| hier finden Sie meine Vorstösse zum Passivrauchschutz,
die vom Bernischen Grossen Rat gutgeheissen wurden:
- Gastgewerbe
(13.9.06)
- öffentlich
zugängliche Innenräume (21.6.05)
Voraussichtlich im Verlaufe des Jahres 2009 wird das entsprechende kantonale
Gesetz endlich in Kraft treten.
Hier finden
Sie die aktuellsten Medienberichte
zur Passivrauch-Debatte (ab 2010).
Hier finden Sie die neuere Medienberichte
zu den Debatten über meine Passivrauch-Vorstösse (bis Ende 2009).
Hier finden Sie Medienberichte
zu den Debatten über meine früheren Passivrauch-Vorstösse.
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Berner Rundschau 18.02.09
Kein Barbetrieb
Fumoirs dürfen höchstens 60 Quadratmeter gross sein; Bedienung
ist nicht erlaubt. So sieht es die Verordnung zum Gesetz gegen Passivrauchen
im Kanton Bern vor. (...)
Lob und Kritik für Entwurf
(...) Rauchverbots-Initiant Ruedi Löffel begrüsst den Entwurf
der Verordnungen weitgehend. Der Berner EVP-Grossrat bemängelt jedoch,
insbesondere die Regeln für Fumoirs müssten präzisiert
werden. Entscheidend sei dabei, dass das Gesetz vom ersten Tag an konsequent
umgesetzt werde.
Gastrobern-Präsident Casimir Platzer steht dem Entwurf der Ausführungsbestimmungen
naturgemäss kritischer gegenüber. Er werde den Entwurf prüfen.
DRS Regionaljournal BE FR VS 17.02.2009, 17.30 Uhr
Umsetzung des Rauchverbots im Kanton Bern wird konkreter
(2:14).
Zum Beispiel darf die Gaststube nicht ein Fumoir sein. (Link).
Bund 12.02.09
Details bleiben umstritten
(...) Die Katze ist aus dem Sack und doch nicht. Volkswirtschaftsdirektor
Andreas Rickenbacher informierte gestern per Medienmitteilung darüber,
dass das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen auf den 1. Juli in Kraft
tritt. (...) die Details wird der Regierungsrat des Kantons Bern voraussichtlich
erst im April in der entsprechenden Verordnung festlegen.
Umstritten sind darin vor allem die Bestimmungen über die sogenannten
Fumoirs in Restaurants. Bereits im vergangenen September bei der Beratung
des Gesetzes im Grossen Rat präsentierte Rickenbacher erste Eckpunkte
der Verordnung. Diese sahen für die bedienten Fumoirs
vor, dass die abgetrennten Raucherräume höchstens
40 bis 60 Quadratmeter gross sein und höchstens ein Drittel
der Gesamtfläche des Restaurants ausmachen dürften. Dazu müssten
die Fumoirs über eine Lüftung und eine
automatische Türe verfügen; der Zutritt
für unter 18-jährige Personen wäre verboten.
Ausserdem wäre es untersagt, in den Fumoirs
Ausschankeinrichtungen zu betreiben. Auf Anfrage erklärte
Rickenbacher gestern, dass die Verordnung nach wie vor «in diese
Richtung» laufe. Er wolle aber noch keine Details bekannt geben,
weil bis im April die «interessierten Kreise» zum neuesten
Entwurf Stellung nehmen könnten.
Was heisst schon Lüftung?
Die möglichen Verordnungsbestimmungen sind aber entscheidend dafür
ob der Kanton Bern ein eher restriktives oder ein eher laxes Rauchverbot
in den Gaststätten erhalten wird. Entsprechend sagte Gastro-Bem-Präsident
Casimir Platzer auf Anfrage: «Es kommt darauf an, was zum Beispiel
mit Lüftung genau gemeint ist.» Im Kanton Solothurn gelte ein
Raum mit zwei Fenstern als ausreichend belüftet.
Viel wichtiger sei ihm aber, dass der Regierungsrat auf eine absolute
Flächenbegrenzung der Fumoirs verzichte. Für grosse Restaurants
sei es wichtig, dass sie nicht nur ein Fumoir von 40 Quadratmetern einrichten
dürften. Auch das vorgesehene Verbot einer Ausschankeinrichtung scheint
Platzer nicht sinnvoll. «Das schafft den Wirten nur betriebliche
Probleme.
Eine Bedienung wäre dann sehr aufwendig.» Grossrat
Ruedi Löffel von der EVP der vor vier Jahren mit seinen Motionen
die Gesetzgebung in Gang gebracht hatte und lieber ein noch restriktiveres
Gesetz gehabt hätte, sind genau diese Forderungen ein Dorn im Auge.
Auf Anfrage erklärte er: «Die EVP erwartet, dass die Flächenbeschränkung
für Fumoirs auf maximal 30 Prozent und auf höchstens 40 bis
50 Quadratmeter festgelegt wird.» Ausserdem will die EVP
laut Löffel, dass in
der Verordnung eine gute Belüftungsanlage mit entsprechendem Filter
vorgeschrieben wird und Personen unter 18 Jahren kein Zutritt gewährt
wird.
Berner Zeitung 6.1.09 Kanton Bern
Gegner gescheitert
Die Gegner des neuen kantonalen Gesetzes zum Schutz vor Passivrauchen
sind mit dem Referendum gescheitert: Bis zum Ablauf der Frist gestern
hat das "Komitee Rauchverbote Nein" laut Initiant Patrick Lohri
nur 4'170 Unterschriften gesammelt. Notwendig wären 10'000. Somit
wird das Rauchverbot voraussichtlich am 1. Juli in Kraft treten. Es gilt
in
öffentlich zugänglichen Innenräumen. In Restaurants
darf nur noch in belüfteten Fumoirs geraucht werden. drh
20 Minuten online 31.12.08
In Solothurn ist ausgeraucht
In Solothurner Restaurants und Bars heisst es ab Neujahr: «Rauchen
verboten». Und zwar auf die harte Tour. Rauchen ist nur in abgetrennten
Fumoirs erlaubt, Ausnahmeregelungen für kleine Gastbetriebe existieren
nicht. (...)
20 Minuten 31.12.08
Neues Gesetz als Anlass zum Aufhören
Voraussichtlich im kommenden Sommer tritt das Gesetz zum Schutz vor
Passivrauchen im Kanton Bern in Kraft. In allen öffentlichen Gebäuden
und Restaurants ist ab diesem Zeitpunkt Schluss mit Qualmen. Wege, wie
man zum Nichtraucher wird, gibt es viele. In einem Punkt sind sich die
Experten aber einig: «Ganz wichtig ist der innere Entscheid eines
Rauchers: Er muss damit aufhören wollen», sagt Marc Grosjean,
Apotheker in der Rathaus-Apotheke. Nikotinpflaster, Kaugummis oder andere
Medikamente würden sich aber ideal als unterstützende Massnahmen
eignen. (...)
Anm. lö: Also dann, viel
Erfolg!
TeleBärn NEWS 22.12.08 18.05 - 18.20 Uhr (Wh im Stundentakt)
Ende der Raucher-Hoffnung
Referendum gegen Beizen-Paffer-Verbot
gescheitert (Link)
sda 30.11.08 / FR / VS / VD
Drei weitere Kantone beschliessen Rauchverbote
Sitten/Lausanne/Freiburg - Rauchverbote in Gaststätten
und anderen öffentlichen Räumen sind in der Schweiz weiter auf
dem Vormarsch. Die Stimmberechtigten der Kantone Freiburg, Waadt und Wallis
entsprechende Regelungen beschlossen.
In allen drei Kantonen wurden Vorlagen gutgeheissen, die ein generelles
Rauchverbot in öffentlichen Räumen vorsehen. Abweichen vom Verbot
dürfen Gastwirte nur mit sogenannten Fumoirs,
das heisst abgeschlossenen, gut belüfteten und unbedienten
Raucherräumen. (...)
Gemäss Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) haben mittlerweile
elf Kantone in ihrer Gesetzgebung ein Rauchverbot verankert. Neben den
drei Kantonen vom Wochenende sind dies: Tessin, Basel-Stadt, Bern, Solothurn,
Uri, Zürich, Appenzell Ausserhoden und Graubünden. Ausser in
den Kantonen Jura und Appenzell Innerhoden läuft in den restlichen
Kantonen der Gesetzgebungsprozess oder es sind Volksinitiativen hängig.
20 Minuten 19.11.08
Fachstelle für Suchtprävention bekam Raucher-Post
BERN. Dem Komitee Rauchverbote Nein ist ein peinlicher
Fauxpas passiert: Es hat der Blue-Cocktail-Bar einen Unterschriftenbogen
gegen das Rauchverbot geschickt. Dumm nur, dass die Bar zum Blauen Kreuz
gehört.
Präventionsfachmann Ruedi
Löffel mit der Raucherinitiative. (hal)
Adressiert war die Post an die Fachstelle für Suchtprävention.
Präventionsexperte Ruedi Löffel kriegte darob zwar kein Husten-,
aber einen Lachanfall: «Das war eine Verzweiflungstat. Offenbar
hat das Komitee einfach alle Bars angeschrieben.» Für ihn ist
Passivrauchschutz einer der wichtigsten Punkte, um Jugendliche vom Rauchen
abzuhalten.
Berner Zeitung 13.11.08 / Freiburg
Klare und gemässigte Regeln
Der Staatsrat hat gestern seinen Gegenvorschlag zum Schutz vor
Passivrauchen verteidigt. (...) Er hofft, dass es nur wenige Fumoirs geben
werde.
(...) Ein Reglement, wie die Fumoirs aussehen dürfen, hat
der Staatsrat noch nciht erlassen. Für die Gesundheitsdirektorin
ist aber klar, dass in den Fumoirs nicht bedient
werden darf, auch nicht von den Patrons. (...)
Bernerzeitung.ch/Newsnetz 10.11.08
Rauchverbot im Bierhübeli erfolgreich
Im Bierhübeli sind seit 1. November alle Konzerte rauchfrei.
Die Massnahme wird positiv aufgenommen.
Die Feuerprobe hatte das Verbot am vergangenen Wochenende mit
gleich zwei ausverkauften Konzerten. «Auf gut 1'000 Besucher fanden
wir 2 Zigarettenstummel», erklärt Tom Metzger, Geschäftsführer
des Bierhübeli auf Anfrage. Er sei positiv überrascht, das Rauchverbot
entspreche einem Bedürfnis. (...)
Bund 8.11.08
Erste Strategie hat bereits versagt
Eine Unterschriftensammlung ist zwar im Gang. Ob es das Komitee
Rauchverbote-Nein aber schaffen wird, ist zweifelhaft. Für die Wirte
wird der Spielraum derweil enger.
Patrick Lohri sprüht nicht vor Zuversicht. Der Gründer
des Komitees Rauchverbote-Nein weiss, dass es schwierig wird, 10'000 Unterschriften
zu sammeln. So viele müsste er bis am 5. Januar haben, wenn das Referendum
gegen das Gesetz
zum Schutz vor dem Passivrauchen zustande kommen soll. Das Gesetz
war Mitte September vom Grossen Rat gutgeheissen worden. (...) Unabhängig
davon ist interessant, was hinter den Kulissen passiert. Wie aus zwei
Mitteilungen der letzten Wochen hervorgeht, ist Gastro Bern mit dem Lauf
der Dinge nicht zufrieden. (...)
Schon während der Debatte im September hatte nämlich Regierungsrat
Andreas Rickenbacher «erste Eckpunkte» aus dem Verordnungsentwurf
bekannt gegeben. Einer der entscheidenden: Die Grösse von Fumoirs
soll nicht nur in Bezug auf die Gesamtfläche des Betriebes (maximal
ein Drittel) definiert werden. Das hätte gemäss Kritikern zur
Folge, das grosse Betriebe gewissermassen Raucherrestaurants in Nichtraucherrestaurants
einrichten könnten. Die Grösse eines Fumoirs
soll deshalb auch in absoluten Zahlen limitiert werden. Rickenbacher
sagte, er könne sich eine maximale Grösse zwischen 40 und 60
Quadratmetern vorstellen. Der Volkswirtschaftsdirektor machte gestern
auf Anfrage klar, dass der Verhandlungsspielraum «nicht mehr gross»
sei. Eine absolute Grössenbeschränkung sei «unverrückbar».
«Nicht verhandelbar» sei auch der Punkt, dass Fumoirs nicht
als Raucherrestaurants mit eigenen Ausschankvorrichtungen betrieben werden
dürfen.
sda 16.10.08
Auch Neuenburg will kantonales Rauchverbot
Auch Neuenburg bereitet ein kantonales Rauchverbot in öffentlichen
Einrichtungen vor. Der Staatsrat möchte dieses im Gesundheitsgesetz
verankern.
In allen öffentlichen Einrichtungen würde demnach ein
Rauchverbot gelten. Ausnahmeregelungen sind für Hotelzimmer, Gefängniszellen
oder Spitäler vorgesehen. Restaurants, Bars und Diskotheken sollen
die Möglichkeit haben, Rauchsalons ohne Bedienung
einzurichten.
Dem Kantonsparlament werde in der Session vom 4. und 5. November eine
Revision des Gesundheitsgesetzes vorgelegt, in welcher die Anliegender
kantonalen Volksinitiative «Passivrauchen und Gesundheit»
aufgenommen würden,heisst es in einer Mitteilung. In allen Gebäuden
der Neuenburger Verwaltung sowie in allen Schulgebäuden gilt bereits
seit einem Jahr ein Rauchverbot.
Grauholz Zytig / Burgdorfer Tagblatt / Aemme Zytig 15.10.08
Vor allem Chance
Leserbrief zum Beitrag "Chancen und Ängste wegen Rauchverbot"
vom 8.10.08
Als Urheber der Vorstösse zum Passivrauchschutz ist es mir ein Anliegen,
eine Falschaussage im erwähnten Beitrag richtig zu stellen:Für
kleinere Betriebe (30 Sitzplätze / 80 Quadratmeter) und Klubhäuser
sind im Kanton Bern keine Sonderregelungen oder Ausnahmen vorgesehen.
Weil der Grosse Rat nicht nur meinem Vorstoss
für rauchfreie Gastrobetriebe, sondern auch demjenigen für
rauchfreie
Luft in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen zugestimmt
hat, umfasst das Berner Gesetz ausnahmslos alle Innenräume, die öffentlich
zugänglich sind. Nebst kleinen Beizen und Klubhäusern sind das
u.a. auch sämtliche Schulen, Versammlungslokale, Kinos, Einkaufszentren,
Dienstleistungsbetriebe, Heime, Spitäler, Sportanlagen und Stadien.
Die Angst vor Wettbewerbsverzerrung oder Rechtsungleichheit ist also unbegründet.
Ruedi Löffel, Münchenbuchsee
AP 3.10.08 / National- und Ständerat
«Am Willen der Bevölkerung vorpeipolitisiert»
Der Kompromiss für die Zulassung kleiner Raucherbeizen
ist unter Dach. (...)
Enttäuscht zeigte sich die Lungenliga Schweiz. Die Räte hätten
am Willen der Bevölkerung vorbei politisiert, teilte Geschäftsführerin
Corinne Zosso mit. Statt eines einheitlichen und wirksamen Schutzes vor
Passivrauchen bringe das verwässerte Gesetz Wettbewerbsverzerrung
und werde zu Umsetzungsproblemen führen. (...)
Das neue Gesetz, das auf eine parlamentarische Initiative von Ständerat
Felix Gutzwiller (FDP/ZH) zurückgeht, setzt einen Mindeststandard
beim Schutz vor Passivrauchen in der Schweiz.
In Gebäuden der öffentlichen Verwaltung sowie in
Spitälern, Schulen oder auch in Museen, Theatern und Kinos soll
künftig das Rauchen verboten sein. Restaurants
müssen abgetrennte und gut belüftete Raucherräume einrichten,
wenn Rauchen dort gestattet sein soll. Die Beizen unter 80 Quadratmetern,
in denen ohne Fumoir geraucht werden darf, müssen ebenfalls gut belüftet
und klar als Raucherbetrieb gekennzeichnet sein.
Zahlreiche Kantone haben bereits strengere Gesetze verabschiedet oder
stehen kurz davor. (...)
sda 28.09.08
Ja zu totalem Rauchverbot in Zürich
Das Rauchverbot in den Zürcher Restaurants kommt: Die Stimmberechtigten
haben die Initiative angenommen. Der Gegenvorschlag hatte keine Chance.
Damit darf in Restaurants künftig nur noch in abgetrennten Fumoirs
ohne Bedienung geraucht werden. (...)
sda 28.09.08
Basel-Stadt verbietet das Rauchen
In Basel-Stadt wird Rauchen in öffentlichen Lokalen verboten. Die
Stimmberechtigten haben eine Initiative der Lungen- und Krebsliga mit
27'427 zu 24'553 Stimmen angenommen. Rauchen darf man künftig nur
noch in unbedienten «Fumoirs» und im Freien. (...)
Berner Zeitung 18.09.08 und Bund 19.09.08 / RAUCHVERBOT
Schutz von Minderjährigen
Leserbrief zum Beitrag "Gastro Bern will mitreden"
vom 16.09.08
Zur Verbesserung des Jugendschutzes sind im Kanton Bern der Verkauf
und die Weitergabe von Tabak an Minderjährige untersagt. Weite
Teile der Bevölkerung sind sich darin einig, dass Kinder und Jugendliche
vom Rauchen abgehalten werden sollen. Folgerichtig will die Regierung
keine minderjährigen Gäste in Fumoirs. Dass dies dem Präsidenten
von Gastro Bern missfällt, wirft Fragen auf. Reicht es ihm nicht,
dass Angestellte zum Bedienen ins Fumoir geschickt werden? Sollen da auch
noch Minderjährige zum Rauchen verführt werden?
Ruedi Löffel, Grossrat EVP, Münchenbuchsee
Berner Zeitung 16.09.08 / RAUCHVERBOT
Gastro Bern will mitreden
Die Berner Wirte können mit dem Rauchverbot leben. Aber
die Verordnung zum Gesetz wird zu reden geben.
(...) "Auch die Verordnung muss vernünftig und verhältnismässig
sein", sagt Gastro-Bern-Präsident Casimir Platzer. (...)
Dass Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher im Grossen Rat angekündigt
hatte, Gäste unter 18 Jahren dürften Fumoirs nicht betreten,
missfiel ihm. (...)
Berner Zeitung 13.09.08
Kampf fürs Rauchen
In den Berner Beizen soll auch in Zukunft gepafft werden dürfen.
Ein Komitee ergreift das Referendum gegen das Gesetz.
Das Referendum kommt zu Stande, wenn bis Ende Jahr 10'000 Unterschriften
gesammelt werden. Casimir Platzer, Präsident von
Gastro Bern, hat bis gestern nichts gewusst von diesem Referendum. Er
glaube aber nicht, dass eine Mehrheit des Bernervolks
sich gegen das Rauchverbot aussprechen würde. UE
Bund 11.09.08 / Dölf Barben
Restaurants werden rauchfrei
Der Grosse Rat hat gestern dem Gesetz zum Schutz
vor Passivrauchen zugestimmt
Voraussichtlich ab nächstem Sommer ist das Rauchen
in öffentlich zugänglichen Räumen im Kanton Bern verboten.
Somit auch in Restaurants. Diese dürfen Fumoirs einrichten –
und darin Gäste bedienen. In diesem Punkt hat der Grosse Rat gestern
einen Meinungsumschwung vollzogen.
In Arztpraxen, Heimen und Spitälern, in Verkaufsgeschäften,
Einkaufszentren und Dienstleistungsbetrieben, in Kinos, Konzertsälen,
Museen und Theatern, in Versammlungslokalen, in Bildungsstätten und
Schulen, in Sportanlagen und Stadien, in Verwaltungsgebäuden und
auch in Gastgewerbebetrieben
soll das Rauchen verboten sein. Der bernische Grosse Rat hat gestern
das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen mit 97 zu 41 Stimmen bei 12 Enthaltungen
gutgeheissen. Das Gesetz wird voraussichtlich nächsten Sommer in
Kraft treten – vorausgesetzt, es wird kein Referendum ergriffen.
Dies dürfte nach der gestrigen Debatte nicht der Fall sein. Das Gesetz
als Ganzes war nicht mehr bestritten. Bereits in der ersten Lesung im
Juni hatte der Grosse Rat das Rauchverbot beschlossen. Umstritten war
gestern lediglich noch eine Frage, welche die Gastronomie betrifft: Darf
in Fumoirs, also in abgetrennten Raucherräumen, bedient werden oder
nicht? Im Juni war der Grosse Rat noch der Ansicht gewesen, eine Bedienung
sei nicht angezeigt – um das Personal vor dem Rauch der Gäste
zu schützen. Gestern nun hat sich das Blatt in diesem Punkt gewendet.
Der Grosse Rat hat den Antrag, Fumoirs dürften nur mit Selbstbedienung
betrieben werden, abgelehnt: mit 82 zu 66 Stimmen bei 3 Enthaltungen.
Abgezeichnet hatte sich dieser Meinungsumschwung bereits in der vorberatenden
Kommission: Diese hatte sich im Hinblick auf die zweite Lesung für
bediente Fumoirs ausgesprochen, wenn auch knapp.
«Wer mal muss, geht rasch raus»
Die Gegner von bedienten Fumoirs argumentierten gestern damit, es dürften
nicht Begriffe ad absurdum geführt werden. Antragsteller Hans Kipfer
(evp, Thun) sagte, ein Fumoir sei definitionsgemäss ein Raum zum
Rauchen. Wenn aber ein Drittel der Restaurantfläche als Fumoir deklariert
werde und darin auch gegessen und getrunken werden dürfe, sei das
nicht mehr ein Fumoir, sondern ein bedientes Raucherrestaurant. Patric
Bhend (sp, Thun) sagte es so: Ein Fumoir dürfe nicht zur Raucherbeiz
innerhalb der Nichtraucherbeiz werden. Sonst stelle sich unter Kollegen,
die zusammen in den Ausgang gehen, wieder die Frage, ob man sich nun in
den Nichtraucherteil oder ins Fumoir setze. Ruedi
Löffel (evp, Münchenbuchsee), der mit seinen Vorstössen
die ganze Raucherdebatte in Gang gebracht hatte, sprach auch über
Definitionen und Zukunftsvorstellungen: In Restaurants «trifft man
sich grundsätzlich rauchfrei – und wer mal muss, geht rasch
raus oder ins Fumoir». Dass es «in solchen Fumoirs»
keine Bedienung brauche, sei selbstverständlich. (...)
Nicht beliebig grosse Fumoirs
Dass sich gestern schliesslich doch eine deutliche Mehrheit des Grossen
Rats für bediente Fumoirs aussprach, könnte auch damit zusammenhängen,
dass die Verordnung zum Gesetz bereits Konturen anzunehmen beginnt. Im
Juni lag diesbezüglich noch vieles im Dunkeln. Insbesondere war nicht
klar, wie gross Fumoirs schliesslich sein dürfen. Gestern nun gab
Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher erste Eckpunkte des Verordnungsentwurfs
bekannt. So sollen Fumoirs nicht beliebig gross gestaltet werden können:
Sie dürfen nicht grösser als 40 bis 60 Quadratmeter sein und
nicht mehr als einen Drittel der Gesamtfläche eines Gastbetriebs
ausmachen.
Rickenbacher sagte auch, Raucherräume müssten nicht nur über
eine eigene Lüftung, sondern auch über eine automatische Tür
verfügen. Ebenso dürfe ein Fumoir nicht über Ausschankeinrichtungen
verfügen, also nicht als Raucherrestaurant geführt werden. «Es
darf sich nicht dauerhaft Personal darin aufhalten», sagte er. Ausserdem
werde der Zutritt zu Fumoirs für unter 18-Jährige verboten sein.
Gemäss dem Volkswirtschaftsdirektor wird der Vollzug «ganz
entscheidend» sein. Grundsätzlich aber liege ein Gesetz vor,
das einen umfassenden Schutz vor dem Passivrauchen biete – «ein
Gesetz mit Augenmass», sagte er.
Berner Zeitung Front 11.09.08
Schluss mit Rauchen
Bernerinnen und Berner werden künftig per Gesetz vor dem
Passivrauchen geschützt. Das Rauchverbot gilt auch in Restaurants.
Voraussichtlich ab Sommer 2009 ist im Kanton Bern das Rauchen in allen
öffentlich zugänglichen Innenräumen verboten – auch
in Restaurants. Der Grosse Rat hat gestern das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
mit 97 gegen 41. Stimmen bei 12 Enthaltungen verabschiedet. Ab wann genau
das Rauchverbot gilt, bestimmt der Regierungsrat. Der Zeitpunkt wird auch
davon abhängen, ob das Referendum ergriffen wird. Bislang ist aber
keines angekündigt.
Das Rauchverbot gilt in Verwaltungsgebäuden, Versammlungslokalen,
Bildungsstätten, Arztpraxen-Heimen, Spitälern, Verkaufsgeschäften,
Dienstleistungsbetrieben, Kinos, Konzertsälen, Museen, Theatern,
Sportanlagen und Stadien.
In Restaurants darf nur noch in abgeschlossenen Räumen mit einer
separaten Lüftung - sogenannten Fumoirs – geraucht werden.
Umstritten war im Grossen Rat bis zuletzt, ob die Gäste in diesen
Fumoirs bedient werden dürfen oder nicht. (…)
Wer das Rauchverbot missachtet, wird mit einer Busse von 40 bis 2000 Franken
bestraft. Bussen von 200 bis 20000 Franken drohen denjenigen, welche für
einen öffentlich zugänglichen Innenraum verantwortlich sind
und das Rauchverbot nicht umsetzen. Die Kontrolle obliegt den Gemeinden.
Berner Rundschau 11.09.08 / Passivrauchen
Gäste in Fumoirs werden bedient
Ab Mitte nächsten Jahres gilt das neue Schutzgesetz in
öffentlichen Räumen. In Fumoirs dürfen die Beizer ihre
Gäste bedienen, entschied gestern der Grosse Rat. Im Gegenzug blieb
ein Antrag für «kleine Raucherbeizli» ohne Chance.
(...)
Sturmlauf der Personalschützer
Für die zweite Lesung hatte die vorberatende Kommission mit Stichentscheid
ihres Präsidenten Ueli Spring (BDP/Lyss) eine Kehrtwende gemacht.
Wie der Regierungsrat seit Beginn, beantragte sie neu, dass die Gäste
in den Fumoirs bedient werden dürfen. Dagegen liefen gestern Antragsteller
aus den Reihen von EVP, EDU, SP und Grünen Sturm: Hans Kipfer (EVP/Thun)
brachte die Meinung der Bedienungs-Gegner auf den Punkt: «Fumoirs
sind Räume zum Rauchen und keine für Essen und Trinken.»
Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) doppelte nach: «Fumoirs
sind vergleichbar mit WCs: Wer muss, der verschwindet "hurti"
für ein paar Minuten.» (...).
Regierungsrat Andreas Rickenbacher (SP) bezeichnete das vorliegende Gesetz
als eines «mit Augenmass, das die verschiedenen Interessen berücksichtigt».
Die Frage der Bedienung in Fumoirs sei ein Detail. Rickenbacher verwies
dabei auch auf die Verordnung zum Gesetz. Der Vollzug sei einfacher mit
bedienten Fumoirs (vergleiche Kasten).
Die Abstimmung erfolgte unter Namensaufruf: Mit 66 zu 82 Stimmen bei 3
Enthaltungen lehnte der Rat dabei das von den Antragstellern verlangte
Bedienungsverbot ab. In der Schlussabstimmung passierte das Gesetz schliesslich
mit 97 zu 41 bei 12 Enthaltungen.
Blick am Abend 11.09.08 / BERN
JA zum Verbot
KOMPROMISS -> Der Grosse Rat stimmt dem Beizen-Rauchverbot
zu. Jetzt kommen die Fumoirs.
Für den Grossen Rat war am MIttwochabend schnell klar: In den Berner
Beizen darf vom nächsten Sommer an nicht mehr geraucht werden. (…)
Le Matin Bleu 11.09.08 / ACTUALITÉ
Fumée: c'est non sans dérogations
BERNE. Le canton interdit à son tour la fumée
dans les bâtiments publics. (…)
Journal du Jura 11.09.08 / Pierre-Alain Brenzikofer
Chic, on pourra quand même être servi dans les fumoirs...
Cette fois, le couperet est tombé! Par 97 voix contre
41 et 12 abstentions, le Grand Conseil a accept en deuxirne lecture la
loi sur le tabagisme passif. II sera désorrnais interdit de fumer
dans les bâtiments publics et les restaurants... sauf s'iIs disposent
d'un fumoir.
(…) Monika Barth a cité un garcon de café selon lequel
les fumeurs sont nettement plus généreux à l'heure
du pourboire. Ces gens perdront une partie de leur revenu si les fumoirs
ne sont plus desservis. Elle a surtout jugé pathétique l'argument
de l'Evangélique Ruedi Löffel, qui a comparé les fumoirs
avec les WC en estimant que dans les deux cas, il s'agissait d'assouvir
un besoin urgent... (…)
DRS Regionaljournal BE FR VS 10.09.2008, 17.30 Uhr
Schutz vor Passivrauchen - Rauchverbot in allen öffentlichen
Gebäuden und Restaurants (3:36)
Im Kanton Bern soll ab Sommer 2009 rauchen nur noch in bedienten Fumoirs
erlaubt sein. (Link).
sda 10.09.08
Rauchen in öffentlich zugänglichen Gebäuden wird verboten
Im Kanton Bern darf künftig in
öffentlich zugänglichen Gebäuden nicht mehr geraucht
werden. In Restaurants
können für Raucher abgetrennte Räume, sogenannte Fumoirs,
geschaffen werden. In diesen dürfen die Gäste bedient werden.
