Solothurner Zeitung + MLZ 1.12.09 / Bund 30.11.09 / BZ 27.11.09 /
Bieler Tb 7.12.09 / Leserbrief
Im Schuldensumpf / Kurzsichtig / «Kanton droht abzusinken»
Der Finanzplan des Kantons Bern erwartet für die Jahre 2011 bis
2013 einen Schuldenzuwachs von 899 Millionen Franken.
Dazu kommen rund 400 Millionen Mehrkosten aus der Revision des Krankenversicherungsgesetzes.Der
Kanton steht also in grösster Gefahr, wieder in den Schuldensumpf
abzusinken. Dass die knappe Mehrheit des Grossen Rates nun eine Steuersenkung
in der Höhe von jährlich über 200 Millionen beschlossen
hat, ist aus meiner Sicht kurzsichtig und total verantwortungslos.
Ruedi Löffel-Wenger, Grossrat EVP, Münchenbuchsee
Berner Zeitung 26.11.09 / Kanton Bern
Drei Stimmen für Entlastung um 300 Millionen
In der ersten Lesung wurde die nächste Steuersenkung im
Kanton Bern mit 75 zu 72 Stimmen nur relativ knapp beschlossen. Der Grosse
Rat liess es vorerst offen, ob die Entlastung 2011 oder erst 2012 gewährt
werden soll.
(…) Allerdings fiel die Schlussabstimmung gestern knapp
aus: SVP, FDP, BDP und EDU setzten sich mit 75 zu 72 Stimmen bei zwei
Enthaltungen gegen SP, Grüne und EVP durch. (...)
Langenthaler Tagblatt 24.11.09 / Kanton Bern
Gasche holt Ratsmehrheit ins Boot
Der Voranschlag 2010 überstand die gestrige Debatte im
Grossen Rat unbeschadet: Weder ein Rückweisungsantrag der SVP noch
mit einer Steuersenkung verbundene Änderungsanträge der FDP
fanden eine Mehrheit.
(…) Schliesslich forderte Bommeli, die Klassengrössen an den
Grundschulen, Berufsschulen und Hochschulen um zwei Schüler zu erhöhen.
«Ein oder zwei Schüler weniger, ist pädagogisch kein Problem,
spielt aber Geld frei»,. sagte Bommeli. Vom Auftrag wären nur
wenig Klassen betroffen, eine Senkung der unteren Überprüfungsziffer
bewirke jedoch bei den Schulverantwortlichen ein Umdenken.
Besonders mit dem Angriff auf die Schulen hatte Bommeli in ein Wespennest
gestochen. «Angesichts der steigenden Aufgaben der Schulen steht
dieser Antrag quer in der Landschaft, sagte Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee).
(...)
Berner Zeitung / Thuner Tagblatt 24.11.09 / Kantonsbudget
O-TON
"Der Kanton Bern steht finanziell am Abgrund."
So sieht es Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee)
Bund 24.11.09 / Kanton Bern
Regierung bringt ihr Budget durch
Die SVP wollte das Kantonsbudget zurückweisen, die FDP
wollte es um eine kleine Steuersenkung anreichern. Beide scheiterten.
Der Grosse Rat wird das 9,6-Milliarden-Budget heute annehmen.
Vor einem Jahr hatte der Grosse Rat der Regierung (...) einen
sogenannten parlamentarischen Auftrag erteilt. Inhalt: Die Regierung müsse
für das Jahr 2010 ein Budget vorlegen, das eine Senkung der Steueranlage
um einen Zehntel von 3,06 auf 2,96 Einheiten vorsehe (was Einnahmenausfällen
von rund 150 Millionen Franken entspricht).
Diesem Auftrag ist der Regierungsrat nicht nachgekommen: Sein Budget 2010
schliesst knapp ausgeglichen ab (...), aber eine Steuersenkung enthält
es nicht. Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise seien die Steuereinnahmen
gegenüber den Prognosen eingebrochen, nur dank raschen Sparmassnahmen
in der Höhe von rund 280 Millionen Franken sei es der Regierung überhaupt
gelungen, ein ausgeglichenes Budget zu präsentieren, erklärte
Finanzdirektor Urs Gasche (bdp). (...)
SP und Grüne verteidigten das Budget, ebenso die EVP. Mit
«Ach und Krach» sei es der Regierung gelungen, ein Budget
ohne neue Schulden zu präsentieren, sagte Ruedi Löffel (evp,
Münchenbuchsee). Die Forderung nach Steuersenkungen bezeichnet
er als «bodenlos verantwortungslos». (...) (mehr
lesen)

Anlässlich der Budgetdebatte am 23.11.09 (Foto: M. Hofstetter)
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 23.11.2009, 17.30 Uhr
Ja zu einem Berner Budget ohne Steuersenkung
Das bernische Kantonsparlament verzichtet auf die für 2010 geplante
Steuersenkung um einen Zehntel: Eine solche hatte das Parlament vor einem
Jahr auf Antrag der bürgerlichen Parteien beschlossen. Weil sich
die globale Wirtschaftskrise auch auf die Steuereinnahmen des Kantons
Bern auswirkt, legte die Berner Regierung jedoch ein Budget ohne Steuersenkung
vor. Eine Parlamentsmehrheit unter rot-grüner Führung folgte
der Regierung und lehnte einen Antrag der SVP auf eine Steuersenkung im
Jahr 2010 ab. (Hören)
sda / Bernerzeitung online 23.11.09
Rückweisung des Budgets 2010 abgelehnt - Keine Steuersenkung
Der bernische Grosse Rat hat das Budget 2010 nicht zurückgewiesen,
obschon es auf die seit langem geforderten Steuersenkungen verzichtet.
(…)
Für die EVP-Fraktion enthält das Budget für das nächste
Jahr «katastrophale Zahlen», wie Ruedi Löffel-Wenger
(EVP/Münchenbüchsee) sagte. Eine Steuersenkung würde den
Kanton direkt in den Abgrund stürzen. (...)
