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finden Sie meine Fragen zum Thema.
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Berner Zeitung 09.08.2011
Die Gymeler werden nicht angeklagt
KÖNIZ-LERBERMATT Das Strafverfahren gegen die vier Gymeler,
die in Berlin ein Paar überfallen haben sollen, ist eingestellt.
Die Berliner Staatsanwaltschaft begründet dies vorab mit den erzieherischen
Massnahmen, welche die Schule schon verhängt hat.
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat per Ende Juli das Ermittlungsverfahren
gegen die vier Gymeler eingestellt, die Anfang Februar im Prenzlauer Berg
ein Paar attackiert und beraubt haben sollen. Sie waren damals mit dem
Gymnasium Köniz-Lerbermatt auf einer Exkursion in der deutschen Hauptstadt.
Wie Pressesprecherin Simone Herbeth gestern auf Anfrage erklärte,
stützt sich die Staatsanwältin in ihrem Entscheid auf das Jugendgerichtsgesetz.
Gemäss diesem kann von einer Strafverfolgung abgesehen werden, wenn
bereits eine erzieherische Massnahme eingeleitet oder durchgeführt
worden ist. «Es ist in dieser Nacht nicht nichts vorgefallen»,
sagt Herbeth. «In den Ermittlungen bestand weiterhin der Verdacht
eines strafbaren Tuns», führt sie aus. Wie genau inzwischen
der Sachverhalt beurteilt wird, musste Herbeth aber gestern offen lassen,
weil die zuständige Person nicht kontaktierbar war. Immerhin: Während
die Berliner Polizei in ihrer ersten Mitteilung von einem Verfahren zu
einem schweren gemeinschaftlichen Raub schrieb, gab sie später bekannt,
der Fall werde nur als Raub behandelt.
Laut Herbeth ist der Staatsanwaltschaft bekannt, dass das Gymnasium Köniz-Lerbermatt
als Reaktion auf den Vorfall «intensive Massnahmen» ergriffen
hat. Nun befand die Staatsanwaltschaft, dass die vier jungen Männer
mit diesen Massnahmen genug gestraft sind. «Im Jugendstrafrecht
steht ganz klar der Erziehungsgedanke im Vordergrund», sagt Herbeth.
Mit den Massnahmen wolle man vorab erreichen, junge Menschen wieder «auf
die richtige Spur» zu bringen. Für die Staatsanwaltschaft ist
der Fall damit strafrechtlich abgeschlossen. (...)
Berner Zeitung 24.06.2011
Lehrer wehren sich
KÖNIZ-LERBERMATT Mit einem offenen Brief in der aktuellen Ausgabe
des Verbandsorgans «Berner Schule» kritisiert das Kollegium
des Gymnasiums Köniz-Lerbermatt den Umgang kantonaler Behörden
mit dem Vorfall in Berlin. 105 Personen tragen diesen Brief mit. Sie kritisieren
Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) dafür, dass er für
drei der vier Gymeler, die in Berlin ein Paar überfallen haben sollen,
die Strafen reduziert hat.
Das sei ein «Schlag ins Gesicht» und stelle die pädagogische
Glaubwürdigkeit der Lehrerschaft infrage. Falsch findet es das Kollegium,
dass die Gymeler nun zur Matur zugelassen sind. Auch Pulver kommt in der
«Berner Schule» zu Wort. Aus rechtlicher Sicht habe sich eine
Differenzierung aufgedrängt. Auch pädagogisch gebe es zudem
Gründe, individuell statt pauschal zu sanktionieren, rechtfertigt
er sich unter anderem. lp
Berner Zeitung online 15.06.2011
Erziehungsdirektor Pulver wehrt sich gegen Kritik an Schulausschluss
Erziehungsdirektor Bernhard Pulver hat sich am Mittwoch gegen
Kritik gewehrt, die im Fall der vier von der Schule ausgeschlossenen Könizer
Gymnasiasten laut wurde.
Er habe der Schulkommission des Gymnasiums Köniz-Lerbermatt nicht
in den Rücken geschossen, betonte Pulver im Rahmen der Fragestunde
im Berner Kantonsparlament. Tatsächlich sehe das Gesetz es vor, dass
ein Regierungsrat Entscheide von Vorinstanzen korrigieren könne.
Er dürfe als Rekursinstanz nicht einfach unbesehen alle Entscheide
der Vorinstanzen stützen. Vielmehr müsse er sachlich und unabhängig
entscheiden, führte Pulver aus.
Die Kritik wurde laut, nachdem Pulver bei drei der vier in einen gewalttätigen
Vorfall verwickelten Gymnasiasten die von der Schulkommission verhängten
Disziplinarmassnahmen reduzierte.
In Berlin ein Paar überfallen
Die vier sollen auf einem Klassenausflug in Berlin ein Paar überfallen
haben. Laut Pulver war es einer der vier Gymnasiasten, der sich dem Paar
in den Weg stellte und es bedrohte. Als das Paar flüchtete, rannte
er den beiden hinterher und brachte die beiden zu Fall. Zwei weitere Gymeler
standen dabei und unterstützten ihn verbal, ein weiterer Jugendlicher
stand etwas weiter abseits. Der Jugendliche, der das Paar verfolgte, hatte
von der Schule schon in einem anderen Zusammenhang eine Disziplinarmassnahme
aufgebrummt erhalten. Bei ihm sei die Massnahme nach Berlin auch nicht
reduziert worden, betonte Pulver. Anders bei den anderen drei, sie hatten
sich zuvor noch nie etwas zu schulden kommen lassen. (toc/sda)
20 Minuten 08.06.2011 BERN
Matur für Schläger: Knatsch
Dass die vier Gymeler, die in Berlin ein Paar angegriffen haben sollen,
nun doch zur Matur zugelassen werden, stösst Politikern sauer auf.