Bei der zweiten Lesung am Mittwoch hatte das Berner Kantonsparlament nur
noch über zwei strittige Punkte zu befinden. Die Frage, ob das Servicepersonal
auch in Fumoirs bedienen dürfe oder müsse, beantwortete der
Rat mit 82 zu 66 Stimmen bei 3 Enthaltungen mit Ja. Bei der ersten Lesung
in der Junisession hatte der Grosse Rat noch entschieden, das Personal
umfassender zu schützen und für unbediente Fumoirs votiert.
«Auch Raucher sind Gäste»
Die FDP-Fraktion machte sich für Bedienung in den Fumoirs stark.
Auch Raucher sollten gastfreundlich bedient werden, hiess es. Lorenz Hess
(Stettlen) verlangte namens der BDP-Fraktion eine «praktikable Lösung».
(...).
Schutz fürs Personal
Fumoirs seien keine Räume zum Essen, Trinken oder Sitzen, sondern
in erster Linie zum Rauchen, konterte der Thuner Hotelier Hans Kipfer
(EVP). Ausserdem wollten Gäste und Personal Selbstbedienung in den
Raucherräumen.
Mit einer Toilette verglich Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee)
das Fumoir: «Wer mal muss, verschwindet kurz.» Bedienung im
Fumoir sei deshalb unnötig. (...).
Im Sinne eines Interessenausgleichs zwischen dem Schutz des Personals
und den Interessen der anderen Gäste setzte sich Volkswirtschaftsdirektor
Andreas Rickenbacher (SP) wie auch die Kommission für bediente Fumoirs
ein.
Grundsätzlich liege ein gutes Gesetz vor; diese Detailfrage sei nicht
entscheidend. Der Vollzug sei bei bedienten Fumoirs einfacher.
Keine Ausnahmen für Kleinbetriebe
Der zweite umstrittene Punkt im Gesetz betraf die Frage, ob in kleinen
Restaurants oder Bars, denen es nicht zuzumuten ist, ein Fumoir einzurichten,
das Rauchen weiterhin möglich sein soll. Der Rat lehnte den Antrag
von Monika Barth (parteilos/Biel), die den kleinen Betrieben diese Erleichterung
gewähren wollte, ab. 94 Grossratsmitglieder stimmten Nein, 36 Ja.
Dies bei 15 Enthaltungen der FDP-Fraktion. (...).
Voraussichtlich ab 2009 in Kraft
Der Grosse Rat verabschiedete das Gesetz in der Schlussabstimmung deutlich
mit 97 zu 41 Stimmen bei 12 Enthaltungen. Es tritt voraussichtlich im
kommenden Jahr in Kraft. Das Gesetz verbietet das Rauchen in
öffentlich zugänglichen Innenräumen, beispielsweise
in Schulen, Kinos, Spitälern oder Arztpraxen. Wer das Rauchverbot
missachtet, muss mit einer Busse von 40 bis 2000 Franken rechnen.
ATS / 24 heures online 10.09.08
Berne interdit à son tour la fumée
Bâtiments publics | Le canton de Berne interdit
à son tour la fumée dans les bâtiments publics. Griller
une cigarette restera autorisé dans les restaurants pour autant
qu'ils disposent d'un fumoir. Il n'y aura aucune dérogation pour
les bars ou les petits cafés. La loi va entrer en vigueur l'année
prochaine. Il sera interdit de fumer dans les écoles, les hôpitaux,
les centres commerciaux, les salles de concert et les installations sportives.
Les communes contrôleront le respect de l'interdiction de fumer.
Celui qui viole cette interdiction sera puni d'une amende entre 40 et
2000 francs. Le propriétaire d'un bâtiment qui n'appliquerait
pas cette mesure écopera d'une amende de plusieurs milliers de
francs.
Fumoirs servis
Les débats ont essentiellement porté sur la question de
savoir si les fumoirs devaient être exploités en libre-service
ou s'ils devaient bénéficer d'un service. Sous l'impulsion
des radicaux, les députés ont finalement décidé
82 voix contre 66 que le personnel devait servir les clients dans les
locaux réservés aux fumeurs.
Plusieurs députés ont expliqué que pour des raisons
financières, les hôteliers et restaurateurs ne pouvaient
pas renoncer à servir des clients dans les fumoirs. A l'opposé,
Ruedi Löffel, du Parti évangélique,
a comparé un fumoir avec des toilettes estimant que dans les deux
cas, il s'agissait d'assouvir un besoin urgent.
Pour des questions d'égalité de traitement, le Grand Conseil
a refusé de permettre aux petits établissements qui ne seraient
pas en mesure d'aménager un local pour y installer un fumoir fermé
de demander une dérogation. La loi bernoise correspond aux dispositions
prises dans d'autres cantons comme le Tessin.
sda 02.09.08
Grosser Rat Waadt: Unbediente Fumoirs
Das Waadtländer Stimmvolk muss am 30. November über
zwei Passivrauch-Vorlagen befinden.
Das Kantonsparlament hat am Dienstag sowohl eine Initiative für ein
striktes Rauchverbot in öffentlichen Räumen als auch einen milderen
Gegenvorschlag angenommen.
Der Gegenvorschlag war vom Wirteverband
angeregt worden und will Gastwirten erlauben, geschlossene,
belüftete und nicht bediente Raucherräume
einzurichten. (…)
In der Schlussabstimmung setzten sich beide Vorlagen durch. Mit 89 gegen
28 Stimmen bei 12 Enthaltungen empfiehlt das Kantonsparlament den Waadtländern
sowohl die Initiative als auch den Gegenvorschlag zur Annahme.
Die Parlaments-Entscheide vorn Dienstag werden in einer Woche noch einmal
in zweiter Lesung beraten.
Berner Zeitung 26.08.08
Raucher stimmen Rauchverboten zu
(...) Das Verständnis für Rauchverbote steigt. Dies geht aus
der neusten Umfrage des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zum Tabakkonsum
hervor. 67% der 9'785 im letzten Jahr Befragten gaben an, Rauchverbote
in Restaurants, Cafés oder Bars eher oder sicher zu befürworten.
2005 waren es noch 62% gewesen. Unter den Rauchern betrug der Anteil der
Befürworter 41%. Am wenigsten Verständnis für rauchfreie
Restaurants haben die Deutschschweizer: 64% von ihnen sind eher
oder sicher für Rauchverbote. In der Romandie stehen 74%
der Befragten und im Tessin gar 85% hinter solchen Massnahmen.
Im Tessin stieg die Akzeptanz sogar noch, als im April 2007 ein Rauchverbot
in Restaurants in Kraft trat. 90% der Befragten gaben in der zweiten Jahreshälfte
an, mit der neuen Regelung zufrieden zu sein. Auch rauchfreie Diskotheken
stossen bei deren potenziellen Besuchern auf Zustimmung: 55% der Befragten
zwischen 14 und 34 Jahren gaben an, dies eher oder ganz zu befürworten.
Ziemlich selbstverständlich geworden sind inzwischen rauchfreie Arbeitsplätze:
82% der Befragten befürworten diese eher oder ganz.
Selbst Preiserhöhungen und Werbeeinschränkungen
finden Mehrheiten: 61% der Befragten befürworten eine Erhöhung
des Preises pro Zigarettenpäckchen auf über sieben Franken.
71% sind eher oder ganz dafür, Tabakwerbung auf die Verkaufsstellen
zu beschränken.
Dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren heutzutage Zigaretten kaufen
dürfen, stösst auf grosses Unverständnis. 87% der im zweiten
Semester 2007 Befragten gaben an, ein Kaufverbot für Minderjährige
zu befürworten. sda
Berner Rundschau 23.8.08 / Kanton Bern
«Augenmass und Vernunft»
Gastro Bern und das «Komitee für eine vernünftige
Nichtraucherpolitik» verlangen bediente Fumoirs. Der Grosse Rat
soll bei der zweiten Gesetzeslesung im September das Bedienungsverbot
korrigieren, wird verlangt. Bruno Utz
Das vom Grossen Rat im Juni bei der ersten Lesung im Gastwirtschaftsgesetz
verankerte Verbot, die Gäste in den für Raucher vorgeschriebenen
Fumoirs - das sind abgetrennte Räume mit separater Lüftung -
bedienen zu dürfen, schädige die Wirtschaftlichkeit der Betriebe.
«Und es ist nicht praktikabel», sagte gestern in Bern Casi
Platzer. Auch in unbedienten Fumoirs müsse jemand abräumen und
putzen, mahnte der Präsident von Gastro Bern, dem Arbeitgeberverband
der rund 4000 bernischen Restaurations- und Hotelbetriebe. «Die
Eigenverantwortung in der Branche hat nicht genügend gegriffen.»
Die Berner Wirte unterstützten deshalb einen vernünftigen Nichtraucherschutz
von Gästen und Mitarbeitenden. Der Kanton Bern solle sich aber der
Mehrheit der Kantone anschliessen, die bereits Rauchverbote beschlossen
haben. «Und diese erlauben, dass die Gäste in den Fumoirs bedient
werden dürfen», sagte Platzer (...)
Motionär Löffel setzt Fragezeichen
Grossrat Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) setzt ein Fragezeichen
hinter die Aussage, der Trend gehe Richtung bediente Fumoirs. «Viel
wichtiger wird jedoch sein, wie Fumoirs in der Verordnung zum Gesetz definiert
werden», sagt Löffel. Zusätzlich zur maximalen Fläche
müsse allenfalls eine maximale Sitzplatzzahl definiert werden. Sonst
könnten sehr grosse Betriebe Raucherhallen einrichten.
Bund 23.8.08
504 Personen befragt
Raucherbereiche seien aus Sicht des Personals sinnvoll: Auf diesen kurzen
Nenner lasse sich das Ergebnis der repräsentativen Studie zusammenfassen,
sagte der Politikwissenschaftler Urs Bieri vor den Medien. Das GFS-Institut
hatte 504 im Service tätige Personen zufällig ausgewählt
und ausserhalb der Betriebe befragt. Drei Viertel der Befragten erachteten
bediente Fumoirs als sinnvoll, sagte er. 66 Prozent würden bedingungslos
in einem Raucherbereich arbeiten, weitere 18 Prozent nur, wenn eine gute
Lüftung vorhanden ist. Lediglich 15 Prozent hätten sich dezidiert
dagegen ausgesprochen.
Bemerkenswert ist, dass 63 Prozent der Befragten selber rauchen. Die Raucherquote
in der Gesamtbevölkerung ist nur etwa halb so gross. Damit dürfte
zusammenhängen, dass sich eine Mehrheit des Servicepersonals durch
den Rauch der Gäste gar nicht (29 Prozent) oder eher nicht gefährdet
sieht (27 Prozent). Wird bei dieser Frage aber nur das nichtrauchende
Personal berücksichtigt, sieht es anders aus: 62 Prozent dieser Personen
betrachten den Rauch der Gäste als Gefahr für sich.
Angst vor Raucherhallen
Dass der Trend in Richtung bediente Fumoirs gehe, stimme nicht, heisst
es in einer Mitteilung von EVP-Grossrat Ruedi Löffel. In 13 von 19
europäischen Ländern, die bereits eine landesweite Regelung
kennten, seien bediente Fumoirs verboten. Und auch bei den Nachbarkantonen
sei der Trend anders. Löffel, der schon zahlreiche Vorstösse
zum Thema eingereicht hat, erachtet die Frage als «viel wichtiger»,
wie Fumoirs schliesslich definiert werden. Dass sie höchstens 30
Prozent der genutzten Betriebsfläche ausmachen dürften, scheine
Konsens zu sein; gleichzeitig müsse aber eine maximale, absolute
Fläche vorgeschrieben sein – sonst könnten einzelne grosse
Betriebe Raucherhallen einrichten. (db)
Am Problem vorbei befragt
- Kommentar von Dölf Barben
An der Studie, die von Gastro Bern gestern vorgestellt wurde, lässt
sich, was das methodische Vorgehen betrifft, kaum etwas aussetzen. Die
Profis um den Berner Politikwissenschaftler Claude Longchamp werden diesbezüglich
einwandfrei gearbeitet haben. An der Hauptaussage, wonach eine grosse
Mehrheit des Personals bediente Fumoirs befürwortet, gibt es deshalb
nicht viel zu rütteln.
Doch wie viel ist diese Erkenntnis wert? Nicht besonders viel: Gastro
Bern kann nun zwar mit Zahlen belegen, wie das Servicepersonal zum Einsatz
in Fumoirs eingestellt ist. Und politische Gegner, die im Namen des Servicepersonals
argumentieren wollen, werden dies nicht mehr so ohne Weiteres tun können.
Aber damit hat es sich.
Zur Frage, ob bediente Fumoirs tatsächlich sinnvoll sind –
was ja durchaus sein könnte –, trägt die Studie nicht
viel bei: Betroffenes Servicepersonal zu befragen, führt die ganze
Diskussion nämlich an einen wenig hilfreichen Punkt. Denn es kommt
etwa aufs selbe heraus, wie wenn Forstarbeiter befragt würden, ob
es sinnvoll wäre, mit kurzen Hosen, also ohne Schutzbekleidung, im
Wald zu arbeiten. Fragen, welche die Gesundheit
am Arbeitsplatz betreffen, müssen von anderen Instanzen beurteilt
werden. Nicht von den Betroffenen selber. Weshalb das so ist, zeigt
die Studie immerhin gleich selber: Eine Mehrheit des Servicepersonals
ist der Ansicht, die eigene Gesundheit werde durch den Rauch von Gästen
gar nicht oder eher nicht gefährdet. Dass jemand, der es so sieht,
die Arbeit im Rauch anders beurteilt als sensibilisierte Nichtraucher
oder Raucher, liegt auf der Hand.
Auf der Hand liegt ebenfalls, warum die Wirte der Meinung des Personals
in diesem Fall so viel Gewicht beimessen. Die Frage sei erlaubt, ob sie
die Resultate einer Lohnumfrage ebenfalls an einer Pressekonferenz vorgestellt
hätten.
Berner Zeitung 23.8.08
Das Personal macht mit
Die Berner Wirte wollen das Rauchverbot nicht mehr bekämpfen.
Aber unbediente Fumoirs kommen für sie nicht in Frage.
In der Septembersession wird der Grosse Rat noch einmal über das
Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen debattieren. Er wird nicht mehr darüber
streiten, ob der Kanton ein eigenes Rauchverbot einführen soll, bevor
der Bund so weit ist. Gastro Bern bekämpft das Verbot nicht mehr.
Jetzt geben sich die Berner Wirte schon zufrieden, wenn sie ihre Gäste
in abgetrennten Fumoirs bedienen dürfen. (...).
Neuer Streit in Sicht
Bereits zeichnen sich neue Differenzen zwischen Wirten und Grossrat Ruedi
Löffel (EVP, Münchenbuchsee) ab. Löffel, der die Debatte
lanciert hat, will in der Verordnung dafür kämpfen, dass ein
Fumoir «höchstens 30% der genutzten Fläche» eines
Restaurants umfassen darf. Platzer möchte lediglich festschreiben,
«dass einfach jeder Betrieb einen Nichtraucherbereich hat».
Susanne Graf
sda 22.8.08 / Kanton Bern
GastroBern will bediente Fumoirs
GastroBern, der Arbeitgeberverband für Restauration und
Hotellerie im Kanton Bern, will, dass das kantonale Gesetz über das
Passivrauchen bediente Fumoirs vorsieht.
(...) GastroBern plädiert vehement für diesen Weg,
zusammen mit einem Komitee «für eine vernünftige Nichtraucherpolitik»,
wie die Organisation am Freitag mitteilte. Der Nichtraucherschutz sei
auf eine «praktikable und verhältnismässige Art»
durchzusetzen, welche die Branche nicht weiter unter Druck setze.
Beim Personal stosse die Lösung auf hohe Akzeptanz, wie GastroBern
unter Verweis auf eine von ihm selbst in Auftrag gegebene Umfrage beim
Personal schreibt. 84% könnten sich vorstellen, in einem Raucherbereich
zu arbeiten und immer noch 74% erachteten diese Lösung als sinnvoll.
(...)
Anm. lö:
Die Einschätzung von GastroBern, dass der Trend in
Richtung bediente Fumoirs gehe, teile ich nicht. 13 von 19 europäischen
Ländern, die bereits eine landesweite Regelung zum Schutz
vor Passivrauch kennen, verbieten bediente Fumoirs. Dies Feststellung
ist wichtig, weil in Gastrokreisen stark aus touristischer Sicht argumentiert
wird.
Wenn die Nachbarkantone von Bern betrachtet werden, ist
sogar ein Trend in Richtung unbediente Fumoirs feststellbar: UR und SO
erlauben zwar bediente Fumoirs, haben jedoch beim Entscheid noch auf eine
einheitliche Bundeslösung gehofft. In FR, NE und VD gelangen nächstens
Initiativen zur Abstimmung, die analog zu GE gar keine Fumoirs zulassen
würden. In allen drei Kantonen schlägt die Regierung im Gegenvorschlag
unbediente Fumoirs vor. In Kanton VS hat das Parlament ebenfalls eine
Regelung mit unbedienten Fumoirs beschlossen.
Aus meiner Sicht viel wichtiger wird jedoch
sein, wie Fumoirs in der Verordnung zum bernischen Gesetz genau definiert
werden. Dass sie höchstens 30% der genutzten Fläche
ausmachen dürfen, scheint Konsens. Zusätzlich muss jedoch eine
maximale Quadratmeter-Fläche (ca. 30 bis 40 qm) oder allenfalls eine
maximale Anzahl Sitzplätze definiert werden. Andernfalls entstünden
die von der Gastrobranche immer wieder befürchteten Ungerechtigkeiten
und ungleich langen Spiesse, weil einzelne sehr grosse Betriebe grosse
Raucherhallen einrichten könnten.
at 7.7.08
Gesetze zum Schutz vor Passivrauchen sind wirksam
Weniger Passivrauchen, weniger aktives Rauchen und weniger Herzkrankheiten:
dies lässt sich mit einem konsequenten Schutz vor Passivrauchen erreichen.
Zu diesem Schluss kam die Internationale Agentur für Krebsforschung
im Spezialbericht "Wirksamkeit einer rauchfreien Politik".
Umfassende Bestimmungen zum Schutz vor Passivrauchen an Arbeitsplätzen
einschliesslich der Gastrobetriebe
- vermindern deutlich die Belastung durch unfreiwilliges Mitrauchen,
- verringern die Atemstörungen bei Serviceangestellten,
- reduzieren den Zigarettenkonsum bei Rauchenden,
- bleiben ohne Einfluss auf den Umsatz von Restaurants und Bars,
- senken bei den Erwachsenen den Anteil der Rauchenden,
- vermindern Herzkrankheiten.
Der Spezialbericht wurde von einer internationalen Fachgruppe im Auftrag
der Internationalen Agentur für Krebsforschung IARC erstellt und
beruht auf dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens. Die Agentur
in Lyon ist eine Organisation der Weltgesundheitsorganisation.
Quelle: International Agency for Research
on Cancer, Smoke-Free Policies Effective, Says International Agency for
Research on Cancer, Press Release N° 189 30 June 2008 www.iarc.fr.
John Pierce and Maria Leon, Special Report: Policy. Effectiveness of smoke-free
policies, in: Lancet Oncology 2008; 9: 614-615
Bund 3.7.08 / Kanton Bern
Nun doch bediente Fumoirs?
Die vorberatende Grossratskommission vollzieht beim Gesetz
zum Schutz vor Passivrauchen eine Kehrtwende
(...) Am 10. Juni schien der Fall klar: Mit 80 zu 61 Stimmen hatte der
Grosse Rat ein Rauchverbot für alle öffentlich zugänglichen
Räume verabschiedet.
Nebst Schulen, Spitälern, Verkaufsgeschäften und Verwaltungsgebäuden
sind vor allem Restaurants davon betroffen. Erlaubt
bleibt in Gastbetrieben lediglich das Rauchen in abgetrennten Räumen
mit eigener Lüftung, so genannten Fumoirs. Umstritten war jedoch
die Frage, ob Gäste in diesen Fumoirs bedient werden dürfen.
Das Kantonsparlament sprach sich mit 75 zu 68 Stimmen gegen einen Antrag
der FDP aus. Sie hatte verlangt, die Bedienung in Fumoirs sei ausdrücklich
zuzulassen.
«Kein einziges neues Argument»
Im Hinblick auf die zweite Lesung des Gesetzes zum Schutz vor Passivrauchen
in der Septembersession. ist die FDP nun auf diesen Punkt zurückgekommen
- und ist in der 17-köpfigen vorberatenden Kommission damit bereits
durchgedrungen.
Wie die Kommission gestern mitteilte, beantragt sie - mit Stichentscheid
des Präsidenten UeliSpring (bdp, Lyss) -, dass Gäste
in Fumoirs bedient werden dürfen.
Das kommt einer Kehrtwende gleich: Vor der ersten Lesung war die Kommission
noch anderer Meinung gewesen. Gründe für den Schwenker gibt
es hauptsächlich zwei: Laut Ueli Sprung ist es fraglich, ob das eidgenössische
Arbeitsgesetz eine solche kantonale Regelung überhaupt zulassen würde.
Weiter seien in anderen Kantonen, insbesondere im Nachbarkanton Solothurn,
bediente Fumoirs zugelassen. Eine gewisse Einheitlichkeit sei bei diesem
Gesetz sicher förderlich, sagte er.
Ob die Änderung im Grossen Rat eine Chance haben wird, ist eine andere
Frage. Während in der Kommission die Enthaltung eines Mitglieds ausreichte,
um das Ergebnis umzukehren, dürfte es Im Parlament schwieriger werden,
das Resultat zu drehen. Ruedi Löffel (evp, Münchenbuchsee),
der seit Langem für rauchfreie Restaurants kämpft, sieht «kein
einziges neues Argument». Es sei eine Trotzreaktion der Freisinnigen.
Er hoffe, der Grosse Rat werde bei seinem Beschluss bleiben. Löffel
räumte ein,
dass die Frage der Bedienung für ihn nicht mehr den allergrössten
Streitwert besitzt. «Fast wichtiger»
sei, wie die Fumoirs in der Verordnung definiert würden. Dürften
sie einen bestimmten Teil der Fläche eines Betriebes ausmachen, könnten
grosse Betriebe richtige «Raucherhallen» betreiben. Löffel
will sich bei Bedarf für eine limitierende, absolute Grösse
einsetzen. «Fumoirs
müssen klein sein», sagte er. (....)
sda 2.7.08 / Kanton Bern
In Fumoirs darf bedient werden
Wenn dereinst im Kanton Bern Rauchen in den Gaststätten
verboten ist, sollen rauchende Gäste in den Fumoirs dennoch bedient
werden dürfen. Dieser Meinung ist nun die vorberatende Kommission
des Grossen Rats.
Damit hat die vorberatende Grossratskommission vor der zweiten Lesung
des Gesetzes über das Passivrauchen eine Kehrtwende vollzogen. Sie
nimmt nun die gleiche Haltung wie der Regierungsrat ein. Der Grosse Rat
entscheidet diese Frage in der zweiten Lesung in der Septembersession,
teilte der Kanton Bern am Mittwoch mit.
Diese Kehrtwende ist allerdings eher ein Zufallsprodukt, wie Kommissionspräsident
Ueli Spring (SVP/Lyss) auf Anfrage klar macht. (...)
In erster Lesung für Selbstbedienung
In der ersten Lesung des Gesetzes über den Schutz vor dem Passivrauchen
folgte das Kantonsparlament der Empfehlung seiner vorberatenden Kommission
und sprach sich für Selbstbedienung in den Fumoirs aus. Der Beschluss
fiel mit 75 zu 68 Stimmen. Der Grosse Rat wollte also das Servierpersonal
umfassend schützen.
Ob Gäste in den Fumoirs bedient werden dürfen, führte im
Rat zu längeren Diskussionen. Hotelier Hans Kipfer (EVP/Thun) sagte,
wenn Bedienung erlaubt werde, sei zu erwarten, dass viele Hoteliers einfach
ihre Bars zu Fumoirs erklären würden. (....)
Anm. lö:
Der Entscheid passt zum Hüst und Hot auf dem langen (Berner) Weg
zum Passivrauchschutz.
Da viele Rauchende eh nur kurz ins Fumoir gehen um ihre Nikotinssucht
zu befriedigen, ist er unverständlich. Der Schutz der Angestellten
vor Passivrauch wird dadurch etwas verschlechtert.
WICHTIGER wird sein, wie Fumoirs
in der Verordnung genau definiert werden.
In Anlehnung ans Tessin dürften sie m. E. nicht
mehr als 30% der genutzen Fläche und maximal 30 bis 40 Quadratmeter
gross sein. Anderfalls werden die von der Gastrobranche immer wieder
befürchteten Ungerechtigkeiten und ungleich langen Spiesse entstehen,
weil Grossbetriebe grosse Raucherhallen einrichten könnten.
Bieler Tagblatt 20.6.08 / Carte Blanche
Endlich rauchfrei
Rauchen macht krank und führt in vielen Fällen zum Tod. Tabakrauch
enthält mindestens 40 Krebs fördernde Stoffe. Würden Zigaretten
erst heute erfunden, wäre eine Zulassung zum freien Markt schlicht
undenkbar. An diesen Tatsachen gibt’s nichts zu rütteln.
Wer trotzdem rauchen will (oder muss), soll damit nicht andere belästigen
und gesundheitlich beeinträchtigen. Ein umfassender und wirksamer
Schutz vor Passivrauch in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen
– Beizen inklusive – ist längst überfällig
und eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Dies wird heute nur noch
von Einzelnen in Frage gestellt. Umso mehr erstaunt es, dass diese Woche
sowohl im Nationalrat wie auch im bernischen Grossen Rat eine möglichst
rasche und wirksame Umsetzung weiter verzögert wurde.
Bereits vor drei Jahren hat der Grosse Rat meine
Motion für saubere Luft in öffentlich zugänglichen Innenräumen
angenommen. Viele Menschen warten seither auf die Umsetzung. Vor allem
in der Jugendarbeit und in Schulen würden sich mit klaren Regeln
vielerorts langwierige Diskussionen erübrigen.
Ebenfalls im Juni 2005 scheiterte leider mein erster
Versuch für rauchfreie Restaurants am Stichentscheid des Präsidenten.
Erst ein gutes Jahr später stimmte die Mehrheit des Kantonsparlamentes
– beeindruckt vom klaren Volksentscheid im Kanton Tessin - meiner
Motion
für rauchfreie Beizen zu. Tausende von Gastro-Angestellten und
Gästen warten seither sehnlichst auf saubere(re) Luft.
In der Hoffnung, der Bund würde den Schutz vor Passivrauch gesamtschweizerisch
regeln, verzichtete der Kanton Bern vorerst auf ein eigenes Gesetz. Nun
ist klar, dass die eidgenössische „Lösung“ löchriger
sein wird als ein Stück Emmentaler Käse. Die Ausnahmeregelungen
sind ein Kniefall vor der Tabaklobby und verwässern das Anliegen
in nicht akzeptabler Weise. Deshalb hat der Grosse Rat diese Woche ein
kantonales Gesetz verabschiedet. Mit einem taktischen Schachzug ist ein
paar Uneinsichtigen noch eine Verzögerung um drei Monate gelungen.
Trotzdem kann sich die Bevölkerung des Kantons Bern voraussichtlich
ab Mitte 2009 auf einen besseren Schutz vor Passivrauch freuen.
Ruedi Löffel-Wenger ist Projektleiter Suchtprävention beim Blauen
Kreuz und EVP-Grossrat aus Münchenbuchsee.
MLZ online 20.6.08 Kanton Solothurn
Rauchzeichen aus Solothurn
Ab 2009 tritt im Kanton Solothurn das schärfste Rauchverbot
der Schweiz in Kraft. Daran ändert auch eine nationale Regelung,
auf die sich die Bundesparlamentarier noch nicht einigen konnten, nichts.
«Wir können nicht mehr warten, bis sich die in Bern einig sind»,
bringt Beat Pfluger, Leiter Rechtsdienst beim Gesundheitsamt, die Solothurner
Ausgangslage auf den Punkt. (...)
sda 18.6.08
Luzerner Regierung will Rauchverbot
Im Kanton Luzern sollen Restaurants und andere öffentlich
zugängliche Räume grundsätzlich rauchfrei werden.
Geraucht werden dürfen soll nur noch in abgetrennten, gekennzeichneten
und belüfteten Fumoirs.
Der Regierungsrat zieht damit die Konsequenzen daraus, dass sich der Bund
mit einem wirksamen Gesetz schwer tut. (...)
Bieler Tagblatt 16.6.08 / Bund 17.6.08 / Berner Zeitung 20.6.08 - Ihre
Seite
Rauchverbot / Heisse Geliebte verbannt
Rauchverbot in Berner Beizen – Schutz oder Bevormundung
Mündiger?
Seit EVP-Grossrat Ruedi Löffel im Juni 2005 den ersten Vorstoss
zum Schutz vor dem Passivrauchen in öffentlichen Räumen
einreichte, wurden entsprechende Gesetze in den Kantonen Tessin, Genf,
Solothurn, Graubünden, Appenzell, Uri und St. Gallen eingeführt.
Jetzt fand sich für den längst fälligen Schutz vor dem
Passivrauchen sogar im Grossen Rat in Bern eine Mehrheit.
