi Löffel
(EVP) gut, wonach in Schulen, Sportanlagen, Verwaltungsgebäuden,
Versammlungslokalen, Kinos, Spitälern und Theatern nicht mehr geraucht
werden soll.
Im Kanton Solothurn will der Regierungsrat noch diesen Frühling die
Revision des kantonalen Gesundheitsgesetzes beraten. Sie führt, wie
der Leiter des Gesundheitsamtes Heinrich Schwarz erklärt, unter anderem
ein Rauchverbot in Gaststätten auf. Dazu kam es, nachdem der Kantonsrat
(Grosser Rat) eine «wirksame Tabakprävention» gefordert
hätte. Politisch ist die Frage aber offen; Linke tendieren eher zu
einem Rauchverbot, Bürgerliche eher nicht. Im Kanton Freiburg wird
das Gesundheitsgesetz angepasst, nachdem eine Motion gutgeheissen wurde,
wonach in Spitälern, Schulen und in Verwaltungsgebäuden nicht
mehr geraucht werden dürfe. (...) Fredy Gasser
Bund 23.11.05, Kanton Bern
Rauchen verboten in öffentlichen Gebäuden
THUN Ab dem 1. Dezember müssen die Raucherinnen
und Raucher in Thun ihre Zigaretten draussen an der frischen Luft anzünden
und rauchen. Zumindest wenn sie sich in öffentlichen Gebäuden
aufhalten. Dies teilt die Stadt Thun in einer Medienmitteilung mit.
Mit dem Rauchverbot, schreibt der Thuner Gemeinderat, wolle er in erster
Linie die städtischen Angestellten sowie die Kinder «vor dem
schädlichen Passivrauch in Innenräumen schützen».
Verboten ist das Rauchen in Thun künftig in allen Kindergärten
und Schulhäusern inklusive Lehrerzimmer, in den Turn-und Sporthallen,
im Rathaus, in den Verwaltungsgebäuden, im Schadausaal – der
Thuner Kultur-und Theatersaal– und im Bärensaal, in den städtischen
Werkstätten, Feuerwehrmagazinen und Zivilschutzanlagen.
Dieses flächendeckende Rauchverbot habe man nicht aufgrund
des Beschlusses des Grossen Rats eingeführt, sagt Gemeinderat Beat
Straubhaar (fdp) auf Nachfrage des «Bund». Das Kantonsparlament
hatte vor einiger Zeit eine Motion überwiesen, in welcher Grossrat
Ruedi Löffel (evp) die Einführung eines Rauchverbots in allen
öffentlichen Gebäuden im Kanton Bern forderte. (...)
Bund 23.7.05
Wenig Rauch, viel Knoblauch

Ruedi Löffel
ist EVP-Grossrat und wohnt in Münchenbuchsee. Er grillt mit Gas:
Feuer und Rauch mag er gar nicht.
Was bringt man mit, wenn man sich bei Ruedi Löffel zu einem Grillabend
einlädt? Wein kommt nicht in Frage: Der Mann arbeitet beim Blauen
Kreuz und trinkt nur alle Schaltjahre einmal ein Glas Lychee-Sekt. Also
ein Dessert. Treffpunkt ist der zweithinterste Wagen im Zug. Der hinterste
ist für Raucher, und Rauch mag Löffel gar nicht - das hat er
mit seinen Vorstössen im Grossen Rat bewiesen.
Rauchfrei geht auch das Grillieren im Garten hinter dem Reiheneinfamilienhaus
vonstatten. Er sei kein «Fürli-Typ», sagt Löffel
und zündet die Gasflammen unter den Lavasteinen an. Der Grill - mit
Deckel - hat schon bessere Tage erlebt, Markenname und Modell sind nicht
mehr lesbar. Früher besass Familie Löffel einen gewöhnlichen
Kugelgrill. Das sei aber «viel zu mühsam» gewesen. «Ich
bin ein ungeduldiger Mensch.» Während die Lava heiss wird,
mariniert Löffel das Fleisch. Ungarische Pouletbrust und australisches
Lammnierstück hat seine Frau gekauft, bevor sie den Spätdienst
im Spital antrat. Dazu gibts Cervelats und Broccoli-Käse-Bratwürste.
Besonders Letztere seien «hennefein», schwärmt Löffel,
so dass dem Gast das Wasser im Mund zusammenläuft. Derweil macht
sich in der Küche ein dezenter Knoblauchduft breit - ein halbes Dutzend
Zehen landen in der Marinade, zudem Öl, Paprika, Pfeffer und diverse
Würzmischungen.
Knoblauch sei sein Lieblingsgewürz, verkündet Löffel, und
Knoblauchpizza sein Lieblingsgericht - dazu Cola light. «Ich bin
kein Gourmet, eher ein einfaches Gemüt.» Normalerweise kocht
zwar seine Frau, am Grill aber ist Löffel Experte. Routiniert schiebt
er Fleisch, Kartoffelscheiben und Champignons auf den beiden Etagen hin
und her. Eine Teflonplatte auf der unteren verhindert, dass etwas festkleben
kann. Dennoch gerät das Pouletfleisch gar dunkel, während Löffel
über Gott und die Welt räsoniert. Kein Problem für ihn:
«Ich habe es gern, wenn das Fleisch gut durch ist. Blut auf dem
Teller kann ich nicht sehen.» Nach dem obligaten Tischgebet kommt
die Stunde der Wahrheit. Das Poulet ist etwas trocken geworden, die Marinade
aber durchaus schmackhaft. Das Lamm ist - ganz nach Löffels Geschmack
- fast durchgebraten, der Knoblauch übertönt indes das Fleischaroma.
Einwandfrei dagegen die Broccoli-Käse-Bratwurst. Unter dem Strich
reicht es bei der Bewertung dennoch nur für drei von fünf möglichen
Punkten. Löffels alkoholfreier Drink vermag das fehlende Glas Wein
einfach nicht wettzumachen.
Stefan von Below
BZ + Bieler Tagblatt 5.7.05 Kanton Bern
Entscheid definitiv
Der Vorstoss «Saubere Luft im Gastgewerbe» bleibt
abgelehnt. Bei der Abstimmung ging alles mit rechten Dingen zu.
aid. Der parlamentarische Vorstoss von EVP-Grossrat Ruedi Löffel
«Saubere Luft im Gastgewerbe» ist definitiv abgelehnt. Das
hat das Büro des Grossen Rates einstimmig beschlossen. Nach der Ablehnung
durch den Stichentscheid des Präsidenten sind Diskussionen über
die korrekte Wiedergabe der elektronischen Abstimmung aufgekommen. Denn:
Bei der Abstimmung vom Dienstag, 21. Juni 2005, hatte der Grosse Rat mit
Stichentscheid von Grossratspräsident Thomas Koch (SP) Löffels
Motion abgelehnt.
Dieses Abstimmungsergebnis wurde durch das Büro des Grossen Rates
überprüft, nachdem GB-Grossrätin Franziska Widmer darauf
aufmerksam gemacht hatte, dass sie unter Namensaufruf den parlamentarischen
Vorstoss zwar angenommen habe, aber auf dem offiziellen Namensaufruf-Protokoll
als abwesend aufgeführt wurde. Technische Abklärungen haben
ergeben, dass kein technisches Versagen der elektronischen Abstimmungsanlage
vorgelegen hat, teilt das Amt für Information mit. Für das Büro
des Grossen Rates bestehe deshalb, insbesondere auch nach einer Konsultation
durch die Staatskanzlei von Frau Grossrätin Franziska Widmer, kein
Anlass, auf das Abstimmungsergebnis zurückzukommen.
Bund 2.7.05
Kein technisches Versagen
Grosser Rat
EVP-Grossrat Ruedi Löffels Motion «Saubere Luft im Gastgewerbe»
ist definitiv abgelehnt. Das hat das Büro des Grossen Rats beschlossen.
Bei der Abstimmung, die durch den Stichentscheid des Ratspräsidenten
entschieden wurde, sei kein technisches Versagen im Spiel gewesen. Das
hätten Abklärungen ergeben. (aid)
sda 30.6.05
Inselspital ab Juli rauchfrei
Im Berner Inselspital ist das Rauchen ab Juli in allen Räumen verboten.
Einzige Ausnahme ist ein abgeschlossener Teil der Cafeteria beim Eingang
des Bettenhochhauses. Mit dem Rauchverbot will die Spitalleitung Patienten
und Mitarbeitende vor dem Passivrauchen schützen, wie es in einer
Mitteilung des Inselspitals heisst. Zudem soll der Ausstieg aus dem Rauchen
gefördert werden. (...)
Die Patientinnen und Patienten werden beim Spitaleintritt über das
rauchfreie Spital informiert; gleichzeitig werden Raucher gefragt, ob
sie zum generellen Ausstieg bereit sind. Wer mit dem Rauchen aufhören
will, dem steht eine Raucherberatungsstelle offen. Wer nicht aufhören
will und während des Spitaufenthalts auf das Rauchen verzichten muss,
kann für diese Zeit beim Spital auf eigene Kosten Nikotin-Ersatzstoffe
beziehen.
Die «Insel» kommt mit ihrem Entscheid voraussichtlich
einer Weisung des Kantons Bern zuvor: der bernische Grosse Rat hat in
der abgeschlossenen Junisession einem Rauchverbot in Spitälern und
anderen öffentlichen Räumen grundsätzlich zugestimmt.
(...)
NZZ am Sonntag 26.6.05
Stichentscheid gegen Nichtraucher
Thomas Koch, sozialdemokratischer Gelegenheitsraucher, verhindert als
Grossratspräsident ein Rauchverbot in Berner Restaurants. Von
Stefan Bühler
Ruedi Löffel, Kantonsparlamentarier der EVP und Blaukreuz-Kämpfer
wider jegliche Suchtmittel, konnte es nicht fassen: Ausgerechnet ein Sozialdemokrat
hatte ihm den grössten Erfolg seiner Karriere vermasselt. «Es
ist absurd, dass ein SPler dem Schutz der Mitarbeiter nicht mehr Gewicht
beimisst», wetterte er danach gegenüber Journalisten von Presse
und Radio.
Zwei Stunden hatte der 200-köpfige Grosse Rat am Dienstag im Berner
Rathaus über Nichtraucherschutz debattiert, drei Vorstösse galt
es zu behandeln. Darunter jenen Löffels: Rauchen sei in Restaurants
grundsätzlich zu verbieten, all die Nikotinsüchtigen, die Pfeifen-
und Zigarrenqualmer in baulich abgetrennte «Fumoirs» zu verbannen.
Die Vorstellung gefiel der Hälfte der Anwesenden. Die andere Hälfte
stimmte dagegen. 84 zu 84 lautete das Abstimmungsresultat. Der höchste
Berner, Grossratsprästdent Thomas Koch, musste den Stichentscheid
fällen. Seine Fraktion hatte die Motion mehrheitlich unterstützt.
Doch Genosse Koch lehnte das Rauchverbot ab - und brachte Nichtraucher
Löffel damit zur Weissglut. (…)
Möglicherweise sei er in dieser Sache «ein untypischer SPler».
In anderen Bereichen, bei Gesundheits- und Energiethemen etwa, politisiere
er hingegen klar auf SP-Linie, beeilt er sich zu betonen. Den Einwand,
dass nun Kellnerinnen und Kellner zwischen Blümlisalp und Chasseral
weiterhin tagein, tagaus in rauchgeschwängerten Gaststuben permanent
passiv rauchend Berner Platte und Gurtenbier auftragen müssen, kontert
er mit der Frage: «Wäre denn in den Fumoirs nur Selbstbedienung
erlaubt gewesen?» (…) In die Raucherdebatte ging Koch «gut
vorbereitet», selbst auf einen möglichen Stichentscheid sei
er gefasst gewesen. Als es dann aber so weit kam, war er trotzdem überrascht.
Denn zuvor hatte der Rat einen weniger weit gehenden Vorstoss abgelehnt.
Darin wurde verlangt, dass in Restaurants statt des Nichtraucherbereichs
eine Raucherecke zu bezeichnen sei. (…)
Übrigens konnte Löffel am Dienstag zuletzt doch noch einen Sieg
einfahren: Die Parlamentsmehrheit war mit ihm einverstanden, das Rauchen
in öffentlich zugänglichen Räumen zu verbieten. Namentlich
betrifft dies Schulen, Sportstätten, Verwaltungen, Versammlungslokale,
Spitäler und Kinos. Die Bahnhöfe hat Löffel vergessen in
die Liste aufzunehmen. (Anm.: Hab ich natürlich nicht, aber dort
gilt eigenes Recht. lö)
Bieler Tagblatt 30.6.05 + 23.6.05
Eine Mehrheit ist für rauchfreie Restaurants
Frage/Antwort der Woche
Rauchfreie Restaurants: Sinnvoll oder unnötig? Was denken Sie?
84 zu 85 Stimmen gegen ein Rauchverbot in Restaurants: Die Debatte im
Berner Grossen Rat über eine entsprechende Änderung im Gastgewerbegesetz
wurde hitzig geführt. Ruedi Löffel, der die Motion eingereicht
hatte, erinnerte den Rat daran, dass sich eine Mehrheit der Angestellten
im Gastgewerbe rauchfreie Beizen wünsche. (...)
Ob man nun in Berner Beizen weiterhin rauchen darf, ist noch offen: Wegen
einer Unregelmässigkeit während der Abstimmung, wird erst am
1. Juli entschieden, ob deren Resultat gültig ist oder nicht. Das
Thema ist also noch nicht vom Tisch, diskutieren wir es weiter: Würden
Sie es begrüssen, wenn die Restaurants im Kanton rauchfrei würden?
Die aktuelle Frage der Woche an unsere Leserinnen und Leser lautet deshalb:
«Halten Sie ein Rauchverbot in Restaurants für sinnvoll?»
Die Frage hat auf der BT-Internetsite zu einer Rekordbeteiligung und spannenden,
hitzigen Diskussionen geführt. 175 Personen haben abgestimmt und
klar bestimmt: «Ja, absolut!». Fast fünfzig Umfrage-Teilnehmer
und Teilnehmerinnen haben zudem ihrer Meinung in einem Kommentar Ausdruck
verliehen. «Ich weiss nicht, wie oft ich in Restaurants schon rechtsumkehrt
gemacht habe, weil die verqualmte Luft unerträglich war», schreibt
zum Beispiel jemand. Oder: «Ich möchte auch wieder einmal auswärts
essen, ohne Hustenanfall, brennende Augen und Geschmacksverfälschung
der Speisen.» (...)