Langenthaler Tagblatt 20.11.09 / Kanton Bern
Alle bezahlen weniger Autosteuern
Jetzt ists definitiv: Ab Januar 2011 sinken die Motorfahrzeugsteuern
im Kanton Bern um 5,6 Prozent. Schon ab August 2010 tritt der «Umweltbonus»
für Autos der Effizienzklassen A und B in Kraft.
Der Kanton Bern gibt die rote Laterne bei den Autosteuern ab: Mit der
gestrigen Zustimmung zum Gesetz über die Besteuerung der Strassenfahrzeuge
durch den Grossen Rat - 105 Räte stimmten dafür, 22 dagegen
und 14 enthielten sich- rückt der Kanton Bern auf den 24. Rang vor.
Ab 2011 müssen die Bernerinnen und Berner nämlich pro Tonne
Auto 20 Franken oder 5,6% weniger Steuern bezahlen. (...)
Ein stolzer Betrag
Kontrovers diskutierte der Rat die Inkraftsetzung der allgemeinen Tarifsenkung.
Die Kommission beantragte Anfang 2011, der Regierungsrat wollte «aus
finanzpolitischen Gründen» (Käser) erst ab 2014 auf die
Einnahmen verzichten. Unterstützung erhielt der Regierungsrat von
Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) und Andreas Hofmann (SP/Bern).
«Die Senkung des Grundtarifs kostet den Kanton jährlich 18
Millionen Franken. Warten wir damit drei Jahre, macht das 55
Millionen Franken aus», rechnete Löffel dem Rat vor.
«Für einen nicht auf Rosen gebetteten Kanton ist das ein stolzer
Betrag.» Ein Besitzer eines etwa anderthalb Tonnen schweren Autos
spare jährlich etwa 30 Franken. «Wegen einem solchen Betrag
zieht bestimmt kein guter Steuerzahler aus dem Kanton Bern weg».
(...)
In der Abstimmung obsiegte der von den Bürgerlichen unterstützte
Kommissionsantrag. Mit 82 zu 69 Stimmen hiess der Grosse Rat die Inkraftsetzung
per 1. Januar 2011 gut.
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 19.11.2009, 12.03-12.10 Uhr, DRS
1
Tiefere Steuern für umweltfreundliche Autos im Kanton Bern
Halter von umweltfreundlichen Autos zahlen ab dem 1. Januar 2011 deutlich
weniger Steuern, Halter von 'Dreckschleudern' deutlich mehr: So bleibt
die Änderung für den Kanton Bern budgetneutral. Dies hat das
Kantonsparlament entschieden. Eine zweite Änderung in diesem Gesetz
bringt eine Senkung der Grundgebühr um 20 Franken pro Tonne Fahrzeuggewicht.
Diese Senkung tritt ebenfalls bereits am 1. Januar 2011 in Kraft. Die
Rot-Grünen wollten diese Senkung erst 3 Jahre später und so
dem Kanton Bern 55 Millionen Mindereinnahmen ersparen. (Link
/ hören)
sda 19.11.2009
Bern bestraft Halter von Dreckschleudern
Wer im Kanton Bern ein umweltfreundliches Auto kauft, wird ab
2011 mit tieferen Autosteuern belohnt. Wer eine «Dreckschleuder»
fährt, muss tiefer in die Tasche greifen.
Der bernische Grosse Rat verabschiedete das Gesetz über die Besteuerung
der Strassenfahrzeuge mit diesem Bonus-Malus-System am Donnerstag in zweiter
Lesung mit 105:22 Stimmen bei 11 Enthaltungen. (...)
Grundsätzliche Senkung
Auch die Normalsteuer wird grundsätzlich um 20 Franken pro Tonne
gesenkt. Die Regierung hätte diese Senkung aus finanziellen Gründen
ursprünglich erst auf 2014 in Kraft setzen wollen. Diese zweigeteilte
Inkraftsetzung war in erster Lesung bereits verworfen worden, nun aber
aufgrund eines Antrags von EVP und SP-JUSO wieder auf dem Tapet.
Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) sagte, der Kanton Bern könne
es sich in seiner aktuellen angespannten Finanzlage nicht leisten, die
Senkung des Tarifs schon 2011 umzusetzen. Bis 2014 gehe dem Kanton der
«stolze Betrag» von 55 Mio. Franken verloren. Zudem mache
die Senkung beim einzelnen Autofahrer pro Jahr nur etwa 30 Franken aus.
(...)
Auch Regierungspräsident Käser erinnerte an den ursprünglichen
Hauptzweck des Gesetzes, den Bonus für umweltgerechtes Verhalten
einzuführen. Die Senkung sei ein finanzpolitischer Entscheid. Der
Rat entschied sich dann aber mit 82:69 Stimmen gegen das geteilte Inkrafttreten.
Energieetikette massgebend
Basis zur Berechnung der Autosteuern ist die vom Bund definierte Energieetikette
für Motorfahrzeuge. Es gelten Effizienzkategorien von A bis G. Besonders
energieeffiziente Fahrzeuge erhalten für eine begrenzte Zeit nach
der Inverkehrsetzung eine Steuerermässigung von bis zu 80%. Halter
besonders umweltschädlicher Fahrzeuge zahlen dauerhaft einen Zuschlag
von bis zu 30%. Dadurch sollen Neuwagenkäufer einen Anreiz erhalten,
sich für ein besonders umweltfreundliches Modell zu entscheiden.
Die Gesetzesänderungen treten auf Anfang 2011 in Kraft.
28.08.09 MM EVP Kanton Bern zu den Kommissionsbeschlüssen für
die Steuergesetzrevision 2011
EVP lehnt Neuverschuldung entschieden ab
Die EVP lehnt das Ergebnis der vorberatenden Kommission zur Steuergesetzrevision
2011 entschieden ab.
Die von der knappen Kommissionsmehrheit beschlossenen neuen Steuerausfälle
von jährlich 220 Mio. sind für die EVP völlig verantwortungslos.
Angesichts der Prognosen für die kommenden Jahre gibt es keinen auch
nur halbwegs vernünftigen Grund, eine Neuverschuldung von mehreren
hundert Millionen Franken bewusst in Kauf zu nehmen.