Da auf nationaler Ebene ein Referendum droht, ist der Entscheid für
den Kanton Bern besonders wichtig. Dank der Verzögerungstaktik von
FDP und SVP kommt es zwar noch zu einer zweiten Lesung, ich bin jedoch
guten Mutes, dass die gesundheitlichen Aspekte und der gesunde Menschenverstand
definitiv über die Behauptungen der Gastroverbände siegen werden.
Pascal Lerch, Münchenbuchsee
BZ-Talk auf TeleBärn 12.6.08 ab 19.30 Uhr im Stundentakt
Nichtraucherschutz: Der Streit ums Rauchverbot

Klaus Künzli, Grossrat FDP und Ruedi Löffel,
Grossrat EVP
Das Gespräch wurde geleitet von Markus Eisenhut, Chefredaktor
Berner Zeitung BZ
sda 11.6.08
Bundesgesetz löst sich in Rauch auf
Im Kampf gegen Passivrauchen sollen Kantone strengere Regeln
erlassen dürfen als der Bund. Mit diesem Entscheid hat der Nationalrat
sein eigenes Gesetz zur Makulatur gemacht.
Bisher haben alle Kantone, die ein Rauchverbot in Restaurants kennen,
strengere Richtlinien im Kampf gegen Passivrauchen erlassen, als per Bundesgesetz
geregelt werden soll. Der Nationalrat will nun, dass dies auch künftig
möglich ist und den Kantonen entsprechende Freiheiten gewähren.
(...) Während der Ständerat das Rauchen nur noch in abgetrennten
Fumoirs zulassen will, möchte die grosse Kammer
auch Raucherrestaurants zulassen, und zwar dort, wo keine Fumoirs
eingerichtet werden können. Dies hat der Nationalrat am Mittwoch
mit 94 zu 86 Stimmen beschlossen. (...)
Berner Zeitung / Thuner Tagblatt / Berner Oberländer / Bieler Tagblatt
11.6.08
Für ein strenges Rauchverbot
Der Grosse Rat will die Bernerinnen und Berner vor dem Passivrauchen
schützen. Er hat gestern ein weit gehendes Rauchverbot beschlossen
– sogar mit unbedienten Fumoirs. Definitiv ist dies aber noch nicht,
es gibt eine zweite Lesung.
Fast drei Stunden debattierte der Grosse Rat gestern über den Schutz
vor dem Passivrauchen. In der Schlussabstimmung wurde das Gesetz schliesslich
mit 80 gegen 61 Stimmen bei 4 Enthaltungen gutgeheissen. Dieses wird das
Rauchen
in öffentlich zugänglichen Innenräumen verbieten. Dies
betrifft Verwaltungsgebäude, Versammlungslokale, Bildungsstätten,
Arztpraxen, Heime, Spitäler, Verkaufsgeschäfte, Dienstleistungsbetriebe,
Kinos, Konzertsäle, Theater, Sportanlagen und Stadien.
In Restaurants
darf nur noch in abgetrennten, belüfteten Fumoirs geraucht werden.
Der Rat beschloss gar, dass dort nicht serviert werden darf. Damit ging
er weiter als die Regierung und andere Kantone, die Rauchverbote beschlossen
haben.
Für ein kantonales Rauchverbot: (v.l.) Initiant
Ruedi Löffel (EVP), Regierungsrat Andreas Rickenbacher (SP) und Kommissionspräsident
Ueli Spring (SVP).
Weg zum Ziel umstritten
Die Damen und Herren Grossräte waren sich einig darin, dass Rauchen
und Passivrauchen der Gesundheit schaden. Umstritten war, wie die Bernerinnen
und Berner davor geschützt werden sollen. SP, Grüne, EVP, EDU
und Teile der SVP sprachen sich dafür aus, nicht weiter auf den Bund
zu warten und mit dem kantonalen Verbot vorwärts zu machen. Die Gesetzesarbeiten
auf Bundesebene seien blockiert und würden dies noch länger
bleiben, weil sich National- und Ständerat nicht einig seien, argumentierten
sie. Zudem sei das Referendum angedroht worden. «Es
geht noch mindestens zwei Jahre, bis auf Bundesebene eine Lösung
vorliegt», sagte Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee). Er
hatte einst mit zwei Motionen das Rauchverbot auf Kantonsebene lanciert.
(...) Die Mehrheit fand, dass es auf Bundesebene zu wenig rasch vorwärts
gehe, und beschloss ein kantonales Gesetz. Dieses beinhaltet indes eine
Klausel: Der Regierungsrat setzt dieses Gesetz und die Änderungen
im Gastgewerbegesetz ausser Kraft, sobald entsprechende Bundesvorschriften
gelten.
Streitfrage Fumoirs
(...) Am umstrittensten war die Frage, ob in Fumoirs bedient werden darf
oder nicht. Die FDP-Vertreter wiesen darauf hin, dass diese Frage nur
vom Bund via Arbeitsgesetz geregelt werden könne. Dieser Argumentation
schloss sich auch Regierungsrat Andreas Rickenbacher (SP) an.
Vor allem SP und EVP widersetzten sich dem aber. Dies vor allem mit dem
Argument, dass Zweifel darüber bestünden, ob die betroffenen
Angestellten ihr Einverständnis dazu wirklich freiwillig und ohne
Druck geben könnten. Zudem sei in den Fumoirs eine Bedienung gar
nicht nötig. Mit 75 gegen 68 Stimmen bei 1 Enthaltung beschloss der
Grosse Rat schliesslich, dass Fumoirs nur mit Selbstbedienung betrieben
werden dürfen.
Doch noch Sieg für die FDP
Am Schluss der Debatte fuhr die FDP mit Hilfe der SVP aber doch noch einen
Sieg ein: Sie kam mit ihrem Antrag auf eine zweite Lesung durch. Zwar
stimmten 78 Grossräte dagegen, doch mit 63 Stimmen erzielte der Antrag
mehr als die notwendigen 50 Stimmen. Da konnten SP, Grüne und EVP
noch so vehement dagegen sprechen und der FDP Verzögerungstaktik
vorwerfen. Somit wird sich der Grosse Rat im September nochmals mit dem
Gesetz befassen. Rickenbacher rechnet damit, das Gesetz bis Mitte 2009
in Kraft setzen zu können. Dominic Ramel
Berner Rundschau / Grenchner Tagblatt / MLZ 11.6.08
In einem Jahr ist das Gesetz in Kraft
Rauchverbot Parlament segnet das Gesetz zum Schutz vor
Passivrauchen in erster Lesung ab
Soll das Personal die Gäste in den Fumoirs bedienen dürfen
oder nicht? Diese Frage beschäftigte den Grossen Rat beim Gesetz
zum Rauchverbot in Gastwirtschaftsbetrieben
am stärksten. Vergeblich verlangte die FDP eine Übergangsfrist
von zwei Jahren.

KONTRAHENTEN Marianne Staub und Adrian Hass (r.) hatten
gestern das Heu nicht auf der gleichen Bühne wie Ruedi Löffel.
Dass die bürgerlichen von FDP und SVP am liebsten kein kantonales
Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen möchten, zeigte sich gestern
bereits bei der Eintretensdebatte. «Wir wollen keine unterschiedlichen
Lösungen», brachte Sprecherin Marianne Staub (Thun) die Haltung
der FDP auf den Punkt. Der Nationalrat berate noch diese Woche das eidgenössische
Gesetz. (Das kantonale Gesetz tritt übrigens ausser Kraft, wenn ein
entsprechendes Eidgenössisches gilt.)
Sukkurs erntete Staub seitens der SVP, klare Ablehnung von allen anderen
Fraktionen. Johanna Schlegel (Grüne/Burgdorf): «Ein erneuter
Kniefall vor der Raucherlobby wäre unverständlich.» «Jetzt
können wir dem langen Warten ein Ende bereiten», sagte EVP-Sprecher
Ruedi Löffel (Münchenbuchsee). Und Markus Kronauer (EDU/Burgdorf)
doppelte nach: «Jetzt ist Handeln angesagt.» Der Rat trat
mit 84 zu 38 Stimmen auf das Gesetz ein und lehnte eine zwei Lesungen
mit 75 zu 57 Stimmen ab. Doch dazu am Schluss mehr.
(...) Heftiger debattierte der Rat die von der vorberatenden Kommission
beantragte Pflicht zur Selbstbedienung in den von den Restaurateuren zu
schaffenden Fumoirs - das sind abgetrennte Räume mit eigener Lüftung.
(...) Mit 75 zu 68 Stimmen obsiegte jedoch der Kommissionsantrag und damit
darf das Person die Gäste in den Fumoirs nicht bedienen.
Wirte brauchen Übergangsfrist
Ein weiteres Gefecht trugen die Akteure im Rahmen der von der FDP verlangten
Übergangsfrist von zwei Jahren aus. Zuwarten mit der Inkraftsetzung
erlaube den Wirten, ein Fumoir einzurichten. Die Gegner führten ins
Feld, die Wirte könnten ihren Betrieb von heute auf morgen rauchfrei
organisieren. Das sah auch die Mehrheit des Rates so: Mit 65 zu 80 Stimmen
lehnte er eine Übergangsfrist ab. Weil bei einem Rückkommen
für eine zweite Gesetzeslesung lediglich ein Quorum von 50 Stimmen
gilt, gewannen die Antragsteller in diesem Punkt. Der Rat wird also im
September erneut über das Gesetz beraten. In der Schlussabstimmung
nahm dieses mit 80 zu 61 Stimmen und 4 Enthaltungen die erste Hürde.
Update
Eine Motion
von Ruedi Löffel (EVP) löste im September 2006 das kantonale
Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen aus. Im November 2007 trat der Grosse
Rat darauf ein, verschob aber die Beratung zugunsten einer sich damals
abzeichnenden Bundeslösung. In der Wintersession 2007 verwässerte
der Nationalrat das eidgenössische Gesetz wesentlich. Der Ständerat
beschloss im März 2008 ein mit dem Kanton Bern weitgehend konformes
Gesetz. Jetzt ist wieder der Nationalrat am Zug. Zudem drohen nationale
SVP-Kreise mit dem Referendum. (uz)
Die Bestimmungen
Das kantonale Passivrauchgesetz verbietet das Rauchen in öffentlich
zugänglichen Innenräumen. Dazu gehören neben den Beizen
auch Heime, Spitäler, Arztpraxen, Versammlungslokale, Schulen, Sportanlagen,
Stadien und Verwaltungsgebäude. Beizen können so genannte Fumoirs
einrichten. Vorgesehen ist Selbstbedienung. Die Kontrolle, ob das Gesetz
eingehalten wird, obliegt den Gemeinden. Wer das Rauchverbot missachtet,
kann mit einer Busse von 20 bis 2000 Franken bestraft werden. Für
Raumverantwortliche drohen gar Bussen von 200 bis 20 000 Franken. (uz)
Bund 11.6.08
Berner Beizen werden rauchfrei
Der Grosse Rat will nicht auf eine Bundeslösung
warten und beschliesst ein striktes Rauchverbot
Voraussichtlich ab 1. Juli nächsten Jahres darf in Sportanlagen,
Verwaltungsgebäuden, Schulen, Kinos, Konzertsälen oder Geschäften
nicht mehr geraucht werden. Restaurants dürfen zwar Raucherräume
einrichten, in diesen gibt es aber keine Bedienung.
Nichtraucher können durchatmen, für Raucher wird es hingegen
eng im Kanton Bern. Der Grosse Rat hat gestern mit 80 zu 61 Stimmen ein
Rauchverbot
für alle öffentlich zugänglichen Innenräume verabschiedet.
Darunter fallen Heime und Spitäler genauso wie Reisebüros, Coiffeursalons,
Theater oder Schulen. Die grössten Veränderungen bringt das
Verbot für das Gastgewerbe.
In Restaurants oder Bars darf ebenfalls nicht mehr geraucht werden. Erlaubt
bleibt das Rauchen aber im Freien oder in abgetrennten Räumen mit
eigener Lüftung. Um das Personal vor dem Passivrauchen zu schützen,
gilt in diesen Fumoirs jedoch Selbstbedienung.
Cognac in Selbstbedienung
Inhaltlich wurde gestern im Grossen Rat nur noch über Details gestritten.
Die bürgerlichen Parteien verlangten bediente Fumoirs. (...) Zusammen
mit EDU und EVP lehnte die Linke den Antrag jedoch mit 75 gegen 68 Stimmen
ab. «Auch Raucher sitzen lieber im Nichtraucherteil und gehen für
eine Zigarettenpause ins Fumoir. Dafür braucht es keine Bedienung»,
sagte Ruedi Löffel, EVP-Grossrat und Vater
des Rauchverbots. Auch eine lange Übergangsfrist, wie sie
die FDP forderte, lehnte die Mehrheit ab. Das Rauchverbot soll laut Volkswirtschaftsdirektor
Andreas Rickenbacher (sp) am 1. Juli 2009 in Kraft treten.
Zunächst muss der Grosse Rat das Gesetz aber noch in zweiter Lesung
behandeln – obschon es keine offenen Fragen mehr gibt. Die FDP beharrte
darauf und wurde von der SVP unterstützt. Zwar lehnte das Parlament
eine zweite Lesung mit 78 zu 63 Stimmen ab, da für einen solchen
Antrag aber lediglich 50-Ja-Stimmen nötig sind, kommt es im September
dennoch erneut zu einer Debatte. (...)
DRS Regionaljournal BE FR VS 10.6.2008, 17.30 Uhr
Berner Restaurants wahrscheinlich bald rauchfrei (3:33)
Das Berner Kantonsparlament ist sich im Grundsatz einig - im Herbst findet
noch eine Detailberatung statt. (Link).
O-Ton ab 0:52: "dr Uslöser für d'Roucherdebatte hüt
im Kantonsparlamänt isch dr EVP-Grossrat Ruedi Löffu gsi. Är
het mit sine Vorschtöss us de Jahr 2005 u 2006 am Rouke i öffentleche
Rüüm dr Kampf agseit...".
Bund 5.6.08
«Schlüssel» öffnet Türen
Das Hotel und Restaurant Goldener Schlüssel an der Rathausgasse
ist komplett saniert worden. Das Ehepaar Troxler betreibt seit 25 Jahren
den vielleicht ältesten Gasthof Berns. Am Montag wird der «Goldene
Schlüssel» nach sechsmonatiger Sanierung wieder eröffnet.
(...) In Sachen Schweizer Küche bleibt aber nicht alles beim Alten:
Neu geht es Troxlers um die Wurst; sie bieten sechs Schweizer Würste
an, die man in Bern nur im «Goldenen Schlüssel» bekommt.
(...) Ausserdem ist auch das Restaurant nun rauchfrei.
(...)
Berner Zeitung 3.6.08 / RAUCHVERBOT
FDP wollte vertagen
Der Grosse Rat will das Rauchverbot jetzt behandeln. Den Antrag
der FDP, die das Geschäft verschieben wollte, lehnte er ab.
Er wollte dem Grossen Rat «einen Leerlauf ersparen». Damit
begründete Adrian Haas (FDP, Bern) gestern einen Ordnungsantrag.
Die FDP wollte die Debatte über das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
auf die nächste Session verschieben. Auf nationaler Ebene sei noch
zu viel unklar, vor allem auch die Frage, ob die Kantone überhaupt
die Kompetenz behalten würden, eigene Lösungen zum Schutz vor
dem Passivrauchen zu beschliessen.
«Sturheit und Ignoranz»
Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee) hatte kein Verständnis
für das Anliegen der Antragsteller, er warf ihnen vielmehr «Sturheit
und Ignoranz» vor und verdächtigte sie, «der Tabaklobby
zuzudienen». Der FDP gehe es nicht darum, eine Lösung zu suchen,
sondern eine solche zu verhindern und zu sabotieren. Wie die EVP wollten
auch EDU, SP und Grüne das Gesetz in der laufenden Junisession behandeln.
«Die Bevölkerung wartet auf eine Lösung», sagte
Johanna Wälti-Schlegel (Grüne, Burgdorf). Sie fand es «unverantwortbar,
die Gastwirte weiter warten zu lassen», während die innovativen
unter ihnen längst Anpassungen vorgenommen hätten. Ins gleiche
Horn stiess Hans Kipfer (EVP, Thun), der kurz nach seiner Vereidigung
zum ersten Mal ans Rednerpult schritt. Der Hotelier sagte: «Wenn
der Bund nicht vorwärtsmacht, suchen wir Berner halt selber eine
Lösung, es gibt keinen Grund zu warten.»
Nur die SVP schlug sich auf die Seite der FDP. Aber der Antrag wurde mit
78 zu 60 Stimmen abgelehnt. Die Debatte wird also nächste Woche stattfinden.sgs
NZZ ONline 1.6.08
Uri verbietet das Rauchen in öffentlich zugänglichen Räumen
Im Kanton Uri darf in Gastgewerbebetrieben und anderen öffentlich
zugänglichen Räumen künftig nicht mehr geraucht werden.
Ausgenommen sind nur so genannte Raucherzimmer. Das neue Gesundheitsgesetz
wurde klar angenommen. (...)
(ap) Das neue Urner Gesundheitsgesetz wurde bei einer Stimmbeteiligung
von 36,1% mit 5391 Ja gegen 3552 Nein angenommen. Zum Schutz
der Bevölkerung vor dem Passivrauchen sieht es die Einführung
eines generellen Rauchverbots in allen allgemein zugänglichen Räumen
wie Gastwirtschaftsbetrieben und Verkaufsgeschäften vor. Vom Rauchverbot
in öffentlichen Räumen sind lediglich so genannte Raucherzimmer
ausgenommen. Zur Umsetzung der neuen Bestimmungen ist eine Übergangsfrist
von einem Jahr vorgesehen.
Uri folgt damit den Kantonen Tessin, Solothurn, Graubünden, Appenzell-Ausserrhoden,
St. Gallen und Genf, die ebenfalls ein generelles Rauchverbot in allen
öffentlichen oder öffentlich zugänglichen Räumen erlassen
haben. Im Wallis ist das Referendum gegen ein entsprechendes Gesetz ergriffen
worden, im Kanton Freiburg wird im Herbst darüber abgestimmt. In
zahlreichen weiteren Kantonen sind gleich lautende oder ähnliche
Bestimmungen in Vorbereitung.
Neu im Gesundheitsgesetz verankert ist auch ein Werbeverbot
für alkoholische Getränke und Tabakwaren auf Plakaten und ähnlichen
Werbeträgern. Wie in zahlreichen anderen Kantonen führt auch
Uri ein Verkaufs- und Abgabeverbot von Tabakprodukten
für Personen unter 16 Jahren ein. (...)
Berner Zeitung 29.5.08 Inland / St. Gallen
Rauchverbot gilt ab Oktober
Im Kanton St. Gallen darf in Restaurants ab 1. Oktober nur noch in geschlossenen
Fumoirs geraucht werden. Das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen wird
von der Regierung in Kraft gesetzt; die Referendumsfrist ist unbenutzt
vertstrichen. sda
Berner Zeitung 26.5.08 Ihre Seite
Zeitgemäss
Super, dass die Grossratskommission das Anliegen des vor bald drei Jahren
gutgeheissenen EVP-Vorstosses
umsetzen will. Die Mehrheit der Bevölkerung sehnt sich nach einem
Schutz vor Passivrauch in öffentlichen Räumen – Gastrobetriebe
eingeschlossen. Mit einem klaren Entscheid in der Junisession kann das
Kantonsparlament einen zeitgemässen Entscheid fällen, und das
Gesetz könnte Anfang 2009 in Kraft treten.
Sollte sich die Mehrheit der Grossräte mit Scheinargumenten gegen
einen Passivrauchschutz stemmen, bleibt die Möglichkeit der Initiative.
Das Volk wird es dann schon richten. Dies zeigen die Abstimmungen in den
Kantonen Tessin, Graubünden oder Solothurn mit bis zu 80 Prozent
Zustimmung. Auch viele Touristen, die aus Europa und Übersee anreisen,
werden ihren Teil dazu beitragen, dass die Forderung nach rauchfreien
Zonen zunimmt. Die Zeit ist reif, warum noch länger warten? Das Servicepersonal
dankt den Parlamentariern jetzt schon für einen positiven Entscheid.
Werner Fuchser Münsingen
20 Minuten online 19.5.08
Türkei: Harte Zeiten für Raucher
Ab heute heissts in der Türkei: Zigarette ausdrücken.
Das Land hat ein Rauchverbot für weite Teile des öffentlichen
Lebens eingeführt.
In geschlossenen Räumen von Büros, Einkaufszentren und in öffentlichen
Verkehrsmitteln sind Zigaretten nun verboten. Auch in Sportstadien und
auf Spielplätzen darf nicht mehr geraucht werden, wie türkische
Medien berichteten. Als geschlossene Räume gelten demnach auch Plätze,
die nur mit einem Sonnenschutz überdacht sind. Restaurants
und Bars bleibt eine Schonfrist bis Juni 2009.
Raucher sollen bei Verstössen nun Strafen in Höhe von 50 Türkischen
Lira (etwa 42 Franken) zahlen. Für Gaststätten sind Strafen
bis zu 5000 Lira vorgesehen. Gegen Tabakhersteller und Händler können
sogar Bussgelder bis zu 250 000 Lira verhängt werden.
Das Gesetz sieht auch Auflagen für den Verkauf
von Zigaretten und ein Werbeverbot
vor. Das Büro von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der
selber als strikter Nichtraucher gilt, hatte die neue Regeln nochmals
ausdrücklich klargestellt. Quelle: SDA/ATS
NEWS online 18.5.08
Hohe Feinstaubbelastung in Raucherlokalen
Bern - Raucherlokale weisen eine bis zu 33 Mal höhere Feinstaubbelastung
auf als Nichtraucherlokale. Dies zeigt die Lungenliga Schweiz im Vorfeld
der nationalrätlichen Debatte über den Schutz vor dem Passivrauchen
mittels einer Studie auf. (rr/sda)
(...) Gemäss der in 99 Betrieben erhobenen Studie liegt die durchschnittlich
gemessene Feinstaubkonzentration an Partikel mit einem Durchmesser kleiner
als 2,5 Mikrometer (PM2.5) bei 194,4 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.
Sie liegt somit rund achtmal höher als in einem Nichtraucherlokal,
wo 24,7 Mikrogramm gemessen wurden. (...)
Der höchste gemessene Wert betrug 828,5 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Das ist 33 Mal mehr als in Nichtraucherlokalen.
Medienmitteilung Kanton Bern 8.5.08
Schutz vor Passivrauchen wird in der Junisession 2008 behandelt
aid. Der Grosse Rat behandelt das Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen
in der Junisession 2008. Der Regierungsrat des Kantons
Bern hat den gemeinsamen Antrag mit der grossrätlichen Kommission
an den Grossen Rat verabschiedet. Es soll nur eine Lesung durchgeführt
werden. Damit könnten die neuen Vorschriften bereits anfangs 2009
in Kraft treten. Das bernische Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen sieht
vor, dass alle öffentlich
zugänglichen Innenräume wie Spitäler, Verkaufsgeschäfte
oder Verwaltungsgebäude rauchfrei werden. Für das Gastgewerbe
gilt grundsätzlich die gleiche Regelung. Geraucht werden darf noch
in abgetrennten, mit einer eigenen Lüftung versehenen Raucherräumen
und im Freien. Damit entspricht die Berner Lösung den Vorschriften,
die in vielen Ländern Europas und in anderen Kantonen, beispielsweise
im Tessin, eingeführt worden sind.
Medienmitteilung Kanton Bern 29.4.08
Kommission will umfassenden Schutz vor Passivrauchen einführen
Nachdem der Gesetzgebungsprozess auf Bundesebene ins Stocken
geraten ist, hat die Kommission des Grossen Rats die Detailberatung des
Gesetzes zum Schutz vor Passivrauchen abgeschlossen. Sie will im Kanton
Bern noch 2009 einen umfassenden Schutz vor Passivrauchen einführen,
der den Lösungen anderer Kantone wie Tessin, Solothurn oder Graubünden
entspricht.
An ihrer Sitzung vom 29. April 2008 hat die Kommission die Behandlung
des Themas weitergeführt. Aufgrund des Standes auf Bundesebene hat
die Kommission die Lage neu beurteilt. Sie hat die Beratung des kantonalen
Gesetzes abgeschlossen und beantragt dem Grossen Rat, das kantonale Gesetz
zum Schutz vor Passivrauchen in der Junisession in einer Lesung zu verabschieden.
Dies würde es ermöglichen, die Vorschriften
anfangs 2009 in Kraft zu setzen. (...)
Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates
25.4.08
Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates
hat im Zusammenhang mit der parl. Initiative „Schutz der Bevölkerung
und der Wirtschaft vor dem Passivrauchen“ die vom Ständerat
geschaffenen Differenzen beraten.
In Übereinstimmung mit dem Ständerat beantragt die Kommission
mit 12 zu 11 Stimmen bei 1 Enthaltung, dass eine Bedienung in Raucherräumen
(Fumoirs) möglich sein soll, präzisiert aber die Bestimmung
des Ständerates dahingehend, dass dafür ein ausdrückliches
Einverständnis der Arbeitnehmenden im Rahmen des Arbeitsvertrags
zu erfolgen hat.
Entgegen dem Ständerat hält die Kommission jedoch – ebenfalls
mit 12 zu 11 Stimmen – daran fest, dass Gastbetriebe und Nachtlokale
auf Bewilligung hin als Raucherbetriebe geführt werden können.
Der Ständerat hatte explizit im Gesetz verankert, dass die Kantone
strengere Vorschriften zum Schutz der Gesundheit erlassen können.
Mit 13 zu 11 Stimmen beantragt die SGK-N, diese Bestimmung zu streichen.
Mit 13 zu 11 Stimmen hält sie zudem daran fest, dass für Gastbetriebe
und Nachtlokale eine spezielle Übergangsfrist von zwei Jahren gelten
soll.
Anm. R. Löffel: Dieser Entscheid
ist ein Skandal und zeigt, dass viele BundesparlamentarierInnen
nicht wirklich die Interessen "des Volkes" vertreten. Damit
bleibt die Differenz zum Ständerat praktisch in vollem Umfang erhalten
und es ist damit zu rechnen, dass die Bereinigung noch einige Zeit in
Anspruch nehmen wird. Der Kanton Bern MUSS
nun mit der sofortigen Umsetzung des Passivrauchschutzes Druck auf die
eidgen. Räte machen.
Berner Zeitung 19.3.08 Kanton Bern
Rauchverbot im Rathaus
Der Grosse Rat nimmt das sistierte Rauchverbot vorweg: Ab sofort
ist das Rauchen im Rathaus während der Sessionen verboten.
Die Präsidentenkonferenz des bernischen Grossen Rates hat beschlossen,
ab sofort das Rauchen während der Sessionen im Rathaus zu Bern zu
verbieten. Wer seiner Sucht frönen will, muss dies künftig draussen
tun, das heisst im Innenhof oder vor dem Rathaus. In der Eingangs- und
in der Wandelhalle ist es nicht mehr erlaubt. Bereits bisher verboten
war das Rauchen im Grossrats- und im Regierungsratssaal sowie in den Sitzungszimmern.
(...)
Eher früher als später wird das Rauchverbot im Rathaus ohnehin
kommen. Denn voraussichtlich am 29.April wird die zuständige Grossratskommission
die Arbeiten am neuen kantonalen Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen (SchPG)
und am Passivrauchschutz-Artikel im kantonalen Gastgewerbegesetz wieder
aufnehmen. (...)
Das SchPG ist – im Gegensatz zum Rauchverbot in den Restaurants
– unumstritten und würde das Rauchen
in öffentlich zugänglichen Innenräumen verbieten. Das
betrifft insbesondere Verwaltungsgebäude, Versammlungslokale, Bildungsstätten,
Schulen, Arztpraxen, Heime, Spitäler, Verkaufsgeschäfte, Dienstleistungsbetriebe,
Kinos, Konzertsäle, Theater, Sportanlagen und Stadien. Dominic Ramel
DRS Regionaljournal BE FR VS 05.03.2008, 06.30, 07.30 und 08.00 Uhr
Ständerat verschärft Entwurf zum Anti-Rauch-Gesetz
(1:52)
Was dies für das (auf Eis gelegte) bernische Gesetz bedeutet. (Link).
MEDIENMITTEILUNG der EVP Kanton Bern 4.3.08
EVP fordert rasche Umsetzung des Passivrauchschutzes im Kanton Bern
Die EVP des Kantons Bern begrüsst den heutigen Entscheid des Ständerates,
den Passivrauchschutz weiter zu verbessern. Allerdings ist zu bemerken,
dass die hier nötige Differenzbereinigung zu Verzögerungen führt
und der Ausgang ungewiss ist. In jedem Fall kostet dies viel Zeit. Darum
favorisiert die EVP eine kantonale Lösung.
Wichtig ist insbesondere der Gesetzesartikel, der den Kantonen erlaubt,
weiter gehende Bestimmungen zum Schutz vor Passivrauch zu erlassen. Mit
dieser Klausel besteht nun auch im Kanton Bern kein Grund mehr, weitere
Zeit zu verlieren.
Die EVP fordert deshalb den Regierungsrat des Kantons Bern und die vorberatende
Kommission auf, das Anliegen der vom Grossen Rat am 13.9.06 überwiesenen
EVP-Motion
nun unverzüglich umzusetzen und das kantonale Gesetz dem Grossen
Rat raschmöglichst vorzulegen. Aus Sicht der EVP würde eine
Lesung zur Behandlung genügen, so dass der Kanton Bern einen wirksamen
Passivrauchschutz bereits in den ersten Monaten des nächsten Jahres
in Kraft setzen könnte.