Berner Zeitung 24.6.05 Leserbriefe
Beschluss ist eine Schande
Ausgabe vom 22. Juni «Freie Rauch-Wirtschaft»
Was da im Grossen Rat gelaufen ist, kann man nur als Schande bezeichnen.
Die ganze Suchtmittelmafia hat wieder einmal gesiegt. Genau wie im Alkohol-,
werden auch im Tabakbereich alle vernünftigen Massnahmen verhindert.
Der Grosse Rat hat mit seinem Verhalten klar gesagt: Die vielen Opfer
von Rauch und Alkohol sind uns egal, Hauptsache, die Wirtschaft floriert.
Die Tausenden von Jugendlichen, die sich bereits mit Suchtmitteln vollstopfen,
sind uns egal; Hauptsache, jeder hat seine Freiheit. Diese lebens- und
menschenverachtende Haltung verurteile ich scharf. Es ist daher wichtig,
dass wir alle Gaststätten meiden, in denen noch geraucht wird. Ruedi
Löffel, gib nicht auf, im Gegenteil, wir unterstützen dich.
Jakob Wampfler Jegenstorf
BZ + Bieler Tagblatt 23.6.05 Kanton Bern
Das Rätsel ist noch nicht gelöst
Ausgerechnet beim Thema Rauchverbot in Berner Beizen hat die
Abstimmungsanlage im Grossen Rat gespukt. Das Drücken der Ja-Taste
wurde einmal nicht registriert. Des Rätsels Lösung ist noch
nicht gefunden.
«Das ist ärgerlich, und wir bedauern dies», sagt Vizestaatsschreiber
Renato Krähenbühl zum Umstand, dass es bei der Abstimmung über
das geforderte Rauchverbot in bernischen Restaurants möglicherweise
zu einem Fehler gekommen ist.
Weil die Abstimmung unter Namensaufruf stattgefunden hatte, stellte GB-Grossrätin
Franziska Widmer (Bern) bei der Kontrolle des schriftlichen Abstimmungsprotokolls
fest, dass sie als «abwesend» aufgeführt war. Und dies,
obwohl sie laut Zeugen zum Zeitpunkt der Abstimmung an ihrem Platz sass.
Zudem hatte Widmer eine Minute vor der Abstimmung über die Motion
von Ruedi Löffel bereits die Ja-Taste zur GFL-Motion «Rauchfreies
Geniessen in Berner Restaurants» gedrückt. Dieses Begehren
scheiterte dann aber mit 89 zu 79 Stimmen.
Die eine Stimme
Nicht so die Motion «Saubere Luft im Gastgewerbe» von Ruedi
Löffel. Die Abstimmung ging mit 84 zu 84 Stimmen unentschieden aus.
Grossratspräsident Thomas Koch musste den Stichentscheid geben -
und er entschied sich für ein Nein. Dies wäre nicht nötig
gewesen, wäre die Ja-Stimme von Franziska Widmer mitgezählt
worden. Warum dies nicht passiert ist, konnte sich Renato Krähenbühl
auch gestern noch nicht erklären. Wohl habe Widmer bereits vor Wochen
geklagt, ihr Abstimmungspanel funktioniere nicht richtig; dann sei dieses
aber ersetzt worden.
Zu früh oder zu spät?
Nachdem Franziska Widmer den Abstimmungsfehler festgestellt hatte, sei
das Panel von den Ratsweibeln eingehend geprüft worden, ohne dabei
einen Fehler zu finden, erklärt Krähenbühl auf Anfrage:
«Wir konnten keine Unregelmässigkeiten feststellen.»
Eine bewusste Manipulation könne wohl ausgeschlossen werden. Die
Daten im Abstimmungssystem seien in einer Datenbank gespeichert. Und diese
seien kongruent mit dem ausgedruckten Abstimmungsprotokoll. Ohne den Ergebnissen
der Nachforschungen vorgreifen zu wollen, sei es möglich, sinniert
Renato Krähenbühl, dass Franziska Widmer die Abstimmungstaste
zu früh oder zu spät gedrückt habe. Urs Egli
Bund 23.6.05 Kanton Bern
Rauch lässt Köpfe rauchen
Wie das Rauchen in öffentlich zugänglichen Räumen
verboten werden soll
In Restaurants darf geraucht werden, nicht jedoch in öffentlich zugänglichen
Innenräumen. Das hat der Grosse Rat am Dienstag entschieden. Wird
damit das Dorffest in der Mehrzweckhalle rauchfrei und der Glimmstängel
im Kino ausschliesslich auf die Leinwand verbannt?
Es sei ein interpretationsbedürftiger Auftrag, den da der Grosse
Rat der Verwaltung erteilt habe, sagt Stefan Reichen vom Berner Wirtschaftsamt
Beco. «Es wird nicht einfach sein, ihn loyal umzusetzen.»
Denn am Dienstag hatte das Kantonsparlament zwar mit Stichentscheid
des Grossratspräsidenten Rauchereinschränkungen in Restaurants
abgelehnt, aber eine zweite Motion von Ruedi Löffel (evp, Münchenbuchsee)
deutlich mit 117 Ja gegen 57 Nein gutgeheissen. «Der Regierungsrat
wird beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, damit öffentlich
zugängliche Innenräume in Schulen, Sportanlagen, Verwaltungsgebäuden,
Versammlungslokalen, Spitälern, Theatern usw. rauchfrei werden»,
heisst es in der Motion. Ausgenommen sollen nur «Fumoirs»,
also abgetrennte Räume mit eigener Lüftung, sein.
«Betroffene einbeziehen»
Werde der «öffentlich zugängliche Innenraum» wie
im Bundesgesetz über die Behinderten definiert, «dann geht
das sehr weit», sagt Reichen, da könnten selbst Treppenhäuser
in Mehrfamilienhäusern betroffen sein. Die kantonale Volkswirtschaftsdirektion
werde «sicher nicht im stillen Kämmerlein» einen Gesetzesentwurf
ausbrüten, sondern «frühzeitig alle Interessengruppen
und Betroffenen einbeziehen» und auch Experten beiziehen, sagt Stefan
Reichen. Bis spätestens in zwei Jahren sollte ein Gesetzesentwurf
in die Vernehmlassung gehen. Dass darin Dorffeste in Mehrzweckhallen,
die üblicherweise der Schule zum Turnen dienen, rauchfrei erklärt
werden, glaubt Reichen nicht. «Der Grosse Rat hat ja Rauchereinschränkungen
für Restaurants abgelehnt», sagt Reichen, und an einem Dorffest
diene eine Mehrzweckhalle als Restaurant.
Konkrete Beispiele
Für Ruedi Löffel ist klar, dass Mehrzweckhallen grundsätzlich
rauchfrei werden müssen ebenso wie Kinos und Schulanlagen. «Ich
habe mit Absicht konkrete Beispiele in meiner Motion aufgeführt,
damit man nicht nachträglich behaupten kann, sie sei nicht so gemeint.»
Löffel hofft nun auf eine zügige Umsetzung seiner
Motion. In Baselland, wo letzten Sommer wie im Kanton Bern Motionen für
ein Tabakwerbeverbot auf öffentlich einsehbarem Grund und ein Verkaufsverbot
für Tabak an Jugendliche überwiesen worden sind, seien die entsprechenden
Gesetzesänderungen bereits ausgearbeitet. «In Bern pressiert
es der Verwaltung offensichtlich nicht», sagt Löffel. Übrigens:
In sieben Berner Kinos wurde im Februar 2005 freiwillig ein Rauchverbot
eingeführt. «Das ist fortschrittlich», lobt Löffel.
Abstimmungsergebnis definitiv
Die elektronische Abstimmungsanlage im Grossen Rat hat beim Entscheid
über Rauchereinschränkungen für Restaurants einwandfrei
funktioniert. Das geht aus einer Überprüfung hervor, bei der
Computerdaten, Ausdruck und auch die Abstimmungsknöpfe am Platz von
GB-Grossrätin Franziska Widmer kontrolliert worden sind. «Am
Abstimmungsergebnis gibt es nichts zu deuteln», sagt Vizestaatsschreiber
Renato Krähenbühl.
Bei der Abstimmung vom Dienstag über die Motion Löffel hatte
bei 84 Ja- und 84 Nein-Stimmen Grossratspräsident Thomas Koch mit
Stichentscheid den Vorstoss bachab geschickt. Anschliessend reklamierte
Franziska Widmer, sie habe Ja gestimmt, werde jedoch im Protokoll als
«abwesend» aufgeführt. Gestern räumte sie ein, sie
habe weder am Tableau im Ratssaal noch beim Kontrolllämpchen am Pult
überprüft, ob ihre Stimme richtig registriert worden sei. Sie
habe offensichtlich «zu wenig gedrückt». Dass deswegen
die Motion Löffel abgelehnt wurde, «ist ärgerlich und
fuxt mich», meinte sie zu ihrem «Freud’schen Verdrücker»
– Widmer ist Raucherin. (Lb)
Grosser Rat, wir loben dich!
FIN DE SESSION
Der vormalige Grossratspräsident Heinz Dätwyler (evp)
hat es an der Grossratspräsidentenfeier für seinen Nachfolger,
den jetzigen Ratspräsidenten Thomas Koch (sp), deutlich gesagt: Es
wird viel zu viel kritisiert im Kanton Bern. Die Arbeit der politischen
Würdenträger werde gering geschätzt, diese würden
persönlich angegriffen, demontiert und verunglimpft. Diese «negative
Kritikkultur», so forderte Dätwyler, sei durch eine «Kultur
des Dankes und der Anerkennung» zu ersetzen. Hauptschuldige am Überhandnehmen
der krankmachenden negativen Kritikkultur, auch das hat Herr Dätwyler
herausgefunden, sind –Überraschung! – die Medien. Doch
wir beweisen nun hier: Wir können auch anders. In dieser
Ausgabe der Nörglerkolumne «Fin de session» gibts nur
Lob, Dankbarkeit und Anerkennung.
Wir loben Heinz Dätwyler
Ganz grosses Lob geht zuallererst gleich an den alt Grossratspräsidenten
Heinz Dätwyler selber, der immer nur dankt und anerkennt und nie
negativ herumkritisiert. Wenn er am ersten Sessionstag der FDP unterstellte,
ihr Antrag gegen die Lohnerhöhung für Grossratsmitglieder sei
«populistisch», dann war dies ganz gewiss als Lob gemeint.
Wir danken Thomas Koch
Ein riesengrosser Dank geht an den neuen Grossratspräsidenten Thomas
Koch. Nur weil er am Anfang der Session am Rednerpult den Kochlöffel
so energisch schwang, arbeitete der Grosse Rat dann dermassen schnell
und effizient, dass er laufend Sitzungstage streichen und damit Sitzungsgelder
sparen konnte.
Wir preisen Franziska Widmer
Wir lobpreisen aber auch GB-Grossrätin Franziska Widmer, die in der
Abstimmung über Rauchverbote in Restaurants vermutlich den Knopf
nicht richtig drückte, was prompt zu einem Unentschieden führte
und so dem neuen Ratspräsidenten Thomas Koch – vom «Bund»
früher einmal, als wir noch an allem und jedem herummäkelten,
als «blass» tituliert – eine perfekte Möglichkeit
zur Profilierung gab.
Wir huldigen Ruedi Löffel
Zum Schluss verbeugen wir uns tief vor Ruedi Löffel (evp), der zwar
nicht den Kochlöffel schwang, sich aber anlässlich der Rauchdebatte
eine derart hässliche Nichtraucherkrawatte um den Hals schlang, dass
neben ihm alle anderen Grossräte für einmal richtig gut gekleidet
aussahen. (sw/sur)
Berner Rundschau + Grenchner Tagblatt 22.06.2005 Front + Kanton Bern
Rauchen in der Beiz bleibt erlaubt
Kanton Bürgerliche und Ratspräsident Koch stoppen Verbot
Zum Abschluss der Juni-Session rauchten gestern im Grossen Rat die Köpfe:
Johanna Wälti-Schlegel (GFL/Burgdorf) und Rudolf Löffel (EVP/Münchenbuchsee)
brachten ihre individuellen Motionen zum Rauchen in Restaurants nicht
durch. Wälti, die rauchfreie Zonen wollte, scheiterte recht deutlich,
Löffel erst durch Stichentscheid von Ratspräsident Thomas Koch
(SP/Laupen). Der Entscheid ist noch umstritten, eine befürwortende
Grossrätin, die sich bei der Abstimmung unter Namensruf im Ratssaal
befand, wurde als «abwesend» registriert. Klar überwies
der Rat die zweite Motion von Löffel, die ein Rauchverbot in öffentlich
zugänglichen Räumen verlangt. (uz) Seite 14
Ein bürgerliches Rauchzeichen
Rauchverbot in Restaurants
Stichentscheid des Ratspräsidenten stoppt Wälti und Löffel
Rauchen in Restaurants wird im Kanton Bern nicht behördlich
verboten: Nach engagierter Debatte hat der Grosse Rat gestern zwei entsprechende
Vorstösse abgelehnt. Die bürgerlichen Gegner siegten dank Hilfe
von Ratspräsident Thomas Koch (SP).
Bei der Motion von Johanna Wälti-Schlegel (GFL/Burgdorf) fiel das
Nein mit 89 zu 79 Stimmen noch einigermassen deutlich aus. Bei
der Motion von Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) für «Saubere
Luft im Gastgewerbe» resultierte aber ein Patt von 84 zu 84 Stimmen.
Ratspräsident Koch gab den Stichentscheid gegen Rauchverbote, der
Vorstoss gehe ihm zu weit. Ein relativ deutliches Ja gab es dagegen für
ein Verbot des Rauchens in öffentlich zugänglichen Innenräumen
wie Schulen, Sportanlagen, Verwaltungsgebäuden und Spitälern.
Sondierungen Die Motionäre Johanna Wälti-Schlegel
(GFL/Burgdorf) und Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) besprechen
ihr Anliegen mit SVP-Grossrat und Mediziner Daniel Pauli (Schliern).
Bild: Langenthaler Tagblatt (Bruno Utz)
Kehrtwende bei Tabakbekämpfung
Der Grosse Rat hatte bisher verschiedene Zeichen gegen das Rauchen gesetzt.