Kosten und Nutzen der Kommissionsvorschläge stehen in einem sehr
ungünstigen Verhältnis zueinander: Die geplante Tarifkorrektur
(150 Mio.) brächte in der vielzitierten interkantonalen Steuerrangliste
und auch effektiv für die einzelnen Steuerzahlenden sehr wenig Spürbares.
Auch die Senkung der Vermögenssteuer
und die Verschärfung der Vermögenssteuerbremse (37 Mio.) kann
die EVP nicht unterstützen, weil sie schlicht unnötig sind.
Wenn trotz der sehr prekären Finanzlage unbedingt Steuern gesenkt
werden sollen, muss dies nach Auffassung der EVP im Bereich der Familienbesteuerung
durch höhere Kinderabzüge geschehen.
Mit der bevorstehenden KVG-Revision, der längst überfälligen
Personalaufstockung bei der Police, den vom Parlament beschlossenen Ergänzungsleistungen
für Familien und Massnahmen im Bildungsbereich kommen in Zukunft
jährlich mehrere hundert Millionen Franken Mehrkosten auf den Kanton
Bern zu. Über die
Finanzierung dieser Mehrkosten herrscht zur Zeit grosse Ratlosigkeit.
Wenn zusätzlich Steuereinnahmenverluste in
der beabsichtigten Höhe beschlossen werden, wird der Kanton Bern
wie in den 80er-Jahren in einen gewaltigen Schuldenstrudel geraten - dies
will die EVP mit aller Kraft verhindern.
Berner Rundschau 29.08.09 / Kanton Bern
Begeisterung hält sich in engen Grenzen
FDP und SVP monieren eine «sture Steuersenkungsverweigerung»
des Regierungsrates. Eher positiv zum Budget 2010 äussern sich SP,
Grüne, EVP und BDP.
(...) Die EVP äussert sich befriedigt darüber, «dass es
der Regierung mit Hängen und Würgen gelungen ist, ein ausgeglichenes
Budget 2010 vorzulegen». Die sehr kurzfristige Planungs-Optik lasse
jedoch für die Planjahre 2011 bis 2013 das Schlimmste befürchten.
Die EVP erwähnt insbesondere die Verschiebung der Personalaufstockung
bei der Kantonspolizei und «die völlig ungenügende Berücksichtigung
der Spitalfinanzierung ab dem Jahr 2012». Von den jährlich
auf 250 Millionen Franken geschätzten Zusatzkosten fanden lediglich
50 Millionen Eingang in die Planung (die Redaktion). (...)
Bund 29.08.09 / Kanton Bern
Bürgerliche sind enttäuscht
FDP und SVP verlangen von der Exekutive die Umsetzung der beschlossenen
Steuersenkung. Die linken Parteien sind mit der Finanzplanung zufrieden,
warnen aber vor Kaufkraftverlust der Bevölkerung.
Zufrieden mit der Finanzplanung der Berner Kantonsregierung ist die SP.
Es sei «sorgfältig» und «mit finanzpolitischer
Weitsicht» geplant worden, schreibt die Partei in einer Mitteilung
an die Medien. Auch die Grünen und die EVP sind sich in ihren Reaktionen
auf das gestern präsentierte Budget einig darin, dass die Verhinderung
einer Neuverschuldung richtigerweise Priorität geniesse. Alle drei
Parteien betrachten eine Steuersenkung zum jetzigen Zeitpunkt als nicht
vertretbar und begrüssen den Entscheid des Regierungsrates, bei den
momentanen Steuersätzen zu bleiben.
Etwas besorgt sind SP, Grüne und EVP über die angestrebten Einsparungen
im Personal- und Spitalwesen. Ein Kaufkraftverlust der Bevölkerung
müsse verhindert werden, schreiben die Grünen. (...)
MM EVP Kanton Bern zum Budget und Finanzplan 28.08.09
Schlimmes zu befürchten
Die EVP nimmt mit Befriedigung zur Kenntnis, dass es der Regierung mit
Hängen und Würgen gelungen ist, trotz dramatisch verschlechterten
Rahmenbedingungen ein ausgeglichenes Budget vorzulegen.
Die sehr kurzfristige Planungs-Optik (Nicht-Speisung des Spitalinvestitionsfonds;
völlig ungenügende Berücksichtigung der KVG-Revision ab
dem Jahr 2012; Verschiebung der nötigen Personalaufstockung bei der
Police Bern) lässt jedoch für die Finanzplanjahre das Schlimmste
befürchten.
Die EVP wird deshalb ihren konsequenten finanzpolitischen Kurs fortsetzen
und sich mit Vehemenz gegen verantwortungslose Steuersenkungen zur Wehr
setzen.
Mit allen Mitteln muss verhindert werden, dass der Kanton Bern wieder
Schuldenberge anhäuft, die dann in den hoffentlich bald folgenden
besseren Jahren bis zur nächsten Krise abgetragen werden müssen
und dem Kanton jeglichen finanzpolitischen Handlungsspielraum rauben.
Berner Rundschau / MLZ 04.07.09 / Steuererträge des Kantons
brechen ein
Schulden drohen
Die globale Wirtschaftskrise schlägt voll auf die bernische Staatskasse
durch: Bereits in diesem Jahr rechnet Finanzdirektor Urs Gasche (BDP)
im Vergleich zum Budget mit geringeren Steuererträgen
im Umfang von 130 Mio. Franken. Und nächstes Jahr sollen die
Steuern gegenüber dem Finanzplan um 300 Mio. tiefer ausfallen. (...)
Ab 2010 droht eine Neuverschuldung zwischen 300 bis 600 Mio. Franken jährlich.
(...)
Jetzt hat der Regierungsrat gehandelt und setzt seine bereits im letzten
Herbst aufgegleiste Eventualplanung zum Budgetvollzug 2009 um. 70 Millionen
Franken müssen die einzelnen Direktionen einsparen. (...)
