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Hier finden Sie den Text
meiner Interpellation, di ich im Januar 2013 eingereicht habe.
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Bund 23.11.13
Grüne kämpfen allein gegen umstrittene Erdgasfördermethode
Die Grünen haben eine Initiative gegen Fracking lanciert.
Die Lorbeeren dafür wollen sie nicht mit anderen Parteien teilen.
Fabian Christl
Die Fördermethode Fracking ist weltweit umstritten. Durch Fracking
lassen sich Gas- oder Erdölreserven ausbeuten, die mit konventionellen
Methoden nicht erreichbar sind, was wirtschaftlich interessant ist. Dazu
wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien mit hohem Druck in den
Untergrund gepresst. Die giftigen Chemikalien, die in den Boden geleitet
werden, können nur teilweise wieder entfernt werden, was das Grundwasser
gefährdet. Zudem wird die anderweitige Nutzung grosser Landflächen
eingeschränkt. Dies führt zu Protesten von Umweltschützern.
Tschanz: «Niemand will Fracking»
In der Schweiz wurde diese umstrittene Gasförderungsmethode bisher
noch nie angewendet. Geht es nach den Grünen, soll dies zumindest
im Kanton Bern auch so bleiben. Gestern hat die Partei die Stopp-Fracking-Initiative
lanciert. «Wir wollen, dass sich diese Methode in der Schweiz gar
nicht erst etabliert», sagte Regula Tschanz, Geschäftsführerin
Grüne Kanton Bern, an der gestrigen Medienkonferenz. Sie sei optimistisch,
dass die Initiative schnell zustande komme und in einer Volksabstimmung
ausgezeichnete Chancen zur Annahme habe. «Denn niemand will Fracking.»
Vielleicht hat sich die Partei auch wegen der guten Erfolgsaussichten
nicht ausgiebig nach Unterstützung umgeschaut: Vor den Medien sprachen
ausser einer Vertreterin von Pro Natura einzig Politiker der Grünen.
Für die EVP, die neben Pro Natura als unterstützende Organisation
aufgeführt wird, hatte es keinen Platz. Er könne gut verstehen,
dass die Grünen die Initiative im Alleingang lanciert hätten,
sagte EVP -Grossrat Ruedi Löffel auf
Anfrage. «Sie nutzen das Thema als Wahlkampfinstrument.» Die
EVP sei erst angefragt worden, nachdem bereits sämtliche Vorbereitungsarbeiten
erledigt waren. Dabei war es die EVP, die sich im Kanton als erste Partei
mit Fracking auseinandergesetzt hat. «Ich habe bereits anfangs Jahr
eine entsprechende Interpellation
im Grossen Rat eingereicht», sagte Löffel. Er will den Alleingang
der Grünen aber nicht dramatisieren. «Wir sind sowieso genug
ausgelastet», so Löffel. «Allerdings hätten wir
schon einen Vertreter an die Pressekonferenz geschickt, wenn das gewünscht
worden wäre.» Schliesslich gefährde Fracking «die
Schöpfung». Die Partei wolle dagegen gerne «ein Zeichen
setzen».
GLP zu kurzfristig angefragt
Es macht ganz den Eindruck, als sei es den Grünen nicht um eine grosse
Beteiligung anderer Parteien gelegen. Für GLP-Grossrätin Franziska
Schöni-Affolter wäre eine Unterstützung der Initiative
durch die Grünliberalen denkbar gewesen. Allerdings wurde auch die
GLP sehr kurzfristig angefragt. «Wir hatten nur zwei Wochen Zeit,
um über einen Beitritt zum Initiativkomitee zu befinden», sagte
die Grossrätin auf Anfrage. Da die GLP einen solchen Entscheid an
der Mitgliederversammlung treffe, reiche dies schlicht nicht aus.
SP macht mit, aber ohne Logo
Auch die SP wolle nicht, dass im Kanton Bern mittels Fracking Erdgas gefördert
wird, sagte Parteipräsident und Grossrat Roland Näf dem «Bund».
«Wir senden deshalb Unterschriftenbögen an unsere Mitglieder.»
Allerdings wolle die SP die Initiative nicht «mit ihrem Logo unterstützen».
Es sei einerseits nicht das Kernthema der Partei, und andererseits sei
die SP der Überzeugung, dass die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen
Fracking-Projekte im Kanton Bern sowieso verunmöglichen würden.
Schwierig wäre dies auf jeden Fall (siehe Kasten).
Den Quasi-Alleingang begründete die Geschäftsführerin der
Grünen in erster Linie mit dem engen Zeitfenster. «Wir wollen
am Abstimmungswochenende mit der Unterschriftensammlung starten.»
Eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen Parteien hätte den
Start verzögert, sagte Tschanz.
Gasabbau-Initiative
Es drohen keine Fracking-Projekte
Mit der Initiative «Keine Vergiftung unserer Böden durch Erdgasförderung»
wollen die Grünen des Kantons Bern Fracking verbieten. Allerdings
stellt sich die Frage, ob mit der aktuellen Gesetzgebung die umstrittene
Gasfördermethode (siehe Haupttext) überhaupt angewendet werden
kann. Vertreter von SP, EVP und GLP teilten auf Anfrage mit, dass Frackinggesuche
im Kanton Bern wohl schon heute keine Chancen hätten. Ähnlich
tönt es in der Verwaltung. «Die Umwelt- und Gewässerschutzgesetze
erlauben keine Projekte, die eine Gefährdung für Mensch oder
Natur darstellen», sagt Jean-Pierre Clément vom kantonalen
Amt für Wasser und Abfall. Zudem sei der Flächenverschleiss
beim Fracking so gross, dass er sich eine Realisierung solcher Projekte
im Kanton Bern «beim besten Willen» nicht vorstellen könne.
Zwar hätten einige Unternehmen eine Bewilligung, um nach Gasvorkommnissen
im Kanton zu suchen. Diese erstrecke sich aber nicht auf Probebohrungen.
Aus den Gesprächen mit Vertretern dieser Unternehmen gehe klar hervor,
dass lediglich eine konventionelle Gasförderung angestrebt werde.
Regula Tschanz, Geschäftsführerin Grüne Kanton Bern, zeigte
sich skeptisch, ob die Gesetze auch in dieser Strenge angewendet würden.
«Wenn das grosse Geld lockt, zeigt sich die Verwaltung dann plötzlich
kulant», sagte sie bei der Lancierung der Fracking-Initiative. Sie
verweist auf die Erfahrungen mit den Schneekanonen. In den Siebzigerjahren
habe es auch geheissen, dass die entsprechenden Konzessionen nur in Ausnahmefällen
erteilt würden. «Heute sind Schneekanonen der Normalfall.»
Mit der Annahme der Initiative könne man Fracking jedenfalls mit
Sicherheit verhindern. (chl)
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