Im April 2003 und im Februar 2005 befürwortete er Vorstösse
- sie waren ebenfalls von Löffel und Wälti eingereicht worden
- für ein Verbot der Alkohol- und Tabakwerbung und des Tabakverkaufs
an Jugendliche. Jetzt befand er mehrheitlich, ein rauchfreier Betrieb
im Gastgewerbe gehe zu weit. Gemäss den Vorstössen wäre
das Rauchen in Gastgewerbebetrieben künftig nur noch in abgetrennten
«Fumoirs» erlaubt gewesen (wir berichteten).
«Erdrückende Fakten»
Motionärin Wälti argumentierte, es sei störend, «dass
sich auf den Tischen Aschenbecher befinden, die niemand bestellt hat».
Die 75 Prozent Nichtraucher dürften nicht länger diskriminiert
werden. Die Ausscheidung von Raucherzonen bedeute nur eine Umkehr der
heutigen Regelung. Es gelte rasch zu handeln, sonst werde die Schweiz
in Europa zur Raucherinsel. Die Fakten für Rauchverbote seien
«erdrückend», sagte Löffel. Die Umsetzung könne
sogar ohne neues Gesetz erreicht werden. Er sei nicht gegen die Raucher
und das Rauchen, sondern nur für Rücksichtnahme auf Nichtraucher.
Tabakrauch sei die gefährlichste Ursache von belasteter Luft in Innenräumen.
Täglich sterbe in der Schweiz mehr als ein Mensch wegen
des Passivrauchens. Drei Viertel der Angestellten im Gastgewerbe wollten
rauchfreie Restaurants. Alle Studien kämen zum Schluss, dass das
Gastgewerbe dadurch keine Umsatzeinbussen befürchten müsste.
Bürgerliche dagegen
Gegen Verbote argumentierte Christian Stauffer (Brügg) namens der
FDP. Das heutige Gesetz sehe bereits die Rücksichtnahme auf die Nichtraucher
vor. Das reiche aus. (...) Die Befürworter argumentierten mit durch
Passivrauchen verursachten Gesundheitsschäden, die mit einer kleinen
Gesetzesänderung einzudämmen seien.
Ja zum Verbot in Innenräumen
Mit 117 zu 57 Stimmen unterstützte der Rat dagegen den zweiten
Vorstoss Löffels: Die Regierung muss damit eine Gesetzesgrundlage
erarbeiten, die das Rauchen in öffentlichen Innenräumen wie
Schulen, Sportanlagen oder Verwaltungsgebäuden verbietet. Nur
noch in «Fumoirs» soll dort das Rauchen künftig gestattet
sein. Die Regierung hatte sowohl für das Rauchverbot im Gastgewerbe
wie in öffentlichen Räumen für ein Ja plädiert. Sie
sah darin einen «gesundheitspolitisch wichtigen Schritt».
Zum Durchbruch verhelfen wollte sie zudem den Ansprüchen des Personals
zum Schutz vor dem Passivrauchen. Der Rat folgte ihr nur zum Teil. (sda,
uz)
20 Minuten Bern 22.06.2005
Rauchverbot: Abstimmungspanne
BERN – «Diese Panne ist grotesk», staunt der
Berner EVP-Grossrat Ruedi Löffel.
Die Grüne Franziska Widmer und ihre Sitznachbarn im Parlament beteuern,
sie habe für ein Rauchverbot in Beizen gestimmt. Doch im Protokoll
wird Widmer als abwesend geführt. Nur deshalb kam der SP-Ratspräsident
bei einem Unentschieden von 84 zu 84 Stimmen zum Stichentscheid und lehnte
das Rauchverbot ab.
«Wir haben die Abstimmungs-Tastatur von Frau Widmer ausführlich
getestet und schliessen einen Defekt aus», erklärt Vizestaatsschreiber
Renato Krähenbühl. Deshalb ist das Resultat vorerst gültig.
Den definitiven Entscheid muss aber das Ratsbüro fällen. Weil
die Session gestern zu Ende ging, kommt es allerdings kaum vor September
dazu. Tabakgegner Löffel bleibt ein saures Schmunzeln: «Hoffentlich
wird aus meinem Vorstoss nicht Juristenfutter.»
Kämpft an allen Fronten gegen das Rauchen: EVP-Grossrat
Ruedi Löffel. (Bild: mar)
Öffentliche Räume werden rauchfrei
Während die Abstimmung über das Rauchverbot in Beizen für
Aufregung sorgte, entschied der Bernische Grosse Rat beim zweiten Vorstoss
deutlich.
In öffentlichen Räumen wie Schulen, Sportanlagen und Spitälern
darf künftig nicht mehr geraucht werden. «Das ist die
Kehrtwende: Nichtrauchen wird endlich zur Normalität», freut
sich Ruedi Löffel (EVP). Im Kanton seien die politischen
Ziele zur Tabakprävention nun erreicht.
BZ + Bieler Tagblatt 22.6.05 Front + Kanton Bern
Freie Rauch-Wirtschaft
In den Restaurants im Kanton Bern sagen die Wirte, ob geraucht
werden darf. Die bürgerliche Mehrheit im Grossen Rat verhinderte
ein Verbot knapp. Allerdings: Bei der Abstimmung könnte ein Fehler
passiert sein.
Per Stichentscheid von Grossratspräsident Thomas Koch (SP) sagte
der bernische Grosse Rat gestern Nein zur gesetzlichen Verankerung eines
Rauchverbots in Gaststätten. Ob dieser Entscheid für die freie
Marktwirtschaft Bestand hat, muss sich aber erst noch zeigen. Die Nachrichtenagentur
SDA meldete gestern Abend, bei der Abstimmung sei es möglicherweise
zu einer Panne gekommen. Eine Grossrätin habe die Ja-Taste gedrückt,
trotzdem sei sie im Abstimmungsprotokoll mit «abwesend» aufgeführt.
In jedem Fall steht aber fest, dass öffentlich zugängliche
Innenräume in Schulen, Sportanlagen, Ver-waltungsgebäuden, Versammlungslokalen,
Kinos, Spitälern und Theatern rauchfrei werden. Diese Forderung von
Ruedi Löffel (EVP) wurde vom Grossen Rat mit 117 zu 57 Stimmen gutgeheissen.
Der bernische Grosse Rat hatte bisher zwei klare Zeichen gegen das Rauchen
gesetzt. Im April 2003 und im Februar 2005 befürwortete er Vorstösse
für ein Verbot der Alkohol- und Tabakwerbung und des Tabakverkaufs
an Jugendliche. Wie Bern haben auch die Kantone St. Gallen und Basel-land
Massnahmen gegen das Rauchen im öffentlichen Raum beschlossen. ue
In Berner Beizen darf weiter munter geraucht werden
Auch künftig darf in bernischen Gaststätten ohne Einschränkung
geraucht werden. Die bürgerliche Ratsmehrheit wehrte sich gestern
gegen ein Rauchverbot. Definitiv vom Tisch scheint dieses Verbot aber
nicht zu sein.
«Wir sollten im Gastgewerbegesetz eine Regelung verankern, die kontrollierbar
ist, dem gesunden Menschenverstand Rechnung trägt und das Gastgewerbe
nicht übermässig einschränkt», sagte Regierungsrätin
Elisabeth Zölch (SVP) gestern im Grossen Rat zum Thema Rauchverbot
in Gaststätten. Doch davon wollte die Ratsmehrheit nichts wissen.
Mit 89 zu 79 Stimmen wurde eine GFL-Motion bachab geschickt, die ein «rauchfreies
Geniessen in Berner Restaurants» zum Ziel hatte.
Beinahe geglückt wäre Ruedi Löffels Versuch, saubere
Luft im Gastgewerbe per Motion durchzusetzen. Zumal die ebenfalls unter
Namensaufruf durchgeführte Abstimmung mit 84 zu 84 Stimmen endete.
Doch die Hoffnung, Grossratspräsident Thomas Koch (SP, Laupen) werde
sich mit seinem Stichentscheid für die saubere Luft entscheiden,
erfüllte sich nicht. Die Forderung des EVP-Grossrats sei ihm «zu
extrem». Damit müssen öffentlich zugängliche
Innenräume von Gastgewerbebetrieben nicht per Gesetz rauchfrei werden.
(...)
Ruedi Löffel erinnerte den Rat daran, dass in der Schweiz
täglich ein Mensch an den Folgen des Passivrauchens sterbe. Komme
dazu, dass die Mehrheit der im Gastgewerbe Angestellten «sich rauchfreie
Beizen wünsche». Und Arzt Thomas Heuberger (GFL, Oberhofen)
weiss aus der Praxis, «dass sogar rauchende Ärzte sich für
Präventivmassnahmen einsetzen». Ermahnungen, die bei der Ratsmehrheit
ungehört blieben. «Das Rauchverbot geht uns definitiv zu weit»,
erklärte FDP-Sprecher Christian Stauffer (Brügg). Als unnötig
taxierte SVP-Sprecher Franz Haldimann (Burgdorf) die beiden Motionen.
Hingegen sagte der Rat mit 117 zu 57 Stimmen Ja zu rauchfreien
Räumen, die öffentlich zugänglich sind; namentlich Schulen,
Verwaltungsgebäude, Spitäler, Kinos und Theater. Trotz des Neins
zu seiner Motion kann sich Ruedi Löffel aber noch Hoffnungen machen:
Die Nachrichtenagentur SDA meldete gestern Abend, bei der Abstimmung könnte
es zu einem Fehler gekommen sein. Franziska Widmer (GB, Bern)
habe nämlich Ja gestimmt, doch sei sie im Protokoll als «abwesend»
aufgeführt worden. Ob die Abstimmung gültig bleibt, wird gemäss
Auskunft von Thomas Koch am 1. Juli entschieden. Urs Egli

Auch Ruedi Löffels Nichtraucherkravatte konnte
die Ratsmehrheit nicht
dazu bewegen, das Rauchen in Restaurants per Gesetz einzuschränken.
O-Ton
"In Italien hat man längst gehandelt - und wisst ihr, was
das Verrückte ist: Es funktioniert."
Ruedi Löffel, EVP Münchenbuchsee
"Der Kanton Bern kann sich gesundheitspolitisch progressiv zeigen."
Wilfried Gasser, EVP Bern
"Urs Zumbrunn, Gastwirt auf dem Jungfraujoch, sagte mir: "Schade,
habe ich nicht schon früher auf Nichtrauchen umgestellt.""
Ruedi Löffel, EVP Münchenbuchsee
Online-Umfrage auf espace.ch:
Der Grosse Rat des Kantons Bern hat in seiner Debatte ein Rauchverbot
in Restaurants knapp abgelehnt. Was halten Sie von diesem Entscheid?
Resultat bei über 300 Stimmenden am 22.6.05 mittags:
Dies finde ich in Ordnung 39%
Das ist schade - wieder eine Chance für
die Gesundheit vertan 58%
Das ist mir egal 3%.
Bund 22.6.05 Front + Kanton Bern
Gaststätten nicht rauchfrei
Der Grosse Rat lehnt zwei Motionen ab, die Rauchen nur noch
in „Fumoirs“ erlauben wollten
Rauchen in Restaurants wird im Kanton Bern behördlich nicht eingeschränkt
und nicht in «Fumoirs» zurückgedrängt. Das hat der
Grosse Rat gestern mit Stichentscheid des Präsidenten entschieden.
Die Berner Regierung muss keine Einschränkungen fürs Rauchen
in Gastwirtschaftsbetrieben erlassen. Eine Motion, die Restaurants grundsätzlich
rauchfrei erklären und Rauchen nur noch in separaten Räumen
zulassen wollte, vereinigte je 84 Ja- und Neinstimmen auf sich, so das
Grossratspräsident Thomas Koch (sp) den Stichentscheid geben musste.
Der Nichtraucher Koch gab den Ausschlag zugunsten des freien Rauchens
in den Restaurants. (...) (Lb) Seite 21
Kommentar von Fritz Lauber: Wolkige Rauchzeichen
Der Kanton Bern leistet keine Schrittmacherdienste für rauchfreie
Restaurants in der Schweiz. Mit dem knappsten aller Resultate hat der
Grosse Rat gestern Nein gesagt zum staatlich verordneten Nichtraucher-
und Arbeitnehmerschutz in Gaststätten. Der Staat solle nicht regeln,
was der Markt ohnehin richte und der Kunde immer stärker verlange.
So wurde argumentiert im Grossen Rat und Anstand, Rücksicht und Toleranz
gegenüber und von den Rauchern gefordert.
Nun, wenn Anstand und Rücksicht jenen Stellenwert hätten,
der im Grossen Rat gestern beschworen worden ist, wäre Nichtraucherschutz
vielleicht gar kein grosses Thema. Tatsache aber ist, dass schadstoffgeschwängerte
Rauchschwaden von benachbarten Tischen zu oft Nichtrauchern in die Nase
stechen. In jüngster Zeit versuchen zwar Wirte, diese Belästigung
in Grenzen zu halten, indem sie vermehrt Nichtraucherzonen oder Nichtraucherräume
bezeichnen. Es gibt einzelne Häuser, die sich sogar als rauchfrei
deklarieren und damit wirtschaftlich gut fahren. Von selbst geht aber
wenig. Es braucht den Druck der Kunden und auch die politische
Raucherdebatte, damit sich etwas bewegt zugunsten des Schutzes vor unfreiwilligem
Mitrauchen.
Das gestrige knappe Nein des Grossen Rats zu Rauchereinschränkungen
in Restaurants ist kein Signal gegen den Nichtraucherschutz. Es bremst
die in Gang gekommene Entwicklung nicht – zu knapp ist der Entscheid
ausgefallen. Kommt dazu, dass das Parlament unlogisch und widersprüchlich
einen zweiten Vorstoss gutgeheissen hat: eine Motion, die in «öffentlich
zugänglichen Innenräumen» Rauchfreiheit verlangt. Rauchfreiheit
also in Spitälern, Versammlungslokalen, Kinos – nicht jedoch
in Restaurants, obschon diese auch «öffentlich zugängliche
Innenräume» sind?
Wolkig sind also die Rauchzeichen, die die Berner Politikerinnen und Politiker
aussenden. Das müssen Nichtraucher und Raucher zur Kenntnis nehmen.
Anspruch auf mehr Klarheit hätten vor allem jene, die täglich
in verrauchten Räumen arbeiten und sich unfreiwillig schadstoffbeladenen
Rauchwolken aussetzen müssen.
