M O T I O N
Förderung Tiefenwärmenutzung - Bodenschätze in der Schweiz
nutzen
Der Regierungsrat wird beauftragt, geeignete Massnahmen einzuleiten,
damit Projekte im Bereich Tiefenwärmenutzung vorangetrieben und in
Zukunft erfolgreich umgesetzt werden können.
Begründung:
In der Energie-Sondersession hat der Grosse Rat der Energiewende zugestimmt.
Um nach dem geordneten Atomausstieg genügend Strom aus erneuerbaren
Quellen in der Schweiz produzieren zu können, ist es wichtig, heute
die zukunftsweisenden Weichen zu stellen und neuen Technologien den Weg
zu ebnen.
Die Erde birgt einen riesigen und unerschöpflichen Energievorrat.
Mehr als 99 Prozent der Erdmasse ist wärmer als 1‘000°
Celsius. Energieproduktion aus Erdwärme ist nachhaltig und CO2-neutral.
Heute existiert z. B. ein Projekt, das auf den Grundgedanken des ETH-Verfahrensingenieurs
Kurt Brunnschweiler basiert. Brunnschweiler hat ein Modell entwickelt,
das die Wärmeenergie mittels eines geschlossenen Wasserdampfkreislaufs
aus 8 bis 10 Kilometern Tiefe in Form von Strom und Wärme an die
Oberfläche bringt.
Für den Bau des benötigten Tiefenschachts mit ca. 10 Metern
Durchmesser ist der Einsatz von modifizierten Standardtechnologien, vor
allem aus dem Berg- und Tunnelbau, geplant.
Die Erschliessung geothermischer Energiequellen in Form eines Bauwerks
unterscheidet sich damit wesentlich von den heute angewendeten Technologien.
Die reine Stromproduktion basiert auf Standardtechnologien in einem geschlossenen
Wasserdampfkreislauf.
Die Entwicklungskosten (ohne den Bau) belaufen sich auf ca. 80 Millionen
Franken. Diese Kosten teilen sich in Pre-Engineering- (5 Millionen) und
Engineeringaufwände (75 Millionen) auf. Von der Wirtschaft sind für
40 Millionen Franken Zusicherungen gesprochen. Auflage ist, dass diese
Unternehmen Eigenleistungen erbringen können. Um die Phase Pre-Engineering
zu starten, fehlen noch 1,5 Millionen Franken.
Genaue Zahlen zur Wirtschaftlichkeit lassen sich erst nach dem Engineering
berechnen. Vergleichbare Tunnelbauten (Gotthard-Basistunnel) zeigen, dass
die Stromgestehungskosten im einstelligen Rp./kWh-Bereich liegen könnten..
Münchenbuchsee, 16.06.11
Maria Iannino Gerber (Hinterkappelen, Grüne), Peter Moser (Biel/Bienne,
FDP), Ruedi Löffel (Münchenbuchsee, EVP)
keine Mitunterzeichnende
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