Hier
finden Sie meinen Vorstoss dazu.
________________________________________________________________________________________
Bund 08.09.16
Grosser Rat setzt kleines Zeichen für syrische Flüchtlinge
Syrische Flüchtlinge sollen an Berner Fachhochschulen ihr
kriegsbedingt abgebrochenes Studium fortsetzen können.
Der Grosse Rat hat gestern einem
Vorstoss zugestimmt, der es syrischen Flüchtlingen ermöglichen
will, an Berner Hochschulen ihr kriegsbedingt abgebrochenes Studium fortzusetzen.
Allerdings schrieb es die Motion auch gleich als erledigt ab.
Eine Mehrheit des Grossen Rates war der Ansicht, dass die Regierung bereits
viel tue in dieser Hinsicht. Regierungsrat Bernhard Pulver (Grüne)
bezeichnete das Anliegen von Motionär Ruedi Löffel (EVP) als
«sympathisch und richtig ». Der Kanton ziele aber bei seinen
Anstrengungen nicht nur auf syrische Flüchtlinge, sondern auf die
ganze Gruppe der sogenannten Spätzugewanderten, also junge Menschen
im Ausbildungsalter.
Berufsbildung integriert stark
Der Kanton tue viel in der Volksschule und in der Berufsbildung. Diese
habe eine «unglaubliche Integrationswirkung ». Bei den Hochschulen
sei die Zulassung kein Problem, wenn die nötigen Standards erfüllt
seien. Die Universität Bern etwa habe eine reiche Erfahrung in Zulassungsfragen.
Etwas schwieriger sei es mitunter bei den Fachhochschulen, da längst
nicht alle Länder eine Berufsmatur kennten. Aber auch dort werde
viel getan. Für junge Migrantinnen und Migranten mit Mittelschulniveau
hat der Kanton laut Pulver jüngst in Biel eine Klasse eröffnet.
Der Fokus richte sich auf Personen, die rasch an eine Universität
oder Fachhochschule wollen, aber noch ein Sprachproblem haben. (sda)
Bund 05.07.16
Pulver will keine Sonderkurse für geflüchtete Studenten
Der bernische Erziehungsdirektor spielt den Ball den Universitäten
zu. Sie sollen über die Anerkennung von Diplomen entscheiden.
Der bernische Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) erachtet
es nicht als nötig, im Kanton Bern besondere Massnahmen für
geflüchtete syrische Studenten zu ergreifen, damit diese ihr Studium
in Bern beenden können. Im Januar hatte der EVP-Grossrat Ruedi Löffel
gefordert, dass der Regierungsrat zusammen mit den Berner Hochschulen
tätig werde, um syrischen Flüchtlingen die Weiterführung
des Studiums zu ermöglichen. «Wir könnten einen Beitrag
an den Wiederaufbau von Syrien nach dem Krieg leisten», sagte Löffel.
In der Antwort auf die Motion
heisst es, grundsätzlich seien sowohl anerkannte Flüchtlinge
als auch vorläufig Aufgenommene berechtigt zu studieren. Sie könnten
dafür sogar ein Stipendiengesuch einreichen. Die Anerkennung ihrer
im Heimatland erbrachten Leistungen liege im Ermessen der Hochschule.
Pulver geht in seiner Antwort zwar davon aus, dass unter den syrischen
Flüchtlingen mehr Studierfähige sind als unter den Flüchtlingen
aus andern Herkunftsländern. Das Bildungssystem in Syrien sei vor
dem Krieg intakt gewesen. Die konkreten Zahlen kenne man aber nicht. Daher
sei es «verfrüht», Einzelmassnahmen anzubieten.
Motionär Löffel ist über die Antwort enttäuscht. Eine
erste Massnahme wäre es, herauszufinden, wie viele studierfähige
Flüchtlinge sich im Kanton Bern aufhielten, sagt er. Ausserdem müsste
der Kanton erheben, was ihnen für den Unizugang fehle. Insbesondere
die Sprache sei eine grosse Hürde. Der Grossrat wird im Herbst darüber
diskutieren, ob er sich mit Pulvers Antwort zufrieden gibt oder nicht.