Stichentscheid fürs freie Rauchen
Grossratspräsident Thomas Koch (sp) gab den Ausschlag,
dass das Rauchen in Restaurants nicht eingeschränkt wird
Bern macht nur einen halben Schritt zum Schutz der Nichtraucher. Der
Grosse Rat hat gestern bei 84:84 Stimmen mit Stichentscheid des Präsidenten
Rauchereinschränkungen im Gastgewerbe abgelehnt. Hingegen sollen
«öffentlich zugängliche Innenräume» wie Schulen
und Spitäler rauchfrei werden. Fritz Lauber
Ruedi Löffel, der seit Wochen darum kämpft, dass Gastwirtschaftsbetriebe
rauchfrei werden und Rauchen nur in abgetrennten Räumen möglich
sein soll, war nach dem Entscheid bleich vor Ärger. «Es ist
unglaublich, dass ein SP-Mann einen solchen Stichentscheid gibt»,
sagte er zum «Bund». «Haarsträubend» sei
Thomas Kochs Begründung gewesen, er hätte der praktisch gleichlautenden
Motion von Johanna Wälti zugestimmt, nicht jedoch seiner Motion.
«Es ist einfach absurd, dass ein SP-ler dem Schutz der Mitarbeiter
nicht mehr Gewicht beimisst.» So nervte sich EVP-Grossrat Ruedi
Löffel über die knappe Niederlage.
In einer mehr als zweistündigen Debatte hatte das Kantonsparlament
Motionen von Johanna Wälti (gfl, Burgdorf) und Ruedi Löffel
(evp, Münchenbuchsee) beraten, die inhaltlich das Gleiche anstrebten:
Schutz der Nichtraucher in Restaurants. Das heutige Gastwirtschaftsgesetz
schreibt vor, dass Wirte «auf die Anliegen der Nichtraucherinnen
und Nichtraucher Rücksicht» zu nehmen haben, beispielsweise
durch Ausscheiden von Nichtraucherzonen. Diese Regelung wollten Wälti
und Löffel umkehren und die Restaurants – mit Ausnahme von
abgetrennten Raucherräumen – grundsätzlich rauchfrei machen.
Unfreiwilliges Passivrauchen ärgere Gäste und sei vor allem
fürs Personal gesundheitsschädigend, denn im Tabakrauch gebe
es 40 krebserregende Stoffe. Wer stundenlang in verrauchten Lokalen dem
Passivrauchen ausgesetzt sei, trage ein erhöhtes Risiko für
Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen. Es sei eine «Anpassung an
die Vernunft», die vorgeschlagen werde, sagte Wälti. Es gebe
keinen wirtschaftlichen Grund, Raucher zu privilegieren. «Nichtraucher
müssen das Recht haben, nicht mitrauchen zu müssen», meinte
Löffel.
Nein von SVP und FDP
Die anvisierten Rauchereinschränkungen stiessen bei SVP und FDP nicht
auf Gegenliebe. (...)
Volkswirtschaftsdirektorin Elisabeth Zölch stellte in Aussicht, dass
die Umsetzung von Rauchereinschränkungen praxisnah und mit ausreichenden
Übergangsfristen stattfinden solle. Doch dazu kommt es nicht: Der
Grosse Rat lehnte die Motion Johanna Wältis mit 89 gegen 79 Stimmen
ab. Die nur wenig anders formulierte Motion von Ruedi Löffel erzielte
84 Ja und 84 Nein, worauf Grossratspräsident Thomas Koch den ablehnenden
Stichentscheid gab.
Ohne Diskussion wurde darauf mit 117:57 Stimmen eine zweite Motion
von Ruedi Löffel überwiesen, die Rechtsgrundlagen verlangt,
damit «öffentlich zugängliche Innenräume» wie
Schulen, Spitäler, Kinos rauchfrei werden.
DRS Regionaljournal BE FR VS 22.6.2005, 06.30, 07.30 und 08.00 Uhr
Kein generelles Rauchverbot in bernischen Restaurants
(2:20)
Grossrat Ruedi Löffel ärgert sich über den Stichentscheid
des SP Rats-Präsidenten Thomas Koch. Die Presse ist in der Meinung
geteilt (Link
2:20).
Journal du Jura 22. Juni 2005 Front + Grand Conseil
GRAND CONSEIL | Pas question d'interdire les volutes dans les
restaurants
Bol d'air pour les fumeurs
Le Grand Conseil n'a pas voulu d'une interdiction de fumer dans
les restaurants. Après des débats très nourris, les
opposants à une prohibition de la cigarette ne l'ont finalement
emporté que grâce à la voix du président du
parlement. Lors du vote, la motion du député du Parti évangélique
populaire Ruedi Löffel a débouché sur une égalité
parfaite 84 voix pour et 84 contre. C'est le président du Grand
Conseil, le socialiste Thomas Koch, qui aura fait pencher la balance en
faveur de la droite.
«Avec cette logique, on interdirait les voitures dans dix ans,
car elles tuent aussi !»
Il s'en est fallu d'une voix déterminante - celle du
président du Grand Conseil Thomas Koch - pour que les adversaires
de la fumée dans les restaurants mordent la poussière. Les
intoxiqués respirent, les puritains suffoquent...
Le canton de Berne n'introduira pas l'interdiction de fumer dans les restaurants.
Mais les accros et leurs amis ont eu chaud. Ce n'est que grâce à
la voix déterminante du président socialiste du Grand Conseil
que la motion du député évangélique Ruedi
Löffel a finalement été repoussée. Le vote avait
en effet débouché sur une égalité de 84 voix
pour et contre. L'homme demandait au gouvernement d'interdire de fumer
dans les établissements de l'hôtellerie et de la restauration.
Bon prince, il prévoyait cependant l'aménagement d'espaces
fumeurs séparés et pourvus d'une ventilation. Curieusement,
une autre motion de la Liste libre a été rejetée
par 89 voix contre 79. Elle était pourtant moins restrictive en
demandant de tenir compte des intérêts des... fumeurs par
une zone réservée. (...)
L'autre motionnaire, Ruedi Löffel (Parti évangélique,
Münchenbuchsee), s'est voulu rassurant: «Nous ne proposons
pas de nouvelle loi, nous souhaitons simplement tenir compte des desiderata
des non-fumeurs.» Là dessus, l'homme a évoqué
les 40 substances cancérigènes contenues dans la cigarette
et estimé que la Suisse avait bien du retard par rapport aux autres
pays en matière de prévention. Ruedi Löffel, enfin,
a vigoureusement dénoncé les mille et uns complots du lobby
du tabac. (...)
Bref, l'UDC a plaidé en faveur de la responsabilité des
citoyens et de la liberté du commerce: «Il faut raison garder!»
A titre individuel, un député a rappelé qu'il y avait
deux millions de fumeurs en Suisse: (...) «Bientôt, on va
nous interdire de chanter, de danser et de boire un verre de rouge»,
a prédit cet adversaire résolu du puritanisme ambiant.
«N'oubliez pas qu'il n'existe pas de société sans
plaisir et sans ce qui fait plaisir, a renchéri la socialiste biennoise
Monika Barth entre deux accès de toux. Gare à la prohibition!
Et de toute façon, sans fumée, on sentirait l'odeur de l'huile
des frites», a-t-elle glissé. Elisabeth Zölch, enfin,
a défendu en vain la position du gouvernement, favorable aux motions.
Elle a toutefois estimé qu'il faudrait du temps pour arriver au
but visé. D'où la nécessité, aussi, de prendre
langue avec les professionnels de la branche.
Sujet de consolation
Sujet de consolation pour les amateurs d'air pur, une autre motion a été
acceptée, qui prévoit l'interdiction de fumer dans les espaces
intérieurs accessibles au public comme les cinémas, écoles,
installations sportives, hôpitaux et autres bâtiments administratifs.
Mais le gouvernement l'a dit hier: l'application de ce texte ne se fera
pas en deux jours et demi. Bon, c'est le moment de la pause cigarette!
P.-A. Br.
FUMÉE
Vote modifié ?
Une députée de l'Alliance verte aurait été
signalée à tort comme étant absente lors du vote
électronique, alors qu'elle prétend avoir voté oui
à la motion Löffel. Le cas sera examiné par le Bureau
le 1er juillet. Affaire à suivre, donc... (pabr)
DRS Regionaljournal BE FR VS 21.6.2005, 17.30 Uhr
Viel Rauch im Grossrat um Rauch in den Berner Gaststuben
Mit einem Stichentscheid wird das Rauchen in Restaurants nicht verboten.
Ob die Abstimmung aber gültig ist, ist unklar.
fe (Link
4:06).
sda 21.6.05 Bern
Rauchverbot in Restaurants knapp gebodigt
Rauchen in Restaurants wird im Kanton Bern nicht behördlich
verboten: Nach engagierter Debatte hat der Grosse Rat am Dienstag zwei
entsprechende Vorstösse abgelehnt. Die bürgerlichen Gegner siegten
nur dank Hilfe von Ratspräsident Thomas Koch (SP).
Bei der Motion von Johanna Wälti-Schlegel (GFL/Burgdorf) fiel das
Nein mit 89:79 Stimmen noch einigermassen deutlich aus. Bei der
Motion von Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) für «Saubere
Luft im Gastgewerbe» resultierte aber ein Patt von 84:84. Ratspräsident
Koch gab den Stichentscheid gegen Rauchverbote, weil ihm der Vorstoss
zu weit gehe.
Ein relativ deutliches Ja gab es dagegen für ein Verbot des Rauchens
in öffentlich zugänglichen Innenräumen wie Schulen, Sportanlagen,
Verwaltungsgebäuden und Spitälern. (...).
«Erdrückende Fakten»
Die Fakten für Rauchverbote seien «erdrückend»,
sagte Löffel. Die Umsetzung könne sogar ohne neues Gesetz erreicht
werden. Er sei nicht gegen die Raucher und das Rauchen, sondern nur für
Rücksichtnahme auf Nichtraucher. Tabakrauch sei die gefährlichste
Ursache von belasteter Luft in Innenräumen. Täglich sterbe in
der Schweiz mehr als ein Mensch wegen des Passivrauchens. Drei Viertel
der Angestellten im Gastgewerbe wollten rauchfreie Restaurants. Alle Studien
kämen zum Schluss, dass das Gastgewerbe dadurch keine Umsatzeinbussen
befürchten müssten.
Bürgerliche dagegen
Gegen Verbote argumentierte Christian Stauffer (Brügg) namens der
FDP. Das heutige Gesetz sehe bereits die Rücksichtnahme auf die Nichtraucher
vor. Das reiche aus. Man dürfe nicht so weit gehen, den «Anstand»
regeln zu wollen. Zudem sei es wenig sinnvoll, wenn nur ein Kanton ein
solches Verbot erlasse.
Ähnlich argumentierte für die grosse Mehrheit der SVP der Burgdorfer
Stadtpräsident und Arzt Franz Haldimann. Man dürfe die Wirte
nicht bevormunden. Gastrosuisse-Präsident Klaus Künzli (FDP/Ittigen)
wollte von einem Verbot nichts wissen. Es sei richtig, den Wettbewerb
und die Eigenverantwortung spielen zu lassen. Im Rat wogte die Debatte
hin und her. Die fast ausnahmslos bürgerlichen Verbotsgegener befanden,
der Eingriff in die Gewerbefreiheit sei zu gross. Die Befürworter
argumentierten mit durch Passivrauchen verursachten Gesundheitsschäden,
die mit einer kleinen Gesetzesänderung eingedämmt werden könnten.
Ja zum Verbot in Innenräumen
Mit 117 zu 57 Stimmen unterstützte der Rat dagegen den zweiten Vorstoss
Löffels: Die Regierung muss damit eine Gesetzesgrundlage erarbeiten,
die das Rauchen in öffentlichen Innenräumen wie Schulen, Sportanlagen
oder Verwaltungsgebäuden verbietet. Nur noch in Fumoirs soll das
Rauchen künftig gestattet sein. Die Regierung hatte sowohl für
das Rauchverbot im Gastgewerbe wie in öffentlichen Räumen für
ein Ja plädiert. Sie sah darin einen «gesundheitspolitisch
wichtigen Schritt». Zum Durchbruch verhelfen wollte sie zudem den
Ansprüchen des Personals zum Schutz vor dem Passivrauchen. Der Rat
folgte ihr nur zum Teil.
Bund 13.6.05 Front + Kanton Bern
Raucher in der Minderheit
GROSSER RAT Diese Woche entscheidet das bernische Kantonsparlament,
ob der Nichtraucherschutz in Restaurants und öffentlichen Gebäuden
verschärft werden soll. Zur Debatte steht eine Motion von EVP-Grossrat
Rudolf Löffel. Im Grossen Rat selber sind die Raucherinnen und Raucher
eine krasse Minderheit. SVP-Grossrat und Pfeifenraucher Dieter Widmer
etwa lehnt die Motion Löffel ab, obwohl sie ihn selber kaum treffen
würde, weil er in Restaurants «eher selten» rauche. Doch
auch FDP-Grossrat Christoph Stalder, ein «begeisterter Nichtraucher»,
ist gegen zusätzliche staatliche Vorschriften. (bkt) Seite 23»
Raucher in Bedrängnis
Der Grosse Rat entscheidet diese Woche, ob er die Vorschriften
zum Schutz der Nichtraucher verschärfen soll
Sie sind krass in der Minderheit, und zwar in allen Parteien: die
Raucherinnen und Raucher im Grossen Rat. Was bewegt sie, wenn sie diese
Woche über die Verschärfung des Nichtraucherschutzes mitentscheiden?
Fritz Lauber
Wenns gemütlich wird, greift SVP-Grossrat Dieter Widmer zum Rauchzeug,
klaubt in fast feierlichem Ritual Tabak aus dem Etui und stopft sich die
Pfeife. Blaue Wölkchen und intensiver Rauchgeschmack machen sich
breit und steigen auch jenen in die Nase, die eine andere Art von Gemütlichkeit
pflegen. «Ich bin Genussraucher», sagt Widmer, ehemaliger
Fraktions- und Grossratspräsident. Während der Arbeit rauche
er nicht. Wenn das Kantonsparlament tagt und im Saal des Rathauses die
Köpfe nicht rauchen, sondern der Redestrom dahinplätschert,
kann es vorkommen, dass Widmer sich in der Wandelhalle eine Pfeife anzündet.
Eine Verschärfung des Nichtraucherschutzes würde ihn kaum treffen,
sagt er, denn «in Restaurants rauche ich eher selten». Dennoch
hält Widmer nichts davon, dass Rauchen in Restaurants nur noch in
separaten Räumen erlaubt sein soll, wie das eine Motion von Rudolf
Löffel (evp, Münchenbuchsee) verlangt. Unnötige
neue Vorschriften seien das, findet er. Jeder Wirt solle doch
selber entscheiden, ob er Raucherzonen ausscheiden oder beispielsweise
seine Gäste auffordern wolle, das Rauchen während der Hauptessenszeiten
zu unterlassen. Ähnlich argumentiert seine Parteikollegin Erika Siegenthaler.