Eine detaillierte Beurteilung der regierungsrätlichen Bemühungen
sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, schreibt die BDP. Sie erwarte,
dass im August eine Steuersenkung präsentiert wird, die diesen Namen
auch verdient. Dazu Ruedi Löffel (EVP): «Wer
jetzt noch Steuersenkungen fordert, der hat den letzten Rest an Verantwortungsbewusstsein
verloren.» (uz)
sda 09.04.09 / Kanton Bern
Senkung der Handänderungssteuer verworfen
Der bernische Grosse Rat hat in zweiter Lesung die Senkung der
Handänderungssteuer verworfen.
Er reagierte damit auf die schlechter gewordene Finanzlage. (...) In erster
Lesung hatte der Rat die Handänderungssteuer von 1,8 auf 1 Prozent
gesenkt und die Pfandrechtssteuer aufgehoben. Heute bringen beide Steuern
zusammen 130 Millionen Franken ein. Die Senkung der einen und die Abschaffung
der andern Steuer würde Ausfälle von 60 Millionen Franken bedeuten.
(...)
Berner Rundschau / MLZ 11.03.09 / Kanton Bern Reaktionen
Rechnungsabschluss 2008
«Volk nicht für dumm verkaufen»
(...) Im Grundsatz äussern sich die Parteien erfreut zum Rechnungsabschluss
2008 (...) Die SP redet von einem «ausgezeichneten»,
die EVP von einem «erfreulichen Abschluss». Und die SVP verwendet
in ihrem Communiqué gleich beide Begriffe. (...)
Steuern spalten Parteien
SP, Grüne und EVP äussern sich jedoch negativ bezüglich
Gelüsten nach zusätzlichen Steuersenkungen. «Wenn unbedingt
Steuersenkungen ins Auge gefasst werden sollen, dann sind weitere Verbesserungen
im Bereich der Familien anzustreben», erinnert die
EVP an ihre Haltung zur Steuergesetzrevision 2011. (...)
Fonds für Investitionen prüfen
Den vom Regierungsrat vorgeschlagenen Fonds zur Deckung von Investitionsspitzen,
schickt die FDP gleich als «überflüssig» in die
Wüste. «Der Regierungsrat soll es tunlichst unterlassen, die
Stimmbürger für dumm zu verkaufen». (...) Die EVP unterstützt
das Vorhaben «mangels Alternativen». Der Fonds dürfe
aber auf keinen Fall als «Buebetrickli» benutzt oder als Freipass
für weitere steuerpolitische Wagnisse interpretiert werden. (uz)
Bund 11.03.09 / Kanton Bern Reaktionen
zum Rechnungsabschluss 2008
Freude und Zukunftssorgen
Erfreut über die Rechnung 2008 und besorgt über die
Zukunft zeigen sich alle Parteien. Ansonsten präsentieren sie unterschiedliche
Rezepte (...)
In der Krise förderten Steuersenkungen den Konsum und das Gewerbe,
findet die SVP. Neue Steuersenkungen verlangt auch die FDP. Der grosse
Ertragsüberschuss zeige, dass noch «Luft im System» sei.
Die Regierung betreibe mit ihren Zukunftsszenarien «blosse Angstmacherei».
Das hingegen sieht die EVP ganz anders. Sie bekämpft «verantwortungslose
Steuersenkungsfantasien weiterhin mit Vehemenz», wie sie schreibt,
und sie unterstützt die Anstrengungen der Regierung zur Verhinderung
neuer Schulden». (...)
Vorsichtige Stimmen zum Fonds
Vorsichtig äussern sich die meisten Parteien zum Fonds zur Deckung
von Investitionsspitzen. Die Idee bedürfe «vertiefter Überprüfungen»,
schreibt die SVP. (...) Die SP spricht von einer «interessanten
Idee», die Grünen reden von einer «innovativen Idee»
– beide aber wollen sie noch eingehend prüfen. Die EVP unterstützt
die Fonds-Idee grundsätzlich, warnt aber davor, «den Fonds
als ,Buebetrickli‘ für weitere finanzpolitische Abenteuer zu
nutzen».
DRS Regionaljournal BE FR VS 10.03.2009, 17.30 Uhr
Staatsrechnung Kanton Bern
Reaktionen Parteien auf gutes Ergebnis und schlechte Aussichten
(3:23) Link
Bund 16.12.08 / MLZ 19.12.08 Leserbriefe
Wahnsinn geht weiter
Der Steuer-Wahnsinn geht weiter: Nach Steuerrabatten von über 200
Millionen im laufenden Jahr, Steuersenkungen von jährlich über
230 Millionen ab 2009 und weiteren Entlastungen in den Folgejahren, fordert
nun eine knappe Mehrheit der vorberatenden Kommission die Abschaffung
der Handänderungssteuer. Dies würde dem Kanton Bern pro Jahr
zusätzliche Einnahmenverluste von 110 Millionen bescheren.
In einer Zeit, wo die ganze Welt von Rezession spricht und der Kanton
Bern immer noch auf einem Schuldenberg von fast 7 Milliarden sitzt, empfinde
ich eine solche Forderung schlicht als verantwortungslos.
Ruedi Löffel, Grossrat EVP Münchenbuchsee
Bund 12.12.2008
Bürgerlicher Steuercoup
Grossratskommission verlangt Abschaffung der Handänderungs-
und Pfandrechtssteuer
Eigentlich hätte die Kommission nur eine kleine Gesetzesänderung
beraten sollen. Nun propagiert sie gleich die Radikallösung: Sie
verlangt den Verzicht auf Handänderungs- und Pfandrechtssteuern.
(...) Der Entscheid in der vorberatenden Kommission fiel knapp –
und der Streit verlief entlang den bekannten Fronten in der bernischen
Steuerpolitik. Neun Grossräte aus SVP, FDP, BDP und EDU stimmten
für die Motion, acht Vertreter aus SP, Grünen und EVP waren
dagegen. Linke und EVP sind über den Coup der Bürgerlichen denn
auch wenig erfreut und sprechen von einer «Hauruck-Übung».
(...)