(nj)
Bund 15.01.16
Auch Bürgerliche wollen Syrern den Zugang zur Uni ermöglichen
Syrische Flüchtlinge sollen ihre Studien an Berner Hochschulen
weiterführen können. Eine Motion im Grossen Rat unterstützt
Bestrebungen der Schweizer Universitäten. Bernhard Ott
Syrische Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene sollen «ihr
kriegsbedingt unterbrochenes Studium in der Schweiz fortsetzen können»,
heisst es in einer Motion, die in der Januarsession im Grossen Rat eingereicht
wird. Zudem sollen entsprechende Kurse und Ausbildungsmöglichkeiten
vom Bund als «entwicklungspolitische Massnahmen» eingestuft
werden.
«Investition in die Zukunft»
Auch bürgerliche Parlamentarier haben die Motion mitunterzeichnet.
«In der Schweiz ausgebildete Fachleute können später in
Syrien beim Wiederaufbau helfen», sagt FDP-Grossrat Philippe Müller.
Daher sei es auf jeden Fall besser, Flüchtlingen den Zugang zum entsprechenden
Know-how zu ermöglichen, als sie in den Asylzentren tatenlos «rumhängen»
zu lassen. Müller hat zwar den Eindruck, dass die meisten syrischen
Flüchtlinge später nicht nach Hause zurückkehren werden.
«Mit einem Diplom in der Tasche werden sie es aber eher tun»,
sagt der FDP-Politiker.
Auch Motionssprecher Ruedi Löffel (EVP) denkt an einen späteren
Wiederaufbau in Syrien und spricht von einer «Investition in die
Zukunft». Er weist auf einen jüngst in Österreich durchgeführten
«Kompetenzcheck» unter rund 900 Asylberechtigten hin, der
Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und dem Iran ein vergleichsweise
hohes Ausbildungsniveau bescheinigt. So konnten 29 Prozent der getesteten
Syrer eine Matura und 26 Prozent ein Studium vorweisen. «Viele Syrer
verfügen offenbar über eine gute Ausbildung», sagt Löffel
.
Pulver zeigte sich offen
Beim Regierungsrat dürfte das Anliegen auf offene Ohren stossen.
«Wir sind bereit, etwas zu tun», sagte Erziehungsdirektor
Bernhard Pulver (Grüne) im Herbst gegenüber dem «Bund».
Die Berner Fachhochschule (BFH) bestätigte damals bereits erste Kontakte
mit dem UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR). Eine Sprecherin
wies aber darauf hin, dass die Finanzierung von Studienkosten, Lebensunterhalt
und «Sprachsupportangeboten» auf «übergeordneter
Ebene» angegangen werden müsse.
In der Motion werden die Kosten nicht erwähnt. FDP-Grossrat Müller
stellt sich die Vergabe von rückzahlbaren Stipendien vor, wie sie
auch für einheimische Studierende üblich sind. «Es ist
logisch, dass das den Kanton etwas kosten wird», sagt auch EVP-Politiker
Löffel . Investitionen in Ausbildungsmöglichkeiten würden
die öffentliche Hand aber längerfristig wohl weniger kosten,
als wenn die Flüchtlinge in den Unterkünften zur Untätigkeit
verurteilt seien, sagt Löffel .
Bund soll sich finanziell beteiligen
Eine herkömmliche Bewerbung syrischer Flüchtlinge für einen
Studienplatz sei «nicht realistisch», hält die Medienstelle
der Universität Bern fest. Menschen aus Kriegsgebieten seien oft
nicht in der Lage, ihren Bildungsstand zu dokumentieren. Die Uni Bern
sei aber bemüht, geeignete Bewerber zur Einzelfallprüfung zu
führen, schreibt die Medienstelle.
Die Wiedereinführung zentraler Vorbereitungskurse und Prüfungen
für Flüchtlinge wird zurzeit von Swissuniversities abgeklärt.
Präsident Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich,
will Vertreter des Bundes und der kantonalen Erziehungsdirektorenkonferenz
im Frühling zu einem runden Tisch zum Thema einladen, hält Generalsekretärin
Martina Weiss in einer schriftlichen Stellungnahme fest. Weiss betont
den auch in der Motion erwähnten entwicklungspolitischen Charakter
dieser Bemühungen. Dies deutet wohl darauf hin, dass sich auch Bundesstellen
wie das Aussendepartement (EDA) oder die Staatssekretariate für Migration
sowie Bildung, Forschung und Innovation an der Finanzierung von Kursen
beteiligen sollen. «Swissuniversities geht aktiv auf betroffene
Bundesbehörden zu und ist bestrebt, gemeinsame Lösungen zu finden»,
schreibt Weiss.
zurück
|