Der Bund 24.01.14
Gaskessel muss ohne Kantonsgelder auskommen
Das Kantonsparlament will die Gaskessel in Bern und Biel nicht
über den Lastenausgleich finanzieren.
Matthias Raaflaub
Der Berner Gaskessel kann nicht auf rettende Finanzhilfe des Kantons hoffen.
Gestern scheiterten im Grossen Rat zwei überparteiliche Vorstösse
von SP, GLP/CVP, BDP und den Grünen, welche vorschlugen, dass der
Kanton Bern einen Beitrag an die Jugendzentren «Chessu» in
Biel und den Gaskessel in Bern über den Lastenausgleich leistet.
Die Parlamentsmehrheit wollte nicht einmal einen Prüfungsauftrag
an die Regierung überweisen. Die Postulate scheiterten mit fast zwei
Drittel Nein-Stimmen deutlich.
Andere Prioritäten
Die Befürworter wollten erreichen, dass der Kanton, genauer die Gesundheits-
und Fürsorgedirektion, die beiden Gaskessel als überregionale
Angebote zur sozialen Integration anerkennt. Gesundheits- und Fürsorgedirektor
Philippe Perrenoud (SP) sagte, er hege Sympathie für die Forderung.
Die Direktion war bereits 2012 zum Schluss gekommen, dass die beiden Jugendtreffs
zum Teil den Zielsetzungen der offenen Jugendarbeit entsprechen. Der Kanton
sollte deshalb die Finanzierung übernehmen. Ein Vertragsabschluss
schien damals schon in Reichweite. Dann sorgte die Spardebatte für
ein abruptes Ende der Diskussionen.
Wegen der knappen Kantonsfinanzen warb Perrenoud
auch gestern im Rat für ein Nein. Würden die beiden Gaskessel
unterstützt, müsse dafür anderswo Geld eingespart werden,
sagte er. Die Regierung hat bei der Jugendarbeit andere Prioritäten
Sie finanziert den Verband der offenen Kinder- und Jugendarbeit (Voja)
sowie den Verein «Fachstelle Spielraum».
Abweichler bei der BDP
Keines dieser Angebote sei «von Jugendlichen für Jugendliche»,
kritisierte Mathias Tromp (BDP). Er gehörte im bürgerlichen
Lager zu den einzelnen Abweichlern, welche für die Forderungen einstanden.
Auch sein 23-jähriger Seeländer Parteikollege Jan Gnägi
trat ans Rednerpult, um die Jugendkultur zu verteidigen. Trotz sinkender
Besucherzahlen im Berner Gaskessel sagte er: «Das Angebot im Chessu
mag vielen hier nicht passen, aber es passt eben den Jungen.»
Nicht passen taten die Vorstösse etwa der FDP. Der Bieler Grossrat
Hubert Klopfenstein beschrieb die Gaskessel in Bern und Biel als «rein
urbane Angebote». Die Städte müssten sie darum selbst
finanzieren. Dem widersprach Natalie Imboden (Grüne) vehement. Sie
nannte die Zahlen des Gaskessels in Bern, wonach 52 Prozent der jungen
Gäste nicht aus der Stadt kommen.
Ruedi Löffel ( EVP ) gerieten insbesondere
die Voten für den Bieler «Chessu» in den falschen Hals.
Er bezeichnete diesen als «Raucherhöhle und Kifferparadies».
Die «Coupole» habe sich um Vorschriften foutiert. «Wenn
man autonom sein will, soll man sich auch autonom finanzieren»,
sagte Löffel.
Es bleibt nur die Stadtkasse
Ursula Marti (SP, Bern) hoffte vergeblich auf ein «schönes
Zeichen» des Kantonsparlaments an den Gaskessel in Bern. Sie warb
dafür, dass nach dem Bekenntnis des Stadtrats zur vorläufigen
Finanzierung des Jugendzentrums «auch der Kanton etwas tut».
Der Gaskessel in Bern kann nach dem gestrigen Entscheid bis auf weiteres
nämlich nur auf die Stadt als Finanziererin zählen. Aber von
Dauer ist bisher auch das nicht. Der Stadtrat hat den Gemeinderat im vergangenen
November immerhin verpflichtet, wieder in die Bresche zu springen und
mit dem Gaskessel einen Leistungsvertrag über zwei Jahre abzuschliessen.
Damit ist die Finanzierung bis Ende 2015 sichergestellt.