NZZ online 4.3.08 Schweiz
Ständerat erlaubt keine Raucher-Restaurants
In der Schweiz soll es keine speziellen Raucher-Restaurants geben. Der
Ständerat hat sich für entsprechend strenge Bundesvorschriften
entschieden. Lediglich abgetrennte Raucherräume sollen noch zugelassen
werden. Den Kantonen steht es frei, noch strengere
Vorschriften zu erlassen. (...)
Berner Zeitung 29.2.08 Kanton Bern / Rauchverbot
Kanton wartet nicht mehr auf den Bund
Regierungsrat Andreas Rickenbacher will das
kantonale Rauchverbot vom Eis nehmen und so die Lücken beim Bund
schliessen.
«Wir sollten nicht mehr auf den Bund warten, sondern die kantonale
Gesetzgebung rasch wieder aufnehmen», sagt der Berner Volkswirtschaftsdirektor
Andreas Rickenbacher (SP). Deshalb wird sich die zuständige Grossratskommission
am 29. April treffen, um das
kantonale Rauchverbot wieder voranzutreiben. Ziel ist es, dass der
Grosse Rat das Rauchverbot in der Junisession verabschieden und dieses
bereits im Verlauf des Jahres 2009 in Kraft gesetzt werden kann. (...)
Tribune de Genève 25.2.08
La fumée sera bannie des lieux publics avant l'été
Près de 80% des Genevois approuvent l'interdiction de
fumer dans les lieux publics intérieurs ou fermés. Un règlement
d'applicationsera adopté ces prochains jours,pour une entrée
en vigueur rapide. (...)
Ils ne croyaient pas atteindre un tel score, même dans leurs pronostics
les plus optimistes. Hier, les partisans de l'initiative «Fumée
passive et santé» étaient ravis et surpris par l'ampleur
du résultat. A 79,16% de oui, avec une participation
de plus de 61%, les Genevois ont décidé de bannir la fumée
des lieux publics intérieurs ou fermés. (...)
AP 24.2.08 / NZZ online
Genf wird erster Westschweizer Kanton mit Rauchverbot in Gaststätten
Genf führt als erster Westschweizer Kanton ein Rauchverbot
in Restaurants ein. (....)
(ap) Bei einer Stimmbeteiligung von 61,6 Prozent wurde das Rauchverbot
mit 111'562 Ja gegen 29'363 Nein angenommen. Vor Genf haben bereits
das Tessin, Appenzell-Auserrhoden und Solothurn die Raucher aus den Gaststätten
verbannt. Genf wird damit der erste «Nichtraucher-Kanton»
der Westschweiz. Volksinitiativen wie jene in Genf sind allerdings auch
in den Kantonen Waadt, Freiburg und Neuenburg hängig. Im Wallis wird
das Rauchen in Gaststätten ab 2009 verboten. Gegen das Rauchverbot
opponierten von den Parteien einzig die Liberalen, die darin eine Einschränkung
der persönlichen Freiheit sahen. Auch die Hotellerie und das Gastgewerbe
stellten sich hinter die Vorlage.
sda 19.2.08 / 20 Minuten online
27 Lösungen im Kampf gegen Passivrauchen
Jeden Tag stirbt in der Schweiz ein Mensch am Passivrauchen.
Trotzdem lassen sich weder im National- noch im Ständerat klare Mehrheiten
für eine saubere Lösung finden, um den Nebel zu lichten. Leidtragende
bleiben die Arbeitenden im Gastgewerbe.
Das Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen ist bereit für den Zweitrat
in der Märzsession. Gegenüber dem Nationalrat hat es die ständerätliche
Gesundheitskommission (SGK) für das Gastgewerbe wieder leicht verschärft.
(...)
Kantone können weiter gehen
Verschärfen will die SGK die Vorlage, bei welcher der Erstrat dem
Gastgewerbe letzten Herbst weit entgegengekommen ist, in drei Punkten.
Vorweg sollen die Kantone strengere Vorschriften erlassen dürfen
als der Bundesgesetzgeber. (...)
Berner Zeitung 16.2.08 Ihre Seite
Jetzt gibts keine Ausreden mehr!
Angesichts der neuen Studienresultate über die Belastung durch
Passivrauch hat der Ständerat nun wirklich
keine Ausreden mehr: Er muss das löchrige Gesetz des Nationalrates
nachbessern. Absolute Minimalvariante ist die Verankerung
einer expliziten Gesetzesbestimmung, dass die Kantone weitergehende Bestimmungen
zum Schutz vor Passivrauchen erlassen dürfen.
Noch besser wäre es, der Ständerat würde den Kniefall des
Nationalrates vor der Tabakindustrie korrigieren.
Karin Segessenmann-Hegnauer Gemeinderätin Lyss
Bund 4.2.08 Schweiz
Genf will radikalen Schutz
In Genf kommt die bisher radikalste Rauchverbots-Initiative
der Schweiz zur Abstimmung. Sie hat gute Chancen auf Erfolg an der Urne.
(...) Denise Lachat Pfister, Genf
Rauchverbote sind im Tessin, Solothurn, Graubünden und Appenzell-Ausserrhoden
bereits beschlossene Sache. Doch keiner der vier Kantone geht so weit
wie Genf. Dort will die Initiative, die am 24. Februar zur Abstimmung
kommt, nicht nur das Rauchen in Bars und Restaurants, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen
sowie in öffentlichen Verwaltungen, Spitälern und Transportmitteln
unterbinden, sondern selbst abgeschlossene, separate Raucherräume
verbieten. Dass Genf nichts von «Fumoirs» in Restaurants oder
Bars wissen will, begründet Brigitte Schneider Bidaux von den Grünen
so : «Ziel ist es, das Personal umfassend vor Passivrauchen zu schützen.
Das geht nur mit einem klaren Verbot.» Schneider Bidaux ist Vizepräsidentin
der Gesundheitskommission des Genfer Parlaments, das die Initiative klar
gutgeheissen hat. Einzig die Liberalen lehnen die Vorlage ab. (...)
NZZ online 26.11.07
Ja zu Gesundheitsgesetzen mit Schutz vor Passivrauchen
Nach den Kantonen Tessin
und Solothurn machen nun
auch Graubünden und Appenzell-Ausserrhoden Ernst im Kampf gegen den
blauen Dunst: Das Rauchen in Restaurants und weiteren öffentlich
zugänglichen Räumen wird verboten.
In Graubünden darf
ab Anfang März 2008 in öffentlichen Räumen nicht mehr geraucht
werden. In Restaurants und Bars bleibt das Rauchen in abgetrennten Räumen
erlaubt. Diese Regelung hat das Stimmvolk mit der Anahme des Gesundheitsgesetzes
abgesegnet. Der Entscheid fiel deutlich mit 35'035 Ja zu 11'766 Nein.
Die Stimmbeteiligung erreichte 36%.
Vergleichsweise knapp fiel der Entscheid im Kanton Appenzell-Ausserrhoden:
Bei einer Stimmbeteiligung von 46,2% wurde das neue Gesundheitsgesetz
inklusive Rauchverbot in Restaurants mit 8954 Ja gegen 7414 Nein angenommen.
(Anm. R. Löffel: Nur im Kanton Bern kommen die Juristen zum Schluss,
der Kanton dürfe nichts machen...)
Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 22.11.07 Kanton / Rauchverbot in Restaurants
Bern gibt nach und wartet ab
Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher hat sich durchgesetzt:
Der Kanton Bern erlässt noch kein Rauchverbot in Restaurants. Er
wartet ab, welche Regelung der Bund beschliesst. Dies hat der Grosse Rat
entschieden.
Dass der Regierungsrat und eine klare Mehrheit des Grossen Rats ein scharfes
Rauchverbot in öffentlichen Räumen und Restaurants wollen, steht
schon länger fest. Gestern ging es nur um die Frage des Tempos. Unterlegen
sind jene Kreise, die es besonders eilig haben: SP, Grüne, EVP und
EDU wollten erreichen, dass der umstrittene Artikel bereits jetzt im Gastgewerbegesetz
verankert wird, obwohl auf Bundesebene ebenfalls eine gesetzliche Regelung
in Arbeit ist. Damit verloren sie gestern die entscheidende Abstimmung
im Grossen Rat mit 70 gegen 77 Stimmen bei 4 Enthaltungen. (...).

Waren sich gar nicht einig: Regierungsrat Andreas Rickenbacher
(links) und Grossrat Ruedi Löffel.
«Löchriger als Käse»
(...) Auf der Gegenseite plädierte Patric Bhend (SP, Thun) für
eine schnelle Lösung: «Wir wollen nicht auf den Bund warten.»
Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee) – so was wie der Vater
des bernischen Rauchverbots – bezeichnete die Variante des Nationalrats
als «löchriger als ein ausgereifter Emmentaler». Er widersprach
den Juristen des Kantons und gab sich überzeugt, dass der Kanton
eine Regelung beschliessen könne, die über das Bundesgesetz
hinausgehe. Zudem warnte Löffel eindringlich, es könnten Jahre
vergehen, bis das Bundesgesetz in Kraft trete. Dem widersprach Rickenbacher:
Er sei überzeugt, dass National- und Ständerat relativ rasch
vorgehen würden. Es sei besser, wenn der Kanton jetzt «drei,
vier Monate» abwarte und erst dann eine allfällige Gesetzesrevision
beschliesse. So könnte das Gesetz an die Bundesregelung angepasst
werden.
(...) Zuletzt ging die Revision des Gastgewerbegesetzes ohne den Antirauchartikel
glatt durch: mit 104 gegen 23 Stimmen bei 14 Enthaltungen. Eine zweite
Lesung findet nicht statt – damit ist die Revision definitiv. Sie
betrifft insbesondere Saufpartys und die Überzeitregelung. fab
Berner Zeitung 22.11.07 O-TON
"Machen wir jetzt keine Rückwärtspirouette."
Schon gar nicht mit einer Zigarette im Mund.
Rauchverbots-Verfechter Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee)
Bund 22.11.07 Bernseite
Bloss eine kurze Atempause für Raucher
Der Kanton Bern soll nicht mit einem Rauchverbot vorprellen,
während auf Bundesebene ein entsprechendes Gesetz ausgearbeitet wird:
Das bernische Kantonsparlament hat deshalb bei der Beratung des Gastgewerbegesetzes
den Raucherartikel ausgeklammert.
Vorne im Grossratssaal nahm Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher
gestern Nachmittag Gratulationen entgegen, während EVP-Grossrat Ruedi
Löffel (Münchenbuchsee) in der hintersten Reihe zerknirscht
in seine Unterlagen blickte. Eben hatte der Rat mit 77 zu 70 Stimmen beschlossen,
den Artikel zum Nichtraucherschutz aus dem Gastgewerbegesetz vorläufig
noch auszuklammern.
Löffel hatte sich eindringlich für den
Artikel eingesetzt. Dass auf Bundesebene ebenfalls an einem Gesetz gearbeitet
wird, spiele keine Rolle, sagte er. Im Gegenteil: «Genau darum»
sei es wichtig, dass Bern nun ein Zeichen setze, «damit der Ständerat
weiss, ’äs git keh Bire’». Löffel und andere
beriefen sich auf das Volk: «65 bis 70 Prozent wollen rauchfreie
Gaststätten – die Volksgesundheit hat Vorrang vor formaljuristischen
Überlegungen», sagte Peter Bernasconi (sp, Worb) und Löffel
meinte: «Machen wir jetzt keine Rückwärtspirouette.»
Dass der Schutz von Nichtrauchern ein vordringliches Anliegen ist, war
gestern unbestritten. (...)
Der Weg zum Rauchverbot
Die Motionen der Grünen («Rauchfreies Geniessen in Berner Restaurants»)
und von EVP-Grossrat Ruedi Löffel («Saubere
Luft im Gastgewerbe») waren im Juni 2005 im Kantonsparlament
noch gescheitert. Angenommen wurde in der gleichen Session jedoch eine
andere Motion von Löffel: «Saubere
Luft in öffentlich zugänglichen Innenräumen»,
also zum Beispiel in Schulen, Verwaltungsgebäuden, Spitälern
oder Kinos.
In der Septembersession 2006 kamen Ruedi Löffel und drei Mitunterzeichner
hingegen deutlich durch. Ihre Motion
«Schluss jetzt mit unerwünschtem Rauch im Gastgewerbe»
wurde vom Grossen Rat mit 83 zu 58 Stimmen angenommen. Rauchen soll nur
noch in Fumoirs, also in abgetrennten und mit eigener Lüftung versehenen
Räumen erlaubt sein.
Bereits im März dieses Jahres legte der Regierungsrat ein Gesetz
vor. In Restaurants, Bars und Discos soll das Rauchen grundsätzlich
verboten werden. Gestattet ist es nur noch in Fumoirs. Spezielle Raucherbeizen
sind nicht vorgesehen.
Im September trat die Regierung auf die Bremse: Weil sich eine Bundeslösung
abzeichne, sei es besser, bei der Revision des Gastgewerbegesetzes den
Artikel auszuklammern, der das Passivrauchen betrifft.
Anfang Oktober hat der Nationalrat ein Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
erlassen. Dieses ist weniger radikal: Kann ein Wirt nachweisen, dass es
für ihn unzumutbar ist, Raucher- und Nichtraucherräume zu separieren,
darf in seinem Restaurant weiter geraucht werden.
Voraussichtlich im Frühling wird sich der Ständerat mit dem
Gesetz befassen. (db)
Berner Rundschau 22.11.07 Kanton Bern
Rauch hat sich nicht verzogen
Das Rauchen in Restaurants, Bars und Pubs im Kanton Bern wird
vorerst nicht verboten. Der Grosse Rat hat gestern nach einer emotional
geführten Debatte hauchdünn entschieden, eine gesamtschweizerische
Lösung abzuwarten. Christian Liechti
Im Grundsatz waren sich die Grossräte von links bis rechts einig:
Die Bürgerinnen und Bürger müssen
mit einem griffigen Gesetz vor dem gesundheitsschädigenden Passivrauchen
geschützt werden; sei dies der Gast im Restaurant oder die
Bar-Maid hinter der Theke. Das wars dann auch schon mit der Einigkeit:
Denn die Geister schieden sich darüber, ob der vom Grossen Rat eingeschlagene
Weg der richtige sei oder nicht.
Die vorberatende Kommission und der Regierungsrat waren übereingekommen,
nicht schon in der Novembersession über das Passivrauchen im Rahmen
der Revision des Gastgewerbegesetzes zu diskutieren. Denn im Oktober behandelte
bereits der Nationalrat ein ähnlich lautendes Bundesgesetz zum Schutz
vor Passivrauchen. Voraussichtlich im Frühling kommt es in den Ständerat.
«Löchrig wie ein Emmentaler Käse»
«Das Gesetz auf Bundesebene ist nicht gleichwertig mit unserem Vorschlag»,
sagte Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee), «das Bundesgesetz
ist löchrig wie ein ausgereifter Emmentaler Käse.» Zudem
befürchtete Löffel, dass es noch mehrere Jahre dauern könnte,
bis auf eidgenössischer Ebene ein Rauchverbot eingeführt werden
kann. Neben der EVP sprachen sich auch SP, Grüne und EDU für
ein kantonales Rauchverbot in Gastgewerbebetrieben aus. Dabei verwiesen
sie auf die Kantone Tessin und Solothurn, die ein Rauchverbot bereits
beschlossen haben. (...)
Futter für die Juristen
Die Diskussion drehte sich jedoch auch immer wieder darum, ob Bundesrecht
kantonalem Recht in diesem Fall übergeordnet werde. Durch das Eintreten
des Nationalrats auf die Vorlage habe im Oktober eine wesentliche Änderung
der Zuständigkeiten stattgefunden, erklärte Regierungsrat Andreas
Rickenbacher (SP). In der Bundesverfassung sei der Vorrang des Bundesrechts
klar verankert. (...)
Rickenbacher schien mit seiner Rede doch noch einige Unentschlossene umgestimmt
zu haben. Die Schlussabstimmung fiel mit 77:70 Stimmen nur knapp gegen
eine kantonale Regelung aus. 4 Parlamentarier enthielten sich der Stimme.
DRS Regionaljournal BE FR VS 21.11.2007, 17.30 Uhr
Kein bernisches Sonderzüglein beim Kampf gegen Passivrauchen
(7:25)
Eine knappe Mehrheit des Rates verzichtet auf ein kantonales Sonderzüglein
beim Kampf gegen Passivrauchen und zieht es vor, auf die einheitliche
Bundesregelung zu warten. Grossrat Ruedi Löffel,
der Motor des Kampfes wider den blauen Dunst, wurde gebremst. (Link).
sda 21.11.07 Kanton Bern
Passivrauchen: Kanton wartet auf Bundeslösung
Im bernischen Grossen Rat herrscht zwar Einigkeit darüber,
dass es einen griffigen Schutz vor dem Passivrauchen im Gastgewerbe braucht.
Dennoch beschloss der Rat am Mittwoch nach emotioneller Debatte, vorerst
den Entscheid auf Bundesbene abzuwarten.
Die grossrätliche Kommission und der Regierungsrat wollten mit der
Änderung des Gastgewerbegesetzes und den entsprechenden Einschränkungen
des Rauchens in öffentlichen Räumen noch zuwarten. Zunächst
gelte es den Entscheid des Ständerats abwarten, weil «noch
Korrekturen möglich seien».
Ein Dorn im Auge ist der grossrätlichen Kommission, dass der Entscheid
des Nationalrats Ausnahmen für Raucherbetriebe ermöglicht. Nach
dem Eintreten des Nationalrats gelte der Grundsatz, dass Bundesrecht dem
kantonalen Recht vorgehe.
Hier hakten die Gegner der abwartenden Haltung aus den Reihen von EVP,
EDU, Grünen und SP ein. Sie glauben, dass der Ständerat noch
stärker «von der Tabaklobby unterwandert ist» als der
Nationalrat. Deshalb bringe es nichts, auf Bundesrecht zu warten, das
noch gar nicht existiere.
«Bundesmühlen mahlen langsam»
Die Befürworter einer strengeren Lösung, als sie aus dem Nationalrat
hervorging, verwiesen auf das Beispiel der Kantone Tessin und Solothurn,
die im Grundsatz ein Verbot beschlossen haben. Appenzell Ausserrhoden,
Graubünden, Zug und Zürich seien daran, einen strengen Schutz
einzuführen.
Diesem Beispiel sei zu folgen, «denn die Bundesmühlen mahlen
langsam», sagte Philippe Messerli (EVP/Nidau). Mitrauchen sei auch
bei kurzer Dauer ganz besonders schädlich, wie neuere Studien zeigten,
sagte Mediziner Thomas Heuberger (Oberhofen) namens der Grünen. (...)
Klaus Künzli (FDP/Ittigen), Präsident von Gastrosuisse, gab
zu bedenken, dass eine einzig auf das Gastgewerbe bezogene Norm wenig
bringe. Auf Bundesebene sei eine umfassendere Regelung in Arbeit, die
einen generellen Mitraucherschutz in öffentlichen Räumen bringe.
Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) entgegnete, das kantonale
Spezialgesetz zum Passivrauchen, das den generellen Schutz in öffentlichen
Räumen vorsehe, sei vorhanden. Es könne gleichzeitig mit dem
Gastgewerbegesetz in Kraft treten.
Nach einem eingehenden Votum von Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher,
jetzt nichts zu beschliessen, was dem Bundesrecht zuwiderlaufe, entschied
sich der Rat, das Gastgewerbegestz ohne spezielle Bestimmung zum Rauchen
zu belassen. Dieser Entscheid fiel knapp mit 77:70 Stimmen.
Alkoholkonsum und Überzeit
Zu den übrigen Bestimmungen, welche die Revision des Gastgewerbegesetzes
(GGG) im engeren Sinn betreffen, gab es keine Differenzen. Somit hält
das revidierte Gesetz fest, Flat Rate Parties (Anlässe mit unbeschränktem
Alkoholausschank) zu verbieten. Diese förderten das Rauschtrinken
Jugendlicher in unverantwortlicher Weise, lautete die Begründung.
Bei der Überzeitregelung gibt es eine Lockerung. Statt zwingend um
03.30 Uhr schliessen zu müssen, können Betriebe neu eine bestimmte
Anzahl von durchgehenden Bewilligungen erhalten. Grund ist unter anderem,
dass Vandalenakt nach dem Beizenschluss in den frühen Morgenstunden
besonders häufig sind.
Diese Neuerungen können nun rasch eingeführt werden, da der
Rat beschloss, nur eine Lesung durchzuführen. Er verabschiedete die
Gesetzesrevision mit 104:23. In Sachen Passivraucherschutz wartet der
Kanton nun die Entwicklung auf Bundesebene ab.
Berner Zeitung 21.11.07 Kanton / Rauchverbot
Nicht alle warten
Während der Kanton Bern sein Rauchverbot auf Eis gelegt
hat, machen andere Kantone vorwärts. Sie warten nicht auf den Bund.
Dürfen die Kantone noch eigene Rauchverbote erlassen, nachdem der
Nationalrat ein nationales Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen aufgegleist
hat? Diese Frage wird heute im Grossen Rat bei der Behandlung des Gastgewerbegesetzes
(GGG) für hitzige Diskussionen sorgen.
Regierungsrat Andreas Rickenbacher (SP) und die knappe Mehrheit der zuständigen
Kommission verneinen die Frage. Bundesrecht breche kantonales Recht; daher
mache es keinen Sinn, wenn der Kanton vorpresche. Sie haben deshalb die
Arbeiten für ein kantonales Rauchverbot sistiert. Konkret wurden
der Artikel 27 im GGG und das neue Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
auf Eis gelegt.
Die Kommissionsminderheit ist damit nicht einverstanden. EVP, EDU, SP
und grosse Teile der Grünen stellen heute bei der Beratung des GGG
den Antrag, den Nichtraucherschutzartikel 27 im Gesetz zu verankern. Solange
das nationale Gesetz nicht in Kraft sei, könne es kantonales Recht
nicht brechen, argumentieren sie. Rückenwind erhalten sie aus anderen
Kantonen.
Graubünden, Appenzell-Ausserrhoden, Zug und Zürich warten nicht
auf den Bund und erlassen eigene Gesetze. In Graubünden findet am
Sonntag eine Volksabstimmung statt.
Der Bündner Rechtsdienst kam zum Schluss, dass das Prinzip, wonach
Bundesrecht kantonales Recht breche, «an und für sich»
auch beim Passivrauchschutz gelte. «Dieser Grundsatz wird aber durchbrochen,
wenn die kantonale Regelung die Wirksamkeit der bundesrechtlichen Regelung
verstärkt», heisst es in einem Schreiben von Justizdirektor
Martin Schmid. «Vorliegendenfalls würde die kantonale Regelung
den Schutz der öffentlichen Gesundheit besser gewährleisten
als die im Moment vorliegende Fassung des Erlasses auf Bundesebene.»
In diesem Fall würde die kantonale Regelung dem Bundesrecht vorgehen.
Dominic Ramel
Berner Zeitung 17.11.07 Kanton / RESTAURANTS
Rauchgegner im Nachteil
Die Grünen wollen den Antrag von SP, EVP und EDU, ein Rauchverbot
in Restaurants einzuführen, nicht unterstützen.
Wenn der Grosse Rat nächste Woche das revidierte Gastgewerbegesetz
(GGG) behandelt, wird ein Thema die Gemüter ganz besonders erhitzen:
der Schutz vor dem Passivrauchen. Dieser ist im Kanton Bern ins Stocken
geraten. Weil der Nationalrat im Oktober ein Rauchverbot auf Bundesebene
beschlossen habe, könnten die Kantone nur noch bedingt tätig
werden, argumentieren Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (SP)
und die Mehrheit der zuständigen Kommission. Deshalb wurden die Arbeiten
für ein kantonales Rauchverbot in Restaurants und öffentlichen
Räumen sistiert.
Minderheit gibt nicht auf
Damit ist die Kommissionsminderheit nicht einverstanden. Die Grossräte
Patric Bhend (SP, Thun), Johanna Wälti (Grüne, Burgdorf), Markus
Kronauer (EDU, Burgdorf) und Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee)
werden den Antrag stellen, den auf Eis gelegten Passivrauchschutz-Artikel
doch ins GGG aufzunehmen. Dieser würde das Rauchen in Berner Restaurants
mit Ausnahme von abgetrennten Fumoirs verbieten. Solange das Bundesrecht
noch in Arbeit sei, könne es kein kantonales Recht verhindern, argumentieren
die vier Grossräte. Zudem werde es noch lange dauern, bis es auf
Bundesebene so weit sei.
Grüne wollen abwarten
Die Fraktionen von EVP, EDU und grossmehrheitlich auch der SP unterstützen
dieses Ansinnen. Doch bei den Grünen hat sich die Mehrheit dafür
ausgesprochen, die Arbeiten auf Bundesebene abzuwarten: Es mache keinen
Sinn, wenn der Kanton vorpresche, ohne zu wissen, was auf Bundesebene
beschlossen werde. Damit ist absehbar, dass die vier Grossräte mit
ihrer Forderung im Rat keinen Erfolg haben werden. Dominic Ramel
Berner Zeitung 26.10.07 IHRE SEITE
Versprechen in Rauch aufgelöst
Ausgabe vom 19.Oktober «Kantonales Rauchverbot liegt auf
Eis»
Ich bin erstaunt, dass sich Beschlüsse des Grossen Rates so in Rauch
auflösen. Statt vorwärts zu gehen, geht man zurück. Dabei
wurde versprochen, «unverzüglich» ein eigenes Rauchverbot
zu erlassen , wenn sich keine Bundeslösung anbahnt. Von «Vorpreschen
auf nationaler Ebene» mit einem eigenen Rauchverbot kann keine Rede
sein, da der Kanton Tessin das Rauchverbot mit Erfolg eingeführt
und umgesetzt hat. Ich frage mich, welche politischen und wirtschaftlichen
Kräfte zu diesem Rückschritt führen, und bedaure dies.
Markus Bont Niederwangen
Berner Rundschau / MLZ 20.10.07 Kanton Bern
Die Köpfe rauchen
Passivrauchen: Nationalrat spaltet
Grossratskommission
Trotz Enttäuschung über den Entscheid des Nationalrats
zum Schutz vor Passivrauchen will die vorberatende Kommission des Grossen
Rates die Arbeit am kantonalen Gesetz vorerst ruhen lassen. Eine Minderheit
will weiter Druck machen.
Die Kommissionsmehrheit erachtet die vom Nationalrat vorgesehene Lösung
für ungenügend, weil sie Ausnahmen für Raucherbetriebe
mit Auflagen vorsieht. Die Kommission hofft nun auf eine Korrektur durch
den Ständerat, wie sie gestern mitteilte. Der Schutz vor dem Passivrauchen
im Gastgewerbe werde zu stark geschwächt. Dies sei aus Sicht der
Prävention «nicht annehmbar».
Die Hände gebunden
Die Mehrheit der Kommission ist aber der Meinung, dass ihr aus rechtlicher
Sicht im Moment die Hände gebunden sind. (...)
«Bundesrecht fehlt noch»
Eine Minderheit der Kommission ist nicht bereit, die Beratung an einem
eigenen kantonalen Gesetz zum Passivrauchen bis zum allfälligen Scheitern
der Bemühungen auf Bundesebene ruhen zu lassen. «Bundesrecht,
das noch gar nicht existiert, kann kantonales Recht nicht brechen»,
sagte Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) auf Anfrage. Die Minderheit
will den Grossen Rat im November für ihre Gangart gewinnen. Zusammen
mit Kommissionsmitgliedern der SP, Grünen und EDU kämpft die
EVP weiter für eine kantonale Regelung. Der Ständerat scheine
nämlich «noch stärker von der Tabaklobby unterwandert»
als der Nationalrat, heisst es in einer Mitteilung der Berner Anhänger
des konsequenten Rauchverbots.
«Schwammige Ausnahmeregelungen» führten
zu einer Ungleichbehandlung der Gastrobetriebe. Im Endeffekt könnte
dies zu 26 unterschiedlichen kantonalen Definitionen führen - «eine
Absurdität», sagt die Kommissionsminderheit. Nur ein griffiger
Passivrauchschutz in der Gastronomie verhindere Wettbewerbsverzerrungen,
bringe neue, andere Kundschaft und trage zu besserer Gesundheit von Angestellten
und Gästen bei. Bei dieser Ausgangslage zeichnet sich für November
eine lebhafte Debatte im Grossen Rat ab. (...)
Bund 20.10.07 Kanton Bern
Neuer Streit ums Rauchverbot
Die Grossratskommission, die über die Nichtraucherschutzgesetze
berät, hat sich zerstritten
Das geplante Rauchverbot in Restaurants sorgt für rauchende Köpfe:
Grossräten aus SP,Grüne, EVP und EDU geht die Lösung des
Nationalrats zu wenig weit, sie wollen jetzt eine kantonale Regelung forcieren.
Fraglich ist, ob eine solche juristisch noch möglich ist. Stefan
Wyler
(...) Anfang Oktober hat der Nationalrat darüber beraten: (...) Bei
den Restaurants beschloss er weit gehende Ausnahmen: Rauchen soll (ausser
in Fumoirs) auch in speziellen Raucherbetrieben erlaubt sein – für
solche soll es eine Bewilligung geben, wenn die Einrichtung eines Fumoirs
«nicht möglich oder unzumutbar» sei. Der Branchenverband
Gastrosuisse reagierte erfreut auf den Entscheid. («Bund»
vom 5. Oktober 2007).