«Mich persönlich stört es weit mehr, wenn die Luft von
Pommes-frites-Geschmack geschwängert ist», sagt sie, die täglich
rund zehn Zigaretten raucht. Für Unternehmerin Siegenthaler
ist sonnenklar: «Diese Motion muss vom Tisch, sie schränkt
die Gewerbefreiheit ein.» Es solle jeder Wirt selber entscheiden,
wie er sein Restaurant führe, so wie auch jeder Gast selber entscheide,
welches Restaurant er besuche. «Ein Restaurant, das Rauchen nicht
gestattet, würde ich meiden», sagt unmissverständlich
Garagier Jürg Michel (fdp, Lyss), der täglich 15 bis
20 Zigarillos raucht. Er habe nichts gegen Nichtraucherabteile in Restaurants,
dafür umso mehr gegen neue Vorschriften. (...).
Verwässerung mit Kompromiss?
Ob der Grosse Rat tatsächlich den Nichtraucherschutz in Restaurants
und öffentlich zugänglichen Gebäuden verschärfen wird,
ist ungewiss, obschon die überwältigende Mehrheit der 200 Grossratsmitglieder
Nichtraucher sind. «Ich bin begeisterter Nichtraucher», sagt
beispielsweise der freisinnige Christoph Stalder, «aber solche Einschränkungen
darf der Staat nicht erlassen, das ist meine liberale Überzeugung.»
(...) Ex-SVP-Fraktionschef Dieter Widmer sucht nach einer «vernünftigen
Lösung»: Die Überweisung des Nichtraucher-Anliegens als
unverbindliches Postulat statt als bindende Motion schwebt ihm vor, dann
könne Bern die «Schaffhauser Lösung» nachahmen.
Am 6. Juni haben dort nämlich die Stimmberechtigten die Ausscheidung
von Nichtraucherzonen in Restaurants verlangt, «soweit die Betriebsverhältnisse
es zulassen». Von solcher Gummi-Formulierung hält allerdings
Motionär Rudolf Löffel nichts: «Das bringt gegenüber
heute keine Verbesserung.»
Journal du Jura 2. Juni 2005
CANTON DE BERNE | Restaurants et hôtels désormais
visés
La ghettoïsation des fumeurs est en marche
Après les buveurs, les clopeurs! Sommé de modifier
la loi sur l'hôtellerie, le Conseil exécutif se déclare
prêt à passer à l'acte. Si le parlement suit, les
restaurants devront aménager des espaces fumeurs à part.
La requête émane des Verts et des Evangéliques. Johanna
Wälti Schlegel (Liste libre) et Ruedi Löffel (Parti évangélique),
le nouvel ami de Patrick Gsteiger, exigent par voie de motion que des
espaces fumeurs soient aménagés dans les restaurants de
ce canton, «séparés des autres locaux et pourvus d'une
ventilation». Magnanimes, ils veulent bien admettre que des dérogations
supplémentaires soient prévues pour les établissements
de «très petite taille». Leurs arguments? Massue, forcément!
Style l'atmosphère enfumée des restaurants décourage
la clientèle, il faut désormais songer à la santé
du personnel, les mentalités changent même en Europe - qui
n'est pas en Suisse -, etc. Sans compter que dans plusieurs pays, l'interdiction
de fumer est totale au sein des établissements publics. On vous
fait forcément grâce des risques élevés de
maladies cardio-vasculaires et de la perversion rampante de la tabagie
passive.
«La science a évolué»
Dans la réponse écrite qu'il vient de publier, le Conseil
exécutif propose au Grand Conseil d'accepter les deux motions avec
enthousiasme. (...)
Mais visiblement surpris d'avoir fait preuve de mansuétude, le
gouvernement ajoute bien vite que depuis l'édiction de ces dispositions,
il y a plus de dix ans, les scientifiques ont fait de nombreuses découvertes
sur les dangers du tabagisme passif: «Et l'attitude de la population
a évolué, martèle-t-il. Tant la clientèle
que le personnel souhaitent une meilleure protection contre la fumée.»
L'association Hotel & Gastro Union a même fait part au Conseil
exécutif d'une enquête réalisée auprès
de ses membres. Plus de 78% des personnes interrogées soutiendraient
ainsi une interdiction de fumer. (...)
Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 31.5.05
RAUCHFREIE BEIZEN
Für Raucher wird die Luft immer dünner
«Rauchfreies Geniessen» und «Saubere Luft
im Gastgewerbe» fordern zwei parlamentarische Vorstösse. Die
Regierung empfiehlt sie zur Annahme. Um einen «gesundheitspolitisch
wichtigen Schritt» zu tun.
Raucherinnen und Raucher im Kanton Bern müssen sich langsam aber
sicher warm anziehen: 2003 hatte der Grosse Rat ein Werbeverbot für
Tabak und Alkohol beschlossen, letzten Februar erliess er ein Verkaufsverbot
für Zigaretten an Minderjährige – und nun will die Regierung
den Zigarettenqualm aus den öffentlich zugänglichen Innenräumen
von Gastgewerbebetrieben verbannen. Die rauchende Kundschaft soll
nur noch in so genannten «Fumoirs» zum Glimmstängel greifen
dürfen – oder an die frische Luft gehen. Das fordern
Johanna Wälti-Schlegel (GFL) und Ruedi Löffel (EVP) in entsprechenden
Motionen, die bei den bernischen Regierungsmitgliedern für wohlwollendes
Kopfnicken sorgten (wir berichteten). Jetzt liegt die regierungsrätliche
Antwort auf die Vorstösse vor.
Schluss mit Passivrauchen
Er sei überzeugt, schreibt der Regierungsrat, «mit der Annahme
der Vorstösse einen gesundheitspolitisch wichtigen Schritt»
zu tun – dem Anliegen nach rauchfreiem Geniessen und nach
Schutz des Personals könne so im ganzen Kanton zum Durchbruch verholfen
werden. Denn: «Die Einstellung der Bevölkerung gegenüber
dem Passivrauchen hat sich verändert – Gäste und Personal
in Gastgewerbebetrieben wünschen sich einen besseren Schutz vor Rauch»,
stellt die Regierung fest. Laut Umfragen wünschten 84 Prozent
der Nicht- und 70 Prozent der Raucher, dass mindestens die Hälfte
der Plätze in Restaurants, Cafés und Bars rauchfrei ist.
Dies sei aber mit dem geltenden Recht nicht zu erreichen. Denn heute müssten
Gastgewerbebetriebe zum Schutz der nichtrauchenden Gäste lediglich
eine Lüftungsanlage einbauen und laut Gastgewerbegesetz «auf
die Anliegen der Nichtraucherinnen und Nichtraucher Rücksicht nehmen».
«Erheblicher Aufwand»
(...)«Die Einrichtung abgetrennter Raucherinnen und Raucher –
so genannte «Fumoirs» – ist dazu geeignet, den Schutz
der nicht rauchenden Gäste und des Personals zu verstärken –
und längerfristig würden durch diese Massnahme die Gesundheitskosten
sinken», schreibt die Regierung. Auch wenn der finanzielle Aufwand
für die nötigen baulichen Massnahmen zum Teil «erheblich»
sein könnte. Deshalb sei hierfür «genügend Zeit»
einzuräumen.
Ausnahmen sind möglich
Zudem müssten, wie in der Motion von Ruedi Löffel vorgesehen,
Ausnahmen möglich bleiben – beispielsweise für kleinere
Betriebe, in welchen eine bauliche Unterteilung nur mit unverhältnismässigem
Aufwand möglich sei. Und: Internationale Erfahrungen zeigten, dass
die Umstellung auf rauchfreie Restaurants «wirtschaftlich tragbar»
sei: «Entgegen der Befürchtungen aus Gastronomiekreisen konnten
die Umsätze gehalten oder sogar gesteigert und die Personalbestände
erhöht werden», schreibt die Regierung. Für eine erfolgreiche
Umsetzung der Motionen will der Regierungsrat eng mit den Berufsverbänden
zusammenarbeiten. Das Kantonsparlament wird die Vorstösse in der
Junisession beraten.
Stefan Geissbühler
Bund 31.5.05
Rauchen im Kanton Bern
«Verbot wirtschaftlich tragbar»
Der Weg zum nichtraucherfreundlichen Kanton Bern ist noch lang –
aber der Regierungsrat scheint gewillt, ihn zu beschreiten. Vorletzte
Woche hat er die Vorstösse der Grossratsmitglieder Ruedi Löffel
(evp, Münschenbuchsee) und Johanna Wälti (gfl, Burgdorf) diskutiert
und sich mit deren Forderungen einverstanden erklärt («Bund»
vom 20. Mai). Demnach sollen die gesetzlichen Grundlagen geschaffen
werden, damit im Kanton Bern in öffentlich zugänglichen Räumen
(inklusive Restaurants) nur noch in abgeschlossenen Räumen («Fumoir»)
geraucht werden darf. Bedingung ist aber, dass der Grosse Rat
die erwähnten Vorstösse erheblich erklärt.
Nun liegt die detaillierte Antwort des Regierungsrates auf die Vorstösse
vor. Darin listet dieser noch einmal die Argumente auf, die für einen
besseren Schutz der Nichtraucher vor dem Passivrauchen sprechen. Der Regierungsrat
bezieht sich dabei vor allem auf Informationen, die das Bundesamt für
Gesundheit (BAG) im Internet zusammengestellt hat. Speziell verwiesen
wird ferner auf eine Umfrage der Hotel- und Gastro-Union bei 800 Beschäftigten
der Branche. 78 Prozent von ihnen unterstützen demnach ein Rauchverbot.
Wichtige Detailfragen offen
Der Regierungsrat geht im Weiteren auf das Hauptargument der Gegner von
gesetzlichen Einschränkungen für Raucher ein. Internationale
Erfahrungen zeigten, «dass die Umstellung wirtschaftlich tragbar»
sei, schreibt er in der Antwort. Der finanzielle Aufwand für bauliche
Massnahmen zur Abgrenzung der Raucherbereiche könne zwar erheblich
sein, eine Umsetzung scheine dennoch «grundsätzlich möglich».
Verschiedene Detailfragen seien noch zu klären, schreibt der Regierungsrat
– etwa jene, unter welchen Bedingungen Betrieben eine Ausnahmebewilligung
zugestanden werden soll. Zudem sei für die baulichen Anpassungen
«genügend Zeit» einzuräumen. Ebenfalls näher
definiert werden müsse noch, was alles unter «öffentlich
zugängliche Innenräume» fällt. Die Regierung
will aber nicht passiv bleiben, bis neue Gesetze in Kraft treten. In einem
ersten Schritt soll in allen kantonalen Gebäuden das Rauchen im Sinne
der Motion Löffel eingeschränkt werden. Gehört da auch
das Berner Rathaus dazu, wo rauchende Parlamentsmitglieder derzeit noch
in der Wandelhalle bei Zigarette, Pfeife oder Stumpen ihre Geschäfte
besprechen? Für Stefan Reichen vom Berner Wirtschaftsamt (Beco) ist
der Fall klar: «Die Grossräte müssen entscheiden, ob sie
mit gutem Beispiel vorangehen wollen.» Gerade das Beispiel Rathaus
zeige die Problematik bei fehlender gesetzlicher Grundlage. Für die
Hausordnung eines Gebäudes des Kantons sei zwar die Regierung zuständig.
Für die wäre es aber wohl heikel, dem Parlament Vorschriften
zu machen, sagt Reichen. Während neue Vorschriften für Restaurants
im Gastgewerbegesetz verankert würden, ist laut Reichen nicht klar,
wo der Nichtraucherschutz in den übrigen öffentlich zugänglichen
Räumen geregelt werden müsste. Denkbar sei ein spezielles, neues
Gesetz. Bereits absehbar sei, dass der Kanton für die Umsetzung der
neuen Vorschriften «auf die Gemeinden angewiesen» wäre.
Offen sei hingegen, wie Verstösse gegen die Nichtraucherschutz-Bestimmungen
geahndet würden. Reichen: «Sanktionen sind denkbar. Man wird
die Forderung nach Eigenverantwortung und die Überlastung der Gerichte
berücksichtigen müssen und schauen, was strafwürdig ist.»
Berner Zeitung 24.5.05 Leserbriefe
«Raucherkrieg»
Ausgabe vom 20. Mai «Verbot löst Problem nicht –
es braucht mehr Toleranz»
Als Urheber der umstrittenen Passivrauchschutz-Motionen finde ich den
Ausdruck «Raucherkrieg» im Zusammenhang mit der Passivrauch-Diskussion
ziemlich unpassend. Nichtrauchende haben schlicht das Recht, nicht durch
den Rauch anderer gefährdet zu werden. Toleranz hilft da nicht weiter;
eine klare Regelung zum Schutz der Gesundheit ist nötig!
Ruedi Löffel Grossrat EVP Münchenbuchsee
Bund 20.5.05 Kanton Bern + Wirtschaftsteil
«Es ist ein gewaltiger Eingriff»
Noch steht nicht fest, ob sich das Kantonsparlament - wie der
Regierungsrat - für rauchfreie Restaurants aussprechen wird In den
letzten Jahren waren die Rauch-Gegner im Grossen Rat stets deutlich in
der Überzahl. Ob sie aber die Forderung zum besseren Schutz der Nichtraucher
durchbringen können, ist offen - trotz Unterstützung der Regierung.
Als der Regierungsrat vorgestern die Vorstösse von Ruedi Löffel
(evp, Münchenbuchsee) und Johanna Wälti (gfl, Burgdorf) diskutierte,
trübte kein blauer Dunst den Durchblick der Notablen. Seit mindestens
zehn Jahren werde an den Sitzungen nämlich nicht mehr geraucht, sagt
Staatsschreiber Kurt Nuspliger. Soviel er wisse, seien alle derzeitigen
Regierungsräte Nichtraucher - jedenfalls an Sitzungen und offiziellen
Anlässen.