Auch für den Fall, dass die Abschaffungs-Motion im Parlament scheitert
und der Rat die Revision des Gesetzes an die Hand nimmt, aber hat die
Kommissionsmehrheit vorgesorgt: Sie verlangt eine Senkung des Satzes der
Handänderungssteuer von 1,8 auf 1 Prozent und den Verzicht auf die
Pfandrechtssteuer. Diese Anträge würden dem Kanton einen Einnahmeausfall
von rund 60 Millionen im Jahr bescheren. Auch sie wurden mit neun bürgerlichen
Stimmen gegen acht Stimmen der Linken und der EVP beschlossen. (...)
Aargauer Zeitung / MLZ; 03.12.2008; Seite 21 Aargau
Aargau: Grosser Rat will keine weitere Steuersenkung
Klarer Entscheid des Kantonsparlaments: Der Staatssteuerfuss
sinkt im kommenden Jahr nicht wie von der vorberatenden Kommission beantragt.
Das heisst: Er bleibt unverändert bei 94 Prozent. Dies beschloss
der Grosse Rat nicht zuletzt unter dem Eindruck des Abstimmungsergebnisses
vom Wochenende › und mit Blick auf die Entwicklung der Konjunktur.
Konjunktur schlägt in der Debatte durch
(...) Deutlich zu spüren: Die Sorge um die Auswirkungen der Konjunktur
auf den Staatshaushalt bzw. um die Verlangsamung des Schuldenabbaus schlug
durch. Jedenfalls wirkte der Hinweis des Finanzdirektors, dass die konjunkturell
bedingten Einnahmeausfälle im kommenden Jahr mindestens 33 Millionen
Franken betragen werden.
Ausfälle eher höher als angenommen
Und dies sei noch eine Schätzung an der unteren Bandbreite, wie Finanzdirektor
Brogli sagte. (...) Angesichts der sich verschlechternden Wirtschaftsaussichten
dürften die geschätzten Steuererträge kaum erreicht werden.
Gleichwohl wollte der Grosse Rat eine Anpassung der Steuerschätzungen
nicht vornehmen. Was nichts daran ändert, dass sich ab 2010 markante
Einnahmenausfälle abzeichnen. (bbr.)
Oltner Tagblatt / MLZ; 03.12.2008; Seite 21 Kanton Solothurn
Kanton Solothurn: Bestes Budget - dunkle Wolken
Dem Budget 2009 mit einem Überschuss von 60,8 Mio. Franken
werden alle Fraktionen zustimmen. Die Eintretensdebatte war aber bereits
von den befürchteten Auswirkungen des sich abzeichnenden Wirtschaftsabschwungs
geprägt.
SVP sendet SOS-Signale aus
Die SVP-Fraktion wird zwar dem Budget - mit
den Änderungen der Fiko - zustimmen. Ihr Sprecher Hans-Rudolf Lutz
(Lostorf) zeichnet aber ein überaus düsteres
Bild der Rahmenbedingungen: Finanzkrise historisch einmaligen Ausmasses,
Automarkt auf Talfahrt, weltweite Rezession, drohende Deflation; Sinkflug
der UBS- und CS-Aktien, gewaltige Leitzinssenkung der Nationalbank und
Einbruch der Nachfrage bei Exportbranchen wie Chemie oder Autozulieferern.
Das alles, warnt Lutz, werde auch den Kanton Solothurn betreffen (…).
sda 1.12.08
Genf will den Steuerwettbewerb einschränken
Die Genfer Kantonsregierung möchte dem Steuerwettbewerb
unter den Kantonen Schranken setzen. Sie verlangt von der Konferenz der
Kantonsregierungen (KdK), das Problem anzugehen.
Arme Kantone senkten die Steuern für wichtige Steuerzahler dank dem
Geld, dass ihnen die als reich bezeichneten Kantone überwiesen, kritisierte
der Genfer Finanzdirektor David Hiler am Montag. Zwar sei Zürich
von diesem Phänomen am stärksten betroffen, doch auch Genf als
Stadtkanton sei ein Opfer dieser Praxis. (...) Befürworten würde
die Kantonsregierung eine Steuerharmonisierung in dem Sinn, dass für
Einkommmen und Vermögen ab einer gewissen Höhe eine minimale
Steuer erhoben wird.
Berner Rundschau / MLZ 26.11.08 / Kanton Bern
Steuern steht drauf, sparen ist drin
Steuersenkung 2010: Bürgerliche Ratsmehrheit
setzt sich mit Steueranlage von 2,96 durch
Das Budget 2010 muss der Regierungsrat mit einer um einen Zehntel reduzierten
Steueranlage ausarbeiten. Die Steuerausfälle seien durch Sparen zu
kompensieren, hiess es gestern im Grossen Rat. (...)
EVP will «keine Experimente»
Zwar keine Kopie, jedoch eine Alternative hatte nämlich die EVP vorgeschlagen.
Statt das Budget 2010 zwingend mit einer Steueranlage von 2,96 auszuarbeiten,
habe der Regierungsrat dem Grossen Rat den Voranschlag 2010 in zwei Varianten
vorzulegen. Eine mit der bisherigen Steueranlage, eine mit einem Zehntel
weniger. Antragsteller Ruedi Löffel (Münchenbuchsee):
«Angesichts der Wirtschaftskrise dürfen wir keine Experimente
wagen. Es wäre unfair, der Bevölkerung nach 2009 fürs 2010
bereits wieder eine Steuersenkung zu versprechen, die wir möglicherweise
gar nicht einhalten können.» Sein Antrag sei ehrlich
und lasse dem Parlament die Freiheit, in einem Jahr aufgrund der dann
bekannten Zahlen zu entscheiden. (...) Mit 81 zu 72 Stimmen schickte der
Rat den EVP-Antrag bachab. (...)
Bund 26.11.08 / Kanton Bern
Bürgerliche machen Druck
Der Regierungsrat muss für 2010 ein Budget mit einer
weiteren Steuersenkung vorlegen (...)
