Bund 22.03.12
Fachhochschul-Kompromiss auf Kosten Berns
Die Vertreter der Regionen im Grossen Rat haben sich auf einen
Kompromiss geeinigt: In Biel kann ein Campus für alle technischen
Fachrichtungen gebaut werden. Burgdorf erhält eine Kompensation und
bleibt Fachhochschulstandort.
Nach monatelangem Ringen um die Standorte der Berner Fachhochschule stimmt
der Grosse Rat heute voraussichtlich einem Kompromiss zu: Alle technischen
Fachrichtungen werden auf einem neuen Campus in Biel zusammengelegt. Die
Stadt verkauft dem Kanton dafür ein Terrain direkt hinter dem Bahnhof.
Darauf entsteht bis ins Jahr 2020 für rund 300 Millionen Franken
ein Neubau für die Studienrichtungen Technik, Informatik, Architektur,
Holz und Bau. Gut 2000 Studierende und 700 Mitarbeitende werden dort dereinst
lernen, lehren und forschen. (...)
Die Grundidee der Regierung und der Fachhochschule selber fand im Grossen
Rat fast uneingeschränkten Rückhalt. Die Verzettelung auf 26
Standorte in den Regionen Bern, Biel und Burgdorf schade der Schule längerfristig.
«Wir müssen unsere Fachhochschule für die Zukunft fit
machen», sagte Ruedi Löffel (EVP). Mit dem Campus in
Biel schaffe man eine «ETH im Kleinformat». (...).
Journal du Jura 22.03.12
Un bon sentiment pour Bienne
L'heure de vérité a sonné pour la Haute école
spécialisée bernoise (HESB). Le Grand Conseil décidera
en effet ce matin s'il suit la stratégie de concentration sur Bienne
et Berne prônée par le gouvernement ou s'il adhère
à l'opinion de la majorité de la commission consultative,
qui souhaite ne réaliser dans un premier temps qu'un minicampus
à Bienne réunissant la technique et l'informatique. (...)
Porte-parole de la majorité de la commission, Mathias Tromp (PBD)
a rappelé que la HESB représentait 6300 élèves
et que Berne devait absolument rester un canton compétitif en la
matière. (...)
«Mais comme un rejet total du rapport n'apporterait rien, à
la majorité d'une voix, la commission est en faveur d'un minicampus
Bienne.»
Pour la minorité de cet organe, Ruedi Lôffel (PEV) a tenu
un tout autre langage. Pour lui, il s'agit de renforcer l'établissement,
de le rendre moderne. D'où la nécessité absolue de
pouvoir disposer d'un vrai campus à Bienne. Dans la situation actuelle,
il y a des doublons, des surcoûts, des profs qui font la navette
et même des cours donnés par vidéo-conférence.
Les atouts de Bienne Selon l'orateur, Bienne a bien des atouts. Il s'agit
du deuxième espace économique du canton, d'un bastion de
l'industrie. Sans oublier sa proximité avec la région jurassienne.
Et n'oublions pas qu'il est aussi prévu de créer un Parc
d'innovation au niveau suisse et que Bienne a de bonnes chances de l'obtenir.
Bref, 'hésitation n'est pas de mise, ce parc revêtant une
importance capitale pour tout le canton. (...)
Berner Zeitung 15.03.12
Ein typisch bernischer Verteilkampf
FACHHOCHSCHULE Seit Wochen tobt ein harter «Kampf der
Regionen» um die Standorte der Fachhochschule. Der Konflikt ist
sehr bernisch. Er flammt regelmässig auf, ob es nun um Statthalter,
Spitäler oder andere Niederlassungen des Staates geht.
Im Kanton Bern werden Verteilkämpfe generell heftig ausgetragen.
Zurzeit liefern sich die Regionen einen besonders harten Nahkampf, da
es um besonders viel geht: Zur Debatte stehen die Standorte der Berner
Fachhochschule (BFH), die heute in und um Bern, Biel und Burgdorf angesiedelt
sind. Der Grosse Rat nimmt nächste Woche Stellung zu den Plänen
der Regierung und der Schulleitung für eine «Teilkonzentration»
in Biel und Bern.
Burgdorf führt einen Verteidigungskampf für sein Tech, der seinesgleichen
sucht. Man liess unter anderem ein externes Büro eine 47-seitige
Gegenexpertise mit 35 Seiten Beilagen erstellen. Biel rührt die Werbetrommel
ähnlich intensiv und liess für die Grossratssession eigens eine
Campus-Zeitung drucken. (...)
Jedenfalls kämpfen die Emmentaler eifrig und haben damit eine PR-Spirale
in Gang gesetzt. «In zehn Jahren als Grossrat habe ich noch nie
so viel Lobbypost erhalten», sagt Ruedi Löffel (EVP) stellvertretend
für viele. Er tritt für die Teilkonzentration in Biel ein. «Die
Einflussnahme aus den Regionen ist enorm. Vor allem im Emmental könnte
man meinen, es gehe um alles oder nichts und Burgdorf verschwinde von
der Landkarte, wenn nicht alles beim Status quo bleibt.» Das
Geschäft zeige, dass nicht wenige Grossräte im Zweifelsfall
eher an ihre Region als an den ganzen Kanton denken. «Das
stört mich zunehmend.» (...)
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