Sieben Nichtraucher haben sich also anscheinend dafür ausgesprochen,
dass in öffentlich zugänglichen Räumen und insbesondere
in Gaststätten in Zukunft nur noch in abgetrennten «Fumoirs»
geraucht werden darf («Bund» von gestern). Der Entscheid,
ob der Kanton Bern bezüglich Schutz vor Passivrauchen tatsächlich
nationaler Vorreiter wird, liegt aber beim Grossen Rat, der die
Vorstösse im Juni oder im September behandeln wird. In Anbetracht
der jüngsten Beschlüsse des Parlaments zum Thema Rauchen darf
Zustimmung erwartet werden. 2003 beschloss es ein Werbeverbot für
Tabak und Alkohol, im vergangenen Februar zudem ein Verkaufsverbot für
Zigaretten an Minderjährige. Motionär Ruedi Löffel erklärte
sich gestern «zuversichtlich», dass seine Vorstösse überwiesen
werden - sonst wäre ja das Verhalten des Rates «inkonsequent».
Mit ungeteilter Unterstützung der EVP sowie aller Linken und Grünen
rechne er jedenfalls. Da brauche es theoretisch nur noch zwölf Bürgerliche,
die die Seiten wechseln. Damit dies geschehe, werde er jetzt viel Überzeugungsarbeit
leisten.
Gegen staatlichen Eingriff
Bei den letzten Abstimmungen war das Resultat zwar deutlich, doch diesmal
könnte der Fall etwas anders gelagert sein.
SVP-Fraktionschef Werner Lüthi (Münsingen), im Februar noch
vehementer Kämpfer für den Jugendschutz, will sich dagegen wehren,
dass der Staat «in die Wirtschaft eingreift». Hier gehe es
ja um Erwachsene, die sich selber wehren könnten, indem sie - als
Kunden - ihre Beiz auswählten und als Angestellte auf ihren Chef
Druck ausübten. Lüthi: «Es wäre schon ein gewaltiger
Eingriff. Die Restaurateure sollen doch selber beurteilen, was ihre Gäste
wollen.» Widerstand wird Löffel und seinen Mitstreitern wiederum
von der FDP erwachsen. Der Ittiger Grossrat, Hotelier und Gastrosuisse-Präsident
Klaus Künzli gibt sich optimistisch: «Noch kein Kantonsparlament
hat einem solchen Vorstoss zugestimmt.» Der Branchenverband sei
zwar für Rauchverbote, aber nur für solche, die die Wirte selber
verhängen. Das Problem seien die ganz kleinen Betriebe, wo eine bauliche
Trennung des Nichtraucherbereichs «nicht möglich» sei.
Künzli: «In der Branche, die schon unter der tieferen Promillegrenze
leidet, gibt es grosse Ängste.» Deshalb sei Gastrosuisse
für Toleranz und Freiwilligkeit. Solches mag Ruedi Löffel schon
gar nicht mehr hören. Er empfiehlt «Lieblingsgegner»
Künzli, seine Vorstösse genau zu lesen: «Da steht nämlich,
für sehr kleine Betriebe sollen Ausnahmeregelungen geprüft werden
können.» Im Übrigen sei die Sachlage klar: 70 Prozent
der Bevölkerung rauchten nicht, eine grosse Mehrheit wolle vor dem
Passivrauchen geschützt werden. Dass die geplante Einschränkung
für einzelne Betriebe problematisch sein könne, sei zwar plausibel.
Die Gastrobranche als Ganzes werde aber eher profitieren, wie Erfahrungen
aus dem Ausland zeigten. Löffel: «Das wirtschaftliche Argument
,verhäbt' nicht.» Gelassen gibt sich zuletzt SVP-Präsident
Hermann Weyeneth, der als notorischer Viel-Raucher sowieso nicht in die
Debatte eingreifen
will: «Persönlich kann ich mit solchen Einschränkungen
leben. Politisch habe ich Mühe: Leben wir eigentlich in einer Erziehungsanstalt
und die Politiker sind das Lehrerkollegium?»
Entwarnung für die Restaurants
Was ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen für
das Gastgewerbe bedeuten würde
Rauchfreie Restaurants im Kanton Bern? Das Gastgewerbe wehrt sich gegen
gesetzliche Vorschriften. Internationale Erfahrungen sprechen
aber gegen ein Jammern auf Vorrat. (...)
Der Kanton Bern folgt einem internationalen Trend. Die Grundidee: Wer
in öffentlichen Räumen raucht, schadet nicht nur sich selbst,
sondern auch anderen (die passiv mitrauchen müssen) - weshalb die
Raucher ihr Laster nur unter sich ausleben sollten. (...)
Aus wirtschaftlicher Sicht fragt sich, welche Konsequenzen solche Verbote
bzw. Auflagen für das Gastgewerbe hätten. (...)
Im Dickicht des Studienwaldes
Auf internationaler Ebene können Skeptiker wie Optimisten Studienbelege
für ihre Position finden. Etwas Aufklärung brachte im Jahr 2003
eine australische Untersuchung (M. Scollo u. a.: Review of the quality
of studies on the economic effects of smoke-free policies on the hospitality
industry. Tobacco Control, 2003), welche insgesamt 97 Studien vor allem
aus den USA, Kanada und Australien unter die Lupe genommen hat. Das Ergebnis
könnte kaum deutlicher sein:
• Von den gut 30 durch die Tabakindustrie
finanzierten Studien kamen fast alle zum Schluss, dass ein Rauchverbot
die Umsätze im Gastgewerbe gedrückt hat.
• Von den rund 60 Studien, die nicht von der Tabakindustrie finanziert
wurden, kam keine einzige zum Schluss, dass ein Rauchverbot die Umsätze
im Gastgewerbe gedrückt hat.
Aber auch längst nicht alle der rund 60 Studien in der zweitgenannten
Gruppe können als «unabhängig» gelten. Das australische
Papier des «Zentrums für Tabakkontrolle» in Victoria
überprüfte daher auch noch die Qualität der Studien gemessen
an vier Kriterien - wie der Verwendung objektiver Daten und solider statistischer
Methoden. Auch hier ist der Befund erstaunlich klar: Die Qualität
der von der Tabakindustrie finanzierten Studien war im Schnitt deutlich
schlechter - und von den 21 Studien, welche alle
vier Qualitätskriterien erfüllten, stellte keine einzige wirtschaftliche
Nachteile für das Gastgewerbe fest.
Neues aus Italien und Irland
Aus europäischer Sicht interessieren vor allem die Erfahrungen in
Irland und Italien. In Irland gilt seit Ende März 2004 das Rauchverbot
in Restaurants und Pubs, in Italien ist ein solches Verbot seit dem 10.
Januar dieses Jahres in Kraft. Aus Italien, so meldet der «Bund»-Korrespondent,
sind bisher kaum Klagen vom Gastgewerbe laut geworden. In Irland ortet
der Restaurantverband unter seinen über 500 Mitgliedern bisher ebenfalls
keine Nachteile. (...)
Weniger Zigaretten
Auch wenn ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen dem Gastgewerbe
per saldo nicht schaden sollte: Den Zigarettenkonsum scheint es spürbar
zu drücken. In Italien sind die Zigarettenverkäufe im ersten
Quartal dieses Jahres gegenüber dem Vorjahresquartal um satte 9 Prozent
gesunken. Wie weit dieser Effekt auch längerfristig anhält,
ist allerdings noch eine offene Frage. In Irland meldeten die Behörden
für das erste Halbjahr 2004 immerhin einen Rückgang der Zigarettenverkäufe
um 16 Prozent. Laut irischen Umfragen hat das Rauchverbot in den Restaurants
und Pubs massgeblich dazu beigetragen, dass Tausende mit dem Rauchen aufgehört
haben. (hs)
Berner Zeitung 20.5.05
Ein Ja zu rauchfreien Restaurants
Der Regierungsrat stellt sich hinter parlamentarische Vorstösse,
welche «im Prinzip rauchfreie Restaurants» fordern.
Der bernische Regierungsrat kämpft gegen das Rauchen in den Restaurants:
Wie das Berner Amt für Wirtschaft (beco) gegenüber der Nachrichtenagentur
SDA verriet, unterstützt die Regierung drei parlamentarische Vorstösse,
welche «im Prinzip rauchfreie Restaurants» (mit abgetrennten
Raucherräumen) sowie rauchfreie Schulen, Sportanlagen, Verwaltungsgebäude,
Spitäler, Kinos und Theater fordern. Auch hier sollen Raucherräume
zugelassen werden. Die Antworten auf die Motionen von Johanna Wälti-Schlegel
(GFL, Burgdorf) und Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee) liegen
noch nicht vor. Die Vorstösse werden in der Juni- oder Septembersession
beraten. bzk
20 Minuten 19.5.05
Bald Fumoirs für Raucher?
BERN - In Bars, Beizen und anderen öffentlichen Innenräumen
wirds eng für die Raucher: Die Berner Kantonsregierung will sie in
so genannte Fumoirs verbannen, also abgetrennte Raucherräume. Zusammen
mit diesem Entscheid kommt im Juni noch ein weiterer Vorstoss von EVP-Politiker
Ruedi Löffel in den Grossen Rat. Er verlangt, dass auch Schulen,
Sportanlagen, Verwaltungen, Spitäler, Kinos und Theater rauchfrei
werden (20 Minuten berichtete).
Berner Rundschau / MLZ; 19.05.2005 / Kanton BE Zeitung
Regierungsrat will helfen, den blauen Dunst zu lichten
Vorstösse: Unterstützt auch der Grosse Rat zwei Motionen,
ist Rauchen in Gastrobetrieben nur noch in abgetrennten Räumen möglich
Der Regierungsrat macht Ernst im Kampf gegen das Passivrauchen: Er unterstützt
Vorstösse im Grossen Rat, die das Rauchen in Gastrobetrieben und
anderen öffentlichen Innenräumen nur noch in abgetrennten Fumoirs
gestatten wollen.
Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat, drei entsprechende Vorstösse
von Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) und Johanna Wälti-Schlegel
(GFL/Burgdorf) anzunehmen, wie Stefan Reichen, Mitglied der Geschäftsleitung
des Berner Amts für Wirtschaft am Mittwoch zur Nachrichtenagentur
sda sagte. Gegen das Passivrauchen in Bars und Restaurants fordern die
zwei Grossräte eine Änderung des Gastgewerbegesetzes. Die Gaststätten
sollen im Prinzip rauchfrei werden, mit Ausnahme von abgetrennten Raucherräumen,
so genannten Fumoirs. Die bisherige Formulierung im Gastgewerbegesetz,
wonach auf die Anliegen der Nichtraucher «beispielsweise durch die
Einrichtung von Nichtraucherzonen» Rücksicht zu nehmen ist,
würde umgekehrt. Für sehr kleine Betriebe könnten gemäss
Löffels Vorstoss Ausnahmeregelungen geprüft werden. (...)
Auch in Schulen und Kinos
Der Grosse Rat berät die Vorstösse laut Reichen im Juni
oder im September, gleichzeitig mit einem zweiten Vorstoss des EVP-Grossrats,
der von der Regierung ebenfalls unterstützt wird. Danach sollen künftig
auch die Innenräume von Schulen, Sportanlagen, Verwaltungsgebäuden,
Spitälern, Kinos und Theatern rauchfrei werden. Auch hier
sollen spezielle Fumoirs von der Regelung ausgenommen werden. Löffel
möchte die Regierung mit der Ausarbeitung der entsprechenden Gesetzesgrundlagen
beauftragen. (...) (sda)
WEITERE KANTONE
Bern ist nicht der erste Kanton, der Schritte gegen das Passivrauchen
unternimmt: Auch St. Gallen, Baselland und Tessin wollen nicht auf eine
Gesetzgebung des Bundes warten und haben erste Schritte für eine
kantonale Regelung gemacht. Das St. Galler Parlament hat im Februar ein
Rauchverbot in Spitälern, Sporthallen und Schulen beschlossen. Im
Kanton Baselland hat das Parlament eine Motion und ein Postulat überwiesen,
die ein Rauchverbot im öffentlichen Raum fordern. Der Tessiner Staatsrat
hat dem Grossen Rat ein ähnliches Projekt unterbreitet. Der Entscheid
des Parlaments steht noch aus. (sda)
Bund, 19.5.2005 (Front / Kanton Bern)
Regierungsrat für rauchfreie Beizen
Zeichen gegen das Passivrauchen im Kanton Bern
Der bernische Regierungsrat hat im Kampf gegen das Passivrauchen
einen grossen Schritt getan: Er beantragt dem Grossen Rat, Vorstösse
von Ruedi Löffel (evp) und Johanna Wälti-Schlegel (gfl) anzunehmen,
die das Rauchen in Gastrobetrieben und anderen öffentlichen Innenräumen
nur noch in abgetrennten Räumen gestatten wollen. Vollzugsmassnahme
wäre eine Änderung im Gastgewerbegesetz. Der Regierungsrat hatte
im Vorfeld in Kontakt mit den Verbänden des Gastgewerbes gestanden.
Diese sprachen sich jedoch gegen staatliche Verbote aus.
Der Grosse Rat berät die Vorstösse im Juni oder September,
gleichzeitig mit einem zweiten Vorstoss Löffels, den der Regierung
ebenfalls unterstützt. Danach sollen künftig auch die Innenräume
von Schulen, Sportanlagen, Verwaltungsgebäuden, Spitälern, Kinos
und Theatern rauchfrei werden.
Die Chancen, dass der Grosse Rat zumindest das Rauchverbot in Schulen
und Sportanlagen unterstützt, stehen nicht schlecht: Im Sinne der
Gesundheitsprävention hatte das Kantonsparlament im April 2003 und
im Februar 2005 Vorstösse Löffels für ein Verbot der Alkohol-
und Tabakwerbung und des Tabakverkaufs an Jugendliche überwiesen.
(sda)
Kommentar unten / Seite 25
Berner Regierung für rauchfreie Restaurants
Statt Nichtraucherzonen wie heute sollen Gaststätten künftig
abgetrennte Raucherräume aufweisen
Die Berner Regierung macht Ernst im Kampf gegen das Passivrauchen: Sie
unterstützt Vorstösse, die das Rauchen in Restaurants und andern
öffentlichen Innenräumen nur noch in abgetrennten Räumen
gestatten wollen.
Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat, drei Motionen von Ruedi Löffel
(evp, Münchenbuchsee) und Johanna Wälti-Schlegel (gfl, Burgdorf)
anzunehmen, wie Stefan Reichen, Mitglied der Geschäftsleitung des
Berner Amts für Wirtschaft, gestern sagte. Im Kampf gegen das Passivrauchen
in Bars und Restaurants fordern die zwei Grossratsmitglieder eine Änderung
des Gastgewerbegesetzes. Die Gaststätten sollen im Prinzip rauchfrei
werden, mit Ausnahme von abgetrennten Raucherräumen, so genannten
Fumoirs. Die bisherige Formulierung im Gastgewerbegesetz, wonach auf die
Anliegen der Nichtraucher «beispielsweise durch die Einrichtung
von Nichtraucherzonen» Rücksicht zu nehmen ist, würde
damit umgekehrt.