Besonders empört, dass die von der Schulleitung verhängten Strafen
und Ausschlüsse vom Erziehungsdirektor zu grossen Teilen aufgehoben
wurden und die Lehrer in ihrer Freizeit die Schüler auf die Matur
vorbereiten mussten:
«Wie viel kostet den Kanton die Nachhilfe für die Gymnasiasten?»,
wollen Käthi Wälchli, SVP-Grossrätin, und EVP-Grossrat
Ruedi Löffel vom Regierungsrat wissen. Ausserdem sei die Reduzierung
der Strafen ein «fragwürdiger Entscheid und Rückenschuss
gegen die Lehrerschaft», so Wälchli weiter. NJ
Berner Zeitung 07.06.11
Gymeler an der Matur
Sie haben alle nötigen Tests nachgeholt: Seit Montag machen
drei der vier Gymeler trotz ihrer Berliner Attacke wie alle andern die
Maturprüfungen am Gymnasium Köniz-Lerbermatt.
Das Programm war happig: 23 Prüfungen mussten drei der vier Gymeler
ablegen, die im Februar in Berlin ein Paar attackiert haben sollen. Nur
so konnten sie sich trotz Schulausschluss den Zugang zur Matur noch sichern.
Das haben die drei geschafft. «Sie haben ein volles Zeugnis erhalten
wie alle andern auch», sagt Hanspeter Rohr, Rektor des Gymnasiums
Köniz-Lerbermatt. Seit gestern schreiben sie wie ihre Kolleginnen
und Kollegen die schriftlichen Maturprüfungen, nach zwei Wochen Pause
folgen dann die mündlichen.
Der vierte Gymeler, der in den Vorfall verwickelt war, muss dabei zuschauen:
Ihm hat die kantonale Erziehungsdirektion den 12-wöchigen Schulausschluss
nicht verkürzt, damit fehlte er zu lange. Bei den andern drei korrigierte
sie den Entscheid der Schulkommission und ordnete 8 respektive 4 Wochen
Ausschluss an (wir berichteten). Das ermöglichte ihnen, doch noch
diesen Sommer zur Matur anzutreten.
Eine Extraportion mündlich
15 Prüfungen mussten die Fehlbaren nachholen, weil sie diese verpasst
hatten. Weitere 8 ordnete die Kantonale Maturitätskommission für
sie an. «Sie hatten lange gefehlt, diese mündlichen Prüfungen
sollten ihre Sprechbeiträge in der Schule simulieren», sagt
Präsident Jürg Schmid. Um für Fairness zu sorgen, aber
auch, um «juristisch stichfeste» Protokolle zu haben, wie
es Schmid ausdrückt, wohnten diesen mündlichen Tests Mitglieder
der Maturitätskommission bei. Hinter all dem stecke ein unglaublicher
Aufwand, sagt Schmid. Alleine auf seinem Pult stapelt sich ein 20 Zentimeter
hoher Aktenberg. «Und ich war nur am Rand betroffen. Das war alles
in allem eine sehr teure Übung.»
Rektor Hanspeter Rohr schätzt den Zusatzaufwand seiner Lehrkräfte
auf rund 400 Stunden. In Absprache mit dem kantonalen Mittelschul- und
Berufsbildungsamt (MBA) erhalten sie pro Prüfung aufwandabhängig
eine Entschädigung von bis zu einer Lektion. Das entspricht etwa
110 bis 140 Franken. Laut Mario Battaglia, dem stellvertretenden Leiter
des MBA, liess sich dies aus dem Lektionenpool der Schule finanzieren.
Rektor Rohr sagt, das sei für die Schule kein Nachteil.
Fragen aus dem Grossrat
Der Fall der Könizer Gymeler wird auch politisch zum Thema: EVP-Grossrat
Ruedi Löffel will nächste Woche in der Fragestunde
vom Regierungsrat wissen, auf welcher Rechtsbasis die Lehrkräfte
zur Mehrarbeit für die fehlbaren Schüler verpflichtet wurden
und was für Zusatzkosten dem Kanton durch den Berliner Vorfall entstanden
sind. Ebenso will er eine Antwort darauf, wie es zu erklären sei,
dass die Schulkommission des Gymnasiums trotz juristischer Beratung durch
die Erziehungsdirektion «falsche» Strafen verhängt habe.
Lucia Probst
20 Minuten 30.05.11
Kanton Bern bezahlt für Prügelschüler
Die Könizer Gymnasiasten, die in Berlin ein Paar überfallen
haben, bescheren ihrer Schule nicht bloss Ärger, sondern auch einen
immensen Mehraufwand. 400 Stunden Zusatzarbeit braucht es, um die Teenager
auf die Matur vorzubereiten. Leidtragende sind vor allem die Lehrer, denn
drei der Prügelschüler müssen je 20 Prüfungen nachholen.
Für einen Teil der Zusatzleistungen muss laut «SonntagsZeitung»
der Kanton Bern aufkommen. Den Rest leisten die Lehrer gratis.
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