Anic Roth, Vorstandsmitglied des Berner Gaskessels, sagte gestern auf
Anfrage, man habe vor der Debatte noch Hoffnung auf eine positive Wende
im Kantonsparlament gehabt. «Vorerst ist die Sache jetzt geklärt»,
sagte Roth. Eine Finanzierung des Chessu durch den Kanton werde man langfristig
aber mit Sicherheit wieder aufwerfen.
Bieler Tagblatt 24.06.11 Leserbriefe «Biel kennt das Raucherproblem
im Gaskessel» - BT, 17. Juni
Prioritäten anders setzen
Mit Erstaunen habe ich zur Kenntnis genommen, dass Ruedi Löffel
einen Vorstoss
gemacht hat zum Rauchen im Gaskessel. Währenddem vor dem Gaskessel
gedealt und Drogen konsumiert werden. Aber auf dieses Thema ist im Moment
nicht näher einzugehen. Nichtraucherschutz mag ja gut und recht sein.
Aber in Anbetracht dessen, dass es in der Schweiz erlaubt ist, ab 16 Jahren
in der Prostitution zu arbeiten, finde ich diesen Vorstoss einen Verhältnisblödsinn.
Damit möchte ich nicht sagen, dass der EVP-Grossrat nicht schon aktiv
geworden ist, wegen dieser Gesetzeslücke im Sexualstrafrecht. Offen
lassen möchte ich auch, wie verschiedene Äusserungen von ihm
von der Presse gewichtet werden. Fest steht, dass er schon mehrmals durch
Antiraucherleserbriefe negativ aufgefallen ist. Ohne ihn jetzt beleidigen
zu wollen, möchte ich ihm wünschen, dass er in Zukunft die Prioritäten
anders setzt. Der immer weiter zunehmende Öko- und Gesundheits-fanatismus
nervt mit der Zeit gewaltig.
Bruno Tiersbier, Schafis
Bieler Tagblatt 17.06.11
«Biel kennt das Raucherproblem im Gaskessel»
bal. Grossrat Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee) wollte gestern
in der Fragestunde
im bernischen Grossen Rat Auskunft zur Durchsetzung des Rauchverbots im
Gaskessel Biel. Seit bald zwei Jahren ist im Kanton Bern das Gesetz zum
Schutz vor Passivrauchen in Kraft. «Trotzdem», so Ruedi Löffel,
gebe es noch einzelne Betriebe, die mit der Umsetzung Mühe bekunden.
«Dazu gehört offenbar auch der Gaskessel in Biel.» (Das
BT berichtete). Welche Massnahmen hier möglich seien, wollte Löffel
von Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher wissen. Dessen Antwort
lautete: «Der Gaskessel ist ein öffentlich zugänglicher
Innenraum - Vorschriften zum Schutz vor Passivrauchen gelten auch da.»
Laut Rickenbacher habe Regierungsstatthalter Werner Könitzer bereits
2010 mit der Stadt Biel das Gespräch aufgenommen und auf das Problem
aufmerksam gemacht. «Biel sucht derzeit mit den Betreibern des Gaskessels
eine Lösung», so Rickenbacher.
Bisher habe es aber noch keine Strafurteile wegen Widerhandlung gegen
dieses Gesetz für öffentlich zugängliche Innenräume
gegeben. Es seien von der Regierung deshalb auch keine weiteren Massnahmen
vorgesehen, um Gemeinden bei den Kontrollaufgaben zu unterstützen.
Journal du Jura 16.06.2011 / HEURE DES CONTROVERSES AU GRAND CONSEIL
Horreur, on fume au Gaskessel!
Ruedi Lôffel (PEV), grand pourfendeur des fumeurs devant l'Etemel,
a appris avec horreur qu'on continue de fumer au Gaskessel de Bienne,
la fameuse Coupole. Eh bien, le canton n'enverra pas les chars pour remettre
à l'ordre les récalcitrants, ainsi que l'a promis le conseiller
d'Etat Andreas Rickenbacher. Selon lui, les infractions à la législation
en la matière ne sont pas légion et des sanctions pénales
ne sont pas prévues. La Direction de l'économie publique
conseille certes les communes en la matière, mais n'a cependant
pas envisagé de mesures contraignantes supplémentaires.
En ce qui concerne le temple biennois de la contre-culture, le préfet
a attiré l'attention des gestionnaires du lieu en 2010 déjà.
(...)
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