Bisheriger Schutz ungenügend
Das Gesundheitsargument habe beim Entscheid der Regierung eine wesentliche
Rolle gespielt, begründete Stefan Reichen den Entscheid der Regierung.
Die bisherige Regelung im Gastgewerbegesetz habe sich als «zu wenig
griffig erwiesen». Mit der geplanten Gesetzesänderung werde
das Verhältnis zwischen Rauchern und Nichtrauchern zu Gunsten der
Letzteren umgekehrt. Mit den Verbänden des Gastgewerbes sei man im
Vorfeld in Kontakt getreten. Sie seien nicht gegen Einschränkungen
für Raucher, jedoch gegen staatliche Verbote. Die jetzt vorgeschlagene
Regelung entspreche allerdings nicht den Intentionen der Gastgewerbeverbände,
sagte Reichen.
Schulen, Sportplätze, Kinos
Auch einen zweiten Vorstoss von EVP-Grossrat Ruedi Löffel
befürwortet die Berner Regierung. Danach sollen künftig die
Innenräume von Schulen, Sportanlagen, Verwaltungsgebäuden, Spitälern,
Kinos und Theatern rauchfrei werden. Auch hier sollen spezielle
Fumoirs von der Regelung ausgenommen werden. Die Regierung habe gestern
die Rauchermotionen im Grundsatz gutgeheissen. Die Beweggründe, die
zu diesem Antrag führten, will sie noch neu formulieren und in einer
Woche verabschieden. Alle drei Vorstösse werden im Juni oder September
dem Grossen Rat zum Entscheid vorgelegt.
Ruedi Löffel zuversichtlich
Die Chancen, dass der Grosse Rat zumindest ein Rauchverbot in Schulen
und Sportanlagen unterstützt, stehen nicht schlecht: Im Sinne der
Gesundheitsprävention hatte das Kantonsparlament im Februar 2005
eine Motion Löffels für ein Verbot des Tabakverkaufs an Jugendliche
mit 149 gegen 49 Stimmen überwiesen und damit auch den Tabakverkauf
an Automaten anvisiert. Die entsprechenden Änderungen des Handels-
und Gewerbegesetzes will die Regierung vor den Sommerferien in die Vernehmlassung
geben. Ruedi Löffel zeigte sich auf Anfrage erfreut über
die Anträge des Regierungsrats. Er sei zuversichtlich, dass das Parlament
nicht von seiner Präventionspolitik abweichen werde.
Im April 2003 hatte sich die Regierung noch gegen ein Verbot von Alkohol-
und Tabakwerbung gewehrt. Doch der Grosse Rat unterstützte das Begehren
Löffels und leitete damit eine politische Trendwende ein. (sda/ktn)
Online-Umfrage eBund; Stand am 19.5.05:
Der Berner Grossrat Ruedi Löffel fordert in einer Motion rauchfreie
Restaurants. Grund für seine Forderung seien die gesundheitlichen
Gefahren des aktiven und passiven Rauchens. Letzteres betreffe gerade
auch die Angestellten. Was sagen Sie zu generell rauchfreien Restaurants?
Resultat bei 325 Stimmenden:
71.69% Gute
Idee. Ich habe die Nase voll vom unfreiwilligen Passivrauchen.
21.23% Zu extrem. Rauchfreie Bereiche und gegenseitige Toleranz genügen.
6.77% Schlechte Idee. Diskriminiert die Raucher und vertreibt sie aus
den Beizen.
0.31% Weiss nicht.
DRS Regionaljournal BE FR VS 18.5.2005, 17.30 Uhr
Berner Regierung sagt ja zu rauchfreien Restaurants
Passivraucher sollen damit besser geschützt werden. Nötig ist
dafür eine Änderung des Gastgewerbegesetzes (Link
0:31).
DRS Regionaljournal BE FR VS 4.5.2005, 17.30 Uhr
Rauchfreie Restaurants im Kanton Bern
Ein politischer Vorstoss sorgt für rauchende Köpfe (Link
3:15).
Basler Zeitung; Schweiz 19.04.2005
Alle Feuer löschen
EVP-Grossrat Löffel will den Bernern das Rauchen abgewöhnen.
Barbara Lauber, Bern
Im Berner Kantonsparlament hat Ruedi Löffel durchgeboxt, dass der
Verkauf von Zigaretten an Minderjährige verboten wird. Zum Ärger
der Beizer und der Tabaklobby gibt sich Löffel damit noch nicht zufrieden.
Kippe ausdrücken.
Der Berner Ruedi Löffel ist in der Suchtprävention tätig.
Foto Boutellier
Ohne die Wut im Bauch hätte er es vielleicht nicht geschafft. Diese
Wut auf die «scheinheilige Tabakindustrie», auf die «hinterhältige
Zigarettenwerbung» und auf «rücksichtslose Beizen-Raucher»
treibt den Berner Grossrat Ruedi Löffel an. Auch wenn ihm, dem EVP-Politiker,
die eigene Leidenschaft manchmal unheimlich ist: Sie ist Löffels
Motor. So warb der 43-Jährige Anfang Jahr mit Eifer bei den Parlamentskollegen
für mehr Jugendschutz beim Tabakverkauf. Und hatte Erfolg: Im Februar
hat das Berner Kantonsparlament auf Löffels Antrag mit grossem Mehr
beschlossen, den Verkauf von Tabak an unter 18-Jährige zu verbieten.
Gleichzeitig müssen die Zigarettenautomaten künftig mit Jetons
oder Codes gegen Missbrauch gesichert werden.
«Ein Goldengoal war das», sagt Ruedi Löffel. Und eine
Pioniertat. Denn mit Bern, Baselland, Graubünden und Zürich
haben sich heute erst vier Kantonsparlamente für solche Verkaufsverbote
ausgesprochen - noch bevor sich der Bundesrat mit der Frage im Rahmen
der WHO-Rahmenkonvention befassen konnte.
Schlag auf Schlag
Bereits vor zwei Jahren hat der Berner Ruedi Löffel
der Tabakindustrie eins ausgewischt. Damals beantragte er dem Kantonsparlament,
Tabak- und Alkoholwerbung auf öffentlichem Grund zu verbieten. Und
prompt stimmte ihm das Parlament gegen den Willen der Berner Regierung
zu. Doch damit gibt sich Löffel noch nicht zufrieden - er hat bereits
zum dritten und vierten Schlag ausgeholt: Rauchfreie Restaurants
sowie rauchfreie Schulen, Kinos, Theater, Sportanlagen und Verwaltungsgebäude
sind das Ziel zweier Vorstösse, die im Parlament noch hängig
sind. Damit bringt Ruedi Löffel nicht nur die Tabaklobby
gegen sich auf, sondern auch die Berner Beizer.
Grenzen setzen
Den Aufruhr im Kanton Bern versteht Löffel nicht. «Dieser Widerstand
ist doch absurd», findet er. Da werde beispielsweise behauptet,
die Zigarettenautomaten könnten erst in drei bis fünf Jahren
umgerüstet werden, weil die Technologie dazu noch fehle. «Darüber
kann ich nur lachen», sagt Löffel und lacht. Das seien alles
Schutzbehauptungen, schliesslich hätten die Deutschen bereits vorgemacht,
wie die Automaten gesichert werden könnten. Ruedi Löffel schüttelt
ärgerlich den Kopf. Dann holt er kurz Atem und stürzt sich in
einen hitzigen Monolog, reiht Satz an Satz, ohne Unterbruch.
Die Rede ist von den 8000 Raucherinnen und Rauchern, die in der Schweiz
jedes Jahr an ihrer Sucht «krepieren», und von der Tabakindustrie,
die für Nachwuchs sorgen müsse und deshalb «penetrant»
die Jugendlichen bewerbe. «Eine Schweinerei ist das», ruft
Löffel, seit elf Jahren Suchtexperte beim Blauen Kreuz, aus. Dabei
hätten Studien gezeigt: Wer mit 18 Jahren noch nicht rauche, werde
damit mit grosser Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr anfangen. Für
ihn ist deshalb klar, dass «die Gesundheit und der Jugendschutz
immer höher gewertet werden müssen als die Handels- oder die
Werbefreiheit». Auch er setze bei Jugendlichen auf Prävention,
und eigentlich sei er kein repressiver Typ. «Doch beim Rauchen und
beim Alkohol müssen klar die Erwachsenen Verantwortung übernehmen
und Grenzen setzen.»
«Es ist nicht normal.»
Herr Löffel, sind Sie auf einem Kreuzzug? Löffel lacht laut
und verneint. «Denn das, wofür ich kämpfe, sollte eigentlich
selbstverständlich sein.» Er könne es einfach nicht ertragen,
dass Jugendlichen das Gefühl vermittelt werde, saufen und rauchen
sei cool und normal. «Denn das ist es nicht!» Dass viele sich
so einfach beschummeln lassen, findet der vierfache Familienvater «extrem
schade». Das müsse sich ändern, sagt er, dafür setze
er sich ein - «weil man sich als Mensch, als Christ einmischen und
für die Gerechtigkeit engagieren soll.» Hehre Motive, Herr
Löffel. Und wo finden Sie kein Mass? Ruedi Löffel überlegt
lange und meint dann: «Man sagt, ich sei ein Workaholic, und ich
game zu viel.» Und ja, seine grosse Wut im Bauch, die störe
ihn. Seine Frau sage ihm immer: «Itz reg di doch nid eso uf!»
Bund, 16.2.2005, Kanton Bern
Rigoroses Verbot gefordert
Die Sicht der Angestellten
Drei von vier Servicemitarbeitern im Schweizer Gastgewerbe wollen
zum Schutz ihrer Gesundheit rauchfreie Restaurants und Bars. Dies
geht aus einer aktuellen Umfrage der Berufsorganisation «Hotel&Gastro
Union» bei 821 Beschäftigten aus Hotellerie und Gastgewerbe
hervor.
«Leider geht es in der Diskussion über rauchfreie Restaurants
und Bars immer nur um die Sicht der Gäste», sagt Stefan Unternährer,
stellvertretender Geschäftsleiter von «Hotel&Gastro Union»,
der mit 18 200 Mitgliedern führenden Organisation für Mitarbeitende
im Gastgewerbe.
Eine Variante, die Gesundheit der Angestellten besser zu schützen,
wären laut Unternährer bauliche Veränderungen. «Im
Gastgewerbe überwiegen aber kleine und mittlere Betriebe, welche
oft die Investitionen für die nötigen Lüftungsanlagen nicht
aufbringen können.» Wenn man also die Gesundheit der Angestellten
wirkungsvoll schützen wolle, gebe es nur einen gangbaren Weg: «Ein
rigoroses Rauchverbot in allen Räumen, in denen Essen und Trinken
serviert wird.» An Umsatzeinbussen glaubt Unternährer nicht.
«Vielleicht erscheinen sogar vermehrt Nichtraucher, welche vorher
die verrauchten Lokale gemieden haben.» «Hotel&Gastro
Union» wird bei den Kantonen vorstellig werden und sie mit den Zahlen
der Umfrage konfrontieren.
Klaus Künzli, Zentralpräsident des Arbeitgeberverbands Gastrosuisse,
will der Umfrage «nicht allzu grosses Gewicht beimessen».
Er stelle einen gewissen Widerspruch fest: Diejenigen, die sich an der
Umfrage beteiligt hätten, seien zum Teil solche, die nach Feierabend
in eine Bar oder eine Disco gingen «und dann ohne Bedenken und Skrupel
die dortigen Angestellten einpaffen». (cbn)
Bund, 2.2.2005 (Front / Kanton Bern)
Streit ums Rauchen
Der «Bund» startet Artikelserie zum blauen Dunst
Die USA kennen es, Irland hat es längst eingeführt, Kuba folgt
in Kürze: Weltweit werden Rauchverbote in öffentlichen
Räumen ausgesprochen. In der Schweiz ist der Kanton Tessin
Vorreiter: Seit dem 1. Januar heisst es südlich des Gotthards «vietato
fumare». Die Debatte rund ums Rauchen und Nichtrauchen wird
auch im Kanton Bern geführt. Der EVP-Politiker Ruedi Löffel
hat im Grossen Rat zwei Motionen eingereicht, welche Rauchverbote in Restaurants
und in allen öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Spitälern,
Sportanlagen, Verwaltungsgebäuden und Kinos fordern.
Der «Bund» wird in den folgenden Wochen verschiedene Aspekte
des Rauchens beleuchten. Was sagen die Wirte zum drohenden Rauchverbot?
Und was meinen ihre Angestellten und Gäste dazu? Wie gefährlich
ist das Rauchen tatsächlich? Wie wirkt sich Passivrauchen aus? Wie
wichtig ist die Tabakindustrie in der Schweiz? Und welches Lebensgefühl
kommt beim Rauchen auf?
Europaweit an zweiter Stelle
Zum Auftakt der Serie blicken wir auf anstehende Veränderungen im
Kanton Bern – und auf Schweizer Zahlen. Diese sind eindrücklich:
In ganz Europa rauchen nur die Deutschen mehr als die Schweizerinnen und
Schweizer. 36 Prozent unserer nördlichen Nachbarn greifen zum Glimmstängel,
in der Schweiz sind es 31 Prozent. Das Bundesamt für Gesundheit möchte
erreichen, dass in zehn Jahren nur noch 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung
rauchen. Dabei wird vor allem auf Prävention und auf den Schutz der
Passivrauchenden gesetzt. (njb) Seite 23
Ist Bern bald rauchfrei?
Die Debatte ums Rauchen in öffentlichen Räumen wird
konkret: Kantonspolitiker fordern rauchfreie Restaurants
Die einen beklagen den Eingriff des Staats, die andern freuen sich,
wieder richtig durchatmen zu können: In der Debatte um Rauchen oder
Nichtrauchen in öffentlichen Räumen geht es um Grundsätzliches.
Eine Übersicht über Änderungen im Kanton Bern und in der
Schweiz.