Krach in der Kommission
Am Donnerstag dieser Woche hat nun wieder die Grossratskommission getagt,
die die bernischen Nichtrauchergesetze vorberät. Eine Mehrheit des
Gremiums befand, dass der Vorschlag des Nationalrats «ungegnügend»
sei und den Schutz vor Passivrauchen stark schwäche. Völlig
uneinig aber waren sich die Kommissionsmitglieder in der Frage, was nun
zu tun sei. Mit Stichentscheid des Präsidenten, des Lysser SVP-Mannes
Ueli Spring, beschloss die Kommission schliesslich, die bernischen Gesetze
vorläufig nicht weiter zu beraten. Man hoffe, dass der Ständerat
«die Sache wieder kehrt», sagte Spring gestern auf Anfrage.
An einer kantonalen Gesetzgebung weiterzuarbeiten habe aber keinen Sinn.
Wenn der Bundesgesetzgeber die Sache nun einheitlich national regle, dann
bleibe für eine kantonale Regelung kein Spielraum mehr.
Empörte Nichtraucherschützer
Geradezu empört über diesen Entscheid der Kommissionsmehrheit
äusserten sich gestern an einer eilends einberufenen Medienkonferenz
die vier Kommissionsmitglieder Ruedi Löffel (evp), Patric Bhend(sp),
Johanna Wälti (grüne) und Markus Kronauer (edu). Sie warfen
ihren bürgerlichen Kommissionskollegen «Wortbruch» vor.
Diese hätten versprochen, die Beratungen nur so lange zu sisitieren,
bis Gewissheit bestehe, dass der Nationalrat eine gleichwertige Regelung
erlasse. Dies habe der Nationalrat nun aber nicht getan. Dessen Lösung
führe zu Definitonsproblemen und zu einer Ungleichbehandlung der
Gastgewerbebetriebe. Mit dieser Lösung werde es in der Schweiz noch
viele Restaurants geben, die gar nicht rauchfrei würden. So aber
würden die Menschen nicht genügend vor dem Passivrauchen geschützt.
Auf den Ständerat hoffen mögen die vier Grossräte nicht.
Statt der «verwässerten Bundeslösung» wollen sie
nun möglichst rasch eine «griffige kantonale Regelung»
beschliessen. Ein Rauchverbot, wie es der Regierungsrat einst vorschlug,
wollen sie in der Novembersession beantragen, wenn das Gastgewerbegesetz
(wegen anderen Fragen) beraten wird. Die juristischen Argumente der Kommissionsmehrheit
zog Löffel gestern in Zweifel. Klarheit in der Frage, ob die Kantone
nach einer nationalen Regelung noch eigene Vorschriften erlassen dürften,
werde wohl erst ein Entscheid des Bundesgerichts bringen, sagte er. (...)
Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 20.10.07 Kanton Bern
Schlagabtausch um das Rauchverbot
Ein Rauchverbot im Kanton Bern, dafür wollen sich SP, Grüne,
EDU und EVP einsetzen. DOMINIC RAMEL
Der Schutz vor dem Passivrauchen ist im Kanton Bern ins Stocken geraten.
Am Donnerstag hat die zuständige Grossratskommission knapp beschlossen,
die Detailberatung des kantonalen Rauchverbots weiter zu sistieren. Dies,
obwohl die Mehrheit der Kommission die vom Nationalrat beschlossene Bundeslösung
als «ungenügend» erachtet. Der Nationalrat hatte sich
Anfang Oktober gegen ein striktes Rauchverbot ausgesprochen. In Restaurants
soll das Rauchen weiterhin erlaubt sein, wenn der Wirt nachweisen kann,
dass bei ihm abgetrennte Räume nicht möglich sind.
Diese Ausnahmeregelung finden der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas
Rickenbacher und die Grossratskommission nicht gut. Rickenbacher und die
knappe Mehrheit der Kommission sind aber der Meinung, dass dem Kanton
aus juristischen Gründen die Hände gebunden seien. Weil
der Nationalrat ein Rauchverbot auf Bundesebene beschlossen habe, könnten
die Kantone nur noch bedingt tätig werden, argumentieren sie. Denn
Bundesrecht breche kantonales Recht.
Die unbefriedigende Lösung des Nationalrats müsse daher auf
Bundesebene, das heisst vom Ständerat, korrigiert werden. Sie wollen
die Beratungen des kantonalen Verbots erst wieder aufnehmen, wenn die
eidgenössische Regelung «in einem weiteren Schritt scheitern»
sollte.
Minderheit will sich wehren
Die knapp unterlegene Kommissionsminderheit ist damit gar nicht einverstanden.
Sie seien «verärgert», sagten die Grossräte Patric
Bhend (SP-Juso, Thun), Johanna Wälti (Grüne, Burgdorf), Markus
Kronauer (EDU, Burgdorf) und Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee)
gestern vor den Medien. Und zwar darüber, dass die Kommission nicht
wie Ende September angekündigt das kantonale Rauchverbot umsetzen
will, nachdem der Nationalrat ein abgeschwächtes Verbot beschlossen
hat. Sie befürchten zudem, dass der Ständerat das Rauchverbot
nicht verbessern, sondern gar noch weiter abschwächen wird. Denn
der Ständerat sei noch tabakfreundlicher eingestellt. Deshalb wollen
die vier Grossräte dafür sorgen, dass es im Kanton Bern mit
dem Rauchverbot rasch vorwärtsgeht: Wenn der Grosse Rat im November
das Gastgewerbegesetz behandelt, werden sie den Antrag stellen, den auf
Eis gelegten Passivrauchschutz-Artikel ins GGG aufzunehmen.
DRS Regionaljournal BE FR VS 19.10.2007, 17.30 Uhr
Kantonales Rauchverbot in Bern umstritten (2:17)
Die vorberatende Kommission ist sich uneinig: Abwarten, bis eine Bundeslösung
getroffen wurde - oder vorpreschen mit einem kantonalen Gesetz? (Link).
Berner Zeitung 19.10.07 Kanton Bern
Kantonales Rauchverbot liegt auf Eis
Der Kanton Bern will beim Rauchverbot jetzt auch den Entscheid
des Ständerats abwarten. SP, Grüne, EDU und EVP sind empört.
(...) Gestern gab es in der zuständigen Grossratskommission eine
heftige Debatte darüber, ob der Kanton Bern ein eigenes Rauchverbot
erlassen oder die vom Nationalrat aufgegleiste Bundeslösung abwarten
soll. Gemäss Recherchen dieser Zeitung beschloss die Kommission schliesslich,
die Detailberatung der kantonalen Vorlage weiter sistiert zu behalten
und auch noch den Entscheid des Ständerats abzuwarten. Somit wird
der Grosse Rat im November nicht über das Rauchverbot befinden können.
Die Kommissionsmitglieder und das zuständige kantonale Amt für
Wirtschaft (Beco) lehnten gestern mit Verweis auf eine Medienmitteilung,
die am Freitag verschickt werde, jeglichen Kommentar ab. Allerdings luden
die Kommissionsvertreter von SP, Grünen, EDU und EVP für heute
zu einer Medienkonferenz ein. Unter dem Titel «Passivrauchschutz
im Kanton Bern endlich umsetzen – Bevölkerungsmehrheit endlich
ernst nehmen» wollen die Grossräte Patric Bhend (SP-Juso, Thun),
Johanna Wälti (Grüne, Burgdorf), Markus Kronauer (EDU, Burgdorf)
und Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee) ihre Sicht der Dinge
darlegen.
Die Kehrtwende
Dass der Entscheid der Kommission auf Kritik
stösst, ist nachvollziehbar. Denn diese
hat eine Kehrtwende vollzogen: Ende September hatte sie beschlossen, die
Detailberatung der Vorlage des Regierungsrats für ein Rauchverbot
aufzuschieben, um den Entscheid des Nationalrats abzuwarten. Sie hatte
aber klargemacht, dass der Kanton Bern «unverzüglich»
ein eigenes Rauchverbot erlassen werde, wenn der Nationalrat nicht eine
mit dem Kanton Bern gleichwertige Lösung beschliessen sollte.
Dieser Fall ist Anfang Oktober eingetreten: Der Nationalrat sprach sich
gegen ein striktes Rauchverbot aus. Rauchen soll in Restaurants weiterhin
erlaubt sein, wenn der Wirt nachweisen kann, dass bei ihm abgetrennte
Räume nicht möglich sind.
Doch statt wie angekündigt sofort die Detailberatung des kantonalen
Rauchverbots aufzunehmen, will die Kommission jetzt weiter auf die Bundeslösung
warten. Die knappe Mehrheit sprach sich aus juristischen Gründen
für dieses Vorgehen aus. Bundesrecht breche kantonales Recht, argumentierten
sie. Daher mache es keinen Sinn, wenn der Kanton Bern mit einem eigenen
Rauchverbot vorpresche. Dominic Ramel
Bund 11.10.07 / MLZ 11.10.07 / Bieler Tagblatt 13.10.07 Leserbriefe
Vorlage verwässert, Schutz ausgehebelt /
Gummiformulierung führt zu Ungerechtigkeiten
Erfreulicherweise ist der Nationalrat deutlich auf die parlamentarische
Initiative „Schutz der Bevölkerung und der Wirtschaft vor dem
Passivrauchen“ eingetreten. Damit hat es sich aber bereits mit den
guten Nachrichten. Mehrere Minderheitsanträge haben die Vorlage arg
verwässert. Der Grundsatz, die Bevölkerung und die Arbeitnehmenden
konsequent vor dem Passivrauch zu schützen, wird in einer nicht tolerierbaren
Weise ausgehöhlt.
So soll das neue Gesetz nur da für Schutz sorgen, wo mehrere Personen
arbeiten.
Indem auch in den Fumoirs Personal beschäftigt werden darf, wird
der angepeilte Schutz der Arbeitnehmenden definitiv ausgehebelt.
Damit nicht genug: Gastbetriebe sollen als Rauchbetriebe geführt
werden dürfen, wenn die Schaffung abgetrennter Räume nicht möglich
oder „unzumutbar“ ist. Diese Gummiformulierung führt
zu Ungerechtigkeiten in der gesamten Branche und ist ein unwürdiger
Kniefall der Parlamentsmehrheit vor der Tabaklobby. Dies obwohl längst
klar ist, welche volkswirtschaftlichen Kosten und welches Leid das Passivrauchen
nach sich zieht.
Dem Kanton Bern bleibt nun nichts anderes übrig, als den
vom Grossen Rat bereits beschlossenen Passivrauchschutz raschmöglichst
kantonal umzusetzen.
Ruedi Löffel, Grossrat EVP, Münchenbuchsee
Bund 6.3.07 Front
Nichtraucherschutz mit Ausnahmen
Die Schweiz erhält ein Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
– aber der Nationalrat hat gestern schon einmal diverse Schlupflöcher
eingebaut: Können Wirte nachweisen, dass die Trennung von
Raucher- und Nichtraucherräumen «baulich nicht möglich»
oder «unzumutbar» oder für den Betrieb «existenzbedrohend»
ist, können die rauchenden Gäste weiterhin ihrem Laster frönen.
Das Gesetz geht auf die Initiative des Zürcher FDP-Nationalrats und
Präventivmediziners Felix Gutzwiller zurück. Für Gutzwiller
ist der gestrige Erfolg getrübt. Zum einen wird mit den beschlossenen
Abschwächungen der von Gutzwiller in den Vordergrund gestellte Schutz
der Arbeitnehmenden abgewertet. Zum anderen versagte ihm in entscheidenden
Punkten die eigene Partei die Gefolgschaft. Rundum zufrieden mit dem Ergebnis
ist Gastrosuisse, der Verband der Wirte. Er schätzt insbesondere,
dass entgegen der Absicht Gutzwillers doch «Raucherbetriebe»
möglich sind. Corinne Zosso, Geschäftsführerin der Lungenliga
Schweiz, kritisiert, hier werde «eindeutig am Willen der Schweizer
Bevölkerung vorbei politisiert». Der Nationalrat habe es versäumt,
endlich einen wirksamen Schutz vor Passivrauchen zu beschliessen.
500 Millionen Franken Schaden
Passivrauchen dürfte in der Schweiz pro Jahr schätzungsweise
den Tod von mehreren hundert Menschen und Kosten von 500 Millionen Franken
verursachen. Vor diesem Hintergrund haben einzelne Kantone das Zepter
schon früher selbst in die Hand genommen, allen voran das Tessin.
(mul/sda)
Berner Rundschau 14.9.07 Kanton Bern
Warten auf den schnellen Bund
Passivrauchen Berner Regierung lässt
in der Gesetzgebung dem Nationalrat den Vortritt
Verwirrung um das Rauchverbot in Bars und Restaurants: Es dauere zu lange,
auf eine nationale Lösung zu warten, liess der Regierungsrat vor
zwei Wochen verlauten. Jetzt will er genau das - vorausgesetzt der Nationalrat
handelt schnell.
«Wir wollen mit dem Schutz vor dem Passivrauchen vorwärtsmachen»,
informierte der Regierungsrat Ende August (wir berichteten). Weil offen
sei, ob und wann der Bund eine nationale Lösung beschliesst, beantrage
er dem Grossen Rat, im November die gesetzlichen Anpassungen für
ein Rauchverbot in Restaurants und Bars zu sistieren.
Jetzt buchstabiert der gleiche Regierungsrat zurück: «Nach
den jüngsten Entwicklungen auf Bundesebene stellten wir uns die Frage,
wie ist das richtige Vorgehen», sagt auf Anfrage Volkswirtschaftsdirektor
Andreas Rickenbacher (SP). Die von der vorberatenden nationalrätlichen
Kommission und vom Bundesrat unterstützte Bundesvorlage sei praktisch
identisch mit jener des Kantons Bern.
«Eine einheitliche nationale Lösung ist grundsätzlich
kantonal unterschiedlichen Regelungen vorzuziehen», sagt Rickenbacher.
Per Brief werde der Regierungsrat deshalb alle 26 bernischen Nationalräte
auffordern, anfangs Oktober dem nationalen Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen
zuzustimmen. Rickenbacher: «Wir sind parat. Sollte eine Bundeslösung
scheitern, könnte der Grosse Rat ohne Verzug weitermachen.»
Kritik hier, Verständnis dort
In einer Stellungnahme kritisieren die Lungenliga Bern, der Verein der
Pneumologen des Kantons Bern, die Berner Gesundheit und die Bernische
Krebsliga den Regierungsentscheid. «Diese Kehrtwende ist unverständlich
und bedauernswert.» Umfragen zeigten deutlich, dass die Bevölkerung
eine verbindliche Regelung zur Rauchfreiheit in Gaststätten befürwortet.»
«Die EVP und ich sind mit dem vom Regierungsrat aufgezeigten Weg
einverstanden», sagt Grossrat Ruedi Löffel (Münchenbuchsee),
Parteigeschäftsführer und Hauptmotionär in Sachen Rauchverbot.
«Die Bundeslösung darf aber keine Kompromisse
enthalten», sagt er mit Verweis auf absehbare Minderheitsanträge
aus den Reihen der nationalrätlichen Kommission. «Das Rauchverbot
muss für sämtliche Gaststätten gelten, auch für Besenbeizen.
Geraucht werden darf nur in so genannten Fumoirs (das sind separate Räume
mit eigener Lüftung). Es darf keine Ausnahmen
geben.»
Kommission tagt später
Gestern beschloss die grossrätliche Kommission, Hand zu bieten. An
der Sitzung vom kommenden Freitag wird sie die Detailberatung über
das Rauchverbot aussetzen. «Dass der Kanton
Bern aber keinen Schritt hinter die im Gesetzesentwurf festgeschriebene
Linie zurückgeht, ist in der Kommission mehrheitsfähig»,
sagt Mitglied Löffel. In diesem Sinne werde die Kommission nächste
Woche ein Communiqué veröffentlichen. «Damit wollen
wir verhindern, dass es im Nationalrat plötzlich heisst, der Kanton
Bern will gar kein Rauchverbot», sagt Löffel.
GastroSuisse will Korrekturen
Am Rauchverbot «schrübeln» möchten sowohl einige
Nationalräte als auch Grossräte. Klaus Künzli (FDP/Ostermundigen)
- er präsidiert den Wirteverband GastroSuisse - hofft darauf, dass
in den Fumoirs die Gäste auch bedient werden können. Das ist
weder im nationalen noch im kantonalen Gesetzesentwurf vorgesehen. Beidenorts
gilt für Fumoirs Selbstbedienung. Weiter strebt GastroSuisse an,
dass die Gemeinden die Kompetenz für Ausnahmen erhalten. «Sie
sollen sagen dürfen, in dieser oder jener Beiz darf weiterhin geraucht
werden», sagt Künzli. Und den Spiess umkehren möchte GastroSuisse
bei den Bussen. Künzli: «Nicht wie vorgesehen der Wirt, sondern
der Raucher soll bei einem Verstoss gebüsst werden.» Im Übrigen
begrüsse der Verband eine nationale Lösung. Künzli: «Deshalb
ist es richtig, erst über die kantonale Lösung zu debattieren,
nachdem der Nationalrat die Marschrichtung vorgegeben hat.»
Gemäss Regierungsrat Andreas Rickenbacher kann ein nationales oder
kantonales Rauchverbot am 1. Januar 2009 in Kraft treten. Ohne Referendum
wäre sogar der 1. Juli 2008 frühester Termin.
Kein Zeitverlust - Kommentar
Bruno Utz
Raucher stehen seit einiger Zeit im Abseits. Zu gross sind die Gesundheitsschäden,
die sie mit ihrer «Pafferei» Nichtrauchern zufügen. Landauf
und landab verschärfen deshalb viele Kantone die Gesetze zum Schutz
vor dem Passivrauchen. Ziel ist, die Beizen sollen rauchfrei sein. Im
Kanton Tessin ist das vom Volk haushoch angenommene, rigorose Rauchverbot
in Gaststätten bereits in Kraft, im Kanton Solothurn läuft die
Übergangsfrist. Nun macht auch der Bund für eine nationale Lösung
vorwärts. Die von Felix Gutzwiler (FDP/Zürich) 2004 im Nationalrat
eingereichte Parlamentarische Initiative führte zu einem Gesetzesentwurf,
der sich kaum von jenem des Kantons Bern unterscheidet, aber national
Geltung hätte. Es ist richtig, dass Regierungsrat und grossrätliche
Kommission nun zuerst das nationalrätliche Resultat abwarten wollen.
Beschliesst der Nationalrat das vorliegende Gesetz - es wird auch vom
Bundesrat unterstützt - kann der Kanton gleich diese Lösung
übernehmen. Damit nimmt man jenen den Wind aus den Segeln, die wegen
26 unterschiedlichen kantonalen Lösungen mit dem Referendum drohen.
Das kurze Zuwarten führt zu keinem Zeitverlust. So oder so kann es
im Kanton Bern ab 1. Januar 2009 verboten sein, in Beizen zu rauchen.
b.utz@vsonline.ch
Berner Zeitung 31.8.07 Kanton Bern / Gastgewerbegesetz
Rauchverbot: Kanton prescht vor
Obwohl eine nationale Lösung in Arbeit ist, beharrt der
Regierungsrat darauf, vorgängig ein kantonales Rauchverbot in Restaurants
einzuführen. Die Regierung hat das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
verabschiedet. (...)
Kommt eine Bundeslösung?
(...) Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (SP) rechtfertigt
das Vorpreschen: «Wir wissen nicht, wann und ob überhaupt eine
Bundeslösung zu Stande kommt», sagt er und weist darauf hin,
dass in der nationalrätlichen Kommission ein Nichteintretensantrag
hängig sei.
Ruedi Löffel (EVP), der ein kantonales Rauchverbot mit einer Motion
gefordert hat, freut sich über das offensive Vorgehen der Regierung:
«Eine umfassende kantonale Lösung» sei aus Sicht der
EVP «rascher umsetzbar und deshalb zu begrüssen».
Regierung hat vorgesorgt
Für den Fall, dass doch eine eidgenössische Lösung zu Stande
kommt, hat der Regierungsrat vorsorglich einen entsprechenden Artikel
ins Gesetz eingebaut: Gibt es eine Schweizer Regelung, würde das
Berner Gesetz kurzum ausser Kraft gesetzt. Im November wird der Grosse
Rat die Vorlage behandeln. (...) Sarah Pfäffli
Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 22.8.07 Kanton Bern
Seilziehen um das Rauchverbot
Ob der Kanton Bern ein Rauchverbot erhält, ist nicht mehr
so sicher. Das zeigt die Vernehmlassung. Wenn es auf nationaler Ebene
vorwärts geht, könnten einige Grossräte plötzlich
vom Ja- ins Nein-Lager wechseln.
Im November wird der Grosse Rat entscheiden, ob im Kanton Bern ein Rauchverbot
in öffentlichen Räumen eingeführt wird. Bereits vorher
wird sich im September auch der Nationalrat mit dieser Frage beschäftigen.
Dessen Gesundheitskommission schlägt ein Rauchverbot für öffentlich
zugängliche Räume und für Arbeitsplätze vor. Der Entscheid
des Nationalrates wird sich auf den Gang der Diskussion im Kanton Bern
auswirken.
In der Vernehmlassung zum neuen kantonalen Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
sprechen sich FDP und SVP dafür aus, die Beschlüsse auf Bundesebene
abzuwarten. Dasselbe tun der Verband Berner KMU und der Wirteverband GastroBern.
Dass die zwei Parteien gegen ein Rauchverbot sind, war bekannt. Doch ihre
Grossratsfraktionen sind in dieser Frage nicht geschlossen. So gehörten
Hans Michel (SVP, Brienz) und Ueli Spring (SVP, Lyss) zu den Mitunterzeichnern
der Motion
von Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee), die das Rauchverbot
forderte. Und der Grosse Rat sprach sich im vergangenen September mit
83 zu 58 Stimmen bei fünf Enthaltungen überraschend deutlich
für ein Rauchverbot in Restaurants aus. Dies auch dank den Ja-Stimmen
von sieben SVP-Politikern und einem FDP-Grossrat.
Gegner wollen Verzögerung
Jetzt versuchen die Gegner eines Rauchverbots, diejenigen zu einem Nein
zu bewegen, welche vor knapp einem Jahr dafür gestimmt haben. Und
zwar mit Verweis darauf, dass sich seit dem Entscheid des Grossen Rates
auf Bundesebene viel getan habe und daher ein Alleingang des Kantons Bern
keinen Sinn mache. Ein Rauchverbot in der einen oder anderen Form werden
sie damit zwar kaum mehr verhindern können. Aber sie hoffen, zumindest
dessen Einführung verzögern beziehungsweise eine national einheitliche
Regelung erreichen zu können.
Damit könnten sie durchaus Erfolg haben. Denn nicht wenige Grossrätinnen
und Grossräte haben im September 2006 für die Motion gestimmt,
weil auf Bundesebene nichts ging bezüglich Schutz vor dem Passivrauchen.
Viele würden ein nationales Rauchverbot besser finden als 26 kantonale
Lösungen. So sagt Hans Michel: «Wenn ich im November sehen
sollte, dass beim Bund konkret etwas läuft bezüglich Rauchverbot,
werde ich der nationalen Lösung den Vorrang geben.» Er betont
aber, dass er seinen Entscheid vom September nur dann überdenken
werde, «wenn der Bund wirklich ernsthaft und zielstrebig vorwärts
macht».
«Ein Nein wäre fatal»
Daran glaubt Ruedi Löffel nicht. Er ist überzeugt, dass der
Kanton schneller ans Ziel gelangen wird als der Bund. Er gibt zu bedenken,
dass sich nebst dem Nationalrat auch noch der Ständerat damit befassen
müsse. Und es werde «ganz sicher» ein Referendum geben.
«Bis ein nationales Rauchverbot in Kraft treten kann, dauert es
noch lange», sagt Löffel. Für ihn ist deshalb klar, dass
die Rauchverbotsgegner nichts anderes im Sinn haben, als Zeit zu gewinnen.
«Für den Nichtraucherschutz wäre es es fatal, wenn der
Kanton Bern jetzt Nein sagen würde», sagt Löffel. Dominic
Ramel
DRS Regionaljournal BE FR VS 2.7.2007, 17.30 Uhr
Das kantonale Rauchverbot gibt noch zu reden
Der Gesetzesentwurf stösst in der Vernehmlassung auf Widerstand.
(Link
3:32).
Radio Life Channel - Donnerstag, 31. Mai 2007
Aktiv gegen das Rauchen
Vor 31 Jahren wurde er zum erstenmal begangen, der Welt-Nichtrauchertag.
Begrüsst wurde er natürlich vor allem von den Nichtrauchern.
Aber auch viele Raucher sind mit den Zielen einverstanden, empfinden sie
doch das Rauchen als Last, von der sie sich nicht befreien können.
Ruedi Löffel, EVP Grossrat im Kanton Bern, gehört zu denen,
die sich aktiv gegen das Rauchen engagieren.
Beitrag anhören
Bieler Tagbaltt 10.3.07; Berner Zeitung 9.3.07/15.3.07 und Solothurner
Zeitung/MLZ 8.3.07
Leserbriefe
Warme Luft
Ausgabe vom 2. März «Vorschlag von Gastrosuisse:
Den Gast statt den Wirt bestrafen»
Gastrosuisse will nach eigenen Angaben Ungerechtigkeiten verhindern und
einen umfassenden, landesweiten Passivrauchschutz einführen. Dies
tönt nach Sinneswandel.
Die von GastroSuisse vorgeschlagene Bewilligung für Raucherbetriebe
"wenn (…) eine Trennung von Raucher- und Nichtraucherräumen
nicht möglich oder unzumutbar ist" würde jedoch grosse
Ungerechtigkeiten schaffen und einen umfassenden Passivrauchschutz schlicht
verhindern. So gesehen ist der Vorschlag nicht viel
mehr als warme Luft und entpuppt sich als reine Verzögerungstaktik.
Ruedi Löffel, Grossrat EVP Münchenbuchsee
Für uns Wirte ist die Umstellung auf «rauchfreie Betriebe»
ein anspruchsvolles Projekt. Und wenn schon rauchfreie Betriebe, dann
gesamtschweizerisch und ohne Ausnahmen. In
der Vergangenheit hat es sich bewährt, für alle Gastgewerbebetriebe
dieselbe Messlatte anzuwenden. Mit diesem Spezialgesetz
provoziert die Verbandsspitze Verbandsaustritte. Stellen wir uns
doch einfach dieser Herausforderung, oder sind etwa noch ein paar «Göttibuebe»
aufgetaucht, die Geschenke in Form von Wettbewerbsvorteilen erhalten dürfen?
Gody Schrank Gasthof Löwen, Kernenried
BZ 6.3.07 Front + Bern
Rauchverbot für Gaststätten
Mit Ausnahme von Fumoirs sollen Gastgewerbebetriebe und öffentliche
Räume im Kanton Bern rauchfrei werden. Die Volkswirtschaftsdirektion
hat gestern die gesetzliche Regelung dazu in die Vernehmlassung geschickt.
«Wenn wir beim Rauchen denselben Massstab anlegen wie bei der Feinstaubbekämpfung,
dann sind in Gastgewerbebetrieben nicht alle paar Jahre, sondern täglich
Massnahmen nötig»: Regierungsrat Andreas Rickenbacher stellte
gestern klar, dass dies nun geschehen soll. Die vom Grossen Rat überwiesene
Motion
für ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen und Gastgewerbebetrieben
soll rasch umgesetzt werden.
Freiwillig genügt nicht
Rickenbacher lobte gestern zwar, dass immer mehr Gastronomiebetriebe den
Nichtrauchern freiwillig entgegenkämen. «Das Tempo der Veränderung
ist aber vor dem gesundheitspolitischen Hintergrund nach wie vor zu gering»,
sagte Rickenbacher. (...)
Ruedi Löffel, EVP, kämpft für Nichtraucher
«Fast alles erreicht»
Herr Löffel, haben Sie mit dem Gesetz zum Schutz vor
dem Passivrauchen Ihr Ziel im Kampf gegen den Alkohol- und Tabakmissbrauch
erreicht?
Ruedi Löffel: Die Werbeverbote für Alkohol und Tabak sind in
Kraft, der Tabakverkauf an Minderjährige ist seit Anfang Jahr verboten.
Wenn jetzt das Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen und die Änderung
im Gastgewerbegesetz vom Grossen Rat so gutgeheissen werden, wie die Regierung
dies vorschlägt, habe ich weit gehend alles erreicht.
Jetzt müssen Sie nur noch die Mehrheit des Grossen Rates
vom neuen Gesetz überzeugen.
Der Inhalt des neuen Gesetzes entspricht dem Inhalt meiner gutgeheissenen
Motionen. Darum erwarte ich, dass der Grosse Rat gleich entscheiden wird.
Der Regierungsrat hat die Gegenargumente wie Ungleichbehandlung und Ungerechtigkeit
zwischen den Gastwirten sehr gut entkräftet. Wir haben jetzt eine
absolute Gleichbehandlung aller Gastwirtschaftsbetriebe.
Erreicht haben Sie den Schutz der Nichtraucher, aber gerade
bei kleinen Beizen werden Sie zum Arbeitsplatzkiller.
Das ist nicht ganz auszuschliessen. Bei allen Entscheiden von Regierung
und Grossem Rat weiss man nie hundertprozentig, was die Folge sein wird.
Für einzelne Betriebe mit einer bestimmten Kundschaft könnte
das Rauchverbot ein Problem werden. Aber: Wenn weniger Geld in den Konsum
von Raucherwaren fliesst, kommt das Geld einer anderen Branche zugute.
Untersuchungen zeigen, dass das Verbot kein Arbeitsplatzkiller ist. Interview:
ue
Berner Rundschau / Grenchner Tagblatt 6.3.07 Front + Bern
Rauchfreie Beizen ab Mitte 2008?