Mit dem selten angewandten parlamentarischen Mittel des Auftrags beauftragte
der Grosse Rat die Regierung, im Herbst 2009 ein Budget 2010 vorzulegen,
das eine Senkung der Kantonssteueranlage um einen Zehntel von 3,06 auf
2,96 vorsieht (was dem Kanton Mindereinnahmen von 140 Millionen bescheren
würde). (...) SP, Grüne und EVP wehrten sich heftig. (...)
Die EVP schlug als Kompromiss eine Umformulierung
des Auftrags vor: Der Regierungsrat solle für 2010 zwei Budgets vorlegen
– eines mit und eines ohne Steuersenkung. SP und Grüne
unterstützten dies, die Bürgerlichen aber lehnten den EVP-Antrag
ab. Und in der Schlussabstimmung setzte sich die bürgerliche Mehrheit
durch: Mit 81 gegen 72 Stimmen erteilte das Parlament den Auftrag. (sw).
Berner Zeitung 26.11.08 / Kanton Bern
Bürgerliche setzen sich durch
Für 2008 kommen die Bernerinnen und Berner in den Genuss
einer nachträglichen Steuersenkung. Ob es auch 2010 eine Entlastung
gibt, ist noch offen. Die Bürgerlichen errangen gestern erst einen
Etappensieg.
(...) Zuletzt war das Ergebnis klar wie erwartet: Mit 101 zu 41 Stimmen
bei 9 Enthaltungen kam die verspätete Steuersenkung durch. (...)
Falsche Versprechungen?
Knapper und wieder dem Links-rechts-Schema folgend,
fiel der Entscheid für 2010 aus: Mit 81 zu 72 Stimmen bei
1 Enthaltung
obsiegten die Bürgerlichen. Der Regierungsrat erhielt den Auftrag,
ein Budget 2010 mit einer Anlage von 2,96 vorzulegen. Obwohl der Entscheid
nicht bindend ist, wehrten sich die Linke und die EVP heftig. «Wir
können der Bevölkerung nicht etwas versprechen und ein Jahr
später sagen, es reiche jetzt leider doch nicht», warnte Ruedi
Löffel (EVP, Münchenbuchsee). (...)
Die EVP schlug vor, man solle die Regierung beauftragen, zwei Budgets
auszuarbeiten: eines mit der tieferen Anlage, eines mit der höheren.
(...).
DRS Regionaljournal BE FR VS 26.11.2008, 7.00 Uhr
Das gute und schlechte an den Steuersenkungen im Kanton Bern
(1:57)
Ratsberichterstatter Jörg André kommentiert. (Link).
DRS Regionaljournal BE FR VS 25.11.2008, 12.00 Uhr
Der Kanton Bern zahlt 140 Millionen Franken den Steuerzahlern
zurück (2:40)
Der Grosse Rat hat eine weitere Steuersenkung genehmigt. (Link).
sda 25.11.08
Steuergeschenk kostet den Kanton 130 Millionen
(...) Die rückwirkend auf den 1. Januar 2008 vorgenommene Senkung
der kantonalen Steueranlage um einen Anlagezehntel wurde vom Kantonsparlament
mit 101 zu 41 Stimmen bei 9 Enthaltungen angenommen.
BDP und EVP dagegen
Das Abstimmungsresultat hatte sich schon am Montag abgezeichnet, als eine
Auslegeordnung zur ganzen Finanz- und Steuerdebatte des Grossen Rats vorgenommen
wurde und sich die Fraktionssprecher äusserten.
Wie am Montag angekündigt stimmten nun BDP und EVP
gegen den Steuerrabatt. Sie wollten einen weiteren Schuldenabbau.
Für den Steuerrabatt stimmten die übrigen Parteifraktionen,
wenn auch teilweise nicht geschlossen. (...)
Berner Zeitung 25.11.08
Heute fällt der Steuerentscheid
Die grosse Finanzdebatte im Grossen Rat fand gestern noch kein
Ende. Klar ist, dass das Personal für 2008 rückwirkend mehr
Lohn erhält. Heute zeigt sich, ob die Steuern sinken. Die Differenzen
sind grundlegend.
Mal Freund, mal Feind: die Grossräte Ruedi Löffel (EVP)
und Bernhard Antener (SP)
(...) Nun will die Steuerungskommission ihr bisheriges oberstes
Ziel - den Schuldenabbau - punktuell anderen Zielen - einer Steuersenkung
etwa - unterordnen. Dies trug ihr harte Kritik von links ein. Auch ohne
Steuersenkung werde es schwierig, eine Neuverschuldung zu verhindern,
warnte Blaise Kropf im Namen der Grünen. Trotzdem wollen die Grünen
- wie auch die SP - heute für eine nachträgliche Steuersenkung
2008 stimmen. Nicht so die EVP, die laut Sprecher
Ruedi Löffel (münchenbuchsee) lieber weiter Schulden abbauen
will. (...)
O-TON
"Ich weiss, dass es das Privileg der Politik ist, das Gegenteil von
dem zu tun, was sie vor einem Jahr sagte."
Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee)
"Die Finanzmarktkrise macht uns all
die schönen Zahlen kaputt." Böse,
böse Finanzkrise Matthias Burkhalter
(SP, Rümligen)
"Dem Voranschlag 2009 stimmen wir
zu, im Wissen darum, dass die Zahlen darin hinten und vorne nicht mehr
stimmen." ... wegen
der bösen Finanzkrise Ruedi
Löffel
Bund 25.11.08 / Kanton Bern
Debatte «im Schatten der Krise»
Auslegeordnung im Grossen Rat zur Finanz-
und Steuerpolitik im Kanton Bern
Rosige Aussichten Ende August, dann die Krise und nun die Frage, was zu
tun ist. Die Debatte im Grossen Rat zeigt: Die bürgerliche Mehrheit
will so oder so Steuern senken. Die Minderheit begreift dies nicht. Dölf
Barben
«Super Zahlen», «rosige Zeiten», «sehr gutes
Budget»: Fast alle Sprecherinnen und Sprecher begannen gestern im
Grossen Rat mit der Situation im August. Damals war in der Tat ein Voranschlag
2009 mit sehr erfreulichen Zahlen präsentiert worden. Seither aber
haben sich die Zeiten geändert. Regierungsrat und Finanzdirektor
Urs Gasche (bdp) sprach am Ende der einleitenden Debatte zu den Finanz-
und Steuervorlagen von den «dunklen Schatten der Krise», die
seither auszumachen seien. (...) Ruedi Löffel (evp, Münchenbuchsee)
zitierte Aussagen bürgerlicher Grossratsmitglieder aus früheren
Debatten. «Es nimmt groteske Züge»
an, sagte er. Nun wollten die gleichen, die im Frühling noch am Schuldenabbau
festgehalten haben, diesen sistieren. Die EVP ist die einzige Partei,
die beide Steuervorlagen klar ablehnt. (...)