Erst waren es nur die US-Amerikaner, die das Rauchen in öffentlichen
Räumen verbaten. Das kümmerte weder die hiesigen Raucherinnen
und Raucher, noch gab es den Nichtrauchenden Auftrieb: Die USA sind ja
sowieso weit weg und die US-Amerikaner ohnehin bekannt dafür, dass
sie immer alles übertreiben. Doch dann verhängte Irland ein
Qualmverbot – und das sogar in den Pubs. Und vor kurzem hat Kuba,
Heimat weltbekannter Zigarren, angekündigt, dass ab dem 6. Februar
in Restaurants Nichtraucherbereiche eingerichtet werden müssen; so
soll die Gesundheit der Bevölkerung geschützt werden. Bereits
seit dem 1. Januar müssen die Italienerinnen und Italiener auf der
Strasse rauchen, weil die Zigarette aus Restaurants und Büros verstossen
wird. Und nun wackelt sogar die Bastion der Vielraucher, die Schweiz:
Im Kanton Tessin heissts seit dem 1. Januar in öffentlichen Räumen
«vietato fumare». Auch die Universität Zürich will
rauchfrei werden; wer in seinem Einzelbüro rauchen will, muss die
Zustimmung der Büronachbarn einholen. Und in Baselland hat das Kantonsparlament
gegen den Willen der Regierung zwei Vorstösse überreicht: In
öffentlichen Gebäuden soll das Rauchen nur noch in separaten
Fumoirs erlaubt sein, in Raucherzimmern mit eigener Belüftung.
Rauchfreie Schulen und Kinos
Davon träumt auch Ruedi Löffel. Der Berner Grossrat
hat zwei Motionen eingereicht. In der einen fordert der EVP-Politiker,
dass «öffentlich zugängliche Innenräume von Gastgewerbebetrieben
rauchfrei werden». Ausgenommen von dieser Regelung seien die Fumoirs,
«von den übrigen Bereichen abgetrennte und mit eigener Lüftung
versehene Räume». Löffel begründet seine Motion mit
den gesundheitlichen Gefahren, die mit dem Passivrauchen verbunden seien.
Und gerade im Gastgewerbe seien besonders viele Menschen – «sowohl
Gäste wie Angestellte» – in «hohem Mass und sehr
oft unfreiwillig dem Tabakrauch anderer ausgesetzt». Der Appell
an Toleranz habe bisher zu keinem wirksamen Schutz vor unerwünschtem
Passivrauchen geführt, argumentiert Löffel in seiner Motion.
Verbot als Prävention
In einem zweiten Vorstoss fordert der Politiker rauchfreie Schulen,
Sportanlagen, Verwaltungsgebäude, Spitäler, Versammlungslokale,
Kinos, Theater –die Liste ist nicht abschliessend. Ausgenommen wären
auch hier Fumoirs. Der Gesundheitspolitiker schreibt, in zahlreichen Gebäuden
gälten bereits Einschränkungen. «Trotzdem ist es aus gesundheitspolitischen
Überlegungen nötig, den Schutz der passivrauchenden Menschen
auf alle öffentlich zugänglichen Innenräume auszudehnen.»
Dabei käme einer allgemein gültiger Regelung gerade in Gebäuden,
wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten, präventiver Charakter zu,
schliesst Löffel. Auf diese beiden Motionen hat der Regierungsrat
noch nicht geantwortet. Positiv geäussert hat er sich hingegen zum
Verkaufsverbot von Tabak an Minderjährige, welches Löffel fordert
(«Bund» vom 28. 1.). Und bereits letzten April hat der Grosse
Rat ein Werbeverbot für Tabak und Alkohol beschlossen.
Aufgeklärte Passivraucher
All dies zeigt: Rauchen in der Öffentlichkeit stösst in der
Schweiz zunehmend auf Widerstand. «Der Druck ist gestiegen, als
die Schweiz die Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle unterschrieben hat»,
sagt Claudia Zbinden von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention
(AT). Ende Juni letzten Jahres hat der Bundesrat das Rahmenabkommen der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Tabakkontrolle unterschrieben. Dieser
Schritt ist symbolisch wichtig – doch ändert sich deswegen
vorläufig nichts. Erst müssen Gesetze geändert werden:
Besonders in den Punkten Jugendschutz, Nichtraucherschutz und
Werbebestimmungen ist die Schweiz weit von den WHO-Forderungen entfernt.
Trotzdem stellt Zbinden fest, dass sich das Rauchen in der Öffentlichkeit
verändert hat. «Dazu haben die vermehrten Informationen über
die Schädlichkeit des Passivrauchens beigetragen.» Zudem sei
durch die steigenden Gesundheitskosten auch die Prävention wichtig
geworden: «Um Kosten zu senken, wird aufgeklärt.» 31
Prozent der Schweizerinnen und Schweizer rauchen – europaweit zünden
sich nur in Deutschland mehr Menschen Zigaretten an. Claudia Zbinden sieht
mehrere Gründe für diesen hohen Anteil. Zum einen sei der Preis
der Zigaretten im Vergleich zu anderen Ländern relativ günstig.
So können sich die meisten Menschen die Raucherware leisten –
auch Jugendliche. Weiter sind Zigaretten überall erhältlich:
am Kiosk, im Warenhaus, am Automaten.
Je jünger jemand beginnt . . .
Zbinden unterstützt die Forderung Löffels, dass Jugendliche
unter 18 Jahren keine Zigaretten mehr kaufen dürfen. Die AT sieht
eine Möglichkeit, den Tabakkonsum zu senken, indem das Einstiegsalter
erhöht wird: «Je jünger jemand mit Rauchen beginnt, umso
grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass er auch als Erwachsener
weiterraucht.»
Auch das Bundesamt für Gesundheit macht sich Sorgen wegen der hohen
Anzahl Raucherinnen und Raucher in der Schweiz. Erklärtes Ziel von
Direktor Thomas Zeltner: In zehn Jahren sollen nur noch 20 bis 25 Prozent
der Bevölkerung rauchen. Dabei gehe es vor allem um den Schutz der
Passivraucher, erklärte Zeltner im Oktober im «Bund».
Zudem sollen die Raucher wissen, dass sie auch ihre eigene Gesundheit
gefährden. «Die Raucher sollen das aber nicht als Diskriminierung
erleben.»
Zahlen in der Schweiz
Die Umfrage zum Tabakkonsum des Bundesamts für Gesundheit hat ergeben,
dass 2003 in der Schweiz etwa 14,2 Milliarden Zigaretten verkauft wurden,
das entspricht ungefähr 710 Millionen Zigarettenpaketen oder 360
Paketen pro Raucherin und Raucher und Jahr. Nahezu 2 Millionen Personen
rauchen in der Schweiz, das entspricht 31 Prozent der Bevölkerung
ab dem 15. Altersjahr. Damit wird in der Schweiz nach Deutschland europaweit
am meisten geraucht. Stark zugenommen hat der Anteil der Rau-chenden zwischen
15 und 19 Jahren. Bei jungen Männern ist er zwischen 1992 und 1997
von 29 auf 41 Prozent angestiegen, bei den jungen Frauen gar von 18 auf
38 Prozent. Diese Zunahme wurde 2002 gestoppt – in diesem Jahr rauchten
35 Prozent der jungen Männer und 33 Prozent der jungen Frauen. (njb)
20 Minuten 22.12.04
Rauchverbot in Kitag-Kinos
In den sieben Kitag-Kinos dürfen künftig nur noch
die Stars auf der Leinwand rauchen. Im Foyer ist es bald verboten.
«Ab dem 1. Januar wird ein generelles Rauchverbot in unseren Kino-Foyers
eingeführt», sagt Philippe Täschler. Als Direktor der
Kitag-Kette kontrolliert er die Kinos Alhambra, Capitol, City, Gotthard,
Jura, Rex und Royal. Laut Täschler will nur ein Teil der Besucher
in der Pause rauchen. «Viele Nichtraucher bleiben wegen dem Rauchgestank
darum während der Pause im Saal», sagt Täschler. Deshalb
folgte er mit seinem Entscheid dem Trend zu immer mehr rauchfreien Zonen.
«Natürlich werden wir Kunden verlieren, aber sicher auch neue
dazugewinnen», ist Täschler überzeugt. Die anderen Kinobetreiber
schlafen nicht: Auch die Quinnie-Gruppe überlegt sich ein Rauchverbot
und führt Umfragen bei den Gästen durch.
«Das ist ein Schritt in die richtige Richtung»,
sagt Ruedi Löffel vom Blauen Kreuz. Der EVP-Grossrat macht sich für
ein Rauchverbot in allen öffentlichen Lokalen stark. (mar/dzs/des)
Online-Umfrage am 22.12.04 von 20 Minuten:
Rauchverbot im Kino-Foyer: Eine gute Sache?
Resultat bei 459 Stimmenden: 72% Ja
: 28% Nein.
Berner Rundschau / Grenchner Tagblatt (Front / Kanton) 1.12.04
Grossräte wollen saubere Luft
Berner Grossräte wollen mit drei Motionen das Rauchen in
öffentlichen Räumen verbieten. Wenige Ausnahmen sind möglich.
Saubere Luft im Gastgewerbe und in öffentlich zugänglichen Räumen,
fordert Grossrat Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) in zwei Motionen.
Ins gleiche Horn stösst Johanna Wälti-Schlegel (GFL/Burgdorf).
Ihre Forderung ist weniger radikal. Sie verlangt rauchfreie Gaststätten,
wenn gewünscht mit Raucherzonen. «Das ist die Umkehrung des
heutigen Gesetzes», sagt Wälti. In den von bis zu 40 Grossräten
mitunterschriebenen Vorstössen wird mit den gesundheitlichen Gefahren
und Schäden argumentiert, welchen die Passivraucher ausgesetzt sind.
«Eine vorsichtige Schätzung des Bundes geht davon aus, dass
in der Schweiz jedes Jahr mehrere hundert Nichtrauchende an den Folgen
des Passivrauchens sterben», schreibt Löffel. Erinnert wird
weiter an die von der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem Bundesrat
definierten Zielen betreffend das Rauchen. Die Anti-Tabak-Konvention verlange,
dass Nichtrauchende jederzeit und überall die Möglichkeit haben
sollen, rauchfreie Luft zu atmen. Die Antwort der Regierung zu den Motionen
steht noch aus. (uz)
BZ, 20.11.2004
Kanton Bern bald rauchfrei?
«Saubere Luft im gesamten Gastgewerbe und in allen öffentlich
zugänglichen Innenräumen»: Mit dieser Forderung will die
EVP des Kantons Bern im Grossen Rat Dampf im Kampf gegen das Passivrauchen
machen.
«Sämtliche öffentlich zugängliche Innenräume
aller Gastgewerbebetriebe im Kanton Bern und alle öffentlich zugänglichen
Innenräume in Schulen, Sportanlagen, Verwaltungsgebäuden, Versammlungslokalen,
Spitälern, Kinos, Theatern usw. sollen im Kanton Bern rauchfrei werden»:
Das fordert EVP-Grossrat Ruedi Löffel mit einem parlamentarischen
Vorstoss. Mit der Motion will der Projektleiter für Suchtprävention
des Blauen Kreuzes den bernischen Regierungsrat beauftragen, gesetzliche
Grundlagen zum Schutz der Nichtraucherinnen und -raucher auszuarbeiten.
Denn: «Die mit dem Passivrauchen verbundenen gesundheitlichen Gefahren
und Schäden sind allgemein bekannt und unbestritten», schreibt
der EVP-Grossrat. Im Tabakrauch seien bisher über 4000 Stoffe identifiziert
worden, von welchen mindestens deren 40 krebsfördernd seien. Eine
vorsichtige Schätzung des Bundes gehe davon aus, dass in der Schweiz
jährlich «mehrere hundert Nichtrauchende an den Folgen des
Passivrauchens sterben».
In Gastgewerbebetrieben seien besonders viele Menschen - Gäste wie
Angestellte - «in hohem Mass und sehr oft unfreiwillig» dem
Tabakrauch anderer ausgesetzt. Und: «Eine bedeutende Mehrheit der
rauchenden wie der nichtrauchenden Bevölkerung spricht sich deshalb
für den Ausbau des Schutzes vor unerwünschtem Passivrauchen
aus», stellt Löffel fest.
Mitunterzeichnet haben die Forderung Mitglieder von EVP, SVP, FDP, CVP,
Grünen und EDU. Die Antwort der Regierung steht noch aus. sgt
20 Minuten 14.5.04
Politiker will Rauchen in Berner Beizen verbieten
Berner Beizen sollen zur rauchfreien Zone werden. Das verlangt
EVP-Grossrat Ruedi Löffel. In seiner Motion fordert er auch ein radikales
Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden.

EVP-Grossrat Ruedi Löffel stinkts: Er sagt dem blauen Dunst in Berner
Restaurants und Hotels den Kampf an: «Die Beizen sind oft regelrechte
Raucherhöhlen», ärgert sich Löffel. Und: «Grosse
Teile der Bevölkerung wünschen sich einen Schutz vor unerwünschtem
Rauch.» Denn es sei unbestritten: «Passivrauchen gefährdet
die Gesundheit.» Deshalb feilt der Suchtfachmann vom Blauen Kreuz
zurzeit an einer Motion. Diese soll die Kantonsregierung beauftragen,
gesetzliche Grundlagen für rauchfreie Berner Beizen zu schaffen.
Nur in abgetrennten Bereichen – so genannten «Fumoirs»
– sollen Raucher weiterhin zum Glimmstängel greifen dürfen.
Genau hier sieht Casimir Platzer, Präsident von GastroBern, Probleme:
«Rund 70 Prozent der Berner Beizen sind zu klein, um Raucher und
Nichtraucher voneinander zu trennen.»
Grundsätzlich aber begrüsst es der Verband, dass nach einem
Vorstoss im Tessin nun auch in Bern über das Thema Rauchen diskutiert
wird.
Ruedi Löffel geht noch einen Schritt weiter: Auch aus öffentlichen
Gebäuden, wie Schulen oder Sportanlagen, will er die Raucher endgültig
verbannen.
Denise Schneitter
Online-Umfrage am 14.5.04 von 20 Minuten:
Ein Berner Politiker fordert ein Rauchverbot in allen Restaurants. Sind
Sie dafür?
Resultat bei über 300 Stimmenden: 59%
Ja : 41% Nein.
Hier finden
Sie die aktuellsten Medienberichte
zur Passivrauch-Debatte (ab 2010).
Hier finden Sie die neuere Medienberichte
zu den Debatten über meine Passivrauch-Vorstösse (bis Ende 2009).
Hier finden Sie Medienberichte
zu den Passivrauch-Debatten aus den Jahren 2006 bis 2009.
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