Passivrauchen Berner Regierungsrat schickt zwei Gesetzesvorlagen
in die Vernehmlassung
(..) Der Grosse Rat hatte im vergangenen September einem Rauchverbot
mit 83 zu 58 Stimmen zugestimmt und die Regierung mit der Ausarbeitung
der Gesetzesänderung beauftragt. Die Verwaltung und die meisten Spitäler
sind bereits jetzt weitgehend rauchfrei. Ähnliche Regelungen kennen
etwa die Kantone Tessin und Solothurn. In beiden Kantonen hat das Stimmvolk
entsprechende Gesetze klar gutgeheisssen. Im Kanton Bern soll die neue
Regelung ab Mitte 2008 gelten. (sda, uz) Seite 14
Erlaubt sind einzig noch «Fumoirs»
Rauchverbot: Restaurants, Bars
und alle öffentlich zugänglichen Räume werden rauchfrei
(...) Bruno Utz
In Schulen, Arztpraxen, Kinos, Coiffeursalons, Spitälern, Läden
oder in Verwaltungsräumen soll Rauchen grundsätzlich verboten
sein. So ist es im neuen Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen vorgesehen,
das gestern in die Vernehmlassung geschickt wurde. Und für die Umsetzung
des ebenfalls vom Grossen Rat verlangten Rauchverbots in Beizen, Bars
und Restaurants wird das Gastwirtschaftsgesetz revidiert. (...)
Ruedi Löffel: «Ich bin restlos
zufrieden»
Mit zwei Motionen hat Grossrat Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee)
das Rauchverbot in Gastwirtschaftsbetrieben und öffentlichen Räumen
initiiert. Der Grosse Rat überwies seine Motion
«Saubere Luft in öffentlich zugänglichen Innenräumen»
im Juni 2005 mit 117 zu 57 Stimmen. Im September letzten Jahres nahmen
Löffel und drei Mitmotionäre, darunter zwei der SVP, die Parlamentshürde
mit der Motion
«Schluss jetzt mit unerwünschtem Rauch im Gastgewerbe».
Die Zustimmung erfolgte mit 83 zu 58 Stimmen deutlich. Im Vorjahr war
Löffel alleine mit dem gleichen Anliegen knapp gescheitert. Der damalige
Grossratspräsident und passionierte Raucher Thomas Koch (SP/Laupen)
hatte die Motion per Stichentscheid gekippt. «Ich bin restlos zufrieden»,
kommentierte gestern Löffel die zwei Gesetzesvorlagen. «Es
ist keine einzige Ausnahme vorgesehen. Das schafft keine Ungleichheiten
und keine Ungerechtigkeiten.» Löffel rechnet, dass die Gegner
des Rauchverbots in der Vernehmlassung nochmals Korrekturen empfehlen
werden, etwa mit dem Verweis auf eine schweizerische Regelung. «Aber
die Gastgewerbegesetzgebung ist klar kantonale Sache. Deshalb ist es stufengerecht,
dass der grosse Kanton Bern bezüglich Schutz vor Passivrauchen an
die Spitze geht.» Seit Anfang dieses Jahres gilt im Kanton Bern
bereits ein allgemeines Werbeverbot für Tabak und Alkohol auf öffentlichem
und privatem Grund, der öffentlich einsehbar ist. Eingeschränkt
ist auch die Werbung an Anlässen. Zudem dürfen an Jugendliche
unter 18 Jahren keine Tabakwaren mehr verkauft werden (uz)
Bund 6.3.07 Front + Bern
Raucher ins „Fumoir“
Im Kanton Bern sollen alle Restaurants rauchfrei
werden – ohne Ausnahme
(...) Der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher
(sp) begnügt sich nicht mit halben Sachen: Beim Rauchverbot in Restaurants,
Bars und Discos will er keine Ausnahmen zulassen. Geraucht werden darf
nur noch in abgetrennten «Fumoirs» – oder im Freien.
Spezielle Raucherbeizen soll es nicht geben. Rickenbacher beschränkt
sich auch nicht auf die Gastgewerbebetriebe, sondern weitet das Verbot
auf alle öffentlich zugänglichen Innenräume aus. Bei
Verstössen drohen Rauchern Bussen bis zu 2000 Franken. Aber auch
die Wirte können zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie das Rauchverbot
nicht durchsetzen. Im Extremfall kann ein Betrieb sogar geschlossen werden.
Andreas Rickenbacher hofft jedoch auf den «gesunden Menschenverstand»
und will nicht mit Bussen drohen.
Rauchen nur noch in «Fumoirs» erlaubt
(...) Nichtraucher sollen im Kanton Bern gesetzlich vor dem
Passivrauchen geschützt werden. Gestern wurden zwei Vorlagen in die
Vernehmlassung geschickt, die das Rauchen in öffentlichen Innenräumen
nur noch in «Fumoirs» – in separat belüfteten Räumen
– erlauben.
«Wir wollen das Rauchen nicht verteufeln. Wir wollen auch keine
amerikanischen Verhältnisse. Es geht uns darum, Nichtraucher besser
vor dem Passivrauchen zu schützen», sagte der Volkswirtschaftsdirektor
des Kantons Bern, Andreas Rickenbacher (sp), gestern vor den Medien. Knapp
ein Drittel der Schweizer Bevölkerung raucht. Dennoch oder gerade
deshalb sollen alle öffentlich zugänglichen Innenräume
im Kanton Bern rauchfrei werden, also beispielsweise auch Verwaltungsgebäude,
Schulen, Arztpraxen, Kinofoyers, Coiffeursalons, Bars und Restaurants.
In «Fumoirs» – abgeschlossenen Räumen mit eigener
Lüftung – soll das Rauchen dagegen weiterhin erlaubt sein.
Dies sieht der Entwurf des «Gesetzes zum Schutz vor Passivrauchen»
vor und dafür soll das Gastgewerbegesetz entsprechend geändert
werden. Gestern wurden beide Vorlagen in die Vernehmlassung geschickt.
Zu wenig Rücksicht
Jährlich würden in der Schweiz zwischen 300 und 1000 Nichtraucher
an den Folgen des Passivrauchens sterben, zitierte Rickenbacher aktuelle
Studien. Man wolle einen flächendeckenden Schutz – und deshalb
ein Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen, ähnlich denjenigen der
Kantone Tessin und Solothurn. «Die gesundheitlichen Auswirkungen
des Passivrauchens und die hohen sozialen und volkswirtschaftlichen Kosten
rechtfertigen diesen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit», sagte
der Regierungsrat. (...)
Ein Trend setzt sich durch
Tatsächlich zeichnet sich international ein Trend zum Passivraucherschutz
ab. Eingefleischte Raucherhochburgen wie beispielsweise irische Pubs oder
italienische Cafés sind heute rauchfrei. Dieser Zeitgeist machte
sich letztes Jahr auch im Grossen Rat bemerkbar. Nachdem das Kantonsparlament
noch im Juni 2005 zwei Motionen abgelehnt hatte, die Raucher in separate
Restaurantbereiche zu verbannen suchten, überwies es vergangenen
September eine Motion von Grossrat Ruedi Löffel
(evp), die genau dies vorsah. In nur wenigen Monaten wurden die zwei Gesetzesvorlagen
ausgearbeitet. (...) Rauchfreie Beizen im Kanton Bern sind damit keine
Utopie mehr, sondern ein durchaus realistisches Szenario.
Arbeitnehmer schützen
Auch auf eidgenössischer Ebene sind Bestrebungen im Gang, Nichtraucher
vor unfreiwilligem Mitrauchen zu schützen. Die parlamentarische Initiative
von Felix Gutzwiller (fdp) sieht vor, dass der Schutz vor dem Passivrauchen
im Arbeitsgesetz verankert wird. Mit einer arbeitsrechtlichen Regelung
wäre das Rauchverbot aber nicht für alle Gastgewerbebetriebe
obligatorisch, da das Arbeitsgesetz zum Beispiel nicht für Familienbetriebe
gilt. Anders als die Regelung über das Arbeitsgesetz
würde das bernische Rauchverbot, so Reichen, für sämtliche
Gastgewerbebetriebe im Kanton gelten, «damit Wettbewerbsverzerrungen
vermieden werden», wie Rickenbacher sagte. (...). Regina
Partyngl
Löffel: «Restlos zufrieden»
«Restlos zufrieden» ist auch der eigentliche Vater des Rauchverbots,
EVP-Grossrat Ruedi Löffel. «Wenn nun noch das eidgenössische
Arbeitsgesetz angepasst wird und damit alle Arbeitsplätze rauchfrei
werden, sind wir am Ziel unserer Bemühungen.» Das müsse
aber auch bedeuten, dass in den «Fumoirs» Selbstbedienung
gelte. Für weitere Einschränkungen für Raucherinnen und
Raucher will sich Löffel danach nicht mehr stark machen. (rw)
TeleBärn 5.3.2007
Gaststätten sollen rauchfrei werden
In vollen Zügen Richtung rauchfrei: Kanton Bern
schickt Gesetz in die Vernehmlassung. (Link
4:49)
DRS Regionaljournal BE FR VS 5.3.2007, 17.30 Uhr
Ein Gesetzesentwurf der Berner Regierung will Rauchverbot
Alle Gastrobetriebe und öffentliche Innenräume sollen rauchfrei
werden, nur noch in abgeschlossenen Räumen soll geraucht werden dürfen.
GastroBern ist mit den Gesetzesvorschlägen, die nun in der Vernehmlassung
sind, grundsätzlich zufrieden. (Link
2:55).
Berner Bär 11. Januar 2007 Front und Spezial
KOPF DES JAHRES: Bernerinnen und Berner lieben Doris
Die Bernerbär-Leserinnen und -Leser haben entschieden: Der Bernerbär-Kopf
des Jahres 2006 ist Doris Leuthard. Die Bundesrätin erreichte sowohl
im Gesamtranking (...) als auch in der Sparte "Politik" (...)
den ersten Rang. Zweiter wurde Anti-Rauch-Politiker
Ruedi Löffel. Dritter Polo Hofer.
BERNER des Jahres 2006: Doris ist die Siegerin!
Doris Leuthard ist Bernerin des Jahres. (...) Obwohl die Bundesrätin
eigentlich keine "richtige" Bernerin ist, gilt sie (...) für
viele Leserinnen und Leser als Bernerin. (...) Doris Leuthard schwingt
sowohl in der Gesamtwertung (mit 306 Stimmen) als auch in der Spartenwertung
(mit 492 Stimmen) obenauf, jeweils vor EVP-Grossrat
Ruedi Löffel, der mit seinem Anti-Rauch-in-der-Beiz-Vorstoss
der Polit-Shootingstar des Jahres 2006 ist. Dritter in der Gesamtwertung
und Sieger in der Sparte "Kultur" wird Polo Hofer.
Rangliste Gesamtsieger
1. Doris Leuthard (306 Stimmen)
2. Ruedi Löffel (245)
3. Polo Hofer (180)

Ruedi Löffel: Der Berner Anti-Rauch-Papst
darf sich auf eine ansehnliche Fangemeinde verlassen. Den EVP-Politiker
wählten 245 Bernerbär-Leserinnen und Leser, das reicht für
Platz zwei hinter seiner katholischen Politkollegin Doris Leuthard.
Mit Polo Hofer steht sozusagen der Antipode von
Ruedi Löffel auf dem Podest. 180 Bernerbär-Leserinnen
und -Leser wählten Polo National. Als Gesamtdritter und Spartenerster
darf Polo für sich verzeichnen, bei jeder Bernerbär-Wahl ganz
vorne dabei zu sein.
KATEGORIE "POLITIK"
RANG 1 Doris Leuthard
Die Frau kommt an! 492 Bernerbär-Leserinnen und -Leser entschieden
sich in der Sparte "Politik" für die CVP-Bundesrätin.
RANG 2 Ruedi Löffel
"Wo Rauch ist, ist auch Löffel"
sagen böse Mäuler. Nicht so 475 Bernerbär-Leserinnen und
-Leser, die den EVP-Grossrat für seinen Einsatz gegen Tabak und Alkohol
belohnen.
RANG 3 Werner Luginbühl
148 Bernerbär-Leserinnen und -Leser sind dafürverantwortlich,
dass der Regierungsrat auf dem dritten Rang glänzt (...).
heute 5.1.07
Rauchverbot schon ab Januar 2009?
BERN - Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher
(SP) will die Motion von Ruedi Löffel (EVP), die ein Rauchverbot
in den Berner Beizen fordert, so schnell wie möglich umsetzen. "Zur
Zeit wird der Gesetzesentwurf ausgearbeitet", sagt er in der heutigen
Ausgabe der "Berner Zeitung". Im optimalen Fall würde das
Gesetz per 1. Januar 2009 umgesetzt.
Berner Bär 28/29.12.06
Berner des Jahres 2006
Wer soll der Bernerbär-Kopf des Jahres werden?
32 Kandidatinnen und Kandidaten - jeweils acht aus Gesellschaft, Kultur,
Sport und Politik stehen zur (Aus-)Wahl.
POLITIK >>>
7 Ruedi Löffel

Am 13. September dieses Jahres wurde sein Vorstoss vom Grossen Rat gutgeheissen:
Rauchfrei in Berns Beizen. Bis zum Inkrafttreten fliesst noch "viu
Wasser d'Aare ab", frühestens 2008 kann mit der Umsetzung gerechnet
werden. Wir enthalten uns eines Kommentars, attestieren dem EVP-Mann jedoch
ein grosses Kämpferherz und erinnern
daran, dass nur eines wichtig ist: Respekt gegenüber jeder Meinungsäusserung.
Massiv unter der Gürtellinie war, was Löffel von rabiaten Gegnern
seines Ansinnens zu hören und sehen bekam!
sda 14.12.06
«Rauchverbot» ist Wort des
Jahres
(...) Das Thema Rauchverbot sei in der Schweiz in diesem Jahr aktuell
gewesen, heisst es in einem Communiqué. Zahlreiche Kantone und
Institutionen führten zunehmend ein Rauchverbot ein. Eine siebenköpfige
Journalisten-Jury hat dieses Wort aus über 2500 Vorschlägen
ausgewählt, wie sie am Donnerstag mitteilte. (...)
Die Aktion «Wort des Jahres» wird in der Schweiz seit 2003
durchgeführt. Die Bevölkerung beteiligt sich jeweils mit über
2000 Wortvorschlägen. In der Jury sitzen sieben Journalistinnen und
Journalisten aus der Deutschschweiz und Liechtenstein. 2005 war «Aldisierung»
das Wort des Jahres gewesen.
Berner Zeitung 7.10.06 IHRE SEITE / RAUCHVERBOT IN BERNS GASTSTÄTTEN
Endlich rauchfrei
(...) Der Entscheid des Grossen Rates basiert auf einer der Grundlagen
der Demokratie: Die Mehrheit entscheidet. Von «Bevormundung»
zu schreiben, ist also falsch: Schliesslich sitzen im Grossen Rat Personen,
die am 9. April 2006 durch das Volk gewählt wurden (...) und dieses
spricht sich laut diversen Umfragen klar für ein Rauchverbot aus.
(...)
Berner Zeitung 27.9.06 IHRE SEITE / RAUCHVERBOT
Weise oder doch übertrieben?
Sind das wirklich unsere gewählten Politiker, die nichts anderes
können, als in die allgemeine Hetze gegen die Raucher einzustimmen?
Wenn schon hätte ich erwartet, dass dieses Thema mindestens im grossen
Rahmen der allgemeinen Luftverschmutzung behandelt würde: Abgase,
Staubpartikel, Ozonbelastung gegen Asthma, Atembeschwerden, Lungenkrankheiten.
Aber da wäre der Applaus ja nicht so billig zu haben. (...)
(Anm.: Meine Devise lautet "das Eine tun und das Andere nicht lassen".
Ruedi Löffel)
EVP-Grossrat Ruedi Löffel präsentiert im Kantonsparlament
eine Rauchverbotstafel, die er vorher
im Schreibzimmer abmontiert hatte. Raucher warfen ihm darauf scherzhaft
Sachbeschädigung vor.
Bloss polemisch
Nikotin schädigt offenbar auch das Gehirn - anders kann man sich
die dümmlich verschrobenen Argumente in den Leserbriefen gegen das
längst fällige Rauchverbot nicht erklären. (...)
Polizeistaat
Jedermann und jede Frau weiss, dass Rauchen schädlich ist und Rauchende
sich gesundheitlich gefährden. Trotzdem finde ich das Rauchverbot
in den Restaurants schlicht und einfach eine Frechheit. (...)
(Anm.: Weil Rauchende eben nicht nur sich selber schädigen, sondern
auch die anderen Gäste und das Personal, handelt der Staat verantwortungsbewusst,
wenn er dies unterbindet - das hat nichts mit Polizeistaat zu tun. Ruedi
Löffel)
TeleBärn 21.9.06 ab 16.30 Uhr im Stundentakt BZ-Talk
Nach dem Rauchverbot des Grossen Rates für Restaurants:
Wie geht es nun weiter?
Ruedi Löffel (Grossrat EVP, Münchenbuchsee) und Casimir
Platzer (Kandersteg, Präsident des Wirteverbandes GastroBern).
Berner Bär 19.9.06 Bäreport
Am Pranger der Moralisten
Das Rauchverbot kommt, auch in den Berner Beizen.
In absehbarer Zeit werden sämtliche Nachtclubs, Bars, Discos und
Restaurants rauchfrei. (...) Peter Camenzind
Sternenbar in Bolligen. Stammgäste sitzen um einen Tisch beim Feierabendbier.
Der Grosse Rat hat das Rauchen in den Beizen geächtet. Der Sieg von
Grossrat Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee) ärgert die
Gäste am Tisch. (...)
Vor einem Jahr als der Grosse Rat ein Rauchverbot erstmals diskutiert
hatte, meinte der Zürcher Soziologe Kurt Imhof: "Ich nehme das
mit einer gewissen Verwunderung wahr. Aber es passt in die aktuelle Moraldebatte."
Löffels steter Kampf
Im Kanton Bern surft der EVP-Grossrat Ruedi Löffel, Angestellter
des Blauen Kreuzes, auf dieser Welle: "Der Missbrauch der legalen
Drogen Alkohol und Tabak verursacht soviel Leid, Kosten und bleibende
Schäden", schreibt er. Nachdem er letztes Jahr mit einer Anti-Rauch-Motion
noch knapp gescheitert war, hat der Grosse Rat im Februar die Abgabe und
den Verkauf von Tabakwaren an Minderjährige verboten. Nun trifft
der Bannstrahl der Moralisten das Gastgewerbe. (...)
Es wird auch andere treffen
"Betrachtet man nur die Raucherdebatte, verpasst man das Wichtigste",
so Soziologe Imhof, "wir erleben eine Viktorianisierung der Gesellschaft."
Am Pranger der Moralisten stünden nämlich nicht nur die Raucher.
Es treffe auch "Übergewichtige", "Scheininvalide",
"Raser", "Abzocker" und Personen, die alkoholisiert
am Steuer sitzen. Die Nächsten, die Moralapostel Löffel ins
Visier genommen hat, sind die Biertrinker während der Fussball-EM:
"In den Fan-Zonen werden Alternativen zum Konsum von alkoholischen
Getränken und andere präventive Massnahmen gefördert",
heisst es in der neusten Motion...
Bund 18.9.06 Leserbriefe
Strittiges Verbot, strittiger Kommentar
Ich bin Ruedi Löffel dankbar für seinen Einsatz für unsere
Gesundheit. Dieser Entscheid war längst fällig und wurde nun
mit deutlicher Mehrheit angenommen! Zum Kommentar: Die Wirte hätten
schon längst rauchfreie Restaurants anbieten können, wollten
es aber bisher nicht! Daher ist dieser Schritt nun der einzig richtige.
Löffel ist Parteimitglied der EVP, nicht der EDU.
Marianne Gafner-Oesch, Bern
Berner Bär 14.9.06 Flüstertüte
Löffels Gelassenheit
(...) anlässlich der Veranstaltung von GastroStadtBern im Kursaaal.
(...)
Der mutigste Politiker in der Kursaal-Arena war ohne Wenn und Aber Ruedi
Löffel. Manch einer der anwesenden Wirte hätte nämlich
dem Inititanten der Anti-Raucher-Motion im Berner Grossrat ein paar Löffel
um die Ohren verpasst. Der EVP-Politiker nahms gelassen, schliesslich
ist sein Rauchverbot in den Beizen nichts anderes als eine logische Folgerung
von Martin Luthers Weihrauch-Verbot in den Kirchen.
Berner Rundschau 13.9.06 Kanton BE Zeitung
«Die Argumente haben gesiegt»
Rauchverbot Der Grosse Rat will, dass
die bernischen Beizen rauchfrei werden
(...) Der Grosse Rat überwies mit 83 zu 58 Stimmen und 5 Enthaltungen
eine Motion aus Kreisen von EVP und SVP zugunsten des Rauchverbots. Er
verpflichtete die Regierung damit zu einer entsprechenden Änderung
des Gastgewerbegesetzes. Wann das Verbot in Kraft tritt, hängt davon
ab, wie rasch diese umgesetzt wird und ob das Referendum ergriffen wird.
Die Motionäre rechnen frühestens für 2008 mit dem Inkrafttreten.
Dies ist möglich, wenn die aufgegleiste Revision des Gastwirtschaftsgesetzes
im Frühling 2007 in den Grossen Rat kommt.
Linke, Grüne, EVP und EDU dafür
Klar für das von den zwei EVP-Räten Ruedi Löffel (Münchenbuchsee)
und Philippe Messerli (Nidau) sowie zwei Parlamentariern der SVP - Hans
Bichsel (Meiringen) und Ueli Spring (Lyss), - verlangte Verbot sprachen
sich neben der Regierung, Grüne, SP, EVP und EDU aus.
Rauchen sei gleichermassen gesundheitsschädigend für Raucher
wie für Nichtraucher, begründeten sie die Forderung. Rauchfreie
Räume entsprächen zudem einem gesellschaftlichen Trend. Die
Unternehmerfreiheit der Beizer hört dort auf, wo die Gesundheitsgefährdung
des Personals und der Gäste beginnt», sagte Christoph Gagnebin
als Sprecher der SP-Fraktion. (...)
Die gewonnene Abstimmung kommentierte der Erstunterzeichner der Motion,
Ruedi Löffel, so: «Die Argumente haben gesiegt.» Und
Mitmotionär Hans Michel sagte: «Mich freut, dass nicht nur
das Volk, sondern auch der Grosse Rat klar zur Einsicht gekommen ist,
dass das Rauchverbot der richtige Weg ist.» (uz, sda)

GEFRAGT Ruedi Löffel (EVP), Erstunterzeichner der Rauchverbot-Motion,
musste
häufig vor die Kamera. Bruno Utz
Bund 13.9.06 Front + Bern
Beizen werden rauchfrei
Der Grosse Rat des Kantons Bern sagt deutlich Ja zu einem Rauchverbot
in Restaurants. (...).
Vor gut einem Jahr hatte Grossratspräsident Thomas Koch
(sp) mit seinem Stichentscheid das Rauchverbot noch zu Fall gebracht.
Gestern war die Sache nun eindeutig: Mit 83 zu 58 Stimmen sagte der Grosse
Rat Ja zu einem generellen Rauchverbot in Gastgewerbebetrieben. Ausgenommen
werden sollen lediglich separate «Fumoirs» mit eigener Lüftung.
Eingebracht hatten die Forderung EVP-Grossrat Ruedi Löffel und drei
Mitunterzeichner.
«Ich habe nichts gegen Raucher», sagte Löffel, «es
darf aber nicht sein, dass Nichtraucher mitrauchen müssen.»
Die Freiheit des Einzelnen höre dort auf, wo
die Gesundheit der anderen beeinträchtigt werde. Dass Passivrauchen
schädlich sei, werde heute nicht mehr bestritten.
Beizen werden rauchfrei
(...) «Ich habe nichts gegen Raucher», sagte Ruedi Löffel,
EVP-Grossrat aus Münchenbuchsee, Suchtpräventionsexperte und
treibende Kraft hinter den meisten Antirauchvorstössen der letzten
Jahre. Es gehe ihm um den Schutz der Nichtraucher. «Die Freiheit
der Raucher hört dort auf, wo die Gesundheit der Nichtraucher beeinträchtigt
wird.»
Noch im Juni letzten Jahres ist Löffel mit seiner Forderung nach
rauchfreien Gaststätten am Stichentscheid von Grossratspräsident
Thomas Koch (sp) gescheitert. Gestern konnte er sich nun als Sieger feiern
lassen. Das verkleinerte und nach den Wahlen neu zusammengesetzte Kantonsparlament
unterstützte Löffels Motion klar mit 83 Ja- gegen 58 Nein-Stimmen.
Praktisch geschlossen dafür stimmten SP, Grüne, EVP und EDU.
Klar gegen das Rauchverbot waren FDP und SVP, wobei sich sieben SVP-Mitglieder
nicht an die Parteiparole hielten.
«Bern muss sich anpassen»
Löffel und drei Mitunterzeichner forderten in ihrer Motion, dass
öffentlich zugängliche Innenräume von Gastgewerbebetrieben
rauchfrei werden. Ausgenommen werden sollen lediglich abgetrennte und
mit einer separaten Lüftung versehene «Fumoirs». (...)
Auch den Schutz des Personals vor dem Passivrauchen gewichteten viele
stärker als die Gewerbefreiheit und die Freiheit des Einzelnen. «Für
das Personal ist es eine Zumutung, im Gestank zu arbeiten», sagte
Hans Michel (svp, Brienz). Philippe Messerli (evp, Nidau) fügte an:
«Der Markt kann dieses Problem nicht alleine lösen.»

EVP-Grossrat Ruedi Löffel hat gut lachen: Mit Hartnäckigkeit
und
Unterstützung von links hat er sein Ziel erreicht. Adrian Moser
Rickenbacher warnt vor Hetze
Der Regierungsrat hatte bereits Löffels ersten Vorstoss im letzten
Jahr unterstützt, und auch die neue links-grüne Kantonsregierung
sprach sich für ein Rauchverbot aus. Restaurants seien öffentliche
Räume, in denen Nichtraucher vor dem Passivrauchen geschützt
werden müssten, sagte der neue Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher
(sp). Er plädierte jedoch für Toleranz von beiden Seiten und
warnte vor einer Hetze gegen Raucherinnen und Raucher. (...)
ZUR SACHE
«Ein kleiner Eingriff»
Ruedi Löffel ist EVP-Grossrat und Projektleiter auf der Fachstelle
für Suchtprävention des Blauen Kreuzes Bern.
«Bund»: Im zweiten Versuch haben
Sie das Rauchverbot in Restaurants durchgebracht. Sind Sie glücklich?
Ruedi Löffel: Ja. Die richtigen Argumente haben überzeugt.
Basiert Ihr Glück nicht auf der Ausgrenzung
einer Minderheit?
Bisher war mit den Nichtrauchern eine Mehrheit ausgegrenzt. Nun müssen
Rauchende Rücksicht nehmen. Wenn ein Raucher fünf Minuten vor
die Türe muss für seine Zigarette, ist dies ein kleiner Eingriff.
Eine Ausgrenzung aber nicht.
Warum soll die Wahl für rauchfreie, gemischte
oder Rauchlokale nicht möglich sein?
Eine Viertelmillion Serviceangestellte wird eingenebelt. Auf diese wird
nun Rücksicht genommen. Zudem: Wenn das Rauchen aus den Beizen verbannt
ist, schreckt dies Jugendliche ab, sie finden Rauchen uncool und verzichten
darauf.
Wenn die Gesetzesrevision im Rat beraten wird,
könnten ja Ausnahmen für Beizen gemacht werden, die sich als
Rauchbeiz deklarieren.
Davon halte ich nichts. Mit dem Verbot haben wir eine einheitliche, saubere
Lösung. Sonst kämen wir vom Hundertsten ins Tausendste.
Sind Nichtrauchende die besseren Menschen?
Nein. Ich will nicht missionieren. Ich will, dass andere Leute nicht mehr
unfreiwillig vom Rauch belästigt werden.
Sie engagieren sich stark im gesundheitspolitischen
Bereich. Welche weiteren Vorstösse von Ihnen sind zur Verbesserung
der Volksgesundheit geplant?
Die Möglichkeiten des Parlaments zur Eindämmung von Rauchen
und Alkoholkonsum sind mit Werbeeinschränkungen, Preiserhöhungen
und Verboten weitgehend ausgeschöpft. Sorgen bereiten mir aber die
sexistische Werbung und die Sexualisierung der Medien. Hier ist Handlungsbedarf
angesagt. Aber ich selber werde dazu keine Vorstösse einreichen.
(Marcello Odermatt)
Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 13.9.06 Kanton
Deutliches Ja zum Rauchverbot
Überraschend deutlich hat der Grosse Rat des Kantons Bern
gestern ein Rauchverbot für Restaurants beschlossen. Das Rauchverbot
gilt frühestens ab 2008, wenn es im Gastgewerbegesetz verankert ist.
td/fab. Die Motion von Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee) wurde
mit der deutlichen Mehrheit von 83 zu 58 Stimmen bei fünf Enthaltungen
überwiesen. Sie beauftragt den Regierungsrat, dem Parlament eine
Änderung des Gastgewerbegesetzes vorzulegen, mit der das Rauchen
in Restaurants mit Ausnahme so genannter Fumoirs verboten wird. (...)
Zu Stande kam das deutliche Resultat dank den nahezu geschlossenen Fraktionen
von SP/Juso, Grünen, EVP, EDU und Autonomen. In den Reihen von SVP
und FDP, die das Rauchverbot bekämpft hatten, stimmten immerhin sieben
SVP-Grossräte und ein Freisinniger für das Verbot. (...)
Offentsichtlich erfolglos versucht Ruedi Löffel Monika Barth,
die einzige Verbotsgegnerin
unter den Sozialdemokraten, für seine Motion zu gewinnen. / Andreas
Blatter
20 Minuten 13.9.06
Ausgequalmt: Bars und Beizen werden rauchfrei
BERN - Schluss mit Rauchen: Das Kantonsparlament hat gestern
ein Rauchverbot für Restaurants und Bars mit 83 zu 58 Stimmen angenommen.
Ab 2008 müssen die Wirte ihre Aschenbecher endgültig wegräumen,
falls sie kein so genanntes Fumoirs mit separater Lüftung einrichten.
«Am meisten freue ich mich für die Angestellten, die dem Rauch
bisher unfreiwilllig ausgesetzt waren», jubelt Ruedi Löffel
(EVP). Die Regierung muss das Rauchverbot jetzt im Gastgewerbegesetz verankern.
Die grösstenteils bürgerlichen Gegner um Gastro-Suisse-Päsident
Klaus Künzli könnten noch das Referendum ergreifen. «Daran
denken wir vorläufig nicht», sagt Künzli, «es ist
wichtiger, dass wir gesamtschweizerisch eine einheitliche Lösung
finden, die das Gastgewerbe weniger einschränkt.» Patrick Marbach
Le Quotidien Jurassien 13.9.06 / Canton de Berne: La cigarette bannie
des restauarnts
Le Grand Conseil bernois a adopté hier l'interdiction de fumer
dans les cafés et les restaurants
Les fumeurs seront bientôt contraints de griller leur
clope à l'extérieur / Christophe Winistoerfer (...)
La bonne tentative
(...) Comme l'an dernier, le débat a été nourri.
Ruedi Loeffel (PEV, Münchenbuchsee), premier signataire de la motion,
a ouvert les feux non pas en présentant ses arguments, mais en
démontant ceux des adversaires de la motion. Il a en particulier
réfuté l'idée que les non-fumeurs seraient intolérants
avec les fumeurs et retourné la remarque aux fumeurs qui, selon
lui, pourraient faire preuve de davantage de tolérance et d'égards
envers les non-fumeurs.
Chiffres d'affaires stables
Il a surtout rappelé que sa motion visait à protéger
les employés et les clients de la fumée passive. Face à
la crainte des restaurateurs de voir leur chiffre d'affaires baisser,
il a fait référence à de nombreuses études,
menées dans plusieurs Etats ayant adopté une interdiction
de la fumée dans les cafés et les restaurants, qui montrent
que, globalement, le chiffre d'affaires et le nombre de clients ne baissent
pas.
DRS Regionaljournal BE FR VS 13.9.2006, 17.30 Uhr
Rauchverbot in den Berner Gaststätten
Der Initiant des Rauchverbotes, EVP-Grossrat Ruedi Löffel im Streitgespräch
mit FDP-Grossrat Klaus Künzli. (Link
7:55).
Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 12.9.06 Front + Kanton
GROSSER RAT DISKUTIERT RAUCHVERBOT IN RESTAURANTS
Verbot zeichnet sich ab
Der Grosse Rat dürfte heute ein Rauchverbot für Restaurants
beschliessen. In der gestrigen Debatte deutete alles darauf hin.
Gegen ein Rauchverbot im Kanton Bern wehrten sich gestern im Grossen Rat
nur die FDP und die Mehrheit der SVP. Die Debatte wurde am Abend unterbrochen
und wird heute fortgesetzt. Es zeichnet sich ab, dass sich in der Abstimmung
heute eine komfortable Mehrheit für das Rauchverbot aussprechen wird.
Vor einem Jahr noch war das gleiche Begehren im Grossen Rat knapp gescheitert.
Das Ja des Parlaments verpflichtet die Berner Regierung, eine Änderung
des Gastgewerbegesetzes vorzubereiten, mit der festgeschrieben wird, dass
mit Ausnahme von speziellen «Fumoirs» alle Innenräume
von Gastgewerbebetrieben rauchfrei sein müssen.
Eingebracht wurde der Vorstoss mit dem Titel «Schluss jetzt mit
unerwünschtem Rauch im Gastgewerbe» von den Grossräten
Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee), Philippe Messerli (EVP,
Nidau), Hans Michel (SVP, Brienz) und Ueli Spring (SVP, Lyss). Die Regierung
hatte sich hinter den Vorstoss gestellt.
Motionär Löffel stellte gestern in seiner Argumentation die
Freiheit der Restaurantbesucher, nicht passiv mitrauchen zu müssen,
in den Mittelpunkt. Weltweit belege keine einzige unabhängige Studie,
dass ein Rauchverbot den Restaurants wirtschaftlich schade, sagte Löffel.
Die Wirte sind gegen das Verbot, weil sie Umsatzeinbussen befürchten.
td
Gegner nicht mehr in der Mehrheit
Der Kampf gegen das drohende Rauchverbot in Restaurants dürfte
diesmal nicht zu gewinnen sein: Im Grossen Rat haben sich die Kräfteverhältnisse
verändert. Heute dürfte das Verbot eine Mehrheit finden.
Da kann FDP-Fraktionspräsident Adrian Haas (Bern) noch so gegen die
«schlechten Verlierer», die «Zwängerei» und
den «politisch schlechten Stil» wettern. Seit der gleichen
Abstimmung vor einem Jahr ist das Parlament neu gewählt worden; die
Kraft der Gegner eines Rauchverbots dürfte nicht mehr ausreichen,
um die neue Motion von Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee) heute
im Grossen Rat bachab zu schicken.
Im bisherigen Verlauf der Rauchverbotsdebatte zeichnete sich gestern ab,
dass die FDP und Teile der SVP auf verlorenem Posten stehen. In den übrigen
Fraktionen sind nicht genügend hartgesottene kompromisslose Raucher
auszumachen, die die Kohlen noch aus dem Feuer holen könnten. Motionär
Löffel und sein Parteikollege Philippe Messerli (Nidau) haben zudem
diesmal auch die beiden SVP-Grossräte Hans Michel (Brienz) und Ueli
Spring (Lyss) als Mitunterzeichnende ins Boot geholt.
Ruedi Löffel erklärt seinen Kritikern, wie einfach
ein Rauchverbot in den Restaurants
umgesetz werden könne: mit einem Verbotsschild, das in allen Sprachen
verstanden wird.
Gespaltene SVP
Der Appell des FDP-Fraktionschefs im Namen seiner einstimmigen Fraktion,
auf die Eigenverantwortung der Wirte zu setzen, wurde nur vom Fraktionssprecher
der SVP, Paul Messerli (Matten), unterstützt. (...)
SVP-Parteikollege Michel hingegen prangerte das rücksichtslose Verhalten
vieler rauchender Restaurantbesucher an und bezeichnete den gesundheitsschädigenden
Rauch in den Gastgewerberäumen als «eine Zumutung für
das Personal». Michel meinte, die gesundheitlichen Auswirkungen
seien stärker zu gewichten als die Gewerbefreiheit. SVP-Kollege Spring
wies zudem darauf hin, dass die Angestellten fast unisono froh seien,
wenn sie bei ihrer Arbeit vom Qualm erlöst würden.
Auch auf Bundesebene
Motionär Ruedi Löffel erklärte, dass ein bernisches Verbot
- zusammen mit weiteren kantonalen Verboten - mithelfe, das Rauchen in
Restaurants auch auf Bundesebene im Arbeitsgesetz zu verbieten. Es gebe
auch nicht 26 verschiedene Regelungen in der Schweiz, wie behauptet werde,
sondern nur zwei: Entweder man verbiete oder man erlaube das Rauchen.
Heute würden viele Nichtraucher bei Befragungen angeben, dass der
Qualm sie von Restaurantbesuchen abhalte.
Verbot senkt Kosten
Unterstützt wurde Löffel auch von den Grünen. Christoph
Grimm (Burgdorf) wies darauf hin, dass wie in vielen anderen Lebensbereichen
auch hier die Schwächeren - die Nichtraucher nämlich - geschützt
werden müssten. Die Wirte könnten mit dem Rauchverbot auch Kosten
einsparen; das zeige das Beispiel der rauchfreien SBB. (...) td
O-TON
"Es gibt weltweit keine einzige Studie, die Umsatzeinbussen durch
ein Rauchverbot belegen - ausser solchen, die von der Tabakindustrie gesponsert
wurden."
Motionär Ruedi Löffel (EVP) zum Vorwurf, die Gäste blieben
aus, wenn in Restaurants nicht mehr geraucht werden dürfe.
"Mit meiner Motion setze ich mich für die Freiheit der Nichtrauchenden
ein, nicht mitrauchen zu müssen."
Nochmals Motionär Ruedi Löffel im Wissen darum, dass seine Gegner
mit dem Ruf nach Freiheit kontern werden.
TeleBärn 12.9.06

Bern wird rauchfrei (Link
4:49).
Journal du Jura 12.9.06
CAFÉS-RESTAURANTS | Et si les partisans du libéralisme créaient
finalement la surprise?
L'écran de fumée des radicaux !
Les partisans de l'interdiction de la fumée dans les
bistrots ont encore un peu de souci à se faire. Hier, en effet,
le PRD pour une fois unanime a créé la surprise en tirant
à boulets rouges sur les adeptes du puritanisme. Verdict aujourd'hui.
(...)
Ah! la fumée passive
Hier, c'est le chef de file des quatre motionnaires (deux PEV, deux UDC),
Ruedi Löffel, qui avait bel et bien ouvert les feux. L'Evangélique
a tout d'abord asséné que fumer passivement causait des
maladies. Il l'a aussi dit, l'a juré, l'a promis: il n'a strictement
rien contre les fumeurs, mais demande que les non-fumeurs soient libres
de ne pas fumer passivement: «Il faut réduire
la liberté individuelle quand la santé est en danger»,
a-t-il poursuivi. Et d'ajouter qu'il ne demande même pas une nouvelle
loi, mais une simple modification de celle sur l'hôtellerie et la
restauration. Pour Ruedi Löffel, c'est sûr, aucune étude
sérieuse ne permet de prétendre que le chiffre d'affaires
a baissé dans les établissement publics après l'interdiction
de la fumée. Selon Hans Michel, l'un des coauteurs agrariens de
la motion, la santé est de toute façon plus importante que
le chiffre d'affaires. Quant à l'autre Evangélique, Philippe
Messerli (Nidau), il s'est mis à rêver: «Peut-être
que l'interdiction de la fumée permettra d'attirer dans les établissements
publics les 75% de gens qui n'y vont jamais...» Le verdict tombera
ce matin. Mais il ne sera toutefois pas communiqué par une fumée
sortant de la cheminée du Rathaus... P.-A. Br.
heute 11.9.06 / Der Grosse Rat vor der Abstimmung über ein Rauchverbot
Blauer Dunst ade?
BERN. Rauchfreie Beizen fordert Ruedi Löffel (EVP) mit
einer Motion. Und die Chance für ein «Ja» im Grossen
Rat stehen sehr gut.
Eine Stimme machte letzten Sommer den Unterschied, als der Grosse Rat
bereits einmal über die Forderung nach rauchfreien Beizen abstimmte.
«Es wird wieder sehr spannend», meint Christine Hänsler,
Fraktionspräsidentin der Grünen Bern. «Grossmehrheitlich
werden die Grünen zustimmen».
Motionär Ruedi Löffel (EVP) ist zuversichtlich: «Unsere
Chancen sind dank der neuen Zusammensetzung des Rats seit den Wahlen im
April gestiegen». Damals verloren SVP und FDP die Ratsmehrheit.
Fast geschlossen werden die grossen bürgerlichen Parteien wieder
gegen die Motion kämpfen. «Nur fünf oder sechs von unseren
Grossräten werden Ja stimmen», erklärt SVP-Fraktionspräsident
Heinz Siegenthalter.
Wie FDP-Fraktionspräsident Adrian Haas befürchtet aber auch
Siegenthaler ein knappes Ja zur Motion. Auch SP-Präsidentin Irène
Marti prognostiziert ein Ja. «Die Erfahrungen in Italien und Irland
zeigen, dass ein Rauchverbot keine Katastrophe für die Beizenbetreiber
ist.» (shb)
Bund 11.9.06
Löffels zweiter Versuch
Mit Stichentscheid durch Grossratspräsident Thomas Koch (sp) wurde
im Juni des letzten Jahres ein Rauchverbot in bernischen Restaurants abgelehnt.
Der entsprechende Vorstoss stammte von EVP-Grossrat Ruedi Löffel.
Diese Woche versucht er es im verkleinerten, neu zusammengesetzten Rat
erneut. Via Revision des kantonalen Gastgewerbegesetzes sollen öffentlich
zugängliche Innenräume von Gastwirtschaften rauchfrei werden.
Ausgenommen seien Fumoirs, abgetrennte und mit eigener Lüftung versehene
Räume.
Löffels zweiter Versuch wird gemäss einer «Bund»-Umfrage
eine Mehrheit finden: Grüne, allenfalls mit Enthaltungen, unterstützen
das Verbot mehrheitlich, die EVP einstimmig; und während die SP 2005
grössere Vorbehalte hatte, stimmt sie nun fast einhellig zu.
Ja-Stimmen kommen weiter von der EDU- und der Unabhängigen Fraktion.
Eine liberale Haltung wird die FDP- und die SVP-Fraktion vertreten, wobei
fünf bis sechs SVP-Parlamentarier dem Rauchverbot zustimmen werden.
Inklusive Freiheitspartei liegen somit etwa 69 Nein- zu 88 Ja-Stimmen
vor. Löffel hätte gesiegt. Beschlossen würde aber nur der
Auftrag, eine Revision des Gesetzes vorzunehmen. Der Rat kann beim Gesetzgebungsprozess
Ausnahmen definieren. (mob)
Le Quotidien Jurassien 9.9.06 / Canton de Berne: Fumer au bistrot: bientôt
interdit?
Le Grand Conseil bernois va débattre de l'interdiction de fumer
dans les cafés et les restaurants
La santé des employés et des clients se heurte
à la liberté individuelle
Christophe Winistoerfer
En juin 2005, le Grand Conseil bernois rejetait de justesse deux motions
- soutenues par l'ancien gouvernement de droite - demandant l'interdiction
de la fumée dans les cafés et les restaurants. Qu'à
cela ne tienne! Le signataire d'une des motions de l'an dernier, Ruedi
Löffel (PEV, Müchenbuchsee), accompagné de 19 cosignataires,
revient à la charge. Il est à nouveau soutenu par le Conseil-exécutif,
cette fois majoritairement de gauche. Lundi ou mardi, selon l'avancement
de la session parlementaire, les députés se pencheront donc
à nouveau sur cette question. (...)
Oppression condamnée
Ruedi Löffel se défend de vouloir faire le forcing en proposant
à nouveau, et si rapidement, une intervention parlementaire qui
a subit un échec l'an dernier. «En tant que représentant
du peuple, je ne peux ignorer plus longtemps que la grande majorité
de la population se sent aujourd'hui oppressée par la fumée
passive dans les restaurants, lâche-t-il, et c'est pour cette raison
- l'intérêt supérieur de la santé publique
- que je remets la compresse. La santé des
clients, mais surtout des employés, doit primer sur la liberté
individuelle».
Un sondage à l'échelle de la Suisse, rendu public mercredi,
corrobore l'opinion du député évangélique:
L'interdiction de fumer sur le lieu de travail, dont les restaurants,
recueille 78% d'avis favorables. Et c'est à 79,1% des voix que
les Tessinois ont adopté en mars dernier une législation
bannissant la fumée des établissements publics. Le Tessin
est ainsi devenu le premier canton suisse à légiférer
en la matière, suivant en cela son grand voisin italien.
Protection des employés
Auprès de Hotel & Gastro Union, le principal syndicat des employés
de l'hôtellerie et de la restauration, on accueille positivement
la démarche de Ruedi Löffel. Pour Eric Dubois, secrétaire
romand de l'organisation professionnelle, «la liberté des
uns s'arrête en effet à la santé des autres».
En l'espèce, la protection des 220 000 employés
de la branche, particulièrement exposés à la fumée
passive, commande d'édicter des règles strictes.
(...) L'organisation patronale se bat aussi depuis quelques temps pour
que la législation, si législation il doit y avoir, soit
fédérale. La sous-commission «fumée passive»
du Conseil national s'est d'ailleurs prononcée pour une modification
de la loi sur le travail afin d'interdire la fumée sur tous les
lieux de travail, donc dans la restauration.
Un homme pressé
Pour Ruedi Löffel, l'argument n'est toutefois pas suffisant. «GastroSuisse
sait très bien que la législation en matière d'hôtellerie
et de restauration est du ressort des cantons. Si la Confédération
prend des mesures dans la loi sur le travail, le canton de Berne devra
de toute manière adapter sa loi. Il peut donc le faire sans attendre,
d'autant que le travail législatif est beaucoup plus rapide au
niveau cantonal que fédéral», argumente le député,
pressé. (...)
Eviter le favoritisme
Si toutefois la motion de Ruedi Löffel devait être adoptée,
GastroBerne, la section cantonale de GastroSuisse, se battrait alors pour
que la loi soit la même pour tous les établissements publics,
et pas seulement pour les cafés et les restaurants. Jean-Luc Pittet
pense ici aux petits établissements de moins de 30 places, aux
cercles, aux buvettes, aux métairies qui, s'ils n'étaient
pas concernés par la loi, seraient à ses yeux favorisés.
Le débat, très actuel dans les sociétés occidentales,
promet d'être chaud au Grand Conseil bernois et ceci vraisemblablement
pour les mois qui viennent.
Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 5.9.06 Front + Kanton / RAUCHVERBOT
IN RESTAURANTS
Die Wirte wehren sich
Die Berner Wirte fordern Ausnahmen vom Rauchverbot in Beizen
– kurz vor der entscheidenden Abstimmung im Grossen Rat. Kleine
Betriebe sollen vom Verbot verschont bleiben, verlangen die Wirte –
und stossen auf Verständnis.
(...) Der Kompromissvorschlag kommt gar nicht mal so schlecht an: Sogar
Ruedi Löffel (EVP), Erstunterzeichner der Motion, sagt: «Über
diesen Vorschlag können wir bei der Ausformulierung des Gesetzes
sicher reden.» fab
Die Wirte fordern Ausnahmen
Die entscheidende Abstimmung rückt näher: Bevor der
Grosse Rat über das Rauchverbot in Restaurants entscheidet, macht
der Präsident des Wirteverbands GastroBern seinen «Kompromissvorschlag»
bekannt.
(...) «es gibt nun mal viele kleine und kleinste Gastbetriebe, die
vorwiegend Raucher ansprechen, die aber unmöglich in einem abgetrennten
Raum ein ‹Fumoir› einrichten können.» Sie wären
vom «totalen Rauchverbot besonders betroffen»: Kleine Bars
oder Quartierbeizen, die fast nur Raucher bedienen, hätten üble
Umsatzeinbussen zu gewärtigen, warnt Platzer. Er hat einen «Kompromissvorschlag»
bereit. Wolle der Staat diesen Entscheid schon nicht den Wirten überlassen,
solle er im Gesetz wenigstens weitere Ausnahmen einbauen, fordert Platzer.
Der aktuelle Vorstoss sieht als einzige Ausnahme Fumoirs in abgetrennten,
separat belüfteten Räumen vor. Platzer dagegen schlägt
vor, der Kanton solle allen Gastbetrieben vorschreiben, mindestens einen
Raum rauchfrei zu halten – aber nur, sofern sie mehr als einen Raum
haben. Kleinbetriebe mit nur einem Raum sollen wählen können,
ob sie die Gäste rauchen lassen. «Sie müssten mit einem
offiziellen, gut sichtbaren Signet am Eingang deklarieren, ob ihre Gaststube
rauchfrei ist oder nicht.» Damit wäre das Ziel erreicht, sagt
Platzer: Wer sich am Rauch störe, habe genug Auswahl; und Kleinbetriebe,
die vor allem Raucher anziehen, hätten keinen Umsatzverlust zu fürchten.
Platzer betont, der Rauchstopp-Vorstoss, der schon 2005 um Haaresbreite
durchgekommen wäre, habe solche Ausnahmen für «sehr kleine»
Betriebe vorgesehen – die aktuelle Motion ist kompromissloser. Die
Änderung ist aber auch so noch möglich: Heisst der Grosse Rat
den Vorstoss gut, beauftragt er die Regierung erst, die Gesetzesänderung
auszuarbeiten; diese muss so klar und eindeutig ausfallen, wie die Motion
dies verlangt. Allerdings muss auch die Gesetzesänderung noch durch
den Grossen Rat – wobei dieser wieder alle Freiheiten hat.
Würde mit sich reden lassen: Ruedi Löffel,
EVP-Grossrat
«Können darüber reden»
Was halten denn jene Herren von Platzers Vorschlag, die den Nichtraucher-Vorstoss
eingereicht haben? «Darüber können wir sicher reden»,
sagt Ruedi Löffel (EVP), der Erstunterzeichner. Im Gegensatz zum
ersten Vorstoss habe er die Ausnahme nicht erwähnt, «da im
Gesetzgebungsprozess sowieso noch Forderungen nach Ausnahmen kommen».
Löffel gibt sich aber offen und betont, es gehe vor allem um den
Grundsatzentscheid: Die Gesundheit müsse in
dieser Frage Vorrang haben. Weniger kompromissbereit ist der Mann,
der die Idee hatte, nach so kurzer Zeit wieder eine Rauchfrei-Motion einzureichen:
Hans Michel von der SVP, einer der Mitunterzeichner (neben Philippe Messerli,
EVP, und Ueli Spring, SVP). Michel ist gegen weitere Ausnahmen –
wenn einer unbedingt rauchen wolle, müsse er halt hinausgehen.
Der Wirt als Polizist?
Wirtepräsident Casimir Platzer wiederum hat noch weitere Sorgen.
Er hofft, bei einem Rauchverbot müssten nicht «die Wirte Polizist
spielen». Das Gesetz solle den Gast in die Verantwortung ziehen,
nicht die Wirte. Grossrat Löffel hält dieses Problem für
«konstruiert»: Der Wirt sei schon heute mehrfach in der Verantwortung,
so dürfe er etwa weder Minderjährigen noch Betrunkenen Alkohol
abgeben. Notfalls würde also der Wirt gebüsst; Löffel und
Michel sind aber überzeugt, so weit komme es, wenn überhaupt,
sehr selten. (...)
DRS Regionaljournal BE FR VS 1.9.2006, 17.30 Uhr
Schnappschuss: Rauchen und Nichtrauchen in Politik und Restaurants
Vier Hinterbänkler-Grossräte im Gespräch (Link
3:08).
Berner Zeitung 31.8.06 / RAUCHEN IN BERNER RESTAURANTS
Verbot ist längst fällig
Der GastroSuisse-Präsident wirft Regierungsrat Rickenbacher Diffamierung
der Gastrobranche vor und zieht dann selbst herablassend über die
"Präventionsspezialisten" her.
Tatsache ist, dass Passivrauchen sehr gesundheitsschädigend ist.
Beim Rauchverbot in Restaurants geht es nicht um
irgendwelche Präventionsfantasien, sondern um den längst fälligen
Schutz von Angestellten und Gästen.
Weil die Gastro-Gesetzgebung eine kantonale Angelegenheit ist, macht es
Sinn, eine kantonale Lösung anzustreben. Wenn diese dann einer einheitlichen
Bundeslösung via Arbeitsrecht zum Durchbruch verhilft - umso besser!
Ruedi Löffel, Präventionsfachmann, EVP-Grossrat und Urheber
des Rauchfrei-Vorstosses, Münchenbuchsee
Bieler Tagblatt 31.8.06 / Anwort der Woche
Rauchverbot ist überfällig
Noch bei keiner anderen «Frage der Woche» haben sich so
viele Menschen beteiligt wie beim Rauchstopp in den Restaurants. Sensationell
auch die Anzahl der Kommentare - ein Viertel der Teilnehmenden hat gleich
die eigene Meinung zum Thema kundgetan. Und diese ist meistens raucherkritisch.
Immerhin zwei Drittel sind für rauchfreie Restaurants.
Da fallen Stichworte wie «Passivrauchen», «Rauchverbot
ist überfällig», «endlich Beizenbesuch ohne stinkende
Kleider und Haare» oder «kein Raucher nimmt Rücksicht».
Vielen Teilnehmenden stösst sauer auf, dass Raucher überall
«ihrem schädlichen Laster» frönen dürfen, während
Nichtraucher häufig in ein separates Räumchen «abgeschoben»
werden. Seit Jahrzehnten haben Raucher freie Wahl in Bezug auf Restaurants,
Bars oder Discos, findet ein Teilnehmer, jetzt sollten die Nichtraucher
zum Zug kommen. Von vielen störend wird - neben der gesundheitsschädigenden
Wirkung - der Geruch empfunden: «Wer geht denn gerne frisch aufgebretzelt
in den Ausgang und stinkt dann wie ein Räucherstäbchen?»
so eine - wohl eher rhetorische - Frage. Moderater sehen es hingegen die
33 Prozent der Teilnehmer, die sich kein totales Rauchverbot wünschen.
«Jeder Gast kann schliesslich selber entscheiden, ob er ein Restaurant
aufsuchen will oder nicht», so der Tenor.
INFO: An der Umfrage haben 198 Personen teilgenommen.
Das Ergebnis ist nicht repräsentativ.
Journal du Jura 24.8.06
FUMÉE DANS LES BISTROTS | Le Grand Conseil l'interdira probablement
en septembre
«D'accord pour une interdiction, à condition que métairies
et cercles privés soient mis à la même enseigne»
La manœuvre avait échoué de justesse en 2004.
Elle risque bien d'aboutir en septembre, quand le Grand Conseil interdira
la fumée dans les cafés et restaurants. Les pros de la branche
s'y résignent. S'il n'y a aucune exception...
Il n'y aura pas toujours un président - socialiste - pour faire
pencher la balance en faveur des adeptes de la cigarette. Les adversaires
de la fumée ont profité de la nouvelle législature
pour revenir à la charge. Toujours emmenés par l'Evangélique
tempérant Ruedi Löffel, ils demandent à nouveau par
voie de motion que les locaux des cafés et restaurants ouverts
au public soient interdits aux fumeurs. Bons princes, ils veulent toutefois
bien prévoir des fumoirs pour les intoxiqués, à condition
que ces salles soient séparées des autres espaces et dotées
d'une aération indépendante.
Comme l'ancien Conseil exécutif, le nouveau propose d'accepter
cette motion en précisant que la requête pourrait être
prise en compte lors de la révision de la loi sur l'hôtellerie
et la restauration actuellement en préparation.
Interrogés par Le JdJ, les restaurateurs de la région considèrent
l'évolution comme inéluctable. Président de la section
régionale de Gastro Suisse, Jean-Luc Pittet, du Vert-Bois, à
Mont-Crosin, entend néanmoins se battre: «Si une interdiction
est prononcée, elle doit concerner tous les lieux publics et non
seulement les établissements publics», martèle-t-il.
Allusion aux salles de spectacles, aux buvettes de campings ou de sociétés
et bien évidemment aux métairies. L'homme ne veut pas entendre
parler de passe-droit pour les fameux établissements de 30 places
qui n'offrent qu'une seule pièce et pourraient dès lors
être dispensés de créer un fumoir. (...)
Patron du Glatz Music Bar à Tramelan, Lionel Houlmann (...) se
dit qu'une interdiction serait bénéfique
pour la santé de son personnel: «Dans les pays voisins, les
gens se sont bien habitués, conclut-t-il. Surtout, je dois
bien admettre que les fumeurs n'ont plus la cote comme c'était
le cas il y a vingt ans.»
Enfin, le patron de l'Ours à Bellelay juge l'évolution inéluctable.
Familier de l'Italie, Yvan Trollux sait que l'interdiction est déjà
entrée dans les mœurs. «Et je viens d'apprendre que
le Gouvernement français a décidé de bannir la fumée
par voie de décret dès 2007. Que voulez-vous, c'est l'Europe.»
(...) Fumeur lui-même, notre homme admet qu'il consomme beaucoup
moins de cigarettes lorsqu'il passe ses vacances en Italie. (...)
Yvan Trollux estime cependant qu'après l'introduction du 0,5‰,
les restaurateurs et cafetiers vont devoir faire face à un nouveau
manque à gagner, en tout cas durant les premiers mois: «Certains
fumeurs ne viendront tout simplement plus au restaurant, prédit-il.
Après quelque temps, je pense que tout rentrera dans l'ordre. Encore
une fois, je suis fataliste, mais pas forcément joyeux. Que voulez-vous,
j'adore griller une cigarette à l'heure de l'apéro...»
On verra ce qu'en pense le Grand Conseil en septembre. P.-A. Br.
Berner Zeitung 17.8.06 / RAUCHVERBOT
Mehrheit ist dafür
Die Zeit läuft gegen die Raucher in den Restaurants: Eine
deutliche Mehrheit tritt für rauchfreie Restaurants ein, wie
eine nicht repräsentative Umfrage des Internetportals espace.ch ergab.
An der Umfrage nahmen – Stand gestern um 15 Uhr – 627 Personen
teil. Die Berner Regierung befürwortet eine Motion im Grossen Rat,
die ein Rauchverbot für Gastgewerbebetriebe fordert (wir berichteten).
bzk
Berner Rundschau 17.8.06 Kanton BE Zeitung
«... ist viel schädlicher als geglaubt»
Rauchen Grossräte und Regierungsrat wollen
ein Verbot in den Restaurants und Bars
In bernischen Restaurants und Bars soll das Rauchen
verboten werden. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres kommt diese politische
Forderung in den Grossen Rat. Wie der alte begrüsst auch der neue
Regierungsrat das Verbot. Bruno Utz
«Das ist eine Zwängerei», kommentiert Grossrat Klaus
Künzli (FDP/Ittigen) die erneute Motion (...) Was sagt Motionär
Ruedi Löffel zum Vorwurf? «Unterlegen bin ich einerseits nur
durch Stichentscheid des damaligen Grossratspräsidenten Thomas Koch
(SP/Laupen), andererseits wegen eines Defekts der Abstimmungsanlage. Eine
Ja-Stimme blieb deshalb unberücksichtigt.»
Neuste Erkenntnisse zeigten zudem, dass Passivrauchen viel schädlicher
sei als bisher geglaubt, nennt Löffel als weiteren Grund für
den zweiten Anlauf gleich nach den Erneuerungwahlen. Als Mitmotionäre
hat der kämpferische EVPler diesmal mit Hans Michel (Brienz) und
Ueli Spring (Lyss) auch zwei Räte der SVP ins Boot geholt. «Gemäss
jüngsten Studien in den USA sind Herz- und Kreislaufschäden
beim Passivrauchen durchschnittlich nur 10 bis 20 Prozent tiefer als beim
aktiven Rauchen», weisen sie in ihrem Vorstoss auf die Gesundheitsrisiken
hin. «Wer rauchen will, der soll rauchen,
aber draussen», sagt Löffel und ergänzt: «In Restaurants
Gäste und Angestellte in hohem Mass und oft sehr unfreiwillig dem
Tabakrauch auszusetzen ist eine Frechheit.»
Regierungsrat für Rauchverbot
Letztes Jahr unterstützte der mehrheitlich bürgerliche Regierungsrat
das Rauchverbot. Das tut auch die jetzt rot-grün dominierte Regierung.
(...) Umsatzbefürchtungen hätten sich als falsch erwiesen. In
Ländern mit entsprechendem Verbot seien die Gastroumsätze sogar
in die Höhe geklettert.
«In Irland ist die Zahl der Gäste seit der Einführung
des Rauchverbots um elf Prozent angestiegen», verweist Löffel
auf ein diesen Sommer in einer irischen Medizin-Zeitschrift veröffentlichtes
Umfrageergebnis in 38 Dubliner Pubs. Und das italienische Gesundheitsministerium
habe informiert, innerhalb eines einzigen Jahres nach dem Rauchverbot
hätten 500 000 Italiener dem Glimmstängel «addio»
gesagt. Das Verbot komme vielen Rauchern entgegen, die liebend gerne damit
Schluss machen wollten. Rauchverbote in öffentlichen Räumen
liegen international im Trend. In Italien, Schweden, Norwegen und Spanien
seien entsprechende Gesetze in Kraft. Belgien und Grossbritannien planten
2007 ein Verbot. (...)
Aber auch in der Schweiz laufe einiges. «In Zürich hat die
Lungenliga eine Volksinitiative mit 26 000 Unterschriften eingereicht»,
nennt Löffel als jüngstes Beispiel. (...)
Kommentar von Bruno Utz b.utz@vsonline.ch
Bern soll vorangehen
Der grosse und wieder erstarkte Kanton Bern hat Einfluss auf die Politik
in der Schweiz. Auch deshalb ist es richtig, wenn die bernischen Politikerinnen
und Politiker in Sachen Rauchverbot in den Gaststätten vorwärts
machen. Nimmt der Grosse Rat nächsten Monat die entsprechende Motion
an, kann das Verbot umgehend in die bereits aufgegleiste Revision des
Gastgewerbegesetzes verpackt werden. Schon 2008 könnte dann das Verbot
wirken. Es ist also goldrichtig und keine Zwängerei,
dass die Motionäre nach der äusserst knappen Ablehnung des ersten
Vorstosses mit dem Ziel Rauchverbot bereits wieder eine gleich lautende
Forderung auf die Pulte der Grossräte legten. Eile
ist ohnehin stets Pflicht, wenn die Bevölkerung auf einfache Weise
vor gefährlichen Gesundheitsrisiken geschützt werden kann.
Aber auch das Geldargument wiegt schwer: In seinem Bericht vom vergangenen
Februar redet der Bundesrat von jährlichen Kosten von 500 Millionen
Franken, welche das Passivrauchen in der Schweiz verursache. Ein
generelles Rauchverbot in Gaststätten bringt saubere Luft und schafft
Klarheit. Das schätzen Gäste und Wirte. Letztere wissen,
was gilt; auch wenn die eidgenössische Gesetzgebung noch längere
Zeit auf sich warten liesse. Statt Geld in halbbatzige Übergangslösungen
stecken zu müssen, können die Gastrounternehmer ihr Lokal gleich
rauchfrei gestalten. Gut, dass auch der mehrheitlich rot-grüne Regierungsrat
die Motion unterstützt.
Jungfraujoch ist rauchfrei
«Seit zwei Jahren ist unser Gastrobetrieb komplett rauchfrei. Das
gilt für alle 800 Plätze in sämtlichen Restaurants, auch
bei Seminarien und Konferenzen», sagt Urs Zumbrunn, Pächter
des 3454 Meter hoch gelegenen Gletscherrestaurants Jungfraujoch. Er
habe keine einzige negative Reaktion gehabt, sagt der «höchste
Beizer» Europas und frühere SVP-Grossrat. Auch die Gäste
aus USA und Asien - «Letztere sind eigentlich starke Raucher»
(Zumbrunn) - hielten sich problemlos ans Verbot. Dieses gelte übrigens
auch fürs Personal. Einige seiner Mitarbeiter hätten sogar aufgehört
zu rauchen, sagt Zumbrunn. Das Verbot sei auch aus
Sicht der Lebensmittelhygiene richtig. Vor drei Jahren habe er
im Bedienungsrestaurant einen Versuch gestartet. Mit Schildern baten wir
darum, nicht zu rauchen. Zumbrunn: «Das war das Dümmste, es
gab dauernd Streit unter den Gästen.» (uz)
DRS Regionaljournal BE FR VS 16.8.2006, 06.30, 07.30 und 08.00 Uhr
Rauchverbot in Berner Restaurants kommt wieder (1:38)
EVP-Grossrat Löffel bringt seine Motion noch einmal in den bernischen
Grossen Rat (Link
1:38).
Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 16.8.06 - PLAN DES REGIERUNGSRATS
Rauchverbot in Berner Beizen?
Die Restaurants im Kanton Bern sollen rauchfrei werden. Dieses
Ziel visiert der Regierungsrat an. Vor einem Jahr schickte der Grosse
Rat die Forderung bachab. Im März sagten die Tessiner Ja zu einem
Rauchverbot in Beizen.
Der politische Kampf gegen den blauen Dunst in bernischen Gaststätten
wird neu lanciert. Erst ein gutes Jahr ist es nämlich her, dass das
Berner Kantonsparlament die beiden Motionen – «Rauchfreies
Geniessen in Berner Restaurants» und «Saubere
Luft im Gastgewerbe» – bachab geschickt hat. Knapp allerdings.
Bereits in drei Wochen muss das gleiche Gremium sich wieder mit der Forderung
nach einem Rauchverbot in Berner Beizen auseinandersetzen. Für Klaus
Künzli, Zentralpräsident von Gastrosuisse, Hotelier und FDP-Grossrat,
ist klar: «Das ist eine Zwängerei.»
Die gleiche Forderung
Aus dem Tierbuch ist Künzlis Kritik nicht. Just ein Jahr nach dem
grossrätlichen Nein reichten Ruedi Löffel und Philippe Messerli
(beide EVP) sowie Hans Michel und Ueli Spring (beide SVP) am 6. Juni,
zu Beginn der neuen Legislatur, die Motion «Schluss
jetzt mit unerwünschtem Rauch im Gastgewerbe» gemeinsam
ein. Der Grosse Rat soll den Regierungsrat damit beauftragen, dem Kantonsparlament
eine entsprechende Änderung des Gastgewerbegesetzes vorzulegen. Einzige
Ausnahme sind von den übrigen Restaurantbereichen abgetrennte Fumoirs
mit eigener Lüftung.
Der Regierungsrat will, dass das Parlament die Forderung in der
verbindlicher Motionsform gutheisst. Die Kantonsregierung, jetzt
mit rot-grüner Mehrheit, hält damit am Kurs der bürgerlich
dominierten Regierung der Vorjahre fest. «Die Ausgangslage hat sich
seither nicht verändert: In der Schweiz spricht sich eine
bedeutende Mehrheit für einen Ausbau des Schutzes vor Passivrauchen
aus», kommentiert der Regierungsrat. Und er weiss auch,
dass 84 Prozent der Nichtraucherinnen und Nichtraucher sich mindestens
die Hälfte der Plätze in Restaurants, Cafés und Bars
rauchfrei wünschen. Ein Anliegen, das selbst 70 Prozent der Raucherinnen
und Raucher unterstützten. Neu ist gegenüber der Grossratsdebatte
im Juni 2005 allerdings, dass die Tessinerinnen und Tessiner sich am 12.
März 2006 für ein Rauchverbot in Restaurants entschieden haben.
Und zwar mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 79,1 Prozent. Ebenso wurde im
Kanton Zürich eine Volksinitiative eingereicht, die ein Rauchverbot
in Beizen zum Ziel hat. Zudem weiss der Regierungsrat, «dass zahlreiche
weitere Kantone ähnliche Verbote vorbereiten». Internationale
Erfahrungen zeigten, dass ein Rauchverbot in Gaststätten wirtschaftlich
tragbar sei. «Entgegen den Befürchtungen aus Gastronomiekreisen»,
betont der Regierungsrat, «konnten die Umsätze gehalten oder
sogar gesteigert werden.» (...)
RAUCHVERBOT IN RESTAURANTS
«Die Luft ist hunderttausend
Mal besser, seit das Rauchen in unserem Restaurant verboten ist»,
sagt Gabriela Schindler, stellvertretende Restaurationsleiterin des Migros-Restaurants
an der Berner Marktgasse. Als sie im Mai dieses Jahres das Rauchverbot
eingeführt hätten, «erwarteten wir zumindest zuerst eine
grosse Opposition». Wohl hätten einige Stammkunden gesagt,
sie kämen jetzt nicht mehr, «doch auch diese Gesichter sind
immer noch hier», erklärt Gabriela Schindler. Und das Rauchverbot
werde ausnahmslos eingehalten. «Einige Gäste essen rasch ihr
Menü und rauchen dann halt im Freien eine Zigarette», weiss
Schindler aus der Praxis. Dass sich das Rauchverbot negativ auf die Zahl
der Gäste ausgewirkt hätte, sei nicht der Fall. Ganz sicher
sei aber, dass die Mitarbeitenden des Migros-Restaurants als Folge des
Rauchverbots angenehmere, gesündere Arbeitsbedingungen
hätten.
Im Restaurant des Coop City Ryfflihof in der Stadt Bern und in den anderen
bernischen Coop-Restaurants dagegen dürfen die zigarettenrauchenden
Gäste weiterhin ihrem Laster frönen. Dazu sagt Hans Thurnheer,
Leiter Coop-Restaurants Schweiz: «Coop wartet, bis auf kantonaler
oder nationaler Ebene gesetzliche Regelungen vorliegen.»
Im Kanton Tessin, wo das Stimmvolk sich kürzlich mit grossem Mehr
für rauchfreie Restaurants ausgesprochen hat, werden ab April 2007
auch die Gäste in den Coop-Restaurants ohne den blauen Dunst tafeln
können. ue
Online-Umfrage auf espace.ch:
Die Regierung unterstützt eine Motion für rauchfreie Restaurants.
Wollen Sie rauchfreie Restaurants?
Resultat bei über 588 Stimmenden am 16.8.06 mittags:
Ja 67.18% (395 Stimmen)
Nein 29,59% (174 Stimmen)
Egal 3,23% (19 Stimmen).
Radio Jura Bernois 15.8.06; 14:40
Le gouvernement bernois souhaite bannir la fumée des restaurants
Il a accepté une motion du PEV, le Parti évangélique
populaire en ce sens. Le Conseil-exécutif recommande donc au Grand
Conseil de modifier la loi sur l'hôtellerie et la restauration.
Le gouvernement bernois se dit convaincu de faire un pas important en
matière de santé avec l'adoption de cette motion. Le PEV
revient pour la seconde fois à la charge sur ce thème. En
juin 2005, les députés avaient rejeté à une
voix près – celle du président - une motion similaire.
/fc
BZ Oberaargau 15.8.06 - Leserbriefe
Rauchfrei bald überall
Ausgabe vom 12. August: «Herzogenbuchsee: Bald Rauchfreie
Partys im Kornhaus?»
Mit dem Rauchverbot an der Einweihungsparty setzt die IG Kornhaus nur
das um, was der Grosse Rat mit der Überweisung meiner Motion «Saubere
Luft in öffentlich zugänglichen Innenräumen»
am 21. Juni 2005 mit 117 zu 57 Stimmen längst beschlossen hat: Alle
öffentlich zugänglichen Innenräume im Kanton Bern werden
rauchfrei, sobald das Gesetz entsprechend dem Willen des Parlamentes angepasst
sein wird.
Ruedi Löffel Grossrat EVP Münchenbuchsee
Journal du Jura 8.6.06 - BISTROTS / Nouvelle offensive
Amis fumeurs, préparez vos ghettos
C'est dans l'air du temps, on pouvait donc s'y attendre... Quatre députés
viennent de déposer une motion demandant l'interdiction de fumer
dans les établissements publics.
Par la grâce de l'ancien président (...) le Grand Conseil
avait repoussé l'interdiction (...) lors de la précédente
législature.
Les fumeurs n'auront pas eu le temps d'ériger une statue à
la gloire de Thomas Koch. Nouvelle législature oblige, les ennemis
de la fumée ont pu revenir à la charge. Par voie de motion
urgente, en effet, Ruedi Löffel (PEV), Philippe Messerli (PEV), Hans
Michel (UDC) et Ueli Spring (UDC) exigent une modification de la loi sur
l'hôtellerie et la restauration dans le but de bannir la fumée
des établissements publics. Bons princes, ils accepteraient toutefois
la présence de ce qu'ils nomment fumoirs (...). Forts de l'appui
de 16 cosignataires des partis PEV, UDC et UDF, nos quatre mousquetaires
de l'air pur demandent un traitement urgent de leur
intervention. Diable: on va bientôt plancher sur une révision
partielle de la loi précitée... P.A.Br.
Bund 30.5.06, Front + Bern
Neuer Anlauf für Rauchverbot
Was im Tessin in die Wege geleitet worden ist, soll auch
im Kanton Bern realisiert werden
Mit Stichentscheid des Präsidenten hat der Grosse Rat vor
einem Jahr ein Rauchverbot in Gaststätten abgelehnt. Jetzt soll das
neue Parlament die Sache richten: Ruedi Löffel (evp) reicht erneut
eine Motion ein und hofft auf einen Stimmungswandel. Fritz Lauber
Bleich vor Ärger und Enttäuschung war EVP-Grossrat Ruedi Löffel,
als am 21. Juni 2005 im Grossen Rat seine Motion zur Einschränkung
des Rauchens in Restaurants mit 84 Ja und 84 Nein Stimmengleichheit erlangte
und Grossratspräsident Thomas Koch dann seinen Stichentscheid fürs
freie Rauchen gab. «Es ist unglaublich, dass ein SP-Mann einen solchen
Stichentscheid gibt», sagte damals Löffel genervt.
Jetzt will es Löffel nochmals wissen. Im neu zusammengesetzten 160-köpfigen
Grossen Rat wird er am 6. Juni erneut eine Motion einreichen. «Schluss
jetzt mit unerwünschtem Rauch im Gastgewerbe!» fordert
er. Nur noch in so genannten «Fumoirs» soll in Restaurants
Rauchen gestattet sein, also in speziellen, abgetrennten Räumen.
Löffel verweist in seiner Begründung auf die Behörden des
US-Bundesstaats Kalifornien, die den Passivrauch als ebenso schädlich
einstufen «wie die giftigsten Luftschadstoffe aus Autoverkehr und
Industrie». Gemäss einem Bericht des Bundesrats verursache
Passivrauch 500 Millionen Franken Kosten pro Jahr. Ein Rauchverbot in
geschlossenen Räumen bewirke «eine Abnahme von Krankheitsfällen,
Reinigungskosten und von Schäden am Mobiliar» und schütze
Gäste wie Angestellte, argumentiert Ruedi Löffel.
Nächstes Jahr rauchfreie Beizen?
Sollte der neue Grosse Rat, der eine knappere bürgerliche Mehrheit
aufweist als das alte Parlament, den Rauchverbots-Vorstoss akzeptieren,
rechnet Löffel damit, dass im Rahmen der nächstes Jahr geplanten
Revision des Gastgewerbegesetzes sein Anliegen umgesetzt wird. Bern würde
dann in die Fussstapfen des Kantons Tessin treten. Im vergangenen März
hat nämlich der Tessiner Grosse Rat ein Rauchverbot in Gaststätten
beschlossen. Längst umgesetzt ist das Rauchverbot in Gaststätten
in Italien. Sollte es im Grossen Rat erneut ein Patt geben zu Löffels
Motion für ein Rauchverbot in Gaststätten, wird nicht mehr Nichtraucher
Thomas Koch den Stichentscheid geben, sondern der neue Grossratspräsident
Werner Lüthi – er ist Pfeifenraucher.
Spitäler, Schulen
Nicht nur das Rauchen in Gaststätten ist im Kanton Bern ein politisches
Thema. Im Juni 2005 überwies der Grosse Rat eine weitere Motion von
Löffel, die das Rauchen in «öffentlich zugänglichen
Räumen» verbieten will. Spitäler, Schulen, Sportanlagen,
Theater, Verwaltungsgebäude zählen zu diesen «öffentlich
zugänglichen Räumen». Dafür müsse ein separates
Gesetz geschaffen werden, sagt Stefan Reichen vom Berner Wirtschaftsamt
Beco. Doch noch bevor die Verwaltung die konkrete Umsetzung des Grossratsauftrags
an die Hand genommen hat, haben Betroffene bereits reagiert: Spitäler,
eine ganze Reihe Verwaltungen, aber auch Berner Kinos haben das Rauchen
in ihren Räumen unterbunden.
20 Minuten 9.5.06
Neuer Anlauf für gesetzliches Rauchverbot in den Beizen
Darauf, dass die Beizer freiwillig ein Rauchverbot einführen,
wollen sich die Rauch-Gegner nicht verlassen. Sie stossen im neuen Parlament
nach: Das Verbot in Beizen soll gesetzlich verordnet werden.

«Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um noch einmal richtig Dampf
gegen den Qualm zu machen», sagt EVP-Grossrat Ruedi Löffel.
Exakt am 6. 6. 2006, wenn das neue Kantonsparlament vereidigt ist, reicht
er einen Vorstoss ein. Die Forderung: Das Rauchen in Berner Beizen soll
per Gesetz verboten werden.
Letztes Jahr ist Löffel mit diesem Vorschlag noch am Stichentscheid
des Präsidenten gescheitert: Das Parlament hat zwar für alle
anderen öffentlichen Gebäude ein Verbot beschlossen, Restaurants
aber ausgenommen. Doch der Wind scheint sich zu drehen: Im Tessin ist
das Beizen-Rauchverbot eingeführt und scheint sich zu bewähren.
Auch national bewegt sich einiges: Ein entsprechender Vorstoss von FDP-Nationalrat
Felix Gutzwiler ist lanciert und wird beraten.
Doch Löffel will unabhängig von der nationalen Entwicklung weiter
gegen den Rauch kämpfen: «Die Kantone sind schneller in der
Umsetzung», sagt Löffel. Und je rascher etwas passiere, desto
besser: «Neuste Studien beweisen: Zigarettenqualm ist so schädlich
wie giftige Abgase aus Verkehr und Industrie.» Andrea Abbühl
Bund 14.3.06, Seite 2
Neuer Anlauf folgt
Das klare Ja der Tessinerinnen und Tessiner zum Rauchverbot in Gaststätten
sei «sensationell», freut sich Ruedi Löffel, Präventionsexperte
und EVP-Grossrat aus Münchenbuchsee. «Ich bin rundum zufrieden.»
Und doch ärgert ihn der Volksentscheid auch ein wenig. «Der
Kanton Bern hätte zusammen mit dem Tessin eine Vorreiterrolle übernehmen
können – doch wir haben es versiebt.» Zur Erinnerung:
Im Juni hatte der Grosse Rat Löffels Motion für rauchfreie Gaststätten
mit Stichentscheid des Ratspräsidenten Thomas Koch (sp, Laupen) knapp
bachab geschickt. Das Resultat der Abstimmung im Tessin, so Löffel,
«zeigt, dass dieser Entscheid falsch war».
Der Volksentscheid vom Sonntag werde seinem Anliegen im Kanton Bern aber
neuen Auftrieb geben, sagt er. Schon in der ersten Session der neuen Legislatur
werde im Rat ein Vorstoss zum Thema rauchfreie Gaststätten eingereicht.
Sollte er selber die Wiederwahl im April nicht schaffen, werde sich jemand
anderes der Sache annehmen. Noch besser wäre es seiner Meinung nach
aber, wenn das Rauchverbot im kantonalen Gastgewerbegesetz festgeschrieben
würde, das Ende 2006 oder Anfang 2007 sowieso revidiert werden soll.
«Das wäre der direkteste Weg» – die Umsetzung eines
überwiesenen Vorstosses dagegen könne in den Mühlen der
Politik jahrelang hinausgezögert werden. So oder so ist Löffel
sicher, dass bald auch die Berner Beizen rauchfrei werden.
Tatsächlich hat der Grosse Rat in der Vergangenheit schon etliche
Beschlüsse in dieser Richtung gefasst. 2003 beschloss er ein Werbeverbot
für Tabak und Alkohol, letztes Jahr ein Verkaufsverbot für Zigaretten
an Minderjährige. Im Juni schliesslich hiess er eine andere Motion
Löffels gut. Darin hatte er verlangt, dass alle öffentlich zugänglichen
Innenräume (Gastrobetriebe ausgenommen) im Kanton Bern rauchfrei
werden. (bwb)
Bund 10.3.06, Schweiz
Für Raucher wird die Luft dünn
Am Wochenende entscheiden die Tessiner über ein generelles
Rauchverbot in Gastrobetrieben. Nach dem Vorbild Italiens gilt die Annahme
des Verbots als gesetzt. Das Tessin wird somit zum Vorreiter fürs
ganze Land. Gerhard Lob (...)
Extra: RAUCHVERBOTE (...)
Bern Fast alle Kantonsparlamente haben sich in irgendeiner
Form mit dem Thema beschäftigt, wobei strikte Rauchverbote in Gaststätten
bisher einen schweren Stand hatten. Im Kanton Bern wurde das Rauchverbot
in Gaststätten mit Stichentscheid des Grossratspräsidenten Thomas
Koch im Juni 2005 ganz knapp abgelehnt. Der Grosse Rat befürwortete
aber eine Forderung von Ruedi Löffel (evp), wonach in Schulen, Sportanlagen,
Verwaltungsgebäuden, Versammlungslokalen, Kinos, Spitälern und
Theatern nicht mehr geraucht werden soll. (...)
BZ + Bieler Tagblatt 4.3.06 Inland
Tessiner setzen ein Rauchzeichen
Die Tessiner fällen einen wegweisenden Entscheid: In einer
Woche stimmen sie über ein Rauchverbot für Gaststätten
ab. Kaum jemand zweifelt daran, dass das Verbot angenommen - und der Kanton
dadurch zum Pionier wird. Francesco Welti
In Italien, Irland, Spanien und Belgien gilt das Rauchverbot schon, in
England kommt es bald. Auch in den Schweizer Zügen darf nicht mehr
gequalmt werden. Und nun steht die Bevölkerung des Ferienkantons
Tessin unmittelbar davor, den Rauch aus den Beizen zu verbannen. Gelten
wird das Verbot für alle Gastrobetriebe, also nicht nur für
Speiselokale, wie das anderswo diskutiert wird. Der Volksentscheid hat
Signalwirkung für ähnliche Bestimmungen auf nationaler Ebene.
So arbeitet die nationalrätliche Kommission für soziale Sicherheit
und Gesundheit an ähnlichen Massnahmen gegen das Passivrauchen: Die
zuständige Subkommission wird sich demnächst auf einen Entwurf
festlegen. (...)
Kleinere Schritte im Espace
Anders als im Tessin gibt es in Bern, Freiburg und Solothurn noch kein
flächendeckendes Rauchverbot in Restaurants. Im Kanton Bern hatte
gerade mal der Stichentscheid von Grossratspräsident Thomas Koch
(SP) dafür gesorgt, dass ein Rauchverbot in Berner Gaststätten
nicht gesetzlich verankert werden sollte - vorläufig. Das war am
21. Juni des vergangenen Jahres. Seither hat die Haltung der Wirte Oberhand,
wonach sie selber entscheiden sollen, ob und wie sie rauchfreie Zonen
in ihren Gaststätten einrichten.
Immerhin hiess der Grosse Rat eine Forderung von Ruedi Löffel
(EVP) gut, wonach in Schulen, Sportanlagen, Verwaltungsgebäuden,
Versammlungslokalen, Kinos, Spitälern und Theatern nicht mehr geraucht
werden soll.
(...) Fredy Gasser
sda 21.6.05 Bern
Rauchverbot in Restaurants knapp gebodigt
Rauchen in Restaurants wird im Kanton Bern nicht behördlich
verboten: Nach engagierter Debatte hat der Grosse Rat am Dienstag zwei
entsprechende Vorstösse abgelehnt. Die bürgerlichen Gegner siegten
nur dank Hilfe von Ratspräsident Thomas Koch (SP).
Bei der Motion von Johanna Wälti-Schlegel (GFL/Burgdorf) fiel das
Nein mit 89:79 Stimmen noch einigermassen deutlich aus. Bei der
Motion von Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) für «Saubere
Luft im Gastgewerbe» resultierte aber ein Patt von 84:84. Ratspräsident
Koch gab den Stichentscheid gegen Rauchverbote, weil ihm der Vorstoss
zu weit gehe.
Ein relativ deutliches Ja gab es dagegen für ein Verbot des Rauchens
in öffentlich zugänglichen Innenräumen wie Schulen, Sportanlagen,
Verwaltungsgebäuden und Spitälern. (...).
«Erdrückende Fakten»
Die Fakten für Rauchverbote seien «erdrückend»,
sagte Löffel. Die Umsetzung könne sogar ohne neues Gesetz erreicht
werden. Er sei nicht gegen die Raucher und das Rauchen, sondern nur für
Rücksichtnahme auf Nichtraucher. Tabakrauch sei die gefährlichste
Ursache von belasteter Luft in Innenräumen. Täglich sterbe in
der Schweiz mehr als ein Mensch wegen des Passivrauchens. Drei Viertel
der Angestellten im Gastgewerbe wollten rauchfreie Restaurants. Alle Studien
kämen zum Schluss, dass das Gastgewerbe dadurch keine Umsatzeinbussen
befürchten müssten.
Bürgerliche dagegen
Gegen Verbote argumentierte Christian Stauffer (Brügg) namens der
FDP. Das heutige Gesetz sehe bereits die Rücksichtnahme auf die Nichtraucher
vor. Das reiche aus. Man dürfe nicht so weit gehen, den «Anstand»
regeln zu wollen. Zudem sei es wenig sinnvoll, wenn nur ein Kanton ein
solches Verbot erlasse.
Ähnlich argumentierte für die grosse Mehrheit der SVP der Burgdorfer
Stadtpräsident und Arzt Franz Haldimann. Man dürfe die Wirte
nicht bevormunden. Gastrosuisse-Präsident Klaus Künzli (FDP/Ittigen)
wollte von einem Verbot nichts wissen. Es sei richtig, den Wettbewerb
und die Eigenverantwortung spielen zu lassen. Im Rat wogte die Debatte
hin und her. Die fast ausnahmslos bürgerlichen Verbotsgegener befanden,
der Eingriff in die Gewerbefreiheit sei zu gross. Die Befürworter
argumentierten mit durch Passivrauchen verursachten Gesundheitsschäden,
die mit einer kleinen Gesetzesänderung eingedämmt werden könnten.
Ja zum Verbot in Innenräumen
Mit 117 zu 57 Stimmen unterstützte der Rat dagegen den zweiten Vorstoss
Löffels: Die Regierung muss damit eine Gesetzesgrundlage erarbeiten,
die das Rauchen in öffentlichen Innenräumen wie Schulen, Sportanlagen
oder Verwaltungsgebäuden verbietet. Nur noch in Fumoirs soll das
Rauchen künftig gestattet sein. Die Regierung hatte sowohl für
das Rauchverbot im Gastgewerbe wie in öffentlichen Räumen für
ein Ja plädiert. Sie sah darin einen «gesundheitspolitisch
wichtigen Schritt». Zum Durchbruch verhelfen wollte sie zudem den
Ansprüchen des Personals zum Schutz vor dem Passivrauchen. Der Rat
folgte ihr nur zum Teil.
Hier finden
Sie die aktuellsten Medienberichte
zur Passivrauch-Debatte (ab 2010).
Hier finden Sie die neuere Medienberichte
zu den Debatten über meine Passivrauch-Vorstösse (bis Ende 2009).
Hier finden Sie Medienberichte
zu den Debatten über meine früheren Passivrauch-Vorstösse.
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