Berner Rundschau / MLZ 25.11.08 / Kanton Bern
Räte üben sich im Geldverteilen
Grosser Rat: Zweistündige Grundsatzdebatte
zur Finanz- und Steuerpolitik des Kantons
Statt der budgetierten 100 Millionen Franken Gewinn wird die Rechnung
2008 mit einem Überschuss von 400 Millionen abschliessen. Die Verwendung
dieses Geldsegens und die Auswirkungen der Finanzkrise bildeten gestern
im Grossen Rat den Rahmen zu einer Grundsatzdebatte. (...)
Sparsam und konjunkturgerecht
Einen dritten Weg schlug Ruedi Löffel (Münchenbuchsee) namens
der EVP vor: «Wir halten uns an die Kantonsverfassung. Diese schreibt
vor, dass der Finanzhaushalt sparsam, wirtschaftlich und konjunkturgerecht
sein muss.» Konkret verlange die EVP, dass der gesamte Überschuss
2008 für den Schuldenabbau zu verwenden ist. (...)
DRS Regionaljournal BE FR VS 24.11.2008, 17.30 Uhr
Berner Staatspersonal erhält rückwirkend mehr Lohn
(3:36)
Dies wegen des Budget-Überschusses des Kantons Bern. (Link).
Berner Zeitung 5.11.08 / Ihre Seite
Kanton Bern «Schulden und nicht volle Kassen»
BZ-Ausgabe vom 23.10. «Berner KMU: Steuern sollen stärker
gesenkt werden»
Die Aussagen der KMU-Präsidentin Kathrin Anderegg zur Berner Steuerpolitik
lösen bei mir ungläubiges Kopfschütteln aus. Entgegen dem
Volksentscheid vom Februar sollen nach dem Willen von Frau Anderegg die
Steuern weiter gesenkt werden. Sie kritisiert das Abstimmungsergebnis
und verschweigt, dass die Kantonssteuern ab 2009 um jährlich immerhin
über 230 Millionen sinken werden. Die weltweite Finanzkrise wird
sich unweigerlich auch auf die Steuererträge des Kantons negativ
auswirken. In dieser unsicheren Situation weitere Steuersenkungen zu fordern
zeugt meines Erachtens von wenig Verantwortungsbewusstsein. Dass die KMU-Präsidentin
dabei von „übervollen Kassen“ spricht, tönt angesichts
von rund 7 Milliarden Franken Kantonsschulden schon fast zynisch.
Ruedi Löffel, Grossrat EVP, Münchenbuchsee
Berner Rundschau / MLZ 5.11.08 / Kanton Bern
Unkoordinierte «Pflästerlipolitik»?
Differenz Mehrheit der Steuerungskommission lehnt
rückwirkenden Steuerrabatt 2008 ab
Die Bernerinnen und Berner sollen auf den vom Regierungsrat rückwirkend
fürs 2008 vorgeschlagenen Steuerrabatt verzichten. So will es die
Mehrheit der Steuerungskommission, die jedoch tiefere
Steuern ab 2010 beantragt. Die Kommissionsminderheit sieht das
anders. (...)
Die Steuerungskommission (SK) «verkaufe» ihre Beschlüsse
zu den Planzahlen als «vorübergehende Sistierung des Schuldenabbaus»,
schreibt die SP: «In Tat und Wahrheit nimmt die bürgerliche
Seite jedoch eine drohende Neuverschuldung von einer halben bis zu einer
ganzen Milliarde Franken in Kauf.» Die SP mahnt davor, «den
Weg der Tugend leichtsinnig» zu verlassen». Ins gleiche Horn
stösst die EVP. In einer Mitteilung bezeichnet sie die Beschlüsse
der SK-Mehrheit «angesichts der noch nicht abschätzbaren Auswirkungen
der Finanzkrise auf die Staatsfinanzen als verantwortungslos». «Für
solche finanzpolitischen Abenteuer hat die EVP mit Blick auf den immer
noch hohen Schuldenberg kein Verständnis.» (...)
20 Minuten 5.11.08 / Kanton Bern
Steuergeschenk ist umstritten
BERN. Schlechte Neuigkeiten für alle, die sich schon auf den angekündigten
Steuerrabatt im Kanton Bern gefreut haben: Die Steuerungskommission des
Grossen Rats pfeift die Regierung zurück. Kommissionspräsident
Heinz Siegenthaler (BDP) bezeichnet den für die Periode 2008 einmalig
vorgesehenen Rabatt als «Pflästerli-Politik» Es sei sinnvoller,
die Steueranlage ab 2010 dauerhaft zu senken.
Dieser Vorschlag wiederum löste gestern einen riesigen Entrüstungssturm
aus. Für die EVP wäre eine Senkung «schlicht
verantwortungslos». (...)
sda 27.10.08
Bern will Steuerrabatt und rückwirkende Lohnerhöhung gewähren
Die Berner Kantonsregierung ergreift im Zusammenhang mit der
Finanzkrise ungewöhnliche Massnahmen: Sie will für das laufende
Jahr einen einmaligen, generellen Steuerrabatt und möchte dem Kantonspersonal
rückwirkend den Lohn erhöhen.
(...) Die Regierung wolle damit ein positives, vertrauensförderndes
Signal setzen, betonte Gasche. Dies sei möglich, weil der Kanton
Bern 2008 mit einem hohen Ertragsüberschuss von 400 Mio. Franken
rechnet. Das letzte Wort hat das Parlament im November.
Hingegen lehnt der Regierungsrat andere Vorstösse aus dem Parlament
für Steuersenkungen in den kommenden zwei Jahren klar ab. Diese seien
noch unter dem Eindruck «voller Staatskassen» eingereicht
worden. Sie seien nun aber nicht mehr finanzierbar und stünden im
Widerspruch zu der vom Volk beschlossenen Schuldenbremse, betonte Gasche.
Eine derart geplante Neuverschuldung von rund einer Milliarde Franken
wäre staatspolitisch ein schlechts Signal. (...)
Die EVP begrüsst die Massnahmen laut
Mitteilung vom Montag ebenfalls. Weitergehende Steuersenkungsforderungen
lägen jenseits des Machbaren. (...)
Berner Rundschau / MLZ 25.10.08 / Leserbriefe
«Schon fast zynisch»
LT/BR vom 23.10. «Berner KMU: Ruf nach weniger Steuern»
Die Steuersenkungsforderung der KMU-Präsidentin löst bei mir
ungläubiges Kopfschütteln aus. Frau Anderegg ignoriert den Volksentscheid
vom Februar und verschweigt, dass die Kantonssteuern ab 2009 um jährlich
immerhin über 230 Millionen sinken werden. Die weltweite Finanzkrise
wird sich unweigerlich auch auf die Steuererträge des Kantons negativ
auswirken. In dieser unsicheren Situation weitere Steuersenkungen
zu verlangen, zeugt meines Erachtens von wenig Verantwortungsbewusstsein.
Angesichts von rund 7 Milliarden Franken Kantonsschulden
ist die Forderung schon fast zynisch.
Ruedi Löffel, Grossrat EVP, Münchenbuchsee
Berner Rundschau / MLZ 23.10.08
Berner KMU: Ruf nach weniger Steuern
An der Herbst-Delegiertenversammlung von Berner
KMU (Gewerbeverband) in Belp nahm gestern PräsidentinKathrin
Anderegg die Kantonsregierung ins Visier: «Wir wollen 2009 nicht
bloss die vom Volk beschlossene Steuergesetzrevision verwirklicht sehen,
sondern einen weiteren Abbau der Steuerlast.» Ohne ernsthafte Korrekturen
gerate Bern weiter ins Hintertreffen. (...)
Berner Rundschau 6.9.08 + Berner Zeitung 12.9.08 / Leserbriefe
Gespannt auf Sparanträge
Ausgabe vom 4.9. Leserbrief «Berner Staatskasse quillt über»
Wir können dankbar sein: Das Rechnungsjahr 2008 beschert dem Kanton
Bern einen unerwartet grossen Überschuss von rund 400 Mio. Franken.
Dieses erfreuliche Resultat ist in erster Linie der guten Konjunktur und
den damit verbundenen hohen
Steuereinnahmen zu verdanken.
Wenn der Leserbriefschreiber behauptet, der Staat ziehe den Bürgern
unnötigerweise Steuern aus der Tasche und unternehme zu wenig Sparanstrengungen,
sind uns dazu zwei Hinweise wichtig:
1. Unnötige Steuern: Mit Steuern werden unsere Schulen und das Gesundheitswesen
finanziert, die Strassen unterhalten, das öV-Angebot sichergestellt
und unsere Sicherheit gewährleistet.
2. Fehlende Sparanstrengungen: Wir erwarten vom Leserbriefschreiber, der
ja selber im Grossen Rat sitzt, dass er bei der Budgetdebatte im kommenden
November Farbe bekennt und konkrete Anträge einbringt, wo gespart
werden soll. Wir sind gespannt darauf.
Daniel Steiner-Brütsch, Grossrat EVP, Langenthal
Ruedi Löffel-Wenger, Grossrat EVP, Münchenbuchsee
sda 29.08.08
Finanzplan: Lob von Links und Kritik von Rechts
Neben den Personalverbänden üben auch die Parteien
Kritik an der Aufgaben- und Finanzplanung der bernischen Kantonsregierung.
Die Bürgerlichen fordern eine sofortige Steuersenkung und
werfen dem Regierungsrat Mutlosigkeit vor.
Die Regierung lege «die Hände in den Schoss» und habe
zu wenig Mut, die «dringend notwendigen Reformen» anzupacken,
schreibt die SVP Kanton Bern am Freitag in einer Stellungnahme. Die Situation
sei günstiger denn je, um den Kanton Bern mit einer Steuersenkung
im interkantonalen Vergleich wieder nach vorne zu bringen. Gleichzeitig
fordert die SVP einen «wirklichen Abbau der Staatsaufgaben».
Auch der Kantonalverband Bernischer Arbeitgeber-Organisationen fordert
eine Verzichtsplanung. Der Regierungsrat habe hier eine Chance verpasst.
Die FDP des Kantons Bern stösst ins gleiche Horn und kündigt
an, mit vermehrten Vorstössen im Grossen Rat das Zurückfahren
des «überbordenden Staatsapparates» zu fordern. Ohne
Steuersenkung werde der Kanton für die Wirtschaft immer unattraktiver,
moniert die FDP. Es sei kein Wunder, dass die Region Bern im Entwurf zum
Raumkonzept Schweiz zurückgestuft werde.
«Gesunde Kantonsfinanzen»
EVP, SP und Grüne des Kantons Bern unterstützen
im Grundsatz den finanzpolitischen Kurs der Regierung. Die Erfüllung
der Bedürfnisse müsse ausgewogen sein, heisst es von Seiten
der EVP. Es wäre gefährlich, sich vor dem Hintergrund der unsicheren
konjunkturellen Entwicklung auf stetig steigende Steuererträge zu
verlassen.
( ...) In Bezug auf die Lohnpolitik des Regierungsrats schliessen sich
die drei Parteien der Kritik der Personalverbände an. Die Massnahmen
seien ungenügend und müssten verbessert werden